Nach dem Tod von Hz.Muhammed (SAW) hinterlass uns Unser Prophet  seine Familie.

Hz.Muhammed

Hz. Fatima az-zahra

Hz.Ali bin Ebu Talib

Hz.Hasan bin Ali

Hz.Hüseyin bin Ali

Hz.Zeynel Abidin bin Hüseyin

Hz.Muhammed Bakir bin Abidin

Hz.Cafer i Sadik bin Baki

Hz.Musa i Kazim bin Sadik

Hz.Ali Riza bin Kazim

Hz.Muhammed Taki bin Riza

Hz.Ali Naki bin Taki

Hz.Hasan-ul-Askeri bin Naki

Hz.Muhammed Mahdi bin Askeri

 

Hadithe von Hz.Muhammed über seine Nachfolger 

 

Es berichtet Cabir ibn Samura: Ich hörte den Propheten (s.a.a.) sagen:

“Es wird Zwölf Führer geben.“ Dann sagte er einen Satz, welchen ich nicht gehört habe. Mein Vater sagte, der Prophet habe hinzugefügt, „Alle von ihnen werden vom Stamm der Qureysch sein."[Sahih al-Bukhari (Englisch), Hadith: 9.329, Kitabul Ahkam; 
Sahih al-Bukhari, (Arabisch), 4:165, Kitabul Ahkam]

 

Der Prophet (s.a.a.) hat gesagt: „Die Religion (der Islam) wird fortbestehen bis zu der Stunde (Tag der Auferstehung) und birgt Zwölf Kalifen für euch, alle von ihnen werden von der Qureysch sein.“ [Sahih Muslim, (Englisch), Kapitel DCCLIV, Bd.3, S.1010, Überlieferung #4483; Sahih Muslim (Arabisch), Kitab al-Imaara, 1980 Saudi Arabische Ausgabe, Bd.3, S.1453, Überlieferung #10]

 

Der Gesandte Allahs (ص) sagt:

 

Aufzählung

„Ich rate euch, seid gut zu meiner Ahl-ul-Bayt, denn ich werde mit euch am Tage des Gerichts darüber streiten. Und mit wem ich darüber streite wird die Hölle betreten. Weiter sagte er „Wer mich verehrt, dadurch dass er meine Ahl-ul-Bayt ehrt, erhält das Versprechen von Allah (das Paradies zu betreten).“

 

Al Tirmidhi überlieferte: Der Gesandte Allahs sagte:

 

Aufzählung

„Derjenige, der mich liebt und al Hassan und al Hussein;und wer ihren Vater und ihre Mutter liebt; der wird mit mir im Paradies sein.“

 

 

 

 Der Prophet (ص) sagte:

 

Aufzählung

„Derjenige der in  Liebe zur Ahl-ul-Bayt stirbt, ist ein Martyrer!“

Aufzählung

„Sprich; der in Liebe zur Ahl-ul-Bayt stirbt, dem wird vergeben!“

Aufzählung

„Derjenige, der in  Liebe zur Ahl-ul-Bayt stirbt, starb als ein Gläubiger mit einem vollkommenen Glauben.“

Aufzählung

„Es gibt keinen Zweifel! Derjenige, der in Liebe zur Ahl-ul-Bayt stirbt, dem werden die Engel des Todes die frohe Botschaft des Paradieses überbringen und ebenso die beiden Engel der Befragung.“ (Munkar und Nakeer)

Aufzählung

„Derjenige, der in  Liebe zur Ah-ul-Bayt stirbt, dem wird Allah sein Grab zu einem heiligen Grab machen, welches die Engel der Barmherzigkeit besuchen werden.“

Aufzählung

„Und wahrlich, derjenige, der in  Liebe zur Ahl-ul-Bayt stirbt, wird zum Paradies geführt, wie die Braut zu dem Haus ihres Mannes geführt wird“

Aufzählung

„Und kein Zweifel! Der, der mit dem Hass über die Prophetenfamilie stirbt, wird am Tage des Gerichts auf der Stirn geschrieben bekommen, dass er von der Barmherzigkeit Allahs ausgeschlossen wird.“

Aufzählung

„Sieh! Der mit Hass über die Ahl-ul-Bayt stirbt, der ist ein Ungläubiger!“

Aufzählung

„Und, der mit Hass über die Ahl-ul-Bayt stirbt, der wird niemals den Duft des Paradises

 

 

Imam Ahmad überliefert in seinem Musnad (Vol.4 S.281), dass Bara ibn Azib sagte: „Wir waren mit Rasulallah. Wir ließen uns bei Ghadir Khumm nieder. Es war Zeit für das Gemeinschaftsgebet. Ein Platz unter zwei riesigen Bäumen wurde für Rasulallah sauber gefegt. Er verrichtete das Mittagsgebet und ergriff die Hand von Ali und sprach: „Wisst ihr, dass ich mehr Macht besitze über das Leben der Gläubigen als der Gläubige über sich selbst?“ „Ja, hast du“ ,erwiderten sie. […] Dann nahm er die Hand von Ali und sagte: Ali ist der Herr über alle, über die ich Herr bin. O Allah! Lieben wird ihn, jeder der mich liebt und hassen wird ihn jeder, der mich hasst.“ Bara ibn Azib sagte: „Dann kam Umar zu Ali und sagte: „Gratuliere, Sohn des Abu Talib! Nun bist du der Gebieter aller gläubigen Männer und Frauen geworden!"

 

Allahs Gesandter (ص) sprach: "Wer sich wünscht, so zu leben und zu sterben wie ich und im Garten Eden, den mein Herr bepflanzt hat, zu wohnen, der möge nach mir Ali und seine Gefährten unterstützen und meiner Ahl-ul-Bayt folgen, denn sie sind meine Nachkommen, mir gleich erschaffen und mit meinem Verstand und Wissen ausgestattet. Wehe denen aus meiner Gemeinde, die sie verleumden und ihre Nähe zu mir leugnen! Möge Allah jenen meine Fürbitte verwehren!"



 

Hz.Muhammed (SAW)

 

 

Die Geburt des Propheten

Die Mutter des Propheten hatte sich auf die Geburt ihres Kindes vorbereitet. Kurz zuvor erfüllte plötzlich ein helles Licht das ganze Zimmer. Vier leuchtende Frauen, ganz in Weiß gekleidet, traten in das Zimmer und verbreiteten den Duft von Jasmin. In ihren Händen hielten sie Gläser, die voll mit wohlschmeckendem Nektar aus dem Paradies waren. Amina blickte erstaunt zu ihnen auf und war so verwundert, dass sie kein Wort herausbrachte. Die vier Frauen nahmen neben ihrem Bett Platz. Ein freundliches Lächeln breitete sich auf den Lippen von Hz. Amina aus. Eine der Frauen sagte: "Amina! Sei nicht besorgt. Wir sind gekommen, um Dir zu helfen." In diesem Moment flogen Abertausende Engel über die Stadt Mekka hinweg, so dass man den Klang ihrer Flügel hören konnte. Das Kind Hz. Aminas wurde geboren und ihre Augen füllten sich infolge ihrer tiefsten Erregung mit Tränen. Man konnte den Klang der Freudenrufe der Engel am Himmel hören. Die ersten Sonnenstrahlen kamen hinter den Bergen im Osten hervor und bestrahlten die Häuser aus Lehm. Nachdem Abdul Muttalib die Nachricht von der Geburt seines Enkels vernommen hatte, eilte er sofort in das Haus von Amina. Sobald sie ihren Schwiegervater sah, erinnerte sie sich an die Gestalt ihres eigenen Mannes, der kurz zuvor gestorben war.

Ein starker Schmerz quälte ihr Herz und ihre Augen füllten sich neuerlich mit Tränen. Überglücklich über die Geburt gratulierte Abdul Muttalib Hz. Amina. Da lächelte sie ihn zufrieden an, wickelte ihr Kind in ein weißes Tuch und legte es in die Hände ihres Schwiegervaters. Der Großvater war innerlich so ergriffen, dass er seine Augen kaum vom Antlitz seines Enkels abzuwenden in der Lage war. Er küsste die kleinen Hände des Neugeborenen, der ihn bereits lieblich anlächelte. Am 7. Tag nach der Geburt schlachtete Abdul Muttalib ein Schaf und im Kreise der Gäste, die er zum Mittagessen eingeladen hatte, wählte er den Namen Muhammad für seinen Enkel aus.

Zeichen und Wunder bei der Geburt des Propheten

Viele Zeichen und Wunder hat es zur Zeit der Geburt von Hz. Muhammad gegeben, die die Großartigkeit und Bedeutung dieses Kindes unterstrichen.

Hz. Aminas Schwangerschaft war nicht sichtbar und während der Geburt gab es kein Blut, keinen Schleim und kein Fruchtwasser. Als der Prophet auf die Welt kam, war er bereits beschnitten und die Nabelschnur schon durchtrennt.

Bei der Geburt wurde die Welt heller als jemals zuvor. Nach der Geburt legte der Prophet beide Hände auf die Erde und machte ein Sadschda. Dann hob er den Kopf und sagte:Allahu akbar, la ilaha illallah, ana rasulullah.

Der schiitische Geschichtsschreiber Ibn Waseh (gest. 292 n. H.) berichtet, dass an diesem Tag der Schaitan mit Steinen beworfen worden sei und er seit diesem Tag nicht mehr zum Himmel fliegen durfte. Unzählige Sternschnuppen waren am Himmel zu beobachten. Ein Erdbeben erschütterte fast die ganze Welt. In Scham (Syrien und Irak) war es so stark, dass viele christliche Gebetshäuser beschädigt wurden. Viele Traumdeuter, Magier und Wahrsager haben ihren Verstand verloren und sind verrückt geworden.

Neue Sterne entstanden am Himmel. Der Fluß Tigris trat über die Ufer, viele Dörfer wurden überschwemmt. Der Palast des Königs von Persien (Kasra) in der Nähe von Samarra wurde überflutet und von einem Erdbeben beschädigt; alle 14 Wehrtürme fielen herunter. Eine besonders dicke und hohe Mauer des Königspalastes bekam einen großen Riss. In Persien, in dem von den Zoroastriern das Feuer angebetet wurde, erlöschte plötzlich eine 1000 Jahre alte Feuerstelle. Ein Gelehrter im Iran hatte einen außergewöhnlichen Traum. Er sah, dass Pferde von wilden arabischen Kamelen gezogen wurden.

Der König Scherwan Kasra wollte die Deutung dieses Traumes. Schließlich fand er einen Traumdeuter namens Sadih, der in Syrien lebte.Dieser hatte außer dem Kopf keine Knochen und Gelenke. Sein Mund war fast in seiner Brust, da sein Hals fehlte. Auf dem Sterbebett sagte er: Es ist eine sehr große Persönlichkeit ist in diese Welt gekommen. 14 Könige werden nach Scherwan kommen. Dann werden sie ihr Land verlieren (Diese Könige herrschten, bis die Muslime ins Land kamen).

Der Prophet Muhammad (s)

Gerade die Person Muhammads (s) wurde in der langjährigen Geschichte der Missverständnisse zwischen Orient und Okzident zu einem Punkt, der wesentliche, tiefe Vorurteile gegenüber dem Islam und den Muslimen begründete. Der Koran sieht Muhammad (s), den Gesandten Gottes, als eine Barmherzigkeit für alle Welten, ein Vorbild in allen Lebenslagen, als jemanden, der sich um das Schicksal der Menschheit sorgte und als einen Menschen, der in seinem Leben die Ergebenheit in Gott vorlebte und zu ihr aufrief. Im Gegensatz dazu wurde er im Abendland teilweise als falscher Prophet oder als Konkurrent zum Propheten Jesus (Friede sei auf ihm) dargestellt.

Da wir genaue Aufzeichnungen und Überlieferungen über das Leben des Propheten Muhammad (s) und seine Zeit besitzen, können wir ohne viel Mühe und Aufwand ein wahrheitsgetreues Bild von ihm zeichnen. Diese im Cordoba Verlag veröffentlichen Informationen sollen einen Beitrag dazu liefern, das verzerrte Bild zu korrigieren. Sie liefert kurze und einfache Antworten zu den wichtigsten Fragen, die in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchen. Wir hoffen hiermit zu einer Annäherung von Menschen unterschiedlicher Lebensweise und zu einem Abbau von Falschinformation beitragen zu können.

 

1. Wer war Muhammad (s)?

 

Muhammad (s) wurde um das Jahr 570 n.Chr. in der Stadt Mekka in Arabien als Mitglied des angesehenen Stammes der Quraisch geboren. Seine Abstammung geht auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Die Quraisch hatten in jener Zeit auf der Arabischen Halbinsel die einflussreichste Position unter den Arabern inne, weil in Mekka das Heiligtum der Kaaba, das Abraham mit seinem Sohn errichtet hatte, stand. In vorislamischer Zeit war die Kaaba ein Wallfahrtsort für die damals mehrheitlich polytheistischen Araber. Muhammads (s) Vater starb schon vor dessen Geburt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war. Er wurde, wie in jenen Tagen häufig, von einer Amme aufgezogen, später dann von seinem Großvater und danach von seinem Onkel aufgenommen. Sie waren Kaufleute und so wurde auch Muhammad (s) Kaufmann. Zwar besuchte er keine Schule, aber durch die praktische Ausbildung, die mit zahlreichen Reisen verbunden war, erwarb er sich umfassende Kenntnisse. Von seiner Jugend an war er als rechtschaffener Mensch bekannt, was ihm unter seinen Landsleuten den Beinamen al-Amin (der Vertrauenswürdige) einbrachte.

Als er älter geworden war, arbeitete Muhammad (s) für eine reiche Kaufmannswitwe namens Khadidscha. Beeindruckt von seinen Fähigkeiten, besonders auch von seinen Charaktereigenschaften und seiner tadellosen Lebensführung, bot ihm Khadidscha die Ehe an. Sie war zu diesem Zeitpunkt etwa vierzig Jahre alt und Muhammad (s) fünfundzwanzig. Sie heirateten und bekamen vier Töchter und einen Sohn, der kurz nach der Geburt verstarb. Die Überlieferungen berichten, dass sie von da an eine sehr glückliche Ehe führten

 

2. Wie wurde der Prophet Muhammad (s) zum Propheten berufen?

Schon Jahre vor der ersten Offenbarung pflegte Muhammad (s) sich zur Meditation auf einen Berg in der Nähe Mekka zurückzuziehen. Er spürte, dass die Glaubensüberzeugungen, Riten und Traditionen seines Stammes, die auf Vielgötterei gründeten, die Menschen in die Irre führten und von ihrer Bestimmung als Geschöpfe Gottes entfernten. In einer Höhle dachte er über all dieses nach, ohne aber eine Lösung und Perspektive zu finden. Im Jahre 610 n.Chr. als er sich wieder einmal alleine in der Höhle zum Nachsinnen und Gottgedenken zurückgezogen hatte, erschien ihm der Engel Gabriel und verkündete ihm, dass er von dem einen einzigen Gott zum Propheten auserwählt worden sei und übermittelte ihm die ersten Offenbarungen des Korans.

3. Waren die Offenbarungen nur Einbildung?

Muhammad (s) hatte weder an so etwas wie eine Offenbarung gedacht, noch war ihm dies auf irgendeine Weise geläufig. Ein Engel erschien ihm in der Höhle und forderte ihn auf, etwas zu rezitieren. Er stand so sehr unter dem Eindruck der Begegnung mit dem Engel und seiner Aufforderung, die ersten Verse der Offenbarung des Korans zu lesen, dass er ganz verwirrt nach Hause kam. Zitternd bat er seine Frau, ihn mit Decken einzuhüllen. Er erzählte ihr von seinem Erlebnis und bat sie um Rat. Sie antwortete, dass er allen Menschen gegenüber freundlich und gerecht sei und den Notleidenden zur Hilfe eile. Deshalb glaube sie nicht, dass Gott ihn im Stich lassen würde.

Seine Frau nahm Muhammad (s) dann zu einem Verwandten mit, der in den Heiligen Schriften bewandert war. Muhammad (s) erzählte dem alten Mann alles, was er erlebt hatte. Dieser bestätigte, dass er den Engel Gabriel gesehen hatte, der auch vorher zu den früheren Propheten erschienen war.

4. Was ist ein Prophet?

Zu allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die zu besonderen Einsichten gelangten, seltene Inspirationen erfuhren oder zuvor unbekannte Naturgesetze entdeckten. Sie alle zeigten, dass es eine Art von Erkenntnis gibt, die sich der Reichweite unserer Sinne und der wissenschaftlichen Forschung entzieht. Philosophie und Wissenschaft können darüber nur Vermutungen anstellen. Um diesbezüglich Gewissheit zu erlangen, ist der Mensch abhängig von Gott, der ihm diese Art von Wissen übermitteln kann. Gott erwählt zu diesem Zweck Menschen und beruft sie zu Seinen Propheten oder Gesandten.

Ihnen offenbart Er die Wahrheit und das Wissen, damit diese sie den Menschen weitergeben können. Ein Prophet hat zudem die Aufgabe, das ihm Geoffenbarte zu erläutern, die Menschen anzuleiten und ihnen ein gottergebenes Leben in allen Lebensbereichen vorzuleben, so dass sie ihm auch als Beispiel folgen können.

5. Was unterscheidet Muhammad (s) von anderen Propheten?

Unter den zuvor genannten Aspekten, nämlich Gottes Botschaft zu predigen und vorzuleben, unterscheiden sich die Propheten nicht voneinander. So ist es nicht verwunderlich, dass, angefangen vom ersten Menschen und Propheten Adam (a.s.)*, bis zum abschließenden Propheten Muhammad (s) alle die Gottergebenheit (arab.: islam) verkündeten. Es wird überliefert, dass Allah mehr als zweihunderttausend Propheten berief und jedes Volk in der Geschichte mit einem Gottgesandten gesegnet wurde (Koran 16:36). Wir kennen nur 25 dieser
Propheten namentlich, da sie im Koran stehen. Unter ihnen befinden sich die Propheten Noah, Abraham, David, Moses, Johannes der Täufer, die auch in der Bibel erwähnt werden und zudem Jesus (a.s.).

6. Wird es nach Muhammad (s) noch andere Propheten geben?

Muhammad (s) ist der abschließende der Gesandten Gottes. Allah sandte in der Geschichte zu jedem Volk Propheten für dessen Rechtleitung. So wurden z.B. der Prophet Schu‘aib zum Volk der Midianiter, der Prophet
Salih zum Volk der Thamud und David, Moses und Jesus zu den Kindern Israel gesandt. Obwohl sie alle ihre Berufung von einer Quelle erhalten hatten und die Gottergebenheit (arab.: islam) predigten und vorlebten, hatten diese Gesandten eine zeitlich und örtlich begrenzte Aufgabe zu erfüllen. Die Entwicklung der Zivilisationen der Menschheit vor der Zeit Muhammads (s) war nicht weit genug fortgeschritten, als dass ein Gesandter für alle Menschen geschickt werden konnte.

Der Prophet Muhammad (s) wurde aber für die Menschen seiner Zeit und für die Zeit danach gesandt. Sein Prophetentum besitzt somit einen universalen und zeitlosen Charakter (Koran 33:21; 68:4; 21:107).

7. Hat Muhammad (s) Wunder vollbracht?

Das größte Wunder, das Muhammad (s) zuteil wurde, ist der Koran. Da dieses Wunder den Menschen nicht nur zu Lebzeiten Muhammads (s) zugänglich war, sondern sich auch heute jeder mit dem Koran auseinandersetzen kann, spricht diese Tatsache für die Größe und Wichtigkeit dieses Wunders.
Neben diesem größten Wunder gibt es andere, die darauf hinweisen, dass Muhammad (s) ein von Gott gesandter Mensch war: Er wurde von Gott eines Nachts von Mekka nach Jerusalem geführt und stieg vom Felsendom in den Himmel zu Gott empor. Gott erlaubte es ihm, in nur 23 Jahren seine Botschaft zu verkünden, eine Gemeinschaft aufzubauen und unter sehr ungünstigen Bedingungen einen Stadtstaat in Medina zu begründen.

In den Überlieferungen werden noch weitere Wunder, wie die Vermehrung von Speisen u.ä. übermittelt. Wunder sind aber immer von Gott, die er Seinen Propheten zu vollbringen erlaubt. Sie deuten darauf hin, dass die betreffende Person von Gott gestützt wird. Die Botschaft, die die Propheten an die Menschen überbringen, ist aber wesentlicher als die Wunder, die geschehen, wenn Naturgesetze aufgehoben werden.

8. Was lehrte der Prophet Muhammad (s)?

Obwohl die Bewohner der Stadt Mekka, in der Muhammad (s) lebte, eine Gottesvorstellung besaßen, glaubten sie an die Mittlerrolle von vielen verschiedenen Götzen. Diese sollten sie Gott näher bringen und sie sprachen ihnen besondere Kräfte und Eigenschaften zu. Muhammad (s) erhielt von Gott den Auftrag, die Einheit und Einzigkeit Allahs (arab. “Gott”) zu verkünden. Er klärte seine Landsleute darüber auf, dass die Götzen und Statuen, die sie anzubeten pflegten, keine Macht besaßen. Muhammad (s) versuchte seiner Umgebung klar zu machen, dass nur der Eine Einzige Gott die Menschen erschaffen hat, sie versorgt und ihre Bitten erhört. Als zweiten wichtigen Punkt der Botschaft Gottes stellte er heraus, dass Allah immer wieder Gesandte unter den Menschen erwählt, die ihnen die Botschaft Gottes übermitteln. Die Propheten sind gleichzeitig damit beauftragt, mit ihrer eigenen Lebensweise ein mustergültiges Beispiel von Gottausgerichtetheit abzugeben.

Als einen wesentlichen Punkt, zu dem die Menschen um ihn keinen Bezug hatten, stellte Muhammad (s) in seiner Verkündigung das Leben nach dem Tod dar. Er erläuterte, dass das irdische Leben eine Prüfung bedeutet. Er wies darauf hin, dass die Menschen nach ihrem Tod am Jüngsten Tag wiedererweckt und – gemäss ihrer Lebensweise im Diesseits - belohnt oder bestraft werden.

9. Wie reagierte die Umwelt des Propheten Muhammad (s) auf die von ihm verkündete Botschaft?

Die führenden Personen Mekkas betrachteten seine Botschaft als eine Bedrohung für ihre Gesellschaftsordnung. Aus Muhammads (s) Verkündigung würde nach ihrer Ansicht hauptsächlich die Beseitigung ihrer Götzen und Statuen folgen. Aufgrund der Pilger aus ganz Arabien sicherten aber gerade diese den Mekkanern Einkommen, Ansehen und Einfluss. Zudem fürchteten sie, dass der Verrat an der Religion ihrer Väter üble Folgen haben könnte und dass Sklaven und Unterprivilegierte ihre Rechte einfordern würden.

Gerade Menschen aus den unteren Schichten nahmen zunächst den verkündeten Glauben an. Nur die wenigen seiner Anhänger, die angesehenen Familie entstammten, genossen Sicherheit; die übrigen wurden verfolgt, manche sogar ermordet. Die Lage für die Anhänger Muhammads (s) wurde schließlich so kritisch, dass der Prophet (s) sie anwies, nach Abessinien auszuwandern, wo ein christlicher Herrscher regierte. Trotz Drangsal und Verfolgung nahm die Zahl derer, die sich ihm anschlossen, immer weiter zu. Um diese Entwicklung zu stoppen, versuchten die Führer Mekkas, Muhammad (s) zu einem Kompromiss zu bewegen: Sie boten ihm die Übernahme des Königtums und große Reichtümer an. Dafür sollten sie abwechselnd Allah und ihren Götzen huldigen. Muhammad (s) lehnte dies rigoros ab.

10. Warum musste der Prophet Muhammad (s) seine Heimat verlassen?

In Mekka wuchs der Druck auf die Muslime unaufhörlich und der Prophet Muhammad (s) suchte nach Möglichkeiten der freien und ungestörten Verkündigung der Lehre und der täglichen Umsetzung entsprechend dieser Botschaft.

Während der Pilgersaison im Jahre 621 traf Muhammad (s) eine Gruppe von Leuten aus Yathrib (der späteren Stadt Medina), die dem neuen Glauben gegenüber sehr aufgeschlossen waren. Im darauf folgenden Jahr kamen die Leute aus Yathrib mit einer größeren Delegation nach Mekka und luden Muhammad (s) in ihre Stadt ein und versprachen ihm, ihn zu unterstützen. So gab der Prophet (s) den Muslimen die Anweisung, nach Medina auszuwandern, wo sie sicher sein würden und ihren Glauben frei ausüben könnten. Dieses Ereignis (Hidschra) markiert den Beginn der is lamischen Zeitrechnung.

Inzwischen fassten die Mekkaner den Entschluss, Muhammad (s) endgültig loszuwerden und ihn zu töten. Ihr Plan ging nicht auf. Kurz zuvor verließ der Prophet Muhammad (s) als einer der letzten, zusammen mit seinem Gefährten Abu Bakr, die Stadt. Obwohl die Mekkaner seine Spur aufnahmen, gelang es ihnen nicht, ihn ausfindig zu machen, und er konnte Medina sicher erreichen.

11. Worin unterschied sich das Leben Muhammads (s) in Mekka von dem in Medina?

In Medina entwickelte sich eine gut organisierte Gemeinschaft mit verschiedenen Institutionen wie Moschee, Markt und Handelswesen sowie einer eigenen Gerichtsbarkeit und die Muslime konnten sich in dieser Situation, frei von individueller Verfolgung, auf ein Leben nach der islamischen Lehre konzentrieren. Die aus Muslimen, Juden und anderen bestehende Einwohnerschaft Medinas akzeptierte die Führungsrolle Muhammads (s). Vor allem fand er die völlige Unterstützung der beiden wichtigsten Stämme Medinas, nachdem diese den Islam angenommen hatten. Bezüglich der Juden ging Muhammad (s) davon aus, dass sie als Anhänger einer Offenbarungsreligion unvoreingenommen auf ihn reagieren und die neue Lehre verstehen würden.

Darüber hinaus gab es in Medina allerdings auch eine Gruppe von (einflussreichen) Leuten, die den Islam nur aus Opportunismus annahmen. Muhammad (s) schloss 623 n. Chr. mit den Vertretern der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen Medinas einen Gemeindevertrag, der im Wesentlichen darin bestand, dass die muslimischen und jüdischen Stämme zu gegenseitigem Schutz verpflichtet waren. Diese erste schriftlich fixierte Verfassung diente den Muslimen als Grundmodell für spätere Staatsstrukturen.

12. Weshalb führte der Prophet Muhammad (s) Krieg?

Obwohl die Muslime wie anfangs als Individuen nicht mehr verfolgt wurden, setzten die damals noch Götzen anbetenden Mekkaner doch alles daran, die neu entstandene Muslim-Gemeinde in Medina zu vernichten. Das geschah teils in Form kriegerischer Überfälle, teils aber auch durch eine Isolationspolitik. Derart unter Druck geraten wollten die in Medina lebenden Muslime sich verteidigen und drängten den Propheten Muhammad (s), gegen die Mekkaner vorzugehen. Dieser ging jedoch solange nicht auf die Forderungen seiner Anhänger ein, bis Gott ihm eine Offenbarung sandte, die es ihnen erlaubte, sich gegen die Aggressoren zu wehren.

In der ersten Schlacht gewannen die Muslime wie durch ein Wunder gegen ein zahlenmäßig und an Ausrüstung hoch überlegenes Heer der Mekkaner. In den nächsten Jahren folgten noch weitere Auseinandersetzungen.

Bei der Betrachtung dieser kriegerischen Konflikte, in die Muslime verwickelt waren, ist leicht zu erkennen, dass die muslimische Gemeinschaft als Prinzip den Frieden - nicht den Krieg - verfolgte. Der Prophet Muhammad (s) ließ z.B. Kriegsgefangene frei, nachdem sie zehn Muslimen das Lesen und Schreiben beigebracht hatten. Mehr noch: er ging auf einen Friedensvertrag zu eigentlich kaum annehmbaren Bedingungen ein; außerdem erließ er nach der Einnahme Mekkas eine Generalamnestie für seine Feinde.

Heute wie damals ist Krieg leider eine soziale Realität. Deshalb sind Normen und Regeln auch für Ausnahmesituationen wie die eines Krieges notwendig. Dass selbst unter solchen Umständen ethische Verhaltensweisen möglich und geboten sind, kommt z.B. in der Anweisung des Propheten Muhammad (s) zum Ausdruck, keine Personen anzugreifen, die nicht aktiv am Krieg beteiligt sind. Er ging sogar so weit anzuordnen, dass Muslime auch im Krieg Natur und Umwelt zu schonen haben.

13. Wie haben damals die politisch Mächtigen auf die entstehende islamische Gemeinschaft reagiert?

Zunächst fiel die neue Bewegung Muhammads (s) den Großmächten der damaligen Zeit, wie dem Oströmischen und dem Persischen Reich kaum auf, denn die arabische Halbinsel galt geopolitisch als wenig bedeutend. Da die Mekkaner aber Kontakte zu einigen Regionalmächten unterhielten und zu einigen sogar eine Art Bündnis bestand, erfuhren diese von der Entwicklung und den Spannungen zwischen den Mekkanern und Muslimen. Der erste Rückschlag in ihren Bemühungen, die Entstehung der islamischen Gemeinschaft zu verhindern, wurde den Mekkaner durch einen eigentlich mit ihnen befreundeten christlichen Herrscher, dem Herrscher von Abessinien, zugefügt, als dieser sich weigerte, die Muslime, die dort Zuflucht gefunden hatten, an die Mekkaner auszuliefern.

Später erkannte auch das Oströmische Reich, dass der neue sich auf der arabischen Halbinsel verbreitende Glaube, ihnen und ihrem Einfluss auf die arabischen Gebieten gefährlich werden könnte. So kam es schließlich zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Oströmern und den Muslimen.

Der Prophet Muhammad (s) sandte zudem Botschaften an die Herrscher der damaligen Welt und forderte sie zur Annahme des Islams auf, was dann einige von ihnen auch taten.

14. Wie kam es, dass Muhammad (s) auch die politische Führung übernahm?

Wie das Judentum kennt auch der Islam keine Trennung vom Geistlichem und Weltlichem. Das zeigt sich vor allem in den Konzepten für eine gottergebene Lebensweise, die der Islam für die unterschiedlichsten Lebensbereiche liefert: Privat- und Familienleben gehören ebenso dazu wie Wirtschaft, internationale Beziehungen usw. So ist es nicht verwunderlich, dass der Prophet Muhammad (s) als Beispiel in unterschiedlichsten Funktionen wahrgenommen wird: Als Familienvater und Ehemann, als Nachbar und Freund, als Diplomat und Staatsmann.

15. Ist der Prophet Muhammad (s) gestorben?

Der Prophet Muhammad (s) war, wie alle anderen Propheten vor ihm, ein menschliches Wesen. Da er niemals eine göttliche Wesensart für sich beanspruchte und sogar immer darauf hinwies, dass ihm so etwas nicht zugeschrieben werden sollte, lebte und starb er wie ein Mensch. Der Unterschied zwischen ihm und anderen Menschen bestand „nur“ darin, dass Gott ihm den Koran offenbarte und Gott seine Verhaltensweisen vor Verfehlungen beschützte. Der Prophet Muhammad (s) wird deshalb von den Muslimen geehrt und geliebt und als nachzueiferndes Vorbild angesehen, aber in keiner Weise angebetet.

16. Warum war der Prophet Muhammad (s) mit mehreren Frauen verheiratet?

Als 25-jähriger heiratete der Prophet Muhammad (s) die vierzigjährige Khadidscha - eine angesehene, verwitwete Kauffrau. Bis zu ihrem Tode führten sie eine glückliche und harmonische Ehe, aus der sechs Kinder hervorgingen. Nach dem Tode Khadidschas ging Muhammad (s) mit mehreren Frauen eine Ehe ein, wobei nur eine davon zuvor nicht verheiratet gewesen war; alle anderen waren verwitwet oder geschieden. Dass der Prophet (s) die Versorgung dieser verwitweten oder geschiedenen Frauen übernahm, und zwar einschließlich ihrer unmündigen Kinder, spielte eine wesentliche Rolle bei der Heirat. Zudem bewirkte die Heirat des Propheten Muhammad (s) mit manchen seiner Frauen, dass die Stämme, denen sie angehörten, der damaligen Sitte gemäß, eine engere Bindung an die Gemeinschaft der Muslime aufbauten. Für Muslime ist die Mehrehe Muhammads (s), genauso wie von manchen biblischen Propheten, von Gott erwünscht. Dass seine Frauen sämtlich mit dem Propheten Muhammad (s) zufrieden waren und dass sie trotz z.T. großer materieller Entbehrungen zu ihm standen und ihn unterstützten, wird als ein Hinweis auf die Prophetenschaft Muhammads (s) gedeutet.

17. Was meinte Muhammad (s) zur Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft?

Die Stellung der Frauen in der Stammesgesellschaft auf der Arabischen Halbinsel war gleich die eines Sklaven, wobei es hier nur wenige Ausnahmen gab. So wurde es nicht selten als eine Schande angesehen, wenn eine Frau ein Mädchen auf die Welt brachte. Um dieser Schande zu entgehen, wurden die neugeborenen Mädchen oftmals in die Wüste gebracht und dort bei lebendigem Leibe verscharrt.

Mit der Offenbarung des Korans und durch das gelebte Beispiel des Propheten Muhammad (s) wurde ein Mädchen einem Jungen gleichwertig eingestuft. Der Prophet verurteilte Männer, die ihre Frauen schlecht behandelten, und zeigte durch sein eigenes Beispiel, wie man in der Ehe gerecht und liebevoll mit seiner Frau umgehen soll. Er betonte, dass die Frau vor Gott die gleiche Stellung hat wie der Mann und dass Frauen und Männer sich ergänzen.

18. Wie verhielt sich Muhammad (s) gegenüber Angehörigen anderer Religionen?

Der Auftrag, den der Prophet Muhammad (s) erhalten hatte, war gegenüber allen seinen Mitmenschen gleich, ob es sich nun um Juden, Christen oder Götzendiener handelte, nämlich die Übermittlung der Botschaft Gottes. Er sprach mit seinen Gesprächspartnern ihren Glaubensvorstellungen entsprechend über seinen Auftrag und rief sie dazu auf, sich dem Willen Gottes zu ergeben. Dabei zeigte er seinem Gegenüber großen Respekt und menschliche Nähe und ertrug auch persönliche Beleidigungen und Verfolgung mit Geduld.

Er lehrte seinen Anhängern, dass zu den Christen und Juden eine besondere Nähe besteht und dass die Menschen die freie Wahl haben, den Glauben an Gott zu bestätigen oder abzulehnen und dass Muslime ihre Mitmenschen mit Güte behandeln sollen. Er betonte zudem, dass eine gerechte Behandlung aller Menschen eine unabdingbare Voraussetzung für eine islamische Lebensweise sei.

19. Was bedeutet es, der Lehre Muhammad (s) und seinem Beispiel im 21. Jahrhundert zu folgen?

Der Mensch kann sich Gott nicht als Vorbild nehmen, da er Ihm nicht wesensgleich ist. Daher muss er, um ein gottgefälliges Leben führen zu können, ein Vorbild haben, nach dem er sich richten kann. Der Prophet Muhammad (s) wird mit seiner Persönlichkeit von Gott dem Menschen selbst als Lebensmodell präsentiert (Koran 33:21; 68:4), da er seine Charakterschulung und Erziehung durch seinen Herrn genoss. Das Vorbild Muhammads (s) ist jedoch nicht nur in seinem menschlichen Leben und seinen persönlichen Vorzügen, sondern vor allem in seinem Weg, den Handlungen und Aussagen, die zu Gottes Zufriedenheit führten, zu suchen.

20. Gibt es Aussagen von Muhammad (s) über die Bewahrung der Schöpfung?

Der Koran erwähnt, dass der Prophet Muhammad (s) als „eine Barmherzigkeit für alle Welten“, d.h. für die ganze Schöpfung, gesandt wurde. Es ist deswegen nicht verwunderlich, dass nicht nur Aussagen und Empfehlungen bezüglich der Menschen von ihm überliefert sind. Er gab auch Anweisung und Ratschläge über die gute und milde Behandlung von Tieren und den behutsamen Umgang mit der Umwelt. Er erzählte Gleichnisse, die aufzeigten, dass, wer Tiere gut behandelt von Gott belohnt, und wer sie quält von ihrem Schöpfer dafür bestraft werden wird. Er lehrte seine Anhänger, Ressourcen wie Wasser nicht zu verschwenden und einen positiven Beitrag zur Umwelt zu leisten indem sie z.B. Bäume pflanzen sollten.

21. Wie sicher sind das Leben und die Aussprüche Muhammads (s) überliefert?

g>Schon zu Lebzeiten Muhammads (s) gab es bestimmte Personen, denen es erlaubt war, neben dem Koran auch die Aussagen des Propheten Muhammad (s) aufzuschreiben. Daneben gab es manche Gefährten Muhammads (s), die ihn stets begleiteten und sich seine Aussprüche merkten und sie dann anderen weitererzählten. Bei der Weitergabe wurde genau darauf geachtet, dass die Aussagen wortgetreu übermittelt wurden, und man zählte bei der weiteren Überlieferung die ganze Kette aller Überlieferer auf. So wurde sichergestellt, dass der übermittelte Ausspruch des Propheten (s) in seiner Echtheit überprüfbar blieb. Schon in der Mitte des 8. Jahrhunderts (ca. 100 Jahre nach dem Tode des Propheten), und auch später, wurden die Überlieferungen von muslimischen Gelehrten gesichtet, gesammelt und kategorisiert. Seit dieser Zeit gibt es viele schriftliche Zusammenstellungen der Überlieferungen des Propheten Muhammad (s).

22. Hat Muhammad (s) nicht einfach die Lehre der Christen und Juden übernommen und umformuliert?

Die Behauptung, dass Muhammad (s) durch den Kontakt mit Juden und Christen, den christlichen und jüdischen Glauben kennen gelernt habe und so seine „neue” Religion formulierte, ist meist in der Literatur christlicher Missionare oder Orientalisten zu finden. Diese Aussagen gründen nicht auf Fakten und finden in der Lebensbiographie des Propheten Muhammad (s) keine Bestätigung. Da Muhammad (s) selbst unbelesen war, hätte er die Schriften der Christen und Juden überhaupt nicht studieren und somit auch nicht von ihnen abschreiben können. Desgleichen gibt sein Umfeld, das den Götzenkult praktizierte, keinen Anhaltspunkt dafür, dass er intensiven Kontakte zu ihnen hatte. Auch die Tatsache, dass viele Juden und Christen nach einer Begegnung mit Muhammad (s) den Islam annahmen, widerspricht dieser Theorie, weil diese als erste die Übernahme und Verfälschung ihrer Lehre bemerkt hätten. Parallelen zwischen der biblischen Lehre und dem islamischen Glauben lassen sich eher dadurch erklären, dass die Offenbarungen der Christen und Juden im Grunde auf die gleiche Quelle wie die des Koran, nämlich auf den Einen Gott, zurückzuführen sind.

23. Was hat der Prophet Muhammad (s) über Jesus (a.s.) gesagt?

Muhammad (s) war ein Nachfolger Jesu und bezeichnete ihn als „seinen Bruder“. Als er mit Christen über Jesus (a.s.) sprach, betonte er stets den Sachverhalt, dass Jesus (a.s.) nicht Gott oder Gottes Sohn ist. Der Prophet Muhammad (s) berichtete, dass er in einem Traum Jesus gesehen habe und beschreibt ihn wie folgt: „Als ich nachts bei der Kaaba schlief, sah ich im Traum einen Mann mit lohfarbener Haut, so schön, wie man einen Mann mit lohfarbener Haut sehen kann. Sein gelocktes Haar fiel bis zwischen seine Schultern, vom Kopfhaar des Mannes tropfte Wasser, und er hatte seine Hände auf die Schultern zweier Männer gelegt und umschritt das Heilige Haus, und ich fragte: ‚Wer ist das?‘ und sie sagten: ‚Das ist Isa (Jesus), Sohn der Maryam (Maria)‘“ (überlief. bei Buhari, IV, 649 in „Der Islam und Jesus“, A. v. Denffer, München 1995, S. 43ff)

Der Prophet erklärte einmal: "Wer bezeugt, dass kein Gott da ist außer Allah, Der keinen Teilhaber hat, und dass Muhammad Sein Diener und Gesandter ist, und dass Isa (Jesus) der Diener Allahs und Sein Gesandter und Sein Wort ist, das Er Maryam (Maria) entboten hat und von Seinem Geist, und (bezeugt), dass das Paradies wahr ist und das Höllenfeuer wahr ist, den lässt Allah ins Paradies eingehen um dessentwillen, was er (im Diesseits) getan hat." (Buhari).

24. Hat Muhammad (s) die gleiche Stellung im Islam wie Jesus (a.s) im Christentum?

Islam ist nicht eine Religion, die Muhammad (s) begründet hat. Islam (auf Arabisch heißt Islam etwa „Hingabe [zu Gott]“) ist die Lebensweise, die alle Gesandten und Propheten Gottes samt Jesus (a.s.) gepredigt und gelebt haben und somit die ewige Urreligion. Aus diesem Grund ist Muhammad (s) der Verkünder des „Islam“ in seiner endgültigen Form und er ist der abschließende Gesandte Allahs.

Muslime lieben Muhammad (s), weil er der Gesandte Gottes ist, folgen ihm, weil er ein Leben in völliger Gottergebenheit verbracht hat und verehren ihn, weil er der auserwählte Prophet ist. Aber sie erhöhen ihn nicht auf die Stufe Gottes und betrachten ihn nicht als einen Mittler zwischen Gott und den Menschen. Denn der Prophet (s) sagte selbst zu seinen Gefährten: „Erhöht mich nicht wie die Christen Jesus erhöht haben. Ich bin der Knecht Allahs. Sagt: “Er ist der Diener und Gesandte Allahs“ (Ahmad, Bd. I, S.24).

 

Hz.Fatima

Vater: Prophet Muhammad (ص)
Mutter: Khadija-tul-Kubra (ع)
Ehemann: Imam Ali bin Abi Talib (ع)
Kinder: Hassan (ع), Hussein (ع), Zainab (ع) und Kaltham (ع)
Geburtsdatum: 20 Jamadi II 8 v.d.H.
Namen: Sadiqah (Glaubwürdige), Mubarakah, Tahirah (Reine), Zakiyyah, Radiyah, Mardiyyah, Muhaddisah, Zahra’

Vor der Zeugung Fatimas (ع) war Prophet Muhammad (ص) vierzig Tage und Nächte von seiner Frau Khadijah (ع) getrennt. In der Zeit beschäftigte er sich mit Gottesdienst und aß Früchte aus dem Paradies.

Allah schickte Khadijah (ع) vier Frauen, die ihr bei der Geburt Fatimas halfen:

  • Sara, die Frau Prophet Ibrahims (ص)

  • Asiyah, die Frau Pharaos

  • Mariam, die Mutter Prophet Jesus’ (ع)

  • und Kaltham, die Schwester Prophet Musa (ع)

Fatima erblickte am 20. Jamadi II acht Jahre nach der Hijra das Licht der Welt und war Teil der ersten islamischen Familie.

Fatima Zahra (ع) wuchs unter der Obhut ihres Vaters auf, übernahm von ihm seine Weisheiten und verinnerlichte den Quran. Sie war berühmt für ihre außerordentliche Liebe zu ihrem Vater und zum Heiligen Quran.

 

Aischa fragte einmal den Propheten: "Du liebst deine Tochter so sehr, dass wenn sie kommt, du sofort aufspringst um ihre Hand zu küssen und du sie direkt neben dir sitzen lässt. Warum?“

 

Er antwortete ihr: “Wenn du wüsstest, warum ich sie so sehr liebe, dann tätest du das auch.“

Er sagte immer, dass Fatima az-Zahra’ ein Teil von ihm sei und wer sie verärgert, der verärgert ihn und wer sie erfreut, der erfreut ihn.

Als ihre Mutter starb war sie gerade erst 6 Jahre alt. Dennoch übernahm sie alle Aufgaben im Haus, kümmerte sich rührend um ihren Vater, wenn er z.B. wieder einmal geschunden und verletzt nach Hause kam, wusch sie ihm seine Wunden, verband sie und munterte ihn auf.

 

Im selben Jahr emigrierte sie nach Medina. Prophet Muhammad (ص) heiratete u.a. Umm Salamah, die für die Erziehung Fatimas zuständig war.

 

Zuerst hielt Abu Bakr um Fatimas Hand an, dann Umar. Beide bekamen eine Abweisung vom Propheten. Auch Abdul Rahman und Uthman wollten Fatima heiraten und versprachen eine riesige Morgengabe. Auch mit ihnen war der Prophet nicht einverstanden. Allah subhanahu wa taala ließ ihn wissen, dass er das Licht nur mit dem Licht verheiraten sollte; und dies hieß: Fatima az-Zahra (ع) mit Ali (ع).

Ali (ع) bat um ihre Hand an und bekam vom Propheten und seiner Tochter die Zustimmung. Er hatte wenig Geld und besaß zu dem Zeitpunkt ein Schwert, ein Kamel und ein Kettenhemd. Da er weder auf sein Schwert, noch auf sein Kamel verzichten konnte, sagte ihm der Prophet, er solle sein Kettenhemd für die Morgengabe verwenden.

 

In der himmlischen Welt, sowie auf der Erde fand eine Vermählungszeremonie statt. Der Prophet (ص) wies die Frauen an, ein Freudenfest vorzubereiten.

 

Datum der Vermählung: 1. oder 6. Dhul Hijja 2 oder 3 n.d.H.

 

Morgengabe Fatimas (ع):

  1. Kettenhemd (400, 480 oder 500 Drahmin)

  2. ein Gewand aus jemenitischen Kattun

  3. ein ungegerbtes Schafsfell

Imam Ali (ع) verkaufte das Kettenhemd und gab dem Propheten (ص) den Erlös. Er (ص) beauftragte Abu Bakr, Salman al-Farsi und Bilal die notwendigsten Haushaltsgegenstände für Fatima az-Zahra’ zu kaufen. Asma kaufte ihr das Duftwasser.

Den Rest des Geldes gab er Umm Salamah, um es aufzubewahren.

Fatima blieb nach der Heirat einen Monat im Elterhaus. Nach der Hochzeitsfeier und dem Hochzeitsmahl geleiteten die Frauen az-Zahra’ zu ihrem Haus, wo Ali auf sie wartete. Der Prophet besprengte sie mit Wasser und bat sie darum den Wudu’ zu machen und den Mund auszuspülen. Später verließen alle das Haus, außer Asma, die Khadijah versprochen hatte, in Fatimas Hochzeitsnacht ihre Vertraute zu sein.

Am nächsten Morgen besuchte Prophet Muhammad Ali und Fatima und fragte sie nach ihrer Zufriedenheit. Später ließ er sie in seiner Nähe wohnen.

 

Fatima az-Zahra’ (ع) ist die perfekte Vorbildsfunktion für Gattinnen und Mütter. Sie ist die Lehrerin der Muslimat.

Das einzige Haus frei von Sünde und Fehl, war das Haus Ali und Fatimas.

Fatima war eine sehr gute Hausfrau. Da die Arbeit sie sehr erschöpfte, bat Ali eines Tages den Propheten ihr eine Haushilfe zu besorgen. Stattdessen sagte Prophet Muhammad zu seiner Tochter, sie solle 33 mal Subhanallah, 33 mal Alhamdulillah und 34 mal Allahu akbar sagen, um die Dinge des irdischen Lebens bewältigen zu können, als auch im jenseitigen Leben erfolgreich dazustehen.

Die Ehe Ali und Fatimas, der Friede Allahs sei mit ihnen, war geprägt von Liebe, Ermutigung, Verständnis, Treue, Zärtlichkeit, Umsicht und Zuneigung. Sie lebten immer in äußerster Bescheidenheit. Halfen einander und respektierten sich sogar so sehr, dass sie sich nie mit Vornamen ansprachen, sondern nur mit „Tochter des Propheten“ und „Amir al Mu'menin“.

Im 3. Jahr der Hidschra gebar sie ihren ersten Sohn; Imam Hassan (ع), danach Imam Hussein (ع), und dann die beiden Mädchen Zeinab und Um Kulthum. Der Prophet (ص) liebte seine Enkelkinder so sehr, dass er niemals von ihnen getrennt sein wollte.

Fatima az-Zahra’ (ع) ist die Quelle der Nachkommenschaft des Propheten. Ihre außergewöhnlich edelmütigen und hochgebildeten Söhne und Töchter geben Aufschluss über die hervorragende Gesinnung und Klugheit Fatimas. Ihr Haus war eine sog. Bildungsstätte bzw. Schule für ihre Kinder.

 

Das Erziehungsprogramm Ali und Fatimas bestand aus:

  1. Freundlichkeit und Güte

  2. Persönlichkeitsbildung

  3. Gottgläubigkeit und Taqwa

  4. die Rechte der anderen sind zu respektieren

  5. Spiel und Sport

Mit 18 Jahren verließ Prophet Muhammad sie und verriet ihr, dass sie die nächste sei, die ihn ins Paradies folgen werde.

In der Zeit litt sie sehr. Zum einen weil man ihrem Mann Imam Ali (ع) das Kalifat vorenthielt und weil Abu Bakr ihr Fadak nahm, das Land, das der Prophet Muhammad ihr hinterlassen hat. Abu Bakr behauptete, Propheten vererbten nichts, was im Widerspruch zum Quran steht. Fatima schwor ihm, dass ihr Vater ihr das Land vererbte, was Ali und Umm Salamah bezeugten. Sie kämpfte weiter um ihr Recht, das Abu Bakr und Umar ihr vorenthielten, jedoch ohne Erfolg. Sie beschloss kein einziges Wort mehr mit ihnen zu reden. Als beide sie besuchten, schwor sie ihnen, dass sie ihnen niemals für das Unrecht, das sie ihr und ihrem Mann angetan haben, verzeihen wird. Das war auch der Grund, warum sie sich heimlich an einem unbekannten Ort begraben ließ.

 

Sie erkrankte durch den Kummer und die Fehlgeburt, die sie erlitt.

 

Ihr Testament:

  • Imam Ali (ع) solle Amamah heiraten, die Tochter ihrer Schwester

  • eine Nacht solle er mit ihr verbringen und eine Nacht bei den Kindern

  • sie bat ihn darum, ihren Körper in der Nacht in einer Totenbahre zum Grab zu tragen, damit niemand sie sieht und Abu Bakr nichts davon mitbekommt

Asma bint Amays pflegte Fatima az-Zahra (ع) vor ihrer Schahadah.

 

Tag der Schahadah: 3. Jamadi II 10 oder 11 Jahre n.d.H.

 

Die Heirat von Imam Ali (ع) und Fatima (ع)

 

Als Fatima Zahra (ع) neun Jahre alt wurde, war sie eine ausgewachsene Frau, welche eine intellektuelle Reife mit Anstand und Benehmen genießte. Allah beschmückte sie mit einer großartigen Mentalität und Klugheit, zusammen mit Schönheit und Erlesenheit. Ihre Talente waren zahlreich und ihre geerbten und erworbenen edlen Charaktereigenschaft übertreffen jene von anderen Frauen und Männern.

Fatimas religiöses Empfinden und literarisches Wissen waren unbegrenzt. Man wird zum Ergebnis kommen, dass sie die wissendste und ehrenhafteste Frau in der Welt war. Tatsächlich bezeugt die Geschichte keine andere Frau, welche solch ein hohes Level an Bildung, Wissen und soziale Gunst wie Fatima es erreichte.

Aus diesem Grund ist es nicht merkwürdig, dass berühmte Gefährten des Propheten (ص) um ihre Hand anhielten, aber er (ص) lehnte ihre Anträge ab, indem er sagte: "Ihre Angelegenheit ist ihrem Herrn überlassen, wann immer Er will, wird sie heiraten."

Shu'aib Ibn Saab al-Misri sagte folgendes in Ar-Rawd al-Faeq: "Die Häupter der Muhajirin und Ansar hielten um ihre Hand an, aber der Prophet (ص) lehnte sie ab und sagte: „Ich warte auf Allahs Anordnung in dieser Angelegenheit."

Die abgelehnten Heiratsanträge von Abu Bakr und Umar


 

Abu Bakr und Umar waren unter jenen, die um die Hand von Fatima (ع) anhielten, aber der Prophet (ص) lehnte sie ebenfalls ab. AbdurRahman Ibn Awf hielt ebenso um ihre Hand an, aber der Prophet (ص) ignorierte ihn.

Ali Ibn Muragi berichtet in seinem Buch Kanz al-Umal Band 2 Seite 99, dass Anas Ibn Malik sagte: "Abu Bakr kam um den Propheten (ص) zu sehen. Nach dem er sich setzte, sagte er: "O Gesandter Allahs, du weißt sicherlich über meine Hingabe und den langen Dienst, den ich dem Islam erweise.." Der Prophet (ص) sagte daraufhin: "Was ist es, was du willst?" Abu Bakr sagte dann: "Ich möchte, dass du mir Fatima zur Ehe gibst." Als der Prophet (ص) das hörte, schwieg er und sagte nichts, so dass Abu Bakr zu Umar zurückkehrte und sagte: "Ich habe mich selbst und andere ruiniert!"

Umar fragte: "Was ist passiert?" Abu Bakr antwortete: "Ich hielt um Fatimas Hand an beim Propheten, aber er ignorierte mich." Umar sagte: "Warte du hier, und ich werde zum Propheten gehen und ihn um die gleiche Sache bitten, wie du."

 

Umar ging zum Propheten und nachdem er sich setzte sagte er: "O Gesandter Allahs, du weißt sicherlich über meine Hingabe und den langen Dienst, den ich dem Islam erweise.." Der Prophet (ص) fragte: "Was ist es, das du willst?" Umar antwortete: "Ich möchte, dass du mir Fatima zur Ehe gibst." Aber der Prophet (ص) ignorierte ihn ebenfalls. Umar kehrte zurück zu Abu Bakr und sagte: "Er wartet auf Allah's Anordnung in dieser Angelegenheit."

 

Al-Haithami berichtet ebenfalls in seinem Buch Majma Az-Zawa'ed, dass Abu Bakr und Umar ihre Töchter zum Propheten (ص) sandten, um darum zu bitten, Fatima (ع) mit ihnen zu verehelichen; aber als die Töchter erwähnten, weshalb sie kamen, sagte der Prophet (ص): "Nein! Nicht, solange mir Allahs Befehl in dieser Hinsicht nicht offenbart wurde."

Wahrscheinlich vermied der Prophet (ص) es Abu Bakr und Umar offen zu sagen, dass er auf den geeigneten Mann für Fatima (ع) wartet, um ihnen nicht offen zu sagen, dass sie nicht geeignet für sie waren, und dass seine Tochter über ihre Stellung ist.

Imam Ali (ع) stand im Haus von Saad ibn Ma'adh bis er nach Medina einwaderte. Eines Tages, während Imam Ali (ع) in einem der Gärten Madinas war, kam Saad zu ihm und sagte: "Was hindert dich daran um Fatimas Hand anzuhalten, als ihr Cousin?" Es wird ebenfals in Kanz al-Umal berichtet, dass Umar zu Imam Ali (ع) kam und sagte: "Was hindert dich daran Fatima zu heiraten?" Imam Ali (ع) antwortete: "Ich befürchte, dass der Prophet (ص) sie mir nicht zur Ehe geben wird." Umar sagte: "Wenn er sie nicht dir zur Heirat gibt, wen soll sie dann heiraten? Du bist derjenige, der Allah am nähesten steht von Allahs Geschöpfen..."

Tatsächlich hat Imam Ali (ع) seinen Wunsch Fatima (ع) zu heiraten aus zwei Gründen nie erwähnt: zum einen aufgrund seiner Schüchternheit, dass vor dem Propheten (ص) zu machen und zum anderen aufgrund seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage. Imam Ali (ع) besaß nichts von den Gütern dieser Welt, nicht mal ein Haus oder ein Stück Land! So wie sollte er verheiratet werden? Und wo würde er mit seiner Frau leben? Vor allem, da Fatima (ع) nicht die Art Frau ist, die man vernachlässigen oder herabblicken kann.

Imam Ali's Heiratsantrag



Schließlich sprach Imam Ali (ع) den Propheten (ص) an, und hielt um die Hand von Fatima an. Der Prophet (ص), der absolute Führerschaft über alle Muslime hat, einschließlich seiner Tochter, würde niemals sein Einverständnis zur Heirat ohne Fatimas Erlaubnis geben. Der Prophet (ص) antwortete dann Imam Ali (ع): "Ah, viele haben vor dir um ihre Hand angehalten, und sie hat sie (alle) abgelehnt, ihre Ablehnung sie zu heiraten, war klar in ihrem Gesicht zu sehen. Nun warte, bis ich dir (ihre) Antwort bringe."

Der Prophet (ص) verließ Imam Ali und informierte seine Tochter darüber, dass Imam Ali (ع) sie gerne heiraten möchte. Fatima (ع) musste nicht über Imam Alis Arbeit, Alter und andere Dinge fragen, denn sie war wissend über seine Eigenschaften, seinen exzellenten Charakter und sein Dienen des Islams. Aus diesem Grund sagte der Prophet lediglich zu ihr: "Fatima, du kennst Ali ibn Abi Talibs Verhältnis zu uns, seine Hingabe und seinen Glauben. Ich bat Allah darum den besten und beliebtesten seiner Geschöpfe mit dir zu verheiraten und Ali hat seinen Wunsch dich zu heiraten geäußert, was sagst du dazu?"

Fatima (ع) antwortete nicht, noch zeigte sie ein Anzeichen der Ablehnung, so dass er aufstand und sagte: "Allahu Akbar! Allah ist größer! Ihr Schweigen ist ein Einverständnis." Der Prophet (ص) betrachtete Fatima's Schweigen als ein Zeichen des Einverständnisses, denn ein schüchternes, unberührtes Mädchen verkündet ihr Einverständnis nicht so offen. Ja, Ablehnung kann offen gezeigt werden, aber Schüchternheit hindert ein Mädchen daran, ihren Wunsch offen zu äußern einen Mann zu heiraten.

Der Prophet (ص) ging zurück zum wartenden Imam Ali und informierte ihn über Fatimas Einverständnis. Er fragte ihn ebenso über seine Bereitschaft die notwendigen Erfordernisse für die Heirat zu erfüllen, denn es ist nötig, dass es eine Brautgabe gibt. Der Prophet (ص) sagte zu Imam Ali (ع): "Besitzt du irgendwas, dass du Fatima als Brautgabe geben kannst?" Imam Ali (ع) antwortete: "Mögen meine Eltern für dich geopfert werden, bei Allah es gibt keine meiner Angelegenheiten die vor dir verborgen sind, ich besitze ein Schwert, ein Kettenhemd und ein Kamel, dass ich für die Bewässerung benutze." Der Prophet hörte Imam Ali (ع) zu und sagte: "O Ali, du kannst nicht ohne dein Schwert, denn du musst dich selbst damit vor den Feinden Allahs beschützen. Was dein Kamel betrifft, so brauchst du es zur Bewässerung der Palmen und Unterstützung deiner Familie, und du brauchst es, um damit reisen zu können. Aber ich akzeptiere dein Kettenhemd als Brautgabe, so verkaufe es und bringe mir das Geld."

Der Fürst der Gläubigen (ع) verkaufte sein Schild für 480 oder 500 Dirham und brachte dem Propheten (ص) das Geld. Beide waren mit dem Geld einverstanden. Der Prophet (ص) gab seine Tochter für solch eine niedrige Brautgabe zur Ehe, um den jungen Muslimas zu zeigen, dass sie sich nicht von der Ehe enthalten sollten, nur aufgrund einer niedrigen Brautgabe. Allah (swt) gab ihm (Imam Ali) Fatima zur Ehe, bevor der Prophet (ص) das tat. Das ist nicht unnormal, denn Allah gab viel niedrigeren Frauen als Fatima, dem Propheten zur Ehe, wie z.B. Zainab bin Jahsh, wie es im Quran in der Sure 33 Vers 50 heißt.

 

Das Ehe Gelöbnis



"Ali! Eile dich gehe zur Moschee. Ich werde nachkommen, damit dort in Anwesenheit der Muslime euer Ehegelöbnis stattfinden kann." Ali (ع) erhob sich und eilte zur Moschee. Unterwegs begegnete ihm Umar und Abu Bakr, die er über die frohe Botschaft in Kenntnis setzte. Auch der Prophet erreichte inzwischen freudig bewegt die Moschee. Er wies Bilal an: "Rufe die Muhajiran und Ansar zur Moschee!"

Als sich kurz darauf die Muslime eingefunden hatten, bestieg er die Minbar. Er lobte und pries Gott und sprach: "Leute! Wisset, dass Gabriel zu mir herniederkam und mir die Botschaft von Gott überbrachte, das in der himmlischen Welt die Vermählungszeremonie zur Eheschließung zwischen Ali und Fatima vollzogen wurde. Er wies mich an diese Zeremonie auf Erden ebenfalls zu vollziehen und euch dazu als Trauzeugen einzuladen.

Nach diesen Worten setzte sich der Prophet zu den Muslimen und gebot Ali (ع).: "Stehe nun auf und sprich das Ehegelöbnis!" Ali (ع) erhob sich und sprach: "Ich danke und preise Gott für all das Gute, dass Er mir gewährt und bezeuge, dass es außer ihm keine Gottheit gibt! Leute! Gott hält es für geziemend, dass wir heiraten und fordert uns dazu auf. Gott bestimmte, dass Fatima und ich einander heiraten. Der Gesandte Gottes hat Fatima mit mir vermählt und mein Kettenhemd als Morgengabe für sie akzeptiert. Fragt ihn und seid Zeuge!"

Die Muslime fragten: "Oh Gesandter Gottes! Hast du Fatima mit Ali vermählt?" Der Prophet antwortete: "Ja, Leute!“ Daraufhin erhoben sich alle zum Dua und sprachen: "Gott segne eure Ehe und schenke euch Freundschaft und Liebe füreinander!"

Anschließend, nach dieser Vermählungszeremonie kehrte der Prophet heim. Er wies die Frauen an ein Freudenfest vorzubereiten. Das Ehegelöbnis fand am ersten oder sechsten Tag des Monats Dhul Hijjah, im Jahre zwei oder drei nach der Hijra statt.

 

Fatima's (ع) Brautgabe



Der Prophet (ص) wies Ali (ع) an das Kettenhemd zu verkaufen, um mit dem Erlös die Brautgabe für Fatima (ع) beschaffen zu können. In den Überlieferungen werden als Verkaufspreis die Beträge 400, 480 und 500 Dirham genannt. Ali ibn abi Talib (ع) überreichte dem Propheten den Erlös. Dieser rief Abu Bakr, Salman al-Farsi und Bilal zu sich, händigte ihnen einen Teil des Geldes und beauftragte sie damit die notwendigsten Haushaltsgegenstände für Fatima (ع) zu kaufen. Ein wenig Geld gab er Asma mit der Bitte Duftwasser für seine Tochter zu besorgen. Den Rest des Erlöses vertraute er Umm Salamah an.

Abu Bakr berichtete: Als ich das Geld, das mir der Prophet gegeben hatte zählte, sah ich das es genau 63 Dirham waren, womit ich folgende Dinge beschaffte:

  • Ein weißes Kleid

  • Ein großes Kopftuch

  • Ein schwarzes Kheibar Handtuch

  • Eine Matte, geflochten aus Dattelpalmrinde

  • Zwei Matratzen, eine mit Schafswolle gefüllt, die andere mit Dattelpalmenfasern

  • Vier Ziegenfellkissen, gefüllt mit Adhar kraut

  • Eine Bastmatte

  • Eine Handmühle

  • Eine Messingschale

  • Einen Lederbeutel, um Wasser damit zu befördern

  • Eine Schüssel, um Wäsche darin zu waschen

  • Eine Milchschale

  • Ein Gefäß, um aus ihm Wasser zu trinken

  • Einen wollenen Vorhang

  • Eine Wasserkanne, um sich nach erfolgter Toilettenbenutzung damit abzuspülen

  • Einen einfachen Krug aus ungebranntem Ton

  • Einen Aba

Als dem Propheten die Brautgabe Fatimas gebracht wurde, traten ihm Tränen in die Augen, während er sie betrachtete. Er sprach zum Himmel empor: "Oh Gott! Segne ihre Ehe, deren Hausstand überwiegend aus einfachem, ungebrannten Ton besteht."

 

Er möchte Fatima, seine Braut zu sich holen



Imam Ali (ع) berichtete: Etwa einen Monat lang genierte ich mich mit dem Propheten über Fatima (ع) zu sprechen. Er aber erwähnte bisweilen, wenn wir alleine waren: "Na, Ali bist du zufrieden? Ich habe dich mit der besten der Frauen vermählt."

Eines Tages kam mein Bruder Aqil zu mir und sagte: "Bruder, ich freue mich über deine Heirat. Warum aber sagst du dem Propheten nicht, dass du Fatima nun zu dir holen möchtest?" Ich antwortete: "Sehr gern würde ich das tun, aber ich schäme mich, mit dem Propheten darüber zu sprechen." Aqil entgegnete: "Bei Gott! Komm, wir wollen auf der Stelle zu ihm gehen."

So gingen Ali (ع). und Aqil zum Hause des Propheten (ص). Unterwegs begegnete ihnen Ummu Ayman. Sie teilten ihr ihr Vorhaben mit. Ummu Ayman sprach: "Lasst mich mit dem Propheten reden, da in solchen Angelegenheiten die Worte einer Frau wirksamer sind." Alle, Ummu Ayman und die anderen Frauen erfuhren davon und machten sich auf den Weg zum Hause des Propheten. Sie sagten: "Oh Gesandter Gottes! Wir kommen in einer Angelegenheit, die wenn Khadija, noch unter uns wäre, sie sehr erfreuen würde."

Als sie den Namen Khadijas nannten, wurden seine Augen feucht. Er sprach: "Khadija, oh Khadija! Wo wäre jemand wie Khadija zu finden?! Als mich die Leute mieden und alles dementierten, was ich sagte unterstützte und ermutigte sie mich. Sie gab ihren gesamten Besitz auf dem Wege Gottes hin, zur Verbreitung seiner Religion. Khadija war jene Frau, über die Gott sagt und mir gebot ihr das auszurichten - dass er ihr im Paradies ein Schloss aus Smaragden habe errichten lassen."

Ummu Salamah bestätigte: "Ja, dass was du über Khadija sagst ist wahr. Gott möge uns an ihrer Seite zu sich rufen. Doch oh Gesandter Gottes, Ali (ع). möchte seine Frau zu sich holen." Der Prophet (ص) sagte: "Warum spricht er dann selbst nicht darüber?" Sie antwortete: "Er schämt sich." Daraufhin sagte der Prophet: "Bringt Ali zu mir!"

 

Als Imam Ali (ع) zu ihm trat sprach der Prophet (ص): "Oh Ali, möchtest du deine Frau zu dir holen?" Imam Ali (ع) sagte: "Ja gern!" So sagte der Prophet (ص): "Gotte möge seinen Segen dazu geben. Heute oder morgen Abend werde ich alles zu eurer Hochzeit vorbereiten." Die Frauen wies er an: "Schmückt Fatima zu ihrer Hochzeit, besprüht sie mit Duftwasser und richtet einen Raum her, in dem die Hochzeit stattfinden kann."

 

Hochzeitsmahl



Der Prophet (ص) sagte zu Imam Ali (ع), dass zu einer Hochzeit ein Gastmahl gehöre. Saad, der die Worte des Gesandten hörte meinte: "Ich werde zur Hochzeit ein Schaf schlachten lassen." Auch die anderen Freunde des Propheten gaben zu dem Gastmahl, was ihnen erschwinglich war. Hadrat Mohammed (ص) sagte zu Bilal: "Bring das Schaf her." Dann zu Ali: "Schlachte es!"

Daraufhin gab er ihm 110 Drachmin und sprach: "Kaufe damit Bratöl, Datteln, Kaschk!" Alles wurde beschafft, auch Brot. Mohammed (ص) wies Ali (ع) an: "Lade nun zu eurem Gastmahl ein, wen du möchtest."

Ali ibn Abi Talib (ع) lud viele der Muslime zu dem Hochzeitsessen, das aus Fleisch, Brot, Datteln und Kaschk bestand, ein. Da viele Gäste kamen, doch nicht alle gemeinsam im Haus bewirtet werden konnten, setzten sie sich gruppenweise jeweils zehn Personen, um das Esstuch herum und aßen. Der Prophet (ص) bewirtete sie persönlich. Zu den Hochzeitsgästen gehörten Hamzah und Abbas, die Onkel Hadrat Muhammad (ص) und Alis (ع). Wie auch der Bruder Imam Alis (ع) Aqil.

Nun, auf diese Art und Weise, das heißt, indem sie gruppenweise bewirtet wurden, konnten viele Gäste gesättigt werden. Dann, nachdem alle gespeist hatten, lies der Prophet das übriggebliebene zu den Häusern der Bedürftigen tragen. Auch für Ali (ع) und Fatima (ع) stellte er ein Gericht beiseite.

 

Hin zum Hochzeitsgemach



Die Frauen schmückten Fatima (ع) und besprühten sie mit Duftwasser. Daraufhin rief der Prophet (ص) Ali (ع) zu sich und ließ ihn zu seiner rechten, Fatima zu seiner linken niedersitzen. Er drückte beide an sich und küsste ihre Stirn. Dann nahm er die Hand der jungen Braut und legte sie in die Hand des Bräutigams. Zu Ali (ع) sprach er: Fatima ist eine gute Gattin! Und zu Fatima: Ali ist ein guter Gatte!

Nun wandte er sich an die Frauen und gebot: "Begleitet das Brautpaar zum Hochzeitsgemach und lasst Freude und Frohsinn dabei walten. Doch tut oder sagt nichts, was Gott missfällt."

Die Frauen begleiteten Fatima und Ali (ع) jubelnd zum Hochzeitsgemach. Der Prophet folgte ihnen. Als er den Raum betreten hatte, ließ er eine Schale Wasser bringen. Er betröpfelte Fatima mit ein wenig Wasser und gebot ihr, mit dem übrigen Wudhu zu vollziehen und den Mund auszuspülen. Danach ließ er eine weitere Schale Wasser bringen, betröpfelte Ali damit und wies auch ihn an Wudhu zu machen und den Mund auszuspülen. Als das geschehen war, küsste er beide, hob die Hand zum Dua empor und sprach: "Oh Gott! Segne diese Heirat und lass eine gute reine Nachkommenschaft aus diesem jungen Brautpaar hervorgehen."

Er wollte den Raum verlassen, doch Fatima hielt ihn an seinem Gewand zurück und begann zu weinen. Er sprach: "Mein Kind! Ich habe dich mit dem besten, gebildesten und gütigsten Mann vermählt." Mit diesen Worten schritt er auf die Tür des Gemachs zu, erfasste mit beiden Händen den Rahman und sagte: "Gott möge euch und eure Nachkommen rein und edel erhalten. Ich bin Freund eurer Freunde und Feind eurer Feinde. Nun aber verabschiede ich mich von euch und vertraue euch Gott an!"

Er ging, schloss die Tür hinter sich zu und sprach zu den Frauen: "Geht nun in eure Häuser, niemand soll das Brautpaar stören." Sie entfernten sich. Als auch der Prophet gehen wollte sah er, dass eine der Frauen geblieben war. Er fragte: "Wer bist du? Hast du nicht gehört, dass ich sagte, alle haben nun fortzugehen?"

Sie sagte: "Ich bin Asma. Ihr sagtet verlasst nun dieses Haus! Mich aber betrifft diese Anordnung nicht, denn ich stand Khadija, als sie starb bei. Als ich sah, dass sie weinte fragte ich: "Warum weinst du Khadija? Du, die doch die beste aller Frauen bist und die Gattin des Propheten? Obwohl dir doch das Paradies verheißen ward?" Khadija antwortete: "Ich weine, weil ich weiß, dass ein jedes Mädchen in der Hochzeitsnacht einer Frau bedarf, der es sich anvertrauen kann und die ihm behilflich ist, wenn es etwas benötigt. Ich scheide nun aus dieser Welt, aber ich bin besorgt, dass Fatima in der Hochzeitsnacht keine Vertraute im Hause hat." Ich antwortete ihr: "Wenn ich an jenem Abend noch leben sollte, so werde ich, das verspreche ich dir, in ihrer Nähe bleiben und wie eine Mutter für sie sorgen."

Als der Prophet den Namen „Khadija“ hörte, traten ihm unwillkürlich Tränen in die Augen. Er sprach: "Oh Asma, bist du deswegen geblieben?" Sie sagte: "Ja!" So sagte der Prophet (ص): "So handle gemäß deinem Versprechen."

 

 

Imam Ali (ع)
von Hessam K.

 

Aufzählung

Die Geburt Imam Alis (ع)

Aufzählung

Imam Alis (ع) Heirat mit der Tochter des Propheten (ص)

Aufzählung

Imam Ali (ع) und Prophet Muhammad (ص)

Aufzählung

Imam Ali (ع) während der Kalifatszeit von Abu Bakr, Umar und Uthman

Aufzählung

Der Todestag Imam Ali (ع)

Aufzählung

Überlieferungen von Imam Ali (ع)

Imam Ali (ع) ibn Abi Talib ist der Cousin des Propheten Muhammad und der erste von insgesamt zwölf Imamen. Er kam am Freitag, den 13. Radjab 23 Jahre (599 n.Chr.) vor der Hijra des Propheten zur Welt. Ali war der Sohn von Abu Talib. Hazrat Alis Mutter war Fatima, die Tochter von Asad, einem berühmten Handelsherrn des Stammes Quraish. Der heilige Prophet wuchs im Haus seines Onkels Abu Talib auf. Imam Alis (ع) Eltern sorgten sich fürsorglich um den heiligen Propheten.

Die Geburt Imam Alis (ع)

 

Als Fatima bint-e-Asad ihre Wehen bekam, lehnte sie sich vor Schmerzen an eine Wand der Kaaba und bat Allah um Hilfe. Wie durch ein Wunder, öffnete sich diese Wand und Fatima bint-e-Asad hörte eine Stimme: „Oh Fatima! Betrete das Haus.“ Sie trat ins innere der Kaaba ein. Anschließend verschloss sich wieder die Öffnung. Abbas ibn 'Abd al-Muttalib, der Onkel des Propheten hatte das Wunder mit eigenen Augen gesehen. Er und seine Gefährten versuchten vergeblich in die Kaaba zu gelangen, doch es gelang ihnen nicht. Abbas ging zu Abu Talib und erzählte ihm von dem Wunder. Abu Talib besaß den Schlüssel zur Kaaba und versuchte die Tür zu öffnen, doch die Tür ließ sich nicht öffnen. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Mekka.

Fatima bint-e-Asad verblieb drei ganze Tage in der Kaaba und kam erst am vierten Tag mit ihrem Säugling auf dem Arm heraus. Draußen warteten bereits die Frauen von Abbas ibn 'Abd al-Muttalib und seiner Gefährten. Die Frauen fragten Fatima bint-e-Asad, wie der Name ihres Neugeborenen sei und sie sprach: „Als ich in der Kaaba war, hörte ich eine fremde Stimme sprechen: Nenne dieses Kind ALI.“ Der heilige Prophet Muhammad (ص), erwartete das Neugeborene bereits. Imam Alis (ع) Geburt in der Kaaba ist einzigartig. Niemand hatte in der Menschheitsgeschichte die Ehre, in der Kaaba zur Welt zu kommen. Hazrat Ali wurde als einziger Mensch in der Kaaba geboren.

„Niemand wurde vor Ali in der Kaaba geboren. Das war eine Ehrung Alis und erhöht seine Ehre, seinen Rang und seine Erhabenheit [1].“

Imam Alis (ع) Heirat mit der Tochter des Propheten (ص)

 

Imam Ali (ع) heiratete die Tochter des Propheten (ص) Fatima (ع). Sie bekamen vier Kinder: Imam Hassan (ع), Imam Husain (ع), Zaynab (ع) und Umm Kulthum (ع). Sechs Monate nach dem Tod des Propheten, starb auch Fatima az-Zahra, die Tochter des Propheten und Frau von Imam Ali. Ali heiratete danach Ummu 'I-Banin. Aus dieser Ehe ging Abbas heraus. Abbas war so hübsch, dass man ihn „Qamar Banu Hashim“ nannte.

Imam Ali (ع) und Prophet Muhammad (ص)

 

Als in Arabien eine große Hungersnot eintrat, erklärte sich Prophet Muhammad (ص) bereit, Imam Ali (ع) bei sich aufzunehmen. Hazrat Ali war damals erst 6 Jahre alt [2]. Von klein auf wurde er vom Propheten erzogen. Als der Gesandte Gottes (ص) seine erste Offenbarung in der Höhle Hira erhielt, traf er auf dem Rückweg seinen Vetter Ali. Der Prophet (ص) erzählte ihm von dem Ereignis und Imam Ali (ع) nahm im Alter von 10 Jahren den neuen Glauben an. Er war damit der erste Mann der den Islam annahm [3]. Ali begleitete den Propheten überall hin. Als einziger Mensch durfte Ali den Propheten zur Höhle Hira begleiten und ihn dort mit Essen versorgen. Ali (ع) war über neun Jahre alt, als der Prophet (ص), die erste Offenbarung erhielt. Das gegenseitige Verhältnis von Ali und Muhammad war von einer geistigen Intimität getragen. Imam Ali (ع) war dem Propheten so nah, dass er stets der Erste war, der von einer neuen Offenbarung erfuhr. Sobald dem Propheten ein neuer Vers offenbart wurde, bekam Alis dies als Erster zu hören. Er schrieb die Verse des Qurans auf und diskutierte anschließend mit dem Propheten über ihren Inhalt. Hazrat Ali widersetzte sich nie den Propheten, sodass Muhammad zu ihm sagte: „Ali ist mit der Wahrheit und die Wahrheit ist mit Ali.“ Hazrat Ali war mit dem Gesandten Allahs nach dessen Berufung zum Prophetentum 23 Jahre lang zusammen. Er teilte mit ihm alle schweren Prüfungen.

Am Anfang seiner Mission, versammelte der Prophet die Stammesmitglieder und sprach mit ihnen über den Islam. Als der Gesandte Allahs die Mitglieder der Banu ‘Abd al-Muttalib im Hause Abi Talibs versammelte, waren sie etwas mehr oder weniger als vierzig Männer an jenem Tag, wie die Überlieferer berichteten. […] Nachdem sie bis zu ihrer Sättigung gegessen und getrunken hatten, sagte er zu ihnen: „Banu ‘Abd al-Muttalib, Allah hat mich zu der gesamten Schöpfung gesandt, und vor allem hat Er mich zu euch geschickt. Er (Allah) sagte: „Und warne deine nächsten Verwandten... (26:214)“. Ich rufe euch auf, zwei Aussagen zu machen, die leicht für die Zunge, aber schwer auf der Waage (Allahs) sind. Durch diese könnt ihr die Führer der Araber und Nicht-Araber (‘adscham) sein und durch sie werden die Nationen sich euch unterwerfen. Ihr werdet durch sie ins Paradies eingehen und durch sie werdet ihr vor dem Feuer gerettet werden. Es ist die Bezeugung, dass es keinen Gott außer Allah gibt und dass ich der Gesandte Allahs bin. Wer immer mir in dieser Angelegenheit folgt und mir darin bei ihrer Ausführung hilft, wird mein Bruder, mein Testamentsvollstrecker, mein Helfer, mein Erbe und mein Stellvertreter (chalifa) nach mir.

Niemand von ihnen antwortete ihm, doch der Fürst der Gläubigen (Imam ‘Ali, a.) berichtete (später): „Ich stand vor ihm unter ihnen auf. Zu jener Zeit war ich der Jüngste von ihnen und hatte die dünnsten Beine, und meine Augen waren entzündet. Ich sagte: ‘O Gesandter Allahs, ich werde dir helfen!’ ‘Setz dich’, sagte er zu mir. Dann wiederholte er ein zweites Mal, was er zu den Leuten gesagt hatte, und sie schwiegen (wiederum). Ich stand auf und sagte das, was ich zuerst gesagt hatte, und (wieder) sagte er, dass ich mich setzen solle. Dann wiederholte er seine Aussage zu den Leuten ein drittes Mal, und (abermals) sprach niemand von ihnen auch nur ein Wort. Ich erhob mich (wiederum) und sagte: ‘Ich werde dir in dieser Sache helfen, o Gesandter Allahs.’ Er sagte: „Setz dich nieder.“ Allahs Gesandter zeigte auf Ali und sprach: "Wahrlich, dies ist mein Bruder und Vertrauter und mein Nachfolger unter euch nach mir; also hört auf ihn und gehorcht ihm!" Die Leute standen auf und sagten zu Abi Talib: „Heute gratulieren wir dir, dass du in die Religion deines Neffen eingetreten bist, der deinen Sohn zum Führer über dich gemacht hat. [4]“

In der Nacht, als der Prophet die Auswanderung nach Yatrib, dem späteren Al-Madina, beschloss, war ein Plan der mekkanischen Quraisch beschlossen worden den Propheten in der Nacht gemeinschaftlich zu töten. Der Prophet (ص) bat Ali sich in sein Bett zu legen, während er selbst unbemerkt das Haus verließ. Ali konnte den Angriff abwehren. Nie wieder hat sich ein Mann in das Bett des Propheten an seiner statt legen dürfen. Nach der Auswanderung bei der so genannten Verbrüderung zwischen Auswanderern aus Mekka (muhadjirun) und Einheimischen in Medina (ansar) sollte jeder Einheimische sich einen Auswanderer zum Bruder nehmen. Es gab nur eine Ausnahme: Nur der Prophet nahm sich Ali zum Bruder.

Imam Ali (ع) während der Kalifatszeit von Abu Bakr, Umar und Uthman

 

Als der Prophet starb, war Imam Ali (ع) dreiunddreißig Jahre alt. Während Ali mit der Totenwäsche und dem Begräbnis des Propheten beschäftigt war, setzten sich einige große Gefährten des Propheten zusammen und diskutierten munter über die Nachfolger-Frage. Imam Ali (ع) wusste von all diesen Planungen nichts und war sich gewiss, dass er der Nachfolger sei, wie es der Prophet bereits viele Male vor seinen Gefährten verkündet hatte (siehe hier). Doch die Versammlung der Gefährten beschloss Abu Bakr zum Kalifen zu ernennen. Diese Putschistengruppe hatte die Flüchtlinge, die Mekkaner und den medinensischen Stamm hinter sich. Ali hatte in der entscheidenden Stunde nur den mekkanischen Stamm der Bani Hashim hinter sich. Zu seiner Shia gehörten Salman, 'Ammar, Abu Dharr, al-Miqdad, Khuzayma bin Thabit, Abu Ayyub al-Ansari, Jabir b. 'Abd Allah al-Ansari, Abu Said al-Khudri und viele andere Mitglieder der Bani Hashim. Fatima az-Zahra (ع) versuchte die Ansar noch umzustimmen, um sie zur Unterstützung und Huldigung ihres geliebten Ehemanns zu bewegen. Doch sie erwiderten: “O Tochter des Gesandten Allahs! Wir haben bereits jenem Mann gehuldigt. Wäre dein Ehemann und Cousin vor Abu Bakr zu uns gekommen, hätten wir auf seiner Seite gestanden.” Ali – möge Gott sein Antlitz ehren – sagte: "Sollte ich vielleicht Allahs Gesandten (ص) in seinem Haus zurücklassen, ohne ihn zu beerdigen, und hinausgehen, um mit den Leuten um seine Macht zu ringen?" Fatima (ع) sagte: “Abul-Hassan tat nur, was ihm gebührte, doch die Leute taten etwas, wofür sie von Allah zur Rechenschaft gezogen werden!" Ali war am Tag, als der Prophet seine letzte Reise antrat, 33 Jahre alt und obwohl er in allen religiösen Tugenden hervorragte unter den Sahaba (Gefährten des Propheten), hat man ihm das Kalifat vorenthalten. Man warf ihm vor, zu jung zu sein und zu viele Feinde unter den Polytheisten (Muschrikin) zu haben. Imam Ali (ع) besaß unter den Gefährten des Propheten das meiste Wissen. Er war in allen Gebieten, den anderen Muslimen überlegen. Ibn Abbas sagte dazu: “Mein Wissen und das der Gefährten Muhammads zusammen ist im Vergleich zu Alis Wissen wie ein Tropfen in sieben Ozeanen." Imam Ali (ع) selbst sagte immer: “Fragt mich, bevor ihr mich verliert! Bei Allah! Fragt mich nach allem, was bis zum Tage der Auferstehung geschehen wird, und ich berichte euch davon! Fragt mich nach Allahs Buch! Denn bei Allah! Es gibt keinen Vers, über den ich nicht wüsste, ob er in der Nacht oder am Tag, in einer Ebene oder auf einem Berg offenbart worden ist!" Eine große Anzahl der Sahaba (Gefährten des Propheten) überlieferte Ahadith (Überlieferungen) über Imam Alis (ع) Vorzüge, was Ahmad Ibn Hanbal veranlasste zu sagen: “Über keinen von den Gefährten des Gesandten Allahs (ص) wurden so viele Tugenden berichtet wie über Ali Ibn Abi Talib [5].” Imam al-Shafi‘i sagte dazu: "Ich staune über einen Mann, dessen Feinde aus Neid und dessen Verehrer aus Furcht seine Vorzüge verheimlichten, und trotzdem so viel davon herauskam." Sein Verständnis von Gerechtigkeit war unter allen Menschen bekannt.

Hatte der Prophet nicht mehrmals gesagt: "O Ali, du bist für mich, was Aaron für Moses war, außer dass es nach mir keinen Propheten geben wird [6]."? Dieser Ausspruch enthält die Qualifikation des Fürsten der Gläubigen, Ali, zugleich Unterstützer, Treuhänder und Stellvertreter zu sein, wie verständige Menschen unschwer erkennen können. So war auch Aaron Moses‘ Unterstützer, Treuhänder und Stellvertreter, als er fort ging, um mit Gott zu sprechen. Er besagt auch, dass Imam Alis (ع) Rang bis auf das Prophetentum dem Rang Aarons entsprach. Daneben enthält er noch den Hinweis darauf, dass Imam Ali (ع) der vortrefflichste aller Gefährten war, neben dem nur der Prophet selbst vortrefflicher war. Sagte der heilige Prophet nicht: “Ali ist von mir, und ich bin von Ali; und niemand erfüllt meine Pflichten außer mir und Ali [7]."? Dieser edle Ausspruch gibt abermals Aufschluss darüber, dass Imam Ali (ع) die einzige Person war, die durch den Propheten ermächtigt wurde, seine Aufgaben stellvertretend zu erfüllen, was er bekanntmachte, als er ihn mit der Sure “al-Bara‘a” am Tage der Großen Pilgerfahrt anstelle von Abu Bakr entsandte, welcher weinend zurückkehrte und Allahs Gesandten (ص) fragte: “O Allahs Gesandter, hast du etwas Schlimmes über mich gehört?” Der Gesandte (ص) antwortete ihm: “Allah hat mir befohlen, niemanden meine Pflichten erfüllen zu lassen außer mir selbst und Ali.” Sagte der Prophet nicht "Ali ist von mir, und ich bin von ihm, und er ist der Gebieter jedes Gläubigen nach mir. [8].“ und "Wer sich wünscht, so zu leben und zu sterben wie ich und im Garten Eden, den mein Herr bepflanzt hat, zu wohnen, der möge nach mir Ali und seine Gefährten unterstützen und meiner Ahl-ul-Bayt folgen, denn sie sind meine Nachkommen, mir gleich erschaffen und mit meinem Verstand und Wissen ausgestattet. Wehe denen aus meiner Gemeinde, die sie verleumden und ihre Nähe zu mir leugnen! Möge Allah jenen meine Fürbitte verwehren [9]!"? Es gibt noch unzählige weitere Aussagen des Propheten über das Recht Imam Alis (ع) auf das Kalifat, doch wir möchten uns auf die obigen Beweise beschränken. Imam Ali (ع) beschwerte sich über das Kalifat von Abu Bakr mit den folgenden Worten: “Bei Allah! Ibn Abi Quhafa (Abu Bakr) hat sich damit (mit dem Kalifat) bekleidet! Er weiß gewiss, dass meine Stellung dazu dieselbe ist wie die der Achse zur Mühle! Der Fluss entspringt bei mir, und kein Vogel kann zu mir aufsteigen!"

Viele Muslime in Medina erwarteten von Hazrat Ali einen Aufstand, doch Imam Ali (ع) rebellierte nicht und stellte keine Armee auf. Er wollte die Einheit unter den Muslimen wahren und ein Aufstand würde die junge Gemeinschaft nur schwächen und zerspalten. Imam Ali (ع) verweigerte mit 17 Getreuen den Lehnseid für Abu Bakr. Erst nach dem Tode seiner Frau Fatima az-Zahra (ع) gab Ali (ع) seinen Lehnseid an Abu Bakr ab.

Es wurde überliefert, dass ein jüdischer Rabbiner zu Abu Bakr kam und sagte: „Bist du der Kalif dieser Ummah?“, und er antwortete: „Ja“, und er (der Rabbiner) sagte: „Wir finden in der Thora, dass die Nachfolger der Propheten die Wissendsten ihrer Gemeinschaften sind, so berichte mir über Allah, Den Erhabenen, wo Er ist, im Himmel oder auf der Erde?“ „Er ist im Himmel auf dem Thron“, antwortete Abu Bakr, und der Jude sagte: „Daraus verstehe ich, dass die Erde ohne Ihn ist, und ich schließe aus (deiner) Aussage, dass Er an einem (einzigen) Platz ist, ohne an einen anderen (sein zu können).“ „Das sind die Worte der Atheisten (zanadiqa)“ sagte Abu Bakr, „geh fort von mir, oder ich werde dich töten.“ Der Rabbiner wandte sich ab in Verwunderung und Spott über den Islam. Der Fürst der Gläubigen traf auf ihn. „Du Jude, ich weiß, was du ihn gefragt hast und dir nicht beantwortet wurde“, sagte er, „und wir sagen: Allah, Der Erhabene, ist (Selbst) das Wo, es gibt kein „Wo“ für ihn. Er ist darüber erhaben, dass irgendein Ort Ihn enthält. Er ist an jedem Ort, ohne Kontakt mit irgendetwas oder mit etwas benachbart zu sein. Er umfasst Wissen über das, was dort existiert, und nichts davon befindet sich außerhalb Seiner Anordnung. Ich sage dir das, was in einem eurer Bücher steht, welches das bestätigt, was ich dir gesagt habe. Wenn du es verstanden hast, glaubst du daran?“ „Ja“, erwiderte der Jude. „Habt ihr nicht in euren Büchern gefunden“, sagte er (Imam Ali (ع)), „dass Musa ibn Imran eines Tages dasaß, als ein Engel zu ihm von Osten kam, und Musa ihn fragte: ‚Woher bist du gekommen‘, und der Engel antwortete: ‚Von Allah, Dem Erhabenen‘. Dann kam ein anderer Engel von Westen zu ihm, und er (Musa) fragte (auch) ihn: ‚ Woher bist du gekommen?‘, und er sagte: ‚ Von Allah‘, und ein weiterer Engel kam zu ihm, und er sagte: ‚ Ich bin vom Siebten Himmel von Allah zu dir gekommen‘, und ein anderer Engel kam zu ihm und sagte: ‘Ich bin zu dir von der Siebten tiefsten Erde gekommen von Allah, Erhaben ist Sein Name‘, da sagte Musa: ‚Preis sei Allah, kein Ort ist frei von ihm, und Er ist nicht näher zu einem Ort als zu einem anderen.‘“ Der Jude antwortete: „Ich bezeuge, dass es die Wahrheit ist, dass es keinen Gott außer Ihm gibt, und dass du berechtigter bist, den Platz deines Propheten einzunehmen als der, der ihn innehat.“ Abu Bakr sagte deshalb: “Möge Gott mir kein Problem schicken, das Abu al-Hassan nicht lösen kann!”

Abu Bakr herrschte von 632 bis 634. Nach seinem Ableben, ernannte er Umar zu seinem Nachfolger. Dieser, von 634 bis 644 regierend, hatte das Prestige, eine ungeheure Expansion des Frühislam geschafft zu haben. Die byzantinischen Provinzen Syrien und Ägypten wurden erobert, das riesige persische Reich wurde in einem gewaltigen Ansturm überrannt. Kalif Omar führte die erste Klassenschichtung ein; die Araber der Halbinsel wurden herrschende Klasse des Riesenreiches; nichtarabische Neumuslime waren von der Macht ausgeschlossen.

Erneut wurde Imam Alis (ع) Recht auf das Kalifat ignoriert. Er protestierte gegen dieses Verhalten, doch er rebellierte nicht. Ein Bürgerkrieg hätte den ganzen Islam gefährdet. Imam Ali (ع) sagte über Umar: "Dieser Mann steckte das Kalifat in eine Zwangsjacke, worin die Worte hochmütig waren und der Verkehr mit den Leuten grob war." Umar pflegte zu sagen: "Ohne Ali wäre Omar ruiniert gewesen!" Als Umar von dem persischen Sklaven Abu Lulu angegriffen wurde, bestimmte er einen sechsköpfigen Ausschuss für die Wahl eines neuen Kalifen. Der Wahlmechanismus führte zur Wahl Uthmans (dritter Kalif). Uthmans Politik sorgte sehr früh für große Aufregung unter den Muslimen. Kalif Uthman machte den Umayaden-Clan zur Führungsclique der herrschenden Araber. Zwölf Jahre nach dem Tode Mohammeds (ص) hatte genau der Clan, der ihm den meisten Widerstand entgegengesetzt hatte, der ihn 13 Jahre lang in Mekka verächtlich gemacht und schließlich aus Mekka hinausgeworfen hatte, das Werk Muhammads (ص) als Beute. Vieler dieser neuen Machthaber hassten Imam Ali (ع) und die Ahl-ul-Bayt. Ali kritisierte die Günstlingswirtschaft und den Nepotismus Uthmans. Dieser verbannte ihn aus Medina, und Ali musste, abgeschnitten vom Zeitgeschehen, in einem armseligen Dorf bei Medina leben.

Uthman besetzte die großen Ämter im islamischen Reich mit umayadischen Führern. Uthman stellte auch Leute, wie Marwan als Sekretär ein. Der Prophet Muhammad (ص) hatte den Umayaden Marwan wegen einiger Delikte und Feindseligkeiten aus Medina verbannt, doch Uthman hatte seine eigenen Maßstäbe. Viele Gefährten des Propheten wurden so durch die Freunde und Verwandte Uthmans ersetzt. Diese neuen Machthaber besaßen meist nur sehr wenig Wissen über den Islam. Ihr Verhalten war arrogant und sie gingen brutal gegen die Gefährten des Propheten vor, die sich in den neu eroberten Provinzen niedergelassen hatten. Ibn Massud, der alte Diener Mohammeds, der sein authentisches Koranexemplar zur Vernichtung nicht herausrücken wollte, wurde von einem Rollkommando zu Tode geprügelt. Schließlich organisierte sich eine Gruppe von Muslimen und stürmte den Palast, in dem Uthman weilte. Dort wurde der dritte Kalif schließlich brutal getötet. Unter den Aufständischen waren auch viele Gefährten des Propheten, die es nicht mit Ansehen konnten, wie der Islam mit Füßen getreten wurde. Hazrat Ali hatte am Aufstand nicht teilgenommen. In Medina herrschte für mehrere Tage das totale Chaos.

Die Menschen kamen zu Imam Ali (ع) und baten ihn das Kalifenamt zu übernehmen. Die Delegierten der Provinzen und das Volk von Medina ließen Ali holen und drängten ihm das Kalifat auf. Ali erklärte sich schließlich bereit, doch er warnte die Muslime. Er werde sich genau an die Vorschriften des heiligen Qurans und des Propheten Muhammads halten. So kam Imam Ali (ع) erst nach 25 Jahren zu seinem Recht und wurde vierter Kalif. Sein Kalifat dauerte 4 Jahre und 9 Monate. Er trat in den Fußstapfen des heiligen Propheten. Kaum war Ali gewählt, breitete sich Unruhe in Medina aus, denn er enthob viele alte Prophetengefährten, die sich unter den ersten drei Kalifen bereichert hatten, ihrer Ämter. Die Unruhe wurde so groß, dass Ali aus Medina fliehen musste. Eine Gruppe von Umayaden, angeführt von Muawiya bin Abu Sufyan begann eine Revolte zu planen. Diese Männer missbrauchten den Tod von Uthman, um Imam Ali (ع) den Krieg zu erklären. Sie warfen Hazrat Ali vor, nichts gegen die Mörder von Uthman unternommen zu haben. Aisha binte Abu Bakr, die selber gegen Uthmans Politik protestiert hatte, schloss sich nun den Oppositionellen an. Auch Talha und al-Zubayr, die zu dem 6er-Gremium gehört hatten, dass von Umar kurz vor seinem Tod einberufen worden war, schlossen sich den Aufständischen an. So kam es schließlich zur berühmten „Kamelschlacht“, wo auch Aisha, die „Mutter der Gläubigen“ teilnahm. Mit unterlegenen Kräften stellte sich Imam Ali (ع) bei Basra der Rebellenarmee und besiegte sie. Diese Schlacht wird Kamelschlacht genannt, weil Aischa auf einem Kamel ritt. Sie durfte ungestraft nach Medina zurückkehren.

Danach musste Imam Ali (ع) über ein Jahr lang, gegen Muawiya kämpfen. Muawiya, Gouverneur in Syrien zur Zeit Omars und Uthmans, verweigerte den Lehnseid. 657 n. Chr. kam er zur Schlacht von Siffin, die Ali gewonnen hätte, wenn nicht die Hauptmasse seiner Armee im entscheidenden Moment unbotmäßig geworden wäre. Nach der militärischen Niederlage wollte Ali eine neue Armee gegen Muawiya aufstellen, aber die Armee lief auseinander. Muawiya schickte Stoßtrupps und Überfalltrupps nach Irak und in die arabische Halbinsel. Medina wurde schwer gebrandschatzt, und viele Medinenser wurden ermordet und hingerichtet. In der „Schlacht von Nahrawan“ kämpfte Ali gegen die dortigen Kharidjiten. Während seines Kalifats empfing er einen jeden, der zu ihm wollte. Zu Fuß und ohne “Eskorte” ging er durch die Straßen, sprach mit den Leuten, erinnerte sie an Taqwa (Gottesfurcht) und ermahnte sie, sich einander nicht Unrecht und Gewalt anzutun. In aller Schlichtheit und Bescheidenheit half er in Not Geratenen, Witwen und Waisen. Alleinstehenden Waisenkindern gab er in seinem Hause Obdach und sorgte für sie. Er kümmerte sich persönlich um ihr leibliches Wohlergehen als auch ihre Erziehung. Wissen und Wissenschaft maß Ali hohe Bedeutung bei. Bildung und Fortschritt der Bevölkerung lagen ihm sehr am Herzen Er sagte: „Kein Leid ist so groß wie Unwissenheit.“

Die Kalifatszeit von Imam Ali (ع) war gekennzeichnet von blutigen Angriffskriegen der Oppositionellen. Hazrat Ali übertrat bei keiner einzigen Schlacht, die Grenzen des Islams. In all den Kriegen, an denen Ali teilgenommen hatte, gab es nicht einen, der ihm an Gewandtheit und Kühnheit ebenbürtig gewesen wäre. Niemand vermochte ihn zu schlagen, und niemals ergriff er vor dem Feind die Flucht. Er sagte: „Wenn sich auch alle Araber gegen mich erheben würden..., ich würde ihnen nicht zu entfliehen suchen, sondern mich ihnen ohne Furcht entgegenstellen.“ Bei all seiner Kühnheit und kämpferischen Gewandtheit war Ali überaus freundlich, liebevoll, großzügig und nachsichtig. In Kriegssituationen verschonte er Frauen, Kinder und alte, gebrechliche bzw. kranke Menschen aus dem Lager des Feindes, der sich gegen die Muslime erhoben hatte. Er verhielt sich gegenüber seinen Feinden immer sehr menschlich. Bei der Schlacht von Siffin hatten die Truppen Muawiyas die Ufer des Euphrat besetzt und sein Wasser dem islamischen Heer verwehrt. Hazrat Ali eroberte mit seinen Mannen den Euphrat zurück, schlug den Feind, aber versperrte ihm nicht den Zugang zum Wasser des Flusses. Imam Ali (ع) sprach damals: "Wir wollen das nicht tun, denn Gott hat das Wasser den Muslimen und den Nichtmuslimen in gleicher Weise gegeben. Das Wasser abzusperren wäre ungebührlich. Wir wollen den Krieg nicht durch solch eine niedrige Tat gewinnen." Ali wurde bei allen wichtigen Unternehmungen von den Irakern im Stich gelassen. Er war wie ein Mann im Treibsand. Die Tatsache, dass er auch als Kalif ärmlich gekleidet war und ärmlich aß, rief bei den Irakern und Arabern keineswegs Bewunderung hervor, sondern Verachtung. Ab seiner frühesten Kindheit lebte Ali in aller Einfachheit und Bescheidenheit. Diese schlichte Lebensweise behielt er bis ans Ende seines Erdendaseins bei. Er vertrat den Standpunkt: Der Regierende einer Gesellschaft hat so zu leben, das sich die Ärmsten in ihr angesichts seines Lebensstiles getröstet fühlen, nicht aber zu Seufzen und Herzeleid veranlagt werden. Ali verdiente durch harte Arbeit den Lebensunterhalt für sich und seine Angehörigen selbst, vorwiegend durch landwirtschaftliche Betätigung. Er pflanzte Bäume, legte Haine an, grub Brunnen aus. Was er auf diese Weise erwarb oder ihm durch Kriegsgewinne zufloss, verteilte er unter Mittellosen und Bedürftigen. Wenn er ein Stück Land, das ihm gehörte, urbar gemacht und bepflanzt hatte, so stiftete er es oder verkaufte es, um mit dem Erlös Notleidenden unter die Arme zu greifen. Nach dem Propheten war Ali der erste, der über die Wahrheiten - unter Hinzuziehung logischer Begründungen - sprach. Er prägte zahlreiche wissenschaftliche Begriffe. Um das Wort des Quran gegen Fehler und Entstellungen zu schützen, schuf er grammatische Regelungen. Imam Ali (ع) sagte einstmals: "Fragt mich, bevor ihr mich verliert! O Leute, stellt mir jede Frage, und ich werde sie beantworten! Ich kenne die Antworten für die kosmischen Prozesse besser als für die irdischen Prozesse. [10]" Sein hohes theologisches als auch “weltliches” Wissen - u. a. im Zusammenhang mit Moral, Gesellschaft, Politik, sogar Mathematik und, und, und - das aus seinen Briefen, Reden, Erklärungen etc. ersichtlich wird, ist erstaunlich. Ali ist jene in der gesamten islamischen Welt bekannte Persönlichkeit, über die der Gesandte Gottes sprach: „Ich bin die Stadt des Wissens und Ali ist das Tor zu ihr [11].“

Der Todestag Imam Ali (ع)

 

Nach der Schlacht von Nahrawan, trafen sich die Kharidjiten und trauerten oft um ihre Toten. Doch irgendwann reichte ihnen das Trauern nicht mehr und sie beschlossen Imam Ali (ع) zu töten. Ibn Muljam erklärte sich bereit Imam Ali (ع) zu töten. Er ging nach Kufa und versteckte sich dort bei den Feinden Imam Alis (ع). Als Imam Ali (ع) ihn eines Tages auf offener Straße traf, sprach er zu ihm: „Ich weiß genau, aus welchem Grund du nach Kufa gekommen bist!“ Als Ibn Muljam diese Worte hörte, sagte er: „Oh Ali, wenn es so ist, dann gib den Befehl, dass man mich töten oder in ein Gefängnis einsperren soll.“ Ali sah ihn an und sprach: „Ich kann all deine Vorschläge in die Tat umsetzen, doch im Islam gibt es kein Urteil für eine noch nicht realisierte Straftat. So muss ich dich gehen lassen. Vielleicht bereust du dein Vorhaben.“

Am 19. Ramadhan 40 Jahre nach der Hijra, wurde Imam Ali (ع) in der Moschee von Kufa, beim Gebet von dem Kharidjiten Ibn Muljam mit einem vergifteten Dolch tödlich verletzt. Als die Menschen von dem Attentat auf Ali hörten, ergriffen sie Ibn Muljam und übergaben ihn Imam Hassan (ع), den Sohn Alis (ع). Imam Hassan (ع) hielt den Mörder gefangen und informierte seinen Vater darüber. Imam Ali (ع) sagte zu seinem Sohn: „Oh Sohn! Dieser Mann ist mein Mörder und dein Gefangener. Versorge ihn mit Essen und Wasser und belästige ihn nicht.“ Imam Ali (ع) überlebte das Attentat nicht und erlag am 21. Ramadhan seinen Schmerzen. Hazrat Ali wurde 63 Jahre alt, genauso wie Prophet Muhammad (ص). Sein heiliger Körper wurde in Nadjaf (Irak) begraben. Die Ironie der Geschichte wollte, dass Muawiya einen Mordanschlag eines anderen Kharidjiten am gleichen Tage überlebte. Damit war der Sohn des größten Widersachers Mohammeds 30 Jahre nach dem Tode des Propheten Herrscher und Despot eines Weltreiches, Herrscher, Präger und Ausformer des Frühislam. Er bestimmte nun, was Muhammad (ص) gesagt hatte. So wurde der Anführer der “tyrannischen Bande”, Muawiya, zum “Fürst der Gläubigen”, nachdem Imam Ali (ع) verstorben war, und machte sich an Gottes Religion noch mehr zu schaffen als seine Vorgänger.

Überlieferungen von Imam Ali (ع)

 

- „Die Welt ist der Ort der Aufrichtigkeit für den, der sie erkannt hat, und der Ort der Rettung für die, die von ihr Proviant genommen haben. Sie ist der Ort, auf den die Offenbarung Allahs herab gesandt wurde und der Handelsplatz Seiner Freunde (auliya´). So handelt und gewinnt das Paradies.“

- „Ihr Menschen, nehmt fünf Dinge von mir. Denn bei Allah, wenn ihr (versuchen würdet), mit einem Kamel dort hinzureisen, dann würdet ihr es ermüden, bevor ihr etwas wie sie finden würdet. Niemand soll auf niemanden Hoffnungen setzen, außer auf Allah, noch soll man sich vor irgendetwas fürchten, außer vor seinen Sünden. Der Gelehrte, der nach etwas gefragt wird, was er nicht weiß, soll sich nicht schämen, zu sagen: „Allah weiß es besser“, und es soll sich auch niemand schämen, wenn er etwas nicht weiß, es zu lernen. Standhaftigkeit gehört zum Glauben, wie der Kopf zum Körper gehört. Und wer keine Standhaftigkeit besitzt, besitzt auch keinen Glauben.“

- „Jede Rede, in der Allah nicht erwähnt wird, ist nichtig, und jedes Schweigen, in dem Seiner nicht gedacht wird, ist Nachlässigkeit. Jede Überlegung, ohne dass Er hochgeschätzt wird, ist Zeitvertreib.“

- „Wer nicht vermehrt von seinem Verstand geleitet wird, wird umso mehr von seinem Untergang geleitet.“

- „Der Wert jedes Menschen liegt in dem, was er Gutes tut.“

- „Wer faul ist, liebt Allahs Wahrheit nicht.“

- „Langmut ist der Helfer des Gläubigen. Wissen ist sein Freund, Freundlichkeit sein Bruder, Frömmigkeit sein Vater, und Standhaftigkeit ist der Kommandeur seiner Truppen.“

- „Keine Ausrüstung ist nützlicher als der Verstand, und kein Feind ist schädlicher als die Unwissenheit.“

 

 

Imam Hassan (ع)
von Hessam K.

 

 

Aufzählung

Imam Hassans (ع) Geburt

Aufzählung

Ereignisse während des Imamats von Imam Hassan (ع)

Aufzählung

Imam Hassans (ع) Tod

Imam Hassans (ع) Geburt

 

Imam Hassan (ع) wurde am 15. Ramadan drei Jahre nach der Hijra des Propheten Muhammads (ص) in Medina geboren. Er war der älteste Enkel des Gesandten Gottes. Als er geboren wurde, nahm ihn der heilige Prophet (ص) und sprach in sein rechtes Ohr, den Athan und in sein linkes Ohr, die Iqama [1]. Fatima az-Zahra war erst 12 Jahre alt, als sie ihr erstes Kind gebar. Der Prophet (ص) fragte Imam Ali (ع): „Wie heißt mein Neugeborenes?“ Imam Ali (ع) erwiderte: „Bestimme du seinen Namen.“ Prophet Muhammad (ص) sprach: „Möge Allah seinen Namen bestimmen.“ Nach ihrem kurzen Gespräch, bekam der Prophet eine Offenbarung von Allah. Der Allmächtige nannte ihn Hassan [2]. Alle Leute die zum Propheten kamen um ihn zu gratulieren, bekamen von ihm Süßigkeiten. Die damaligen Araber kannten diesen Namen nicht. Sein Beiname (kunya) war Abu Muhammad (ص). Am siebten Tag opferte Prophet Muhammad (ص) ein Schaf für seine ‘Aqiqa-Feier [3], anschließend rasierte man Imam Hassan (ع) die Kopfhaare und der Prophet (ص) gab ihm entsprechend dem Gewicht seiner Haare Silber. Sein rasierter Kopf wurde mit einer Art Parfüm (Khuluq) gefärbt.

Ereignisse während des Imamats von Imam Hassan (ع)

 

Als Imam Ali (ع) starb übernahm sein ältester Sohn Hassan seine Aufgaben. Imam Alis (ع) Söhne wurden vom Propheten (ص) in seinem Haus aufgenommen. Viele Menschen gaben Imam Hassan (ع) ihren Treueid. Er war - wie sein Vater (gemäß göttlicher Weisung) bestimmt hatte - mit dem Kalifat beauftragt und hatte insgesamt sechs Monate das Regierungsamt im islamischen Staat inne, mit Ausnahme der Gebiete Damaskus und Ägypten, über die Muawiya herrschte. Er wusste sehr gut, dass die Leute von Kufa nicht zuverlässig waren. Zwar hatten sie ihm scheinbar Treue geschworen, dass sie kämpfen würden, wenn der Imam sich für Krieg entschied und dass sie, wenn er sich zum Frieden entschlösse, ihm ebenso folgen würden. Heimlich aber sympathisierten sie mit Muawiya ibn Sufyan, dem Gouverneur von Syrien. Muawiya war Statthalter von Syrien seit der Zeit des zweiten Kalifen Umar ibn Khattab. Da Omar ihn achtete, nahm er eine bedeutende Stellung im islamischen Reich ein. Als Imam Ali (ع) starb feierten Muawiya und seine Anhänger den Tod des Imams. Als er und seine Freunde davon hörten, dass die vielen Leute Imam Hassan (ع) den Treueid geschworen hatten, schickte Muawiya Spione in den Irak um sich selber ein Bild von der Lage zu machen. Imam Hassan (ع) schrieb ihm einen Brief und wies ihn auf seine Verbrechen gegen die Muslime hin. Doch Muawiya hielt nichts von diesen Warnungen und führte seine Gewaltherrschaft fort. Schließlich entschloss sich Muawiya in den Irak einzumarschieren und Imam Hassan (ع) mit dem Schwert zu bekämpfen. Der Imam bat die Kufaner, (Einwohner von der Stadt Kufa/Irak) ihm im Kampf gegen Muawiya beiseite zu stehen. Seine Armee war sehr groß und stark, doch herrschte in ihr Zersplitterung, jede Gruppe hatte ihre eigenen Ideen; und das Wichtigste war, dass die Propaganda der Kharidjiten-Gruppe die Wahrheit unterhöhlte und sogar Zweifel und Zögern unter den Leuten bezüglich des heiligen Status der Prophetenfamilie geschafft hatte; dadurch blickten die Leute ohne Ehrerbietung auf die Prophetenfamilie und verweigerten ihr die Gefolgschaft. Viele starke Kämpfer wurden von Muawiya bestochen und wechselten die Fronten. Nur 4000 Männer erklärten sich bereit dem Imam zu helfen, doch das war zu wenig. Imam Hassan (ع) wusste sehr gut, dass es unmöglich war, mit einer so geringen Streitmacht gegen Muawiya zu kämpfen. Und um Schutz und Sicherheit für den Islam zu gewährleisten, blieb ihm keine andere Möglichkeit, als zu einer Verständigung zu kommen.

Der verstorbene Scheich Mufid schrieb im Kitab-ul-Irschad: "Imam Hassans (ع) Heer bestand aus ganz verschiedenen Gruppen, z.B. seine und seines Vaters engsten Anhänger, dann die Kharijiten, die Imam Hassan (ع) gar nicht unterstützen, sondern lediglich gegen Muawiya kämpfen wollten, sowie all jene, die der aufgehäufte Reichtum um den Verstand bringt und schließlich die Fanatiker, die nur ihrem Stammesoberhaupt folgten." Das ist der Grund, warum die Soldaten so rasch die Verteidigung des Imams aufgaben, dass sogar einige Stammesoberhäupter an Muawiya schrieben, ihm Gehorsam gelobten und versprachen, ihm Imam Hassan (ع) auszuliefern. Imam Hassan (ع) sah ein, dass viele seiner Anhänger einen schwachen Glauben hatten und auf die Versprechungen Muawiyas reinfielen. Um das Leben der wenigen gläubigen Muslime zu retten, musste Imam Hassan (ع) vorzeitig einen Friedensvertrag mit Muawiya unterzeichnen. Dieses Abkommen war allerdings nur eine Übergangslösung, damit sich die Lage wieder normalisiert. Es gab für den Imam keine andere Alternative. Imam Hassan (ع) sagte: "Ihr wisst nicht, was ich getan habe. Bei Allah, alles was ich getan habe, geschah zum Besten der Schiiten (aller Zeiten über denen die Sonne erscheint und wieder untergeht). Ich nahm dies an um der Muslime willen, um sie vor Blutvergießen zu bewahren" und "Bei Allah, hätte ich gegen Muawiya gekämpft, die Menschen hätten mich ergriffen und mich ihm ausgeliefert."

Ein Teil des Vertragsdokumentes lautete folgendermaßen: "Muawiya verpflichtete sich, nach dem Heiligen Quran und der Sunnah des Propheten zu handeln; keinen Nachfolger für sich zu ernennen; Ali und seine Anhänger, Mitstreiter und Freunde sollen niemals bedrängt und unterdrückt werden und gegen Ali sollen keine Schmähungen ausgestoßen werden" Muawiya durfte sich auch nicht Amir-ul-Muminin (Fürst der Gläubigen) nennen. Er hielt sich jedoch nicht an die von Imam Hassan (ع) gestellten Bedingungen, wenngleich er sich mit ihnen zuvor einverstanden erklärt hatte. Er wollte das Kalifat für sich alleine haben und jeden politischen Gegner beseitigen. Sein einziges Ziel war die Herrschaft über das islamische Gebiet zu erlangen. Nach Abschluss des Abkommens kam er nach Nakhliya, einem Ort in der Nähe von Kufa und sagte in einer seiner Ansprachen: "Bei Allah, ich habe nicht gegen euch gekämpft, damit ihr beten, fasten, die Pilgerfahrt (Hadsch) machen und Almosen (Zakat) zahlen könnt, denn all das beachtet ihr ja schon - ich aber habe mit euch einzig und allein um die Herrschaft gekämpft. Mein Plan war erfolgreich und nun erkläre ich feierlich, dass alle Abmachungen des Vertrages, den ich mit Hassan abgeschlossen habe, nichtig sind: Ich zertrample sie mit meinen Füßen. Ich werde sie nie erfüllen." Die Leute, die seine Rede zuhörten, blickten einander an, erkannten ihre Not und sagten: "Wir sind genarrt worden". Abdul Rahman bin Scharik schrie nach den Aussagen berühmter Überlieferungsschreiber auf und sagte: "Dies war eine gottlose Entehrung." Abu Ishaq Sabi sagte: "Ich schwöre bei Allah, Muawiya ist ein Trickser und Betrüger." Die Versammlung wurde aufgeregt, aber Muawiyas Streitkräfte hielten Ordnung. Nach Muawiyas Rede durfte Imam Hassan (ع) vor der Menge sprechen und er sprach: „Muawiya hat euch gesagt, dass ich ihn für das Kalifat geeignet halte und dass ich mich nicht selber für diese Stellung vorbereite. Wie hat er gelogen. Wir, die Familie des Propheten, sind nach den Worten Allahs und des Propheten die Bevorzugtesten, um über das Volk zu regieren, da der Allmächtige Gott unsere Reinheit in der Sure der Reinigung (gemeint ist Sura 33 Vers 33) gewährleistet hat. Aber seit dem Moment, da der Heilige Prophet zu Gott zurückgekehrt ist, sind wir die Angriffziele der Ungerechtigkeit und der Unterdrückung von Abtrünnigen geworden, unsere Rechte wurden fortwährend usurpiert, unser Vermögen und Eigentum wurde der Launen und der Gierde von Unterdrückern unterworfen und was der Heilige Prophet für unsere Mutter (Fatima) zurückgelassen hatte (das Land Fadak), wurde ihr ungerechterweise abgenommen. Ich schwöre beim Allmächtigen Gott, wären am Tag, da der Heilige Prophet verschied, die Leute zur Haustür meines Vaters gegangen, zum Führer der Glaubenstreuen und hätten dem Befehl Allahs und des Propheten über meines Vaters Recht zur Herrschaft gehorcht, die Himmel hätten ihre Segnungen gesandt und die Erde hätte ihre endlosen Wohltaten ihnen nicht vorenthalten. Der Stamm Israel folgte nicht Aaron, dem Nachfolger und Kalif von Moses, er Folgte statt dessen Safari. Die Islamische Gesellschaft schob auch meinen Vater beiseite und folgte anderen, obgleich sie selber wussten, dass Allahs Prophet zu meinem edlen Vater gesagt hatte: `In meiner Gemeinschaft bist Du zu mir was Aaron zu Moses war, außer dass Du nicht die Stellung des Prophetentums erhalten kannst.` Und diese gleiche muslimische Nation war Zeuge, als mein edler Vorfahr am Tage von Ghadir Khumm Ali, den Führer der Glaubenstreuen, in die Stellung des Kalifats einsetzte und sagte: `Jene von Euch, die nun anwesend sind und sehen, dass ich Ali für Euch hervorgehoben habe und ihn im Kalifat eingesetzt habe, müssen das jenen berichten, die hier nicht anwesend sind.` Es waren diese gleichen Leute, die den Propheten veranlassten, von Mekka aus den Händen der Unreinen zu fliehen und Unterschlupf in einer Höhle zu suchen. Hätten diese Leute ihm geholfen, er wäre niemals geflohen. Mein edler Vater bat die Leute um Beistand und sie antworteten nicht und sie hielten nicht die Treue, die sie ihm versprochen hatten und deswegen zog er sich zurück und wartete nicht auf eine günstige Zeit. Der Glorreiche Gott tadelte nicht Aaron, als ihm die Leute nicht folgten und er sich schweigend verhielt. Gleichfalls, als der große Prophet des Islam die ungläubigen Quraisch nicht länger ertragen konnte und Zuflucht in einer Höhle nahm, um sein Leben und das Erbe des Islam zu retten, tadelte ihn nicht der Herrgott, sondern schüttete seine Gnade über ihn aus. Ebenso, als die Leute ihre Rücken uns zuwandten und die Gemeinschaft vollständig respektlos und ungehorsam wurde, waren mein Vater und ich gezwungen, uns zurückzuziehen, um das Gesetz und die Fortdauer des Islam zu retten, und wir haben auf eine neue Gelegenheit gewartet. Dies ist eine Tradition, die vom Großen Herrn anerkannt wurde. Jede unwissende Person lernt vom Kenntnisreichen, ein Ereignis folgt dem anderen und mit jedem muss man für das Wohl der Religion handeln entsprechend der Tagessituation und muss so gegen die Religionslosen kämpfen." Am Schluss seiner Rede lenkte er die Aufmerksamkeit der Leute auf Muawiya und sagte ihm: "Muawiya, Du hast Dich nicht gut gegenüber meinem edlen Vater benommen. Wisse, ich bin Hassan, der Sohn Alis und Du bist Muawiya der Sohn Abu Sufyans. Meine Mutter war Fatima und Deine Mutter Hind. Mein Vorfahr ist der Prophet Allahs und Dein Vorfahr ist Otbick. Meine Vorfahrin ist Khadidscha und Deine Vorfahrin Fatilich. Möge der von uns beiden, dessen Name und Abstammung verachtenswerter ist, dessen Ursprung und Abstammung ehrloser ist, und dessen Vergangene Geschichte Gottloser ist, der ein größerer Ungläubiger und Heuchler ist, der Gnade Allahs entfremdet sein und möge er Allahs Fluch auf sich laden. Jeder sagte: Amen!“ Jene, die diese Worte niederschrieben, als die Rede diesen Punkt erreichte, sagten und schrieben, dass auch sie dieses von Gott erbitten. Ja, dies war ein Bittgesuch, da die muslimische Gemeinschaft stellte, da sie alle ihre Unbequemlichkeiten und Sorgen auf diese Gruppe von Unterdrückern um Muawiya zurückführten. Einige warfen Imam Hassan (ع) Schwäche vor und lehnten das Friedensabkommen ab. Sie ignorierten die hohe Stellung Imam Hassans (ع) und beschimpften ihn sogar. Auf tausenderlei Weise missbrauchten und beschuldigten sie ihn, aber er zeigte nur Sanftmut. Sie waren anmaßend und roh zu seinem Vater und seiner Familie; aber er ertrug es geduldig. Imam Hassan (ع) sagte: „Wenn ich es (das Friedensabkommen) nicht gemacht hätte, wäre kein Shia mehr am Leben. Jeder wäre getötet worden.“

Imam Hassans (ع) Tod

 

Imam Hassan (ع) verließ Kufa und ließ sich für eine Zeitspanne von 10 Jahren in seiner Geburtsstadt Medina nieder. Hier verbreitete er die wahren Lehren des Islams und unterrichtete einige Schüler. Um das Kalifat dauerhaft zu sichern, wollte Muawiya Imam Hassan (ع) umbringen. Es gelang ihm Imam Hassans (ع) Frau (Dschu´da bint al-Asch´ath ibn Qais) für seinen kriminellen Plan zu gewinnen. Sie vermischte Imam Hassans (ع) Essen mit Gift. Imam Hassan (ع) starb am 28. Safar 50 Jahre nach der Hijra (670 n. Chr.), im Alter von 47 Jahren an den Folgen dieser Vergiftung. Als er seine (letzte) Reise angetreten hatte, wusch Imam Husayn ihn, hüllte ihn in sein Leichentuch und trug ihn auf seiner Bahre. Marwan und jene der Banu Umayya, die bei ihm waren, hatten keine Zweifel, dass sie ihn (Imam Hassan (ع)) beim Gesandten Allahs bestatten würden. Sie versammelten und bewaffneten sich. Als Hussain ibn Ali sich mit ihm dem Grab seines Großvaters, des Gesandten Allahs, näherte, auf dass er seinen Bund mit ihm erneuere, kam man mit ihrer Gruppe auf sie zu. Aischa begleitete sie auf einem Maultier und sagte: ‘Was gibt es zwischen euch und mir, dass ihr jemanden in mein Haus eintreten lassen wollt, den ich nicht will?’ Marwan begann zu rezitieren: ‘Kampf ist besser als Sanftmut,’ (dann fuhr er fort): ‘Soll ‘Uthman in den Randbezirken Medinas bestattet werden, und Hassan soll neben dem Propheten begraben werden?! Das wird niemals geschehen, solange ich ein Schwert trage.“ Imam Husayn sagte: ‘Bei Allah, wenn Hassan mich nicht dazu verpflichtet hätte, Blutvergießen zu vermeiden, und nicht einmal einen Schröpfkopf voll Blut zu vergießen, würdet ihr wissen, wie die Schwerter Allahs von euch ihren Tribut fordern würden. Ihr habt die Vereinbarung zwischen uns gebrochen und ihr habt das ungültig gemacht, was wir uns selbst an Bedingungen auferlegt haben.’ Die Umayaden wollten auf keinen Fall, dass Imam Hassan (ع) neben dem Propheten begraben wird. Imam Husayn ließ sich auf keine Konfrontation ein und war gezwungen seinen älteren Bruder auf dem Friedhof al-Baqi zu begraben. Sein Grab wurde 1926 von der saudischen Dynastie (Aal-e-Saud) geschändet.

Imam Husseins (ع) Imamat

Wie sein großer Vater war auch Imam Hussein (ع) ein furchtloser Soldat. Er war von einer übermächtigen Leidenschaft für die Wahrheit erfüllt, dass er nie auch nur den geringsten Kompromiss mit der Falschheit einging. Darin unterschied er sich nicht von seinem älteren Bruder Imam Hassan (ع), der sich entsprechend seiner Zeit für die Wahrheit einsetzte.

Imam Hussein (ع) war ein junger Mann von zwanzig Jahren, als Osman Kalif wurde. Bald darauf begann der Nordafrika Feldzug. Imam Hassan (ع) und Imam Hussein (ع) nahmen an diesem Einsatz auf Gottes Weg teil. Sie schlossen sich dem Heer an, das Tabristan eroberte.

An allen Schlachten während Imam Alis (ع) Kalifat hatte Imam Hussein (ع) bemerkenswerten Anteil. Er kämpfte tapfer in den Schlachten von Dschamal, Siffin und Nachrawan.

Der auffallendste Zug an Imam Hussein (ع) war seine Leidenschaft für die Vereinigung mit Allah. Die letzte Nacht seines irdischen Lebens verbrachte er in Gebet und inbrünstigen Bitten. Am nächsten Tag, selbst mit dem Tod vor Augen, vergaß er doch nicht seine Gebete. So zeigte Imam Hussein (ع) durch sein unsterbliches Beispiel, dass ein Muslim stets um die geistlichen Dinge bemüht sein sollte, auch durch und mit den Gegebenheiten dieser Welt.

Die Geschichte der Menschheit ist eine Kette erfolgreicher und gescheiterter Revolutionen. Eine folgt auf die andere, die dann wieder von einer nachfolgenden verdrängt wird. Immer waren Revolutionen ein Werkzeug der Entwicklung und ein sicheres Zeichen dafür, dass ein Wandel geschieht. Prophet Muhammads (ص) Botschaft war ihrem tiefsten Sinn nach ein Wort der Revolution. Sie gab der Menschheit eine neue Vision, einen neuen Daseinszweck; sie war die Botschaft von Frieden, guten Willen, von Liebe und Duldsamkeit, in einer Gesellschaft, in der Hass, Korruption und Machtgier überwogen. Sie ging über alle sozialen, kulturellen und geographischen Grenzen hinaus.

Diese Botschaft sagte, dass alle Menschen eins sei sollten, da doch alle im selben Schöpfer ihren Ursprung haben. Und so schwer es auch war, es gelang Muhammad (ص) doch, eine Gesellschaft zu schaffen, die sich auf den Werten gründete, die er predigte. Aber innerhalb einer kurzen Zeitspanne von weniger als einem halben Jahrhundert nach seinem Tode zerfiel die Gesellschaft, die er geplant hatte, und die Werte, die ihm teuer waren, gingen verloren. Durch sorgfältige Manipulation und hinterlistige Planung griffen diejenigen, die bereits zu seinen Lebzeiten gegen ihn gewesen waren, nach der Macht. Ihre Regierung war eine Herrschaft des Schreckens. Die grausame Gewaltherrschaft der Omajjaden konzentrierte sich darauf, das islamische Rechtswesen systematisch zu zerschlagen.

Es schien, als ob niemand imstande sei, die Unterdrücker herauszufordern. Die Lage verlangte rasches Handeln, sonst würden die Scharia, die vom Propheten Muhammad (ص) aufgebaute Ordnung, zugrundegehen und alle Opfer, die dafür gebracht worden waren, wären vergebens.

Wenn Muhammads (ص) Botschaft richtig war, dann musste jemand Widerstand leisten: Imam Hussein (ع), der Enkel des Propheten, erhob sich gegen das Unrecht. Yazid - der Omajjadenherrscher - verlangte von ihm, er soll seine Ergebenheit beweisen und das antiislamische Regime gutheißen. Aber nein! Nicht Imam Hussein (ع)! Yazids Heer umzingelte ihn, in der Wüste von Kerbela. Er verlor seine Freunde und seine Familie, alle wurden vor seinen Augen niedergemetzelt. Dann stand er ganz allein da; körperlich völlig erschöpft, mager und gealtert, bleich und dünn im Sand von Kerbela, es war eine verwegene heroische Tat. Dazu brauchte es mehr als robuste Willenskraft, mehr als ausdauernde Vitalität, mehr als einen unbeugsamen Willen, mehr als Geduld: Das erforderte einen festen Glauben an diese Sache und an Allah, einen Glauben, der das Fundament des Islam ist. Er wurde erbarmungslos umgebracht, aber sein Auftrag hat überlebt, die Revolution Muhammads (ص) lebte wieder auf. Die Hoffnung ist zu neuem Leben erwacht, die Massen wurden wieder ermutigt. Mit dem Mord an Imam Hussein (ع) und dem Raub dessen Familie bestätigte Yazid seine eigene Niederlage. Mehr als dreizehn Jahrhunderte sind darüber vergangen, und immer noch ist Imam Hussein (ع) die Quelle der Inspiration für die gesamte Menschheit.

Göttliche Gerechtigkeit

 

Imam Hussein (ع) ist nicht umsonst gestorben. Die Mission, für die er sein Leben gab, erstarkte immer wieder mehr, bis schließlich die Macht der Omajjaden zerfiel. Das Drama, die Tragödie von Kerbela erschütterte das Reich, das auf soviel Planung und Intrige errichtet worden war, in seinen Fundamenten. Das Drama, die Tragödie von Kerbala machte Yazid zum meistgehassten Mann in der muslimischen Welt.

Imam Husseins (ع) heilige Worte, kurz bevor er ermordet wurde, kurz bevor er den Märtyrertod fand, erwiesen sich als buchstäblich wahr. Seine Feinde wurden schon sehr bald auf eine Weise bestraft, wie sie es nie geahnt hätten. Er selbst aber wurde in einer Höhe gehoben, nach der sich seitdem alle guten Menschen sehnen. Er hatte diese Höhe erreicht, weil er die Verkörperung dessen ist, was den wahren Geist des Islam ausmacht.

Leben und Charakter von Imam Hussein (ع), sein Kampf gegen die Mächte der Finsternis und Tyrannei und das herrliche Beispiel seines Martyriums waren in den folgenden Jahrhunderten eine Quelle der Inspiration und geistigen Kraft für die Menschen. Das strahlende Licht seines Selbstopfers leuchtete durch die Jahre und erhellt den Weg der Wahrheit, ruft die Menschen auf zum selbstlosen Kampf gegen Falschheit und Unterdrückung zur Verteidigung des wahren Glaubens. Dieses Licht brauchen wir besonders in den dunklen Zeiten, in denen wir leben, denn es zeigt, dass der unausbleibliche Sieg der Wahrheit über die Falschheit nur durch selbstloses Opfer erreicht werden kann und durch unsere Bereitschaft, nichts zurückzuhalten im Kampf gegen das Böse.

Der Eindruck, den das Leben von Imam Hussein (ع) und das Vorbild seines Martyriums hinterlässt, ist überall in der islamischen Welt ganz tief zu spüren, unabhängig von anderen Differenzen, rührt im Innersten der Herzen der Menschen und einigt alle Gläubigen in ihrem gemeinsamen Kampf gegen die dunklen Mächte des Bösen.

Das Licht dieses Beispiels hat auch die Menschen außerhalb der islamischen Welt tief berührt, denn die Botschaft, die es erhellt, ist universal.

Die letzten Stunden Imam Hussains (ع)

Unser Imam ist allein. Er schaut sich um. Hier liegen Habib ibne Mazaahir, Muslim bin Awsaja, Zuhair ibne Qain und all seine Freunde und Gefährten. Dort liegen Aun und Muhammad. Er schaut zu Qasims zertrampelten Überresten. Er schaut zu Ali Akbar, seinem geliebten Sohn, mit solch grausamer Wunde in der Brust. Er schaut in Richtung Euphrat. Leise flüstert er: „Abbas, Abbas, ich bin so allein. So allein!“

Langsam bewegt sich Imam Hussain auf das Zelt Imam Zainul Abedins zu. Zainul Abedin liegt ohnmächtig in seinem Bett. Liebevoll schüttelt der Imam seinen Sohn an der Schulter. Der kranke Imam öffnet seine Augen: „Vater, Vater, wieso bist du allein? Wo ist mein Onkel Abbas? Wo ist Ali Akbar? Wo ist Qasim? Wo sind all deine Gefährten?“ Imam Hussain (Friede sei mit ihm) erwidert: „Sohn, kein Mann außer du und ich sind am Leben gelassen worden. Alle haben ihr Leben für den Islam geopfert.“

Zainul Abedin (Friede sei mit ihm) versucht aufzustehen. „Wohin gehst du, mein Sohn?“, fragt Imam Hussain. „Um Yezid s Armee (LA) zu bekämpfen.“, erwidert der junge Mann. „Nein, mein Sohn, du bist zu krank für den Jihaad. Ich bin gekommen um Lebewohl zu sagen. Pass auf die Damen und die Kinder auf. Und, mein Sohn, wenn du nach Medina zurückkehrst, richte Sughra meinen lieben Gruß aus. Sag ihr, dass ich jeden Moment an sie gedacht habe und dass ich mir in den letzten Augenblicken meines Lebens wünschte, sie umarmen zu können bevor ich getötet werde. Und richte auch unseren Freunden meinen Salaam aus und sage ihnen, dass sie an mich denken sollen, wenn sie Wasser trinken, mein Sohn.“

Imam Hussain (Friede sei mit ihm) steht in der Mitte des Zeltes und ruft: “Oh Zeyneb (Friede sei mit ihr), oh Kulthum (Friede sei mit ihr), oh Sukaina (Friede sei mit ihr), oh Ruqayya (Friede sei mit ihr), oh Rubaab (Friede sei mit ihr), oh Fizza (Friede sei mit ihr), mein Gruß an euch! Lebt wohl!“ Die Damen und die Kinder jammern und weinen als sie dem Imam (Friede sei mit ihm) Lebewohl sagen.

Der Imam (Friede sei mit ihm) geht auf sein Pferd zu. Es gibt niemanden mehr, der ihm beim Aufsteigen hilft. Sayyida Zeyneb (Friede sei mit ihr) tritt vor und hält die Zügel als der Imam das Pferd besteigt. Das Pferd geht einige Schritte und bleibt dann stehen. Der Imam drängt das Pferd weiterzugehen, aber es bleibt stehen und schaut zu seinen Hinterläufen. Imam Hussain (Friede sei mit ihm) dreht seinen Kopf und sieht, wie Sukaina (Friede sei mit ihr) die Beine des Pferdes umklammert und das Pferd bittet: „Pferd, nimm meinen Vater nicht von mir, lass sie mich nicht zu einem Waisenkind machen!“

Imam Hussain (Friede sei mit ihm) steigt ab. Er spricht: „Sukaina, du bist die Urenkelin des heiligen Propheten (Allahs Segen und Heil auf ihm und seine Familie). Ich liebe dich so sehr, dass ich nicht gehen werde, wenn du es mir verbietest, aber dann wird der Islam vernichtet. Wie wirst du oder ich dem heiligen Propheten (Allahs Segen und Heil auf ihm und seine Familie) dann am Tage des Jüngsten Gerichts ins Gesicht Blicken können?“, ihre Tränen bekämpfend kann die vier Jahre alte Sukaina nur hervorbringen: „Bismillah, Vater.“ Das vierjährige Kind hält die Zügel, als der Vater das Pferd besteigt um in den sicheren Tod zu reiten.

Hussain (Friede sei mit ihm) reitet weiter. Auf einem Hügel hält er und ruft laut: „Ist dort jemand, der mir zu Hilfe kommt?“

Natürlich erwartet der Imam nicht, dass einer der feindlichen Soldaten ihm zur Hilfe eilt. An wen richtet sich dann sein Hilferuf? Unser Imam plädiert an alle Muslime jeden Zeitalters und überall auf der Welt, jung und alt, Männer und Frauen, Erwachsene und Kinder, uns ermahnend, den Yezidismus zu bekämpfen und zu die Aufforderung Allahs (swt) Befehle zu missachten zu verweigern. Jede kleine Anstrengung, die wir auf uns nehmen um nach dem islamischen Bewusstsein zu handeln und es zu bewahren, ist eine Antwort auf den Ruf des Imams (Friede sei mit ihm) mit „Labbeyk! Labbeyk!“

Hussain (Friede sei mit ihm) reitet in Richtung der Feinde. Ein Regen aus Pfeilen wird auf ihn abgeschossen. Hussain (Friede sei mit ihm) ignoriert den Pfeilregen und reitet weiter. Er möchte eine letzte Anstrengung machen, um den Feinden des Islam den wahren Islam zu predigen. Er hält und wendet sich an die Feinde:

“An jene von euch, die mich nicht kennen, wisset, dass ich der Enkelsohn des heiligen Propheten (Allahs Segen und Heil auf ihm und seine Familie) bin. Ich bin auf dem Weg der Wahrheit. Yezid (LA) verkörpert Falschheit und Korruption. Er möchte euch vom Islam wegführen. Folgt ihm nicht! Ermordet nicht den Enkelsohn des Propheten (Allahs Segen und Heil auf ihm und seine Familie)! Allah (swt) wird euch niemals vergeben!

Seid euch gewiss, wenn ihr einen Befehlshaber seht, der all jenes tut, was Allah und sein Prophet (Allahs Segen und Heil auf ihm und seine Familie) verboten haben, der jeder Sünde nachgeht, der seine Untergebenen unterdrückt und ihr nichts tut um so einen Befehlshaber zu stoppen, dann seid ihr vor genauso schuldig wie er es ist! Ihr kennt meine Abstammung. Meine Eltern haben mich nicht erzogen damit ich mich einem üblen Tyrannen unterwerfe. Ich bin euer Imam. Ihr habt die Freiheit eurer Gedanken gegenüber den schlechten Weg Yezids eingetauscht. Wenn ihr euch schon nicht um den Islam kümmert, dann sorgt euch zumindest für die Freiheit eures Geistes!“

Umar Sa’ad schreit: “Werdet nicht das Opfer seiner Redekunst! Tötet ihn!“

Aus allen Richtungen nähern sich den Imam (Friede sei mit ihm) die Soldaten (LA) mit blanken Schwertern. Hussain (Friede sei mit ihm) sagt: „Ihr habt euch entschieden mich zu bekämpfen, so werde auch ich euch bekämpfen. Ich fürchte den Tod nicht. Der Tod ist mir süßer als Schande. Ich werde euch jetzt Zeugen vom Heldenmut des Sohne von Ali ibn Abi Talib (Friede sei mit ihm) werden lassen!“

Imam Hussain (Friede sei mit ihm) zieht sein Schwert und beginnt zu kämpfen. Durstig, müde, verwundet, gekränkt, unser Imam (Friede sei mit ihm) kämpft, wie nie zuvor jemand kämpfend gesehen wurde. Wohin er sich auch wendet fliehen die Soldaten wie Hasen vor einem Löwen flüchten. Umar Sa’ad (LA) schickt seine besten Krieger gegen den Imam (Friede sei mit ihm). Alle von ihnen sterben. Niemand wagt sich in die Nähe des Imams (Friede sei mit ihm). Hathret Hussain (Friede sei mit ihm) stellt sich auf die Steigbügel, seine Augen wenden sich zu der Stelle, wo Hathret Abbas (Friede sei mit ihm) liegt: „Abbas, hast du die Schlacht deines durstigen Bruders gesehen, dessen Herz gebrochen ist?“, murmelt er.

Und dann erscheint Dschebrail (Allahs Wohlgefallen auf ihm) und spricht: “Oh Hussain (Friede sei mit ihm), Allah (swt) ist von deiner Tapferkeit erfreut. Nun ist der Augenblick gekommen, an dem du den Islam mit deinem Leben bewahren musst.“ Imam Hussain (Friede sei mit ihm) schaut zum Himmel. Ja, die Zeit des Asrs (Nachmittagsgebets) ist angebrochen. Hussain (Friede sei mit ihm) steckt das Schwert zurück in die Scheide, senkt sich über den Pferderücken und flüstert dem Pferd zu: „Bring mich dorthin, wo meine Mutter Fatimah (Friede sei mit ihr) auf mich wartet! Aber, mein treues Pferd, passiere vorher noch die Stelle an der mein Ali Akbar liegt, sodass ich meinen geliebten Sohn nur noch ein letztes Mal sehe, bevor ich sterbe.“

Als die Feinde sehen, dass Hathret Hussain (Friede sei mit ihm) sein Schwert zurückgesteckt hat kommen sie von allen Seiten. Einige werfen Steine auf ihn, andere schlagen ihn mit Schwertern, Pfeile werden auf ihn geschossen. Plötzlich hält das Pferd und die Stimme Fatimah Zahras (Friede sei mit ihr) ist zu hören: „Mein Sohn, mein Sohn!“ Imam Hussain (Friede sei mit ihm) fällt vom Pferd, aber sein Körper berührt nicht den Boden. Er ruht auf den Klingen der Pfeile. Er hält sein Asr gebet auf einem Teppich aus Pfeilen ab. In seinem letzten Sajdah (Niederwerfung) spricht er: „Oh Allah (swt), alles Lob gebührt DIR und nur DIR allein!“

 

Jemand bewegt sich auf unseren Imam (Friede sei mit ihm), der sich auf den Pfeilen im Sajdah befindet, zu. Er hält einen Dolch in seinen Händen. Die Erde bebt. Die Sonne verdunkelt sich. Und dann ist die Stimme Dschebrails zu hören: „Oh, Hussain ist getötet! Hussain ist getötet!“ Sukaina (Friede sei mit ihr) fällt bewusstlos zu Boden. Sayyida Zeyneb (Friede sei mit ihr) läuft zum Zelt unseres vierten Imam (Friede sei mit ihm). „Oh Sohn, was ist geschehen?“ Imam Zainul Abedin (Friede sei mit ihm) taumelt auf den Vorhang des Zeltes zu, hebt ihn an und deutet mit seinem Finger auf einen Kopf, der auf eine Lanze gehoben wird. Mit einer zitternden Stimme ruft er:


„ASSALAMU ALEYKA YA ABA ABDILLAH!“

Abalfazl al-Abbas (ع)
- Ein Beispiel für grenzenlose Treue und Aufopferung -

übersetzt von Mariam C.

Die Treue und der Mut Amir al-Mu'minins (ع) bekommen durch den Helden der Helden von Karbala eine neue Bedeutung. Die Aufopferung für den Islam und besonders für Imam Hussein (ع) werden durch diese Persönlichkeit neu geschrieben, erläutert und verkörpert, sodass es ein Beispiel für die Muslime und die gesamte Menschheit darstellt. Er ist eine „Universität“, was Treue, Mut und Aufopferung betrifft, deren 'Besuch' sich für jeden Freiheits- und Wahrheitsliebenden lohnt. Seine grenzenlose Treue und Aufopferung, während seines ganzen Lebens und besonders in Karbala, gravierten seinen Namen tief in die Herzen der Muslime.

Abstammung

 

Hadhrat Abbas (ع) war der Sohn Amir al-Mu'minins (ع). Seine Mutter hieß Fatima bint Hazam bin Khalid ibn Rabi'e ibn Amer Kalbi. Sie ist jedoch als 'Umm al-Banin', die 'Mutter der Söhne', eher bekannt. Der Grund, warum sie so genannt wird, verdeutlicht folgende Überlieferung: Immer wenn Amir al-Mu'minin (ع) sie mit 'Fatima' ansprach, sahen sich Hassan und Hussein (ع) an, während ihre Augen tränten. Sie erinnerten sich nämlich immer wieder an ihre verstorbene Mutter Sayyeda Fatima al-Zahra (ع). Umm al-Banin (رض) konnte diesen Anblick nicht ertragen, sodass sie Imam Ali (ع) bat, sie doch anders als mit ihrem richtigen Namen zu rufen. Er nannte sie fortan nur noch Umm al-Banin.

Sie (رض) gehörte dem edlen Stamm der Banu Kilah an, die eines der nobelsten Familien der Quraisch waren. Sie waren bekannt für den Mut und die Tapferkeit ihrer Kämpfer. Einige Jahre nach dem Martyrium Sayyeda Fatimas (ع), bat Imam Ali (ع) seinen Bruder Aqil (ع), ihm eine Frau von tapferer Abstammung vorzuschlagen. Aqil kannte sich in dieser Hinsicht sehr gut aus, so dass er ihm Fatima bint Hazam vorschlug und Amir al-Mu'minin sie heiratete. Fatima bint Hazam war eine kultivierte, gelehrte und erfahrene Frau und gebar Amir al-Mu'minin (ع) vier Söhne, Abbas, Jafar, Abdullah und Uthman. All ihre Kinder erlangten das Martyrium mit Imam Hussein (ع) in Karbala. Nach seinem Martyrium wollte sie nicht mehr 'Umm al-Banin', 'Mutter der Söhne', genannt werden.

An dem Tag, als sie das Haus Amir al-Mu'minins (ع) betrat, stellte sie sich Hassan und Hussein als 'Sklavin' bzw. als Bedienstete vor, um für sie zu sorgen. Sie hoffte und betete, dass sie sie als Bedienstete akzeptieren würden. Hierzu wird folgendes überliefert: Bevor Umm al-Banin das Haus betrat, bat sie ihre Familie vor der Haustür zu warten. Sie wollte nämlich zunächst das Einverständnis Hassan und Husseins (ع) einholen, ob diese sie als 'Bedienstete' annehmen. Sie betrat das Haus und sah Hassan und Hussein (ع) erkrankt auf dem Bett liegend und fragte sie: „Meine Herren (Sayyedai) nehmt ihr mich als Bedienstete in eurem Hause an?“ Sie antworteten: „Das Haus ist deins.“ Ihr Respekt und ihre grenzenlose Liebe zu den beiden wurde schon bald von den Brüdern erwidert. Auch nachdem sie Amir al-Mu'minin (ع) vier Söhne gebar, hatten Imam Hassan und Imam Hussein (ع) einen besonderen Platz in ihrem Herzen.

Fatima bint Hazam hatte eine bespiellose Liebe und Aufrichtigkeit zur Nachkommenschaft des Propheten (ص), sodass sie Imam Hussein (ع) sogar mehr liebte als ihre eigenen Kinder. Ein Gefühl, welches tief in ihrem Herzen verankert war. Dies war so grenzenlos, dass sie, als sie die Botschaft des Martyriums ihrer vier Kinder mitgeteilt bekam, antwortete: „Wie geht es Hussein (ع)? Berichte mir von Hussein?“ Als sie vom Martyrium Imam Husseins (ع) erfuhr, sagte sie: „Alle Arterien meines Herzens sind zerrissen. Mögen alle meine Kinder und alles was unter diesem blauen Himmel existiert für Imam Hussein (ع) geopfert sein.“

Umm al-Banin schärfte ihren Sohn daher ein, dass er sich, wenn er neben Imam Hussein (ع) setz, in der Weise wie er Taschahhud (Bekenntnis) im Gebet macht, setzen soll. Des Weiteren wird überliefert, dass sie folgendes sagte: „Mein Sohn! Wenn du Hussein rufst, dann sag: 'Sayyedi Hussein (Mein Herr Hussein)', sag nicht: 'Mein Bruder Hussein'. Er ist der Sohn Fatimas (ع), du hast ihm zu folgen, hörst du mein Sohn!“ Ferner wird berichtet, dass wenn Imam Hussein (ع) von ihr Wasser verlangte, sie al-Abbas (ع) dazu aufforderte, Hussein (ع) Wasser zu bringen. Abbas (ع) sollte demnach das Wasser, welches er Imam Hussein (ع) brachte immer auf dem Kopf tragen.

Wahrlich, Umm al-Banin (رض) kannte die Wahrheit und die Stellung der Ahl-ul-Bayt (ع) und besonders die Stellung von Imam Hussein (ع), so dass es unverständlich gewesen wäre, wenn sie anders gehandelt hätte und dies auch ihrem Sohn verinnerlichen ließ.

Einer der mutigen und tapferen Anhänger des Propheten (s), sein Cousin und der Bruder Imam Alis (ع), Jaafar al-Tayyar (رض), trug in der Schlacht von Mutah das Banner des Islam. Bei dieser Schlacht wurde er von den Feinden umzingelt und getötet. Als man die Nachricht vom Martyrium Jaafar al-Tayyars (رض) dem Propheten (ص) übermittelte, weinte er (ص) und betete für die Seele Jaafars (رض). Gabriel kam auf dem Propheten (ص) herab, überbrachte ihm sein Beileid und sagte: „Jaafar war ein mutiger und treuer Kämpfer. Allah hat ihm ein ewiges Leben und zwei Flügel anstelle seiner beiden Arme gegeben, die während der Schlacht abgehackt wurden.“ Imam Ali (ع) saß neben dem Propheten (ص) während dieses Ereignisses und sagte: „Bitte bete zu Allah, dass auch ich im Kampf für den Islam sterbe und so das Martyrium erlange.“ Der Prophet (ص) aber sagte: „O Ali, dein Tod wurde schon festgelegt. Du wirst in der Moschee während des Gebets sterben, aber der Allmächtige wird dir einen Sohn geben, der in der Schlacht am Tage Aschuras, sterben wird.“ Von diesem Tag an erwartete Imam Ali (ع) mit Sehnsucht die Geburt dieses Sohnes.

Diese Prophezeiung wurde im Jahr 8 nach der Auswanderung ausgesprochen. Zur der Zeit waren Imam Hassan und Imam Hussein fünf und vier Jahre alt. Es war die Geburt eines Sohnes, der nicht nur den Banner des Islam in Karbala, wie sein Onkel in Mutah halten wird, sondern mit denselben gesegneten Händen Wasser tragen, um den Durst der Kinder Husseins etwas stillen zu können.

Geburt

 

Hadhrat Abbas wurde am 4. Schaaban (7. Rajab) 26 Jahre nach der Auswanderung in Medina geboren. Als Imam Ali (ع) von der Geburt erfuhr, warf er sich zum Dank nieder. Die erste Person, die Abbas sah, war Imam Hussein (ع), welcher auch den Adhan und die Iqama in die Ohren des Säuglings sprach. Am siebten Tag nach seiner Geburt wurde die Aqeeqa organisiert und Imam Ali (ع) nannte das Kind Abbas. Des Weiteren wird überliefert, dass Imam Ali (ع) das kleine Kind oft in die Arme hielt und seine Hände küsste. Als ihn Umm al-Banin (رض) darauf ansprach, antwortete er: „Diese Hände werden für die Gerechtigkeit abgehackt werden.“ Auch Umm al-Banin (رض) nahm diese Gewohnheit von Amir al-Mu'minin (ع) an und küsste die Hände des kleinen Jungen. Als Abbas ca. fünf Jahre alt wurde, sprach er seine Mutter darauf an und sagte: „O Mutter, ich sehe, dass du meine Hände küsst, ich muss doch deine Hände küssen, meine liebe Mutter.“ Sie sagte: „O mein Sohn, ich sah deinen Vater Amir al-Mu'minin (ع) dies regelmäßig tun und er sagte mir, dass diese Hände für Gerechtigkeit abgehackt werden.“

Kindheit und Jugend

 

Es war das Begehren des Imam Ali (ع), dass sein Sohn Abbas dieselben ehrwürdigen Taten verwirklicht, wie er selbst, und die Lehren des Islam einhalten würde, ohne Furcht vor Leben und Tod. Es war ebenso sein Wunsch, dass Abbas ein treuer Gefährte Imam Hussein (ع) und der Bannerhalter in Karbala wird.

Hadhrat Ali, welcher selbst 'Der Löwe Gottes' und 'Das Tor des Wissens' genannt wurde, erzog Abbas auf dieser Basis, bis dieser 14 Jahre alt wurde. Die nächsten 10 Jahre verbrachte er unter den achtsamen Augen Imam Hassans (ع) und die letzten zehn Jahre seines Lebens mit Imam Hussein (ع). Es ist also nicht verwunderlich, dass Abbas eine Perfektion und Vollkommenheit in so vielen Bereichen des Lebens erlangte. Seine Tapferkeit, Kühnheit, seine furchtlose Erscheinung und die Art seines Kampfes erbte er von Imam Ali (ع), dies bewies er in mehreren Schlachten wie Jamal, Siffin und Nahrawan. Imam Hassan (ع) lehrte ihm Standhaftigkeit und Geduld. Seine grenzenlose Treue und Selbstopferung waren das Ergebnis der Gefährtschaft von Imam Hussein (ع) und Sayyeda Zaynab (ع). Er war physisch, mental, geistig und moralisch vollkommen entwickelt und ausgeprägt. Er war auch ein erfahrener und fähiger Gelehrter.

In dieser Umgebung wuchs er auf. Das Licht der Prophetenschaft und des Imamats umgaben ihn. Die Treue und Aufopferung waren seine Gefährten, die er niemals verließ und die sich von ihm niemals trennten. Er half den Armen und Bedürftigen, er erfüllte seine Pflichten gegenüber seinen Mitmenschen hinsichtlich der Grundsätze des Islam. Er war rein in seinen Gedanken, Taten und Worten. Er lebte strikt nach den islamischen Prinzipien und gemäß des Koran und der Sunna des Propheten (ص).

Wie Imam Ali (ع) schon vom Propheten (ص) gelehrt und „trainiert“ wurde, so wurde auch Hadhrat Abbas (ع) von Imam Ali (ع) gelehrt und 'trainiert'. Imam Ali (ع) kannte die Geheimnisse des Lebens und des Todes, und Hadhrat Abbas (ع) verinnerlichte den wahren Geist des Islam. Eine Person, die von Imam Ali (ع) erzogen, gelehrt und „trainiert“ wurde, würde niemals von den Verführungen dieser Welt getäuscht werden, oder sich vom Tod ängstigen. Hadhrat Abbas (ع) bestätigte dies durch seine Taten.

Hadhrat Abbas (ع) heiratete Lubaba, die Tochter von Ubaydallah ibn Abbas ibn Abdul-Muttalib und hatte 2 Söhne, Fadl und Muhammad. Einige Quellen berichten, dass Lubaba an der Tragödie von Karbala anwesend gewesen war und ihre beiden Söhne dort das Martyrium erlangten.

Am Todesbett von Imam Ali ibn Abi Talib (ع)

 

Kein Opfer soll zu teuer für Imam Hussein (ع) sein...

Als Amir al-Mu'minin (ع) tödlich verwundet wurde, verlangte er nach seinen nahen Familienmitgliedern. Er vertraute alles seinem ältesten Sohn Imam Hassan (ع) an, außer Hadhrat Abbas (ع). Dann hörte er Abbas mit seinen 12 Jahren schluchzen. Imam Ali (ع) bat ihn näher zu kommen, nahm seine Hand und legte sie in die Hand seines zweiten Sohnes, Imam Hussein (ع) und sagte: „Hussein, dieses Kind vertraue ich dir an. Er wird mich am Tag der größten Opferung vertreten und er wird dich und deine Liebsten mit seinem eigenen Leben verteidigen.“

Zu Abbas (ع) sagte er: „Abbas, mein Sohn, ich weiß, dass du Hussein (ع) grenzenlos liebst. Du bist zu jung, um es mitzuteilen, doch wenn dieser Tag (Tag der größten Opferung) anbricht, so betrachte kein Opfer als zu teuer/groß, um damit Hussein und seine Kinder, zu verteidigen.“

Dies war im Jahre 656 n. Chr. Das Ereignis der 'größten Opferung' wurde in der Schlacht von Karbala (680 n. Chr.) zur Realität, als Imam Hussein (ع) gegen die Armee Yazids (لعن) antrat. Es war der Kampf des Guten gegen das Böse, Gerechtigkeit gegen Tyrannei, falsch gegen richtig. Die Schlacht von Karbala markiert in der Geschichte des Islam ein sehr signifikantes Ereignis und ist das Beispiel für größte Opferung, Mut und die Hingabe für die gerechte Sache.

In der Schlacht von Karbala war Hadhrat Abbas (ع) stellvertretender Truppenführer von Imam Hussein (ع). Er bekämpfte die Armee des Bösen, des Yazid (لعن) mit unglaublicher Tapferkeit und Mut, erinnernd an die letzten Worte seines Vaters. Die Geschichte von Abalfazl al-Abbas (ع) in Karbala, in der er sein Leben ließ, um Wasser für die Kinder Imam Husseins (ع) zu besorgen, ist die schmerzvollste und signifikanteste in der islamischen Geschichte.

Das Leben des Hadhrat Abbas (ع) ist ein Beispiel unerschütterlicher Loyalität und Treue für einen Bruder. Es ist auch die Geschichte eines Kämpfers, der sein Leben für den Islam ließ, welches in der Sicht Hadhrat Abbas (ع) eine gerechte Sache darstellte.

Imam Alis (ع) Begehren war es zu sichern, dass Abalfazl al-Abbas (ع) die Religion des Islam predigte und der Familie des Propheten (ص) diente. Hadhrat Abbas sah seine erste Schlacht, als er erst 11 Jahre alt war. Dies war die Schlacht von Siffin.

Einmal erschien er getarnt, verhüllt und gepanzert auf dem Schlachtfeld. Als Ibn-e-Shasa, ein mutiger und bekannter syrischer Kämpfer, diese maskierte Person sah, fragte er einen von seinen sieben Söhnen, ihn (Abbas) zu töten. Als der erste seiner Söhne zum Kampf antrat, wurde dieser niedergeschlagen. Das gleiche Schicksal erwartete auch die übrigen seiner Söhne, die gegen diesen maskierten Kämpfer zu kämpfen versuchten. Schließlich trat Ibn-e-Shasa selbst an, um diese maskierte Person niederzuschlagen, doch die Art und Weise wie dieser vom maskierten Kämpfer geschlagen wurde, ließ die Menschen ungläubig, starrend blicken. Sie meinten, dass dieser maskierte Kämpfer mit Sicherheit Hadhrat Ali (ع) sein müsste, wobei sich niemand traute dieser Person näher zu kommen. Als Abalfazl al-Abbas (ع) jedoch die Maske von seinem Gesicht entfernte, waren die Menschen sehr überrascht und sogar verblüfft, anstelle des vermuteten Imam Alis (ع) seinen Sohn al-Abbas (ع), welcher die Tapferkeit seines Vaters erbte, zu sehen.

Das Wasser wird zu Blut

 

Eine Überlieferung und Prophezeiung

Hadhrat Abbas' Hingabe, Respekt und Liebe zu Imam Hussein (ع) waren so groß und tief, dass er fast schon den Boden, auf welchem Imam Hussein (ع) ging, ehrte. Ferner wird berichtet, dass al-Abbas (ع) den Staub von den Füßen Aba Abdillahs (ع) auf seine Augenbrauen streute. Er nahm es jedem übel, der in seiner (Abbas') Präsenz, Imam Hussein (ع) diente.

Des Weiteren wird erzählt, dass einmal Imam Hussein (ع) in der Moschee in der Gegenwart von Imam Ali (ع) Durst verspürte und einen Bediensteten um Wasser bat. Doch Hadhrat Abbas (ع) stand plötzlich auf und lief so schnell er konnte, so dass er den Bediensteten einholte und Wasser besorgte. In seiner Eile, den Durst Imam Husseins (ع) so schnell wie möglich zu stillen, verschüttete er Wasser auf seine Kleidung. Hadhrat Ali (ع), der dies beobachtete, führte seine Rede nicht fort und weinte. Als ihn die Gläubigen auf seine Tränen ansprachen, erinnerte er sich an die prophetischen Worte, welche 20 Jahre danach Realität wurden: „Abbas, der heute seine Kleidung mit Wasser feuchtete, um den Durst seines Bruders Husseins zu stillen, wird eines Tages seinen Körper mit Blut überströmen, um den Durst der Kinder Imam Husseins zu stillen.“

Das Leben ist nicht wertvoller als Hussein (ع)

 

Verführungen in Karbala

Abbas wich während seines Lebens niemals von der Seite seines Bruders Imam Hussein (ع), so auch als sie Medina verließen. Er wurde von allen Familienmitgliedern des Imams (ع) sehr geliebt und respektiert. Er war so hingebungsvoll und treu zu Imam Hussein (ع), dass er, als Shimr ibn Ziljoshan (لعن), der zweite stellvertretende Truppenführer Yazids Armee, vor dem Zelt Imam Hussein (ع) stand und rief: „Wo sind meine Neffen, Abbas, Abdullah, Jaafar und Uthman?“ Hadhrat Abbas (ع) wollte nicht antworten, doch er tat es schließlich nachdem Imam Hussein (ع) ihn aufforderte: „Antworte ihm! Denn auch wenn er korrupt (und uns feindlich gesinnt) ist, so ist er dennoch dein Verwandter.“ Abbas fragte Shimr (لعن), was er denn wolle und Shimr (لعن) antwortete: „O meine Neffen, ich habe extra Ubaydullah, um ein sicheres Leben für euch gebeten. Wieso wollt ihr euch mit Hussein töten lassen? Wieso schließt ihr euch nicht den Truppen des mächtigen Yazids an?“ Abbas schaute verachtend und antwortete scharf: „Möge Allahs Zorn über dich und deinen Vorschlag kommen, O Feind Allahs! Wie kannst du es wagen, uns solch einen Vorschlag zu machen? Niemals werden wir unseren Herrn Hussein verlassen und die irreführenden und korrupten Truppen Yazids unterstützen.“ Shimr kehrte verärgert um.

Da die Truppen Yazids sich vor der Tapferkeit und Kampfbereitschaft von Abalfazl al-Abbas (ع) fürchteten, versuchten sie es ein zweites Mal, ihn zu ihnen zu locken. Jareer ibn Abdullah war ein Angestellter Ubaydullah Ibn Ziyads, der Gouverneur Kufas, und hatte einen hohen Einfluss auf ihn. Umm al-Banin, die Mutter Abbas', war eine Cousine von Jareer, der völlig davon überzeugt davon war, dass Hussein und seine Gefährten kaltblütig massakriert werden. Er hatte eine innere tiefe Abneigung, dass seine vier Neffen mit Hussein massakriert würden. Er appellierte an ibn Zyad das Leben seiner vier Neffen zu verschonen. Ibn Zyad war damit einverstanden. Jareer schrieb umgehend an Abbas, dass er und seine Brüder die Gefährtschaft Husseins aufgeben und zu ibn Zyad über gehen sollten und somit ihr Leben schützen, da es eine kritische und lebensgefährliche Situation für sie sei. Diesen Brief übermittelte er durch eine Person namens Irfan. Dieser überbrachte den Brief an Abbas (ع), welcher beim Lesen des Briefes kaum seinen Zorn unterdrücken konnte. Er zerriss den Brief und sagte zu Irfan: „Geh und teile meinem Onkel Jareer ibn Abdulllah mit, dass wir niemals Hussein im Stich lassen und erst recht nicht Zuflucht bei Ubaydullah suchen werden. Wir suchen allein bei dem Allmächtigen Zuflucht und sind bereit unser Leben für unseren geliebten Imam Hussein und den Islam zu opfern!“ Als Irfan Jareer die Worte Abbas mitteilte, war er sehr enttäuscht, denn er war davon überzeugt, dass Abbas dieses Angebot annehmen würde.

Doch Jareer hatte vergessen, dass er dies jemandem anbot, der Hussein und den Islam mehr liebte als sich selbst und sich um diese mehr sorgte als um sein eigenes Leben. Er hatte vergessen, dass Abbas der Sohn von Imam Ali (ع) war, der mal sagte: „O du Gelbes (Gold) und O du Weißes (Silber)! Trüge jemanden anderes!”, während er als Kalif über das Vermögen des islamischen Reiches verfügte.

„Ich werde dich repräsentieren, Schwester“

 

Umm Kulthum opfert Abbas für Hussein

Am Vorabend Aschuras, als Abalfazl al-Abbas (ع) sein Schwert schleifend in seinem Zelt saß, kam seine Schwester Umm Kulthum (ع) mit Tränen in den Augen zu ihm und sagte: „Ich kann kein Opfer für meinen lieben Bruder Hussein (ع) bringen, der von den Feinden umzingelt ist. Zaynab hat zwei Söhne, die sie opfern wird; Qassim wird seinen Vater Imam Hassan (ع) repräsentieren; Umm Laylah wird ihren Sohn Ali al-Akbar (ع) zum Kampf schicken, sogar Rabab wird ihren kleinen Sohn Ali al-Asghar (ع) opfern. Aber ich habe keine Söhne und als Frau ist mir der Kampf nicht erlaubt. Die Menschen werden diese Frauen in Erinnerung behalten und sie preisen, ich hab jedoch niemanden, den ich für Hussein (ع) opfern kann.“ Abbas tröstete sie und sagte: „Mach dir keine Sorgen meine liebe Schwester, du hast mich wie eine Mutter aufgezogen und hast dich um mich gesorgt. Ich werde mich an deiner Stelle opfern.“ Weinend nahm Umm Kulthum (ع) ihren Bruder Abbas zu Imam Hussein (ع) und sagte: „Lass meinen Bruder Abbas in meinem Namen für dich kämpfen und sich für dich und den Islam, opfern.“

Nach großer Überzeugungsarbeit erlaubte Imam Hussein (ع) Wasser für die kleinen durstigen Kinder zu holen. Hadhrat Abbas (ع) machte sich mit einem Ledersack und dem Banner auf dem Weg.

Der Kampf um den Fluss zu erreichen

 

„O Allah, gewähre mir Leben, um meine Mission erfüllen zu können”

Die hochragende Gestalt des Abbas' und sein Ruf als bekannter und tapferer Kämpfer in ganz Arabien machte auch bei den Truppen Yazids seinen Umlauf. Als dieser 'unerschrockener Löwe' am Kampfplatz erschien, versuchten die Feinde mit allen Mitteln ihn daran zu hindern den Fluss zu erreichen. Hadhrat Abbas (ع) stand furchtlos und mutig vor den Feinden und sprach: „Wir sind selbst die Schwerter des Stammes Haschim und sind schärfer als die schärfste Schneide, bereit euer Blut zu vergießen. O ihr Söhne der Gegner der Wahrheit! Wenn unser Großvater, der heilige Prophet (ص), noch am Leben gewesen wäre und gesehen hätte was für ein Leid seine Nachkommenschaft zu ertragen hat, so wäre er gewiss beschämt wegen eurer Taten. Tod durch den Schwert ist ruhmvoll, wenn die Frucht das Paradies sein wird. Verflucht sei diese Welt und ihre trügerischen Verführungen. Ihr werdet in der Hölle schmoren!”

Als die Feinde diese Worte hörten, griffen sie ihn von allen Seiten an. Abbas, der unerschrockene Löwe, begann seinen Kampf mit einem löwenartigen Brüllen. Er schlug jeden nieder, der in seine Nähe kam. In den Truppen von Omar ibn Saad (لعن) war eine Person namens Murid ibn Sudaif. Als er sah wie Abbas die besten seiner Kämpfer mit Leichtigkeit niederschlug, wurde er wütend und schrie: „Es ist eine Schande, dass nur ein Haschemit einen derartig großen Schaden anrichtet. Er ist allein und wir sind ihm zahlenmäßig überlegen. Seht euch die Zahl unserer Kämpfer an. Wenn jeder von uns nur eine handvoll Staub auf ihn werfen würde, so würde er ersticken. Ihr seid alle Feiglinge. Ich werde gegen Abbas kämpfen und ihn in Null-Komma-Nix Sekunden töten.” Dann lief er mit einer langen Lanze in seiner Hand zu Abbas. Auch Hadhrat Abbas (ع) bewegte sich von seinem Platz, um seine Stärke und Geschicklichkeit auszutesten. Murid ibn Sudaif prahlte mit seiner Ritterlichkeit, Männlichkeit und seinem Mut und war von der Unterlegenheit Abbas überzeugt. Er sagte verachtend und gering schätzend: „Abbas kehre um und kämpfe nicht. Wenn du mit mir kämpfst, so wirst du bestraft. Ich sorge mich um dich, da du noch so jung und anfällig bist. Geh und leb ein zufriedenes und glückliches Leben. Denk daran, dass diese Soldaten mit denen du bisher gekämpft hast, nicht die notwendigen zerschmetternden Schläge und Kampfarten beherrschen. Du sollst wissen, dass du für mich kein Problem darstellst, es wäre kein Kampf mit dir fertig zu werden. Ein Wort ist für den Weisen genug. Kehre um, wenn du dein Leben retten willst!“

Abbas, der unerschrockene 'Löwe' und der Mond der Kinder (Bani) Haschims, hörte den Worten Marid ibn Sudaif bis zum Ende aufmerksam zu. Als er mit seiner Rede zu Ende war, sagte Abbas (ع) kühn: „O du Feind Allahs! Es ist ziemlich unmöglich für mich deinen Bedingungen zu zustimmen. Du kannst mich nicht ruinieren, doch wirst du dich selbst vernichten. Diejenigen, die für Allah sterben, werden ewig leben, und diejenigen, die gegen Allah kämpfen, werden auf ewig vernichtet. Gesegnet seien die, die ihr Leben für die Zufriedenheit Allahs opfern. Sei dir sicher, dass du niemals Erfolg haben wirst mich zu verführen und fehlzuleiten. Du bist dir meiner Verwandtschaft mit dem Propheten (ص) bewusst. Ein Sohn Alis, der 'Löwe Allahs', zieht sich weder zurück noch 'zittert' er. Niemals ergibt er sich den bösen Mächten. Er wird sich niemals vor dem Feind fürchten, sei dieser Feind noch so stark und mächtig. Denk daran, dass das Geheimnis eines Mannes in seinem unerschütterlichen Glauben an Gott liegt. Er sollte immer Gott dankbar sein, in welchen Umständen er sich auch immer befinden mag; die Wege Allahs sind unergründlich. Egal, was Er (der Erhabene) tut, es ist das Beste. Ich bin nicht im Geringsten mit meinem Schicksal unzufrieden. Ich bin vollkommen zufrieden mit dem 'Vorrat', was mir bestimmt wurde. Ich kann niemals über den Verlust dieser weltlichen Welt weinen und vom Tod zu flüchten zu versuchen. Ganz im Gegenteil, ich heiße den Tod willkommen, wenn dieser auf dem Wege Allahs zu mir kommt. Ich werde mich dem Tod zufrieden, glücklich und fröhlich ergeben, denn das Paradies ist ein besserer (ewiger) Wohnsitz als diese Welt. Es ist es nicht wert in dieser Welt zu leben. Glücklich ist derjenige, der für den Islam stirbt.“

Marid bin Sudaif war außer Fassung nach dieser 'schneidenden' Antwort. Er hätte nie mit einer solchen kühnen Antwort von einer Person, die von den Truppen des mächtigen und starken Yazids umzingelt war, gerechnet. Er war enttäuscht, dass seine Worte nicht den erhofften Effekt erzielten. Er stieß auf taube Ohren. Marid ibn Sudaif war wie vom Schlag getroffen, vom Wagemut und der außergewöhnlichen Ritterlichkeit Abbas' (ع), der sich in solch einer lebensbedrohlichen und sehr gefährlichen Situation befand. Hinzukommt, dass Abbas (ع) Marid ibn Sudaif so ruhig, würdevoll, gelassen und unerschrocken begegnete. Marid erkannte den Ernst der Situation und attackierte im Nu Abbas mit seiner Lanze. Doch 'der unerschrockene Löwe' war nicht abgelenkt und stand fest auf dem Boden. Er wehrte den Angriff mit der Lanze so hart ab, dass Marid ibn Sudaif, der zuvor mit seiner Überheblichkeit und Siegessicherheit prahlte, vom Sattel fiel. Abbas konnte die Lanze des Marid ibn Sudaif erfolgreich an sich reißen und verwundete das Pferd seines Gegners so stark, dass Marid es nicht mehr verwenden konnte. Shimr ibn Dhuljawshan (لعن) verfolgte diese Szene zwischen Hadhrat Abbas und Marid ibn Sudaif. Wenn Marid nicht unverzügliche Unterstützung erhielt, so würde dieser in eine gefährliche Situation geraten. Shimr (لعن) sorgte dafür, dass Marid ein neues Pferd erhielt, was jedoch fehlschlug, denn der Tod erreichte den Sklaven, der das Pferd besorgen sollte eher, als dass das Pferd Marid erreichen sollte. Abbas attackierte Marid ibn Sudaif mit seiner eigenen (Marid) Lanze, sodass als Marid dies sah, er rief: „Abbas wird mich mit meiner eigenen Lanze töten.“ Shimr (لعن) und weitere Soldaten der Truppen Yazids (لعن) eilten nun zur Hilfe, doch Abbas verhinderte dies. Als Marid dies beobachtete und verwundet wurde, bat er Abbas, dass er doch sein Leben verschonen möge. Außerdem wäre er (Marid) bereit, Abbas als Sklave zu dienen. Doch Abbas kümmerte sich nicht weiter um das 'Angebot' von Marid und stach ihn mit der Lanze in das Ohr, sodass es aus dem anderen wieder hinauskam. Marid starb in einem wirklich schlechten Zustand. Abbas (ع) attackierte die restlichen Soldaten der Truppen Yazids, einige wurden getötet und andere flohen vor dem 'unerschrockenen Löwen' Banu Haschims.

Abbas erreichte dann so den Fluss Euphrat und füllte seinen Ledersack mit Wasser. Er bat Allah ihm noch Leben zu gewähren, um seine Mission erfüllen zu können, doch es sollte nicht so sein. Seine einzige Sorge war es, Wasser so schnell wie möglich für die durstenden Kinder Husseins zu besorgen. Es wird berichtet, dass Abbas einen Schluck Wasser trinken wollte, welches er in seinen Händen hielt, doch er erinnerte sich an seinen durstenden Bruder Hussein, an seine durstenden Kinder und warf das Wasser von sich mit seinen poetischen Worten:

Ya Nafsu min ba3d il-Husseini huni
Wa ba3dahu la kunti an takuni
Hadh-al-Hussein shaarib-ul-Manuni
Wa tashrabina barid-al-ma3ini
Hayhaat/wallah ma hadha fi3alu Dini
Wa la fi3alu sadiq-ul-Yaqini

Sinngemäße Bedeutung: Abbas (ع) zwingt und 'verbilligt' seine Seele, welche sich durstend nach Wasser sehnt und erhöht Hussein (ع) über seine eigenen Bedürfnissen bzw. über seine eigene Seele. Ferner fragt er sich selbst, wie er denn trinken könne, während sein Bruder und Imam durstend im Sande Karbala stand.

Währenddessen formierten sich die Truppen neu. Sie griffen erneut an, als Abbas den Ledersack über die Schulter gehangen hatte und aufbrechen wollte. Die Soldaten attackierten ihn von hinten, sodass einer seinen rechten und ein anderer seinen Linken Arm abhackte. Auch hier bewies er seine Treue. Man hackte seinen rechten Arm, in dem er das Banner hielt, ab und Abbas nahm das Banner in seine Linke. Sayyeda Zaynab (ع) verfolgte den Stand des Banners von ihrem Zelt aus und erkannte, dass ihr Bruder nicht mit Wasser kommen wird, sondern sie durch ein Martyrium, geprägt von Treue und Aufopferung, verlassen wird.

Er schwor die Treue nicht nur dem Banner des Islam, sondern auch demjenigen, der ihm diesen Banner gab, sodass er mit allen Mitteln versuchte den Banner hochzuhalten. Abbas opferte sich damit das Wort Allahs, das höchste auf der Erde blieb, und niemals sich der Tyrannei ergab.

Nicht nur seine beiden Arme wurden abgehackt, sondern es traf ihn auch ein Pfeil direkt ins Auge. Er war der einzige in Karbala, der derartiges durchstehen musste. Er war der einzige, der 'blind' gegen seinen Feind kämpfte, weshalb sein Martyrium ein sehr schmerzvolles, jedoch außergewöhnliches Beispiel für wahre Aufopferung und Kampfbereitschaft darstellt.

Als Einziger kämpfte er ohne seinen Feind sehen zu können, doch weder das Abhacken seiner beiden Arme, noch der Pfeil in seinem Auge hinderten ihn daran weiterzukämpfen und jeden Atemzug für den Islam zu opfern, und jede Kraft, die er noch besaß aus Treue seinem Bruder zu widmen. Auch hier galt seine einzige Sorge, Wasser für Sukaina (ع) zu besorgen, die ihn darum bat und für ihre Geschwistern, die durstend auf ihren Onkel Abbas warteten.

Auf diese Weise konnten sie ihn überwältigen, hinterlistig, mit einem Angriff von hinten und feige mit zahlreichen Soldaten, die ihn von allen Seiten umzingelten. Er lag neben dem Euphrat im Sande Karbalas, Abbas der Mond der Kinder Haschims und der Sohn des 'Löwen Gottes'.

Der Mond im Sande Karbalas

 

Erinnerungen an ein Leben voll Treue und Aufopferung

Es wird gesagt, dass ein Mensch kurz vor seinem Ableben die wichtigsten Stationen seines Lebens noch einmal durchlebt. Wahrlich, Abbas sah, wie er Hussein immer treu zur Seite stand; wie er ihm mit grenzenloser Hingabe und Liebe diente und niemals von seiner Seite wich. Er verstand nun die von seinem Vater zitierten prophetischen Worte in der Moschee. Ja freilich, sein Körper war mit Blut bedeckt, nach einem Kampf um Wasser für die durstenden Kinder Husseins zu holen.

„Am Tag der großen Opferung...”, Abbas erinnerte sich an die letzten Worte seines Vaters am Todesbett. Er realisierte nun die Bedeutung dieser Worte und war zufrieden, dass er der Forderung seines Vaters nachgekommen war. Abbas hatte tatsächlich alles was zu opfern war für Hussein (ع) an Aschura geopfert. Doch eine Szene machte ihn nun traurig. „O Durst, O Durst...“, die Kinder Husseins, die aufgrund fehlenden Wassers zu Leiden hatten, die das Wasser des Euphrats sahen, davon aber nicht trinken durften. Er sah Sukaina (ع) vor sich, wie sie ihren Onkel mit einem leeren Ledersack um einwenig Wasser bat. Es erfüllte ihn mit Schmerz, dass er seinem Bruder auf diese Weise nicht dienen konnte. Er erinnerte sich an die Szene mit seinem Pferd am Fluss. Wie hätte er trinken können, wo doch Sukaina (ع) und die Kinder Hussein nach Wasser riefen. Auch das Pferd hatte in die Richtung seines 'Herrn' Hussein geschaut, als ob es sagen wollte: „Auch ich bin mir dessen bewusst, dass solange mein 'Herr' und seine Kinder ohne Wasser blieben, unser Durst ebenfalls nicht gestillt wird.“

„Mein Herr (Hussein) komm zu mir...”

 

Ableben eines Helden, treuen Gefährten und hingebungsvollen Bruder

Sein Schmerz wurde immer stärker, wobei ihn noch ein Wunsch quälte. Er wusste, dass dies seine letzten Minuten waren. Er wünschte sich so sehr seinen Bruder und Imam Hussein (ع) zu sehen. Er hörte Schritte, die näher kamen und sagte: „Ich bitte dich bei dem, den du anbetest, lass mich nur noch eine Weile (leben), bis der Sohn meines Vaters zu mir kommt.“ Doch er hörte eine ihn bekannte Stimme, die nicht vor hatte ihn zu töten. „Abbas, Abbas mein Bruder, was haben sie dir angetan?”, fragte Hussein (ع) halb schluchzend und dämpfend. Er spürte wie sein 'Herr' und Imam neben ihn kniete und seinen Kopf auf seinen Schoß legte. Er spürte die liebevolle Hand seines Imam. „Du bist schließlich doch zu mir gekommen, mein 'Herr'. Ich dachte, es ist mir nicht mehr gewährt einen letzten Blick auf dein heiliges Gesicht werfen zu können. Gepriesen sei Allah! Du bist hier.“

Hussein brach in Tränen aus. Es war für ihn Herz zerbrechend seinen Bruder, dessen Name mit Treue und Aufopferung in Verbindung verewigt würde, so zusehen und zu hören. Er sagte: „Bruder Abalfazl, nun ist mein Rückgrat gebrochen, jetzt habe ich keine Kraft mehr, nun wird sich mein Feind freuen.“

Es wird berichtet, dass Abbas (ع) vor seinem Tod noch folgendes flüsterte: „Mein 'Herr', ich habe noch einige letzte Wünsche, die ich gerne äußern würde. Als ich geboren wurde, war es dein Gesicht, welches ich als erstes erblickte. Es war nun auch mein letzter Wunsch dein Gesicht vor meinem Ableben noch erblicken zu dürfen. In dem einen Auge ist der Pfeil und das andere ist mit Blut verdeckt. Ich bitte dich das Blut von meinem Auge einwenig zu entfernen, sodass mir noch dieser Wunsch gewährt wird, dich vor meinem Tod sehen zu dürfen. Mein zweiter Wille ist, dass du mich bitte nicht zurück zum Zelt trägst, sondern hier liegen lässt. Ich schäme mich vor deiner Tochter Sukaina (ع), da ich ihre Bitte nicht erfüllen konnte, Wasser zu besorgen. Ich kann es nicht ertragen ihr zu begegnen, auch wenn ich tot bin. Außerdem weiß ich, dass dein Rücken schon von heute Morgen durch das Tragen der Märtyrer zu den Zelten an belastet ist. Das Tragen meines Körpers würde dein Rückgrat brechen. Mein dritter Wunsch ist es, dass Sukaina (ع) mich nicht in diesem Zustand zu sehen bekommt. Ich weiß, wie sehr sie mich liebt und wie hingebungsvoll sie mir gegenüber ist. Der Anblick meines toten Körper, würde sie umbringen.“

„Mein Bruder, mein Bruder!!!“

 

Mit zwei Flügeln emporgehoben

Es wird berichtet, dass Hussein (ع) Abbas liebevoll umarmte und küsste, auch Abbas wollte seinen Imam und Bruder umarmen. Doch wie sollte er? Wurden doch seine gesegneten Hände abgehackt, weil er Wasser für die Kinder Husseins holen wollte. Es blieb ein unerfüllter sehnsüchtiger Wunsch Abbas' seinen Bruder, den er so sehr liebte zum Abschied noch umarmen zu können.

Hussein (ع) versicherte ihm, dass er all seine Willensäußerungen erfüllen wird und fügte hinzu: „Abbas, auch ich habe einen Wunsch, der gerne erfüllt werden möchte. Seit unserer Kindheit hast du mich immer 'Mein Herr' (Mawlay) genannt. Nenne mich doch einmal 'Mein Bruder'.“ Das Blut wurde von seinem Auge entfernt, der eine Bruder schaute den anderen mit einem langen liebevollen Blick an. Abbas wurde gehört dies geflüstert zu haben: „Mein Bruder, mein Bruder!“, und mit diesen Worten stieg seine Seele zu ihrem Schöpfer. Hussein fühlte sich ohnmächtig neben dem toten Körper seines geliebten Bruders und weinte.

Der Fluss des Euphrats wurde dunkel wie der Winter und ein Murmeln des fließenden Wassers kam auf, als würde es gegen den Tod des durstenden Wasser-Überbringers protestieren, den geliebten 'Mond der Kinder Haschims'. Der Held der Helden Karbalas wurde wie sein Onkel Jaafar al-Tayyar ibn Abi Talib (رض) mit zwei Flügeln in das Paradies emporgehoben...

Hadhrat Abbas (ع) erlangte sein Martyrium im Alter von ca. 35 Jahre, am 10. des Muharram, im Jahre 61 nach der Auswanderung (680 n. Chr.).

„Wieso besuchst du nicht meinen Sohn al-Abbas?“

 

Sein Mausoleum und die Wunder, die dort schon stattfanden

Es ist nun schon ca. 1400 Jahren her, als die Tragödie in Karbala geschah, und immer noch gedenkt man dieses Ereignis und die Märtyrer werden gepriesen und geehrt. Zehntausende von gläubigen Muslimen besuchen sein Grab und bitten ihn um Fürsprache. Mehrere Wunder fanden schon an diesem Grabe statt, die die Heiligkeit und Stellung dieser Persönlichkeit akzentuieren und immer wieder aufs Neue bestätigen. Viele wünschen sich in der Nähe von Abalfazl al-Abbas (ع) begraben zu werden. Ferner sieht man wie so oft Bahren, welche mehrere Male um das Mausoleum getragen werden, bevor die Leichen bestattet werden.

Eine Geschichte, die einerseits die Stellung Abbas (ع) bei Sayyeda Fatima (ع) hervorhebt und andererseits seinen Rang bei Allah, den Erhabenen präsentiert, ist die Geschichte eines Mannes, der Sayyeda Fatima (ع) im Traum sah und in der ein gelähmter Mann geheilt wird. Diese Geschichte kann von der Übersetzerin weder verifiziert noch widerlegt werden, sie soll lediglich als Einblick dienen:

„Ein Anhänger der Schiah sah in seinem Traum Sayyeda Fatima (ع) etwas traurig bzw. unzufrieden. Er fragte sie, wieso sie unzufrieden sei. Zahra (ع) sagte ihm: „Wieso besuchst du nicht meinen Sohn al-Abbas (ع), wenn du Hussein (ع) besuchst? Besuche meinen Sohn al-Abbas (ع).“ Nach einigen Tagen ward ihm zuteil, das Grab des Abalfazl al-Abbas (ع) zu besuchen. Er sah die Menschen dort weinen und 'Latem' machen, also auf ihre Brust schlagen. Es war ein 'Ma2tam', so genannte Trauerfeier für al-Abbas (ع). Er ging zu einem Mann, der neben den Maqam (Schrein), in der Nähe des Grabes saß und weder weinte, noch sich auf die Brust schlug. Der Mann fragte ihn, wieso er nicht aufstand und zum Grab al-Abbas (ع) ging. Dieser antwortete, dass er schon seit 30 Jahren gelähmt sei. Während sie ihr Gespräch fortführten, kam ein junger Mann, mit einem leuchtenden Gesicht, wie der Mond am Nachthimmel. Dieser junge Mann fragte den gelähmten Mann: „Wieso stehst du nicht auf und schlägst für Abalfazl al-Abbas (ع) auf deine Brust?” Er antwortete: „Alle Menschen wissen, dass ich schon seit 30 Jahren gelähmt bin, wie soll ich denn aufstehen?“ „Ich sage dir, stehe auf und schlage auf deine Brust für Abalfazl al-Abbas (ع)!”, forderte dieser junge Mann. „Wer bist du, dass du mir befiehlst?”, antwortete der Mann mit Tränen in den Augen. „Ich bin al-Abbas, al-Abbas!”, rief dieser junge Mann, der Abalfazl al-Abbas (ع) war. Plötzlich stand der Mann auf und rief: „Al-Abbas hat mich geheilt, al-Abbas hat mich geheilt!!!”, während er mit seinen Händen auf seine Brust schlug.“ (Quelle: www.ibeneljnoub.com)

Der Banner und seine Signifikanz

 

„Es kommt sein (des Banners) Eigentümer...“

Der Banner war in den Schlachten, an denen die Muslime unter der Führung des Propheten (ص) und der Imame (ع) kämpften, von besonderer Signifikanz. Durch das Hochhalten des Banners schöpften die Kämpfer Mut und Kampf- und Opferbereitschaft. Der Bannerhalter war im wahrsten Sinne des Wortes das Rückgrat der Armee. Deswegen konnte nicht jeder Beliebige diese wichtige Aufgabe übernehmen. Es wird vom Propheten (ص) berichtet, dass mehrere Muslime ihn bei einer seiner Schlachten baten, die Aufgabe des Bannerhalters zu übernehmen. Er lehnte dies ab und sagte: „Sein Eigentümer wird kommen!“ Dies war Imam Ali ibn Abi Talib (ع), wer hätte es auch anders sein können, war doch der Imam bekannt für seine Tapferkeit, Mut und Opferbereitschaft. Er wurde nicht ohne Grund 'Der Löwe Allahs' genannt. Es ist also kein Zufall und auch keine verwandtschaftliche beliebige Bevorzugung, dass Abalfazl al-Abbas (ع) als Bannerhalter an Aschura fungierte. Aufgrund seines außergewöhnlichen Mutes, seiner Tapferkeit, Opferbereitschaft und Treue, die er von seinem Vater erbte, wurde er Bannerhalter in der Truppe von Imam Hussein (ع), der sich übrigens wie sein Großvater verhielt, als einige seiner Gefährten nach der Position des Bannerhalters baten. Die Treue Amir al-Mu'minins (ع) zum Propheten Muhammad (ص) zum Islam und seinem Banner, wurden durch die Treue Abbas' (ع) zu seinem Bruder Hussein (ع), dem Islam und seinem Banner neu verkörpert und repräsentiert. Daher stellt das Martyrium und die Biografie des Abalfazl al-Abbas (ع) eine besondere Bedeutung, besonders während des Gedenkens der Tragödie in Karbala, dar.

Während den Muharram-'Sitzungen' (Majalis), für gewöhnlich am 8. des Monats, wird meistens das Martyrium des Abalfazl al-Abbas (ع) vorgetragen. Wenn die Banner (des Propheten (ص) und der Imame (ع) ) hervor getragen werden, wird man neben dem 'Latem' (mit der Hand auf die Brust und oder Kopf schlagen), auch einen Ledersack bemerken. Dieser wird in Erinnerung an Abalfazl al-Abbas (ع) jedes Jahr hervor getragen, um sein außergewöhnliches Martyrium und seine spezielle Aufopferung, um für die Kinder Husseins (ع) Wasser zu besorgen, zu gedenken. Als al-Abbas (ع) von seinem Pferd nach einem tödlichen Schlag zu Boden fiel, verbanden sich das Banner des Islam und der Ledersack und trennten sich von da an nicht mehr.

Abbas, eine außergewöhnliche Persönlichkeit

 

Der Mond der Kinder Haschims

Abalfazl al-Abbas (ع) war eine überragende und bedeutende Persönlichkeit. Sein unerschütterlicher Mut, Selbstbewusstsein und grenzenlose Treue haben ihn viele Titel beschert. Er wurde 'Qamar Banu Haschim' (Mond der Kinder Haschims) aufgrund seiner ungewöhnlich schönen Erscheinung genannt. Seine bewundernswerte Ritterlichkeit machte ihn zum 'Sayyed al-Furssan' (Der Beste der Reiter); seine Eigenschaft Menschen zu führen gab ihm den Beinamen 'Ra2s al-Schuj3an' (Die Spitze der Mutigen); und die Art und Weise, wie er sein Martyrium erlangte schenkte ihm den Beinamen '2afdhal al-Schuhadaa' (der Beste der Märtyrer); und 'Saqqa', weil er sein Leben opferte, um den Durst der Kinder Husseins, während der Tragödie von Karbala, zu stillen. Er wurde auch 'Bab al7awa2idsch' ('Tor der Bedürfnisse') genannt, an den sich die Menschen damals wie heute wenden, wenn sie irgendwelche Bedürfnisse haben, da er alle Bedürfnisse des Imam Husseins (ع) von klein auf erfüllte und sich auch gegenüber seinen Mitmenschen nicht anders verhielt. Ferner verkörperte er tatsächlich und in vollem Umfang seinen Namen 'Abbas', welcher 'Löwe' bedeutet.

Grüße an den „Mond der Kinder Haschims“

 

AS SALAMU 3ALAYKA YA-BNA AMIR AL-MUMINEEN
Gegrüßt seiest du, o Sohn des Herrschers der Gläubigen,

AS SALAMU 3ALAYKA AYYUH-AL-3ABD AL-SALE7,
Gegrüßt seiest du, du rechtschaffener Diener Allahs

AL-MOTEE3U LIL-LAHEE WA LEE-RASOOLEEHI,
der Allah und seinem Gesandten gehorsam ist!

ASCH-HADOO 2ANNAKA QAD JAHADTA WA NASA7TA,
Ich bezeuge, dass du auf dem Wege Allahs gekämpft und ermahnt hast,

WA SABARTA 7ATTA 2ATAKA AL-YAQEEN,
und standhaft warst, bis du die Gewissheit (Martyrium) erlangt hast!

LA-3AN-ALLAHU-AL-DHALEMEENA LAKUM,
Möge Allah diejenigen verfluchen, die euch tyrannisiert haben,

MIN-AL 2AWALEENA WAL-AKHEEREN,
die Ersten und Letzten von ihnen,

WA-AL 7AQAHUM BI DAR AL-DSCHA7EEM
und mögen sie ihr Ende im lodernden Höllenfeuer finden

Gedicht: „Ya Abbas“

 

Ya Abbas,
auf deiner Stirn stand geschrieben
“an Husseins Seite werd ich siegen”
niemals werd ich mich biegen
und immer für den Islam kriegen

Ya Abbas,
du hast die schönste Schahadaa erlangt
was anderes hast du auch nicht verlangt
wertvoller als deine Seele und Leben
war es Husseins Kinder Wasser zu geben

Ya Abbas,
wie schön ist doch dieser Dienst den du erwiest`
dadurch deine Hingebung und Liebe bewiest´
Hast durstend das Wasser von dir gewiesen
und bist dadurch deinem Bruder treu geblieben

Ya Abbas,
mit göttlichen Flügeln wurdest du erhoben
zum Reich der Märtyrer geflogen
Hast durch deine Biografie Helden erzogen
und Kämpfer zur Aufopferung bewogen

Ya Abbas,
Generationen hast du wahre Treue gelehrt
und des reinen Wassers wahren Wert
Wirst ewig in unserer Seele wohnen
und tief in den Herzen thronen

Ya Abbas,
werden wir stolz und sicher sagen
und nicht wimmernd reuend klagen:
“Warum waren wir nicht an deinem Aschuraa?”
Dies ist die Zeit der Opferung und jederorts nun Karbala!

Muslim ibn Aqil - der Botschafter Imam Husseins (ع)
von Ahmad Khalil

Ibn Katiba berichtet: Mu’awiya verfasste einen Brief an seinen Befehlshaber in Medina, Namens Sa’aid ibn al-'As, der zu Bani Umayya gehörte. In ihm stand geschrieben:

"Nehmt den Treueid (Bay’a), der in Medina lebenden, für meinen Sohn und Nachfolger Yazid und dass sie ihn als rechtmäßigen Kalifen ansehen." Als dieser Brief bei Sa’aid ankam, machte er sich schnell auf und befolgte die Befehle Mu’awiyas. Die Muslime in Medina verweigerten dies bis auf einige Wenige von ihnen. Banu Haschim waren die, die sich am meisten dagegen werten. Zu dieser Zeit war der Fürst der Banu Haschim Hussein ibn Abi Taleb (ع).

Somit verfasste Said ibn al-'As einen Brief an Mu’awiya: "[...] Du hast mich dazu aufgefordert den Treueid (Bay’a) für Yazid zu nehmen, und ich berichte dir, dass die Menschen es hier sehr mühselig vollbringen. Sie verweigern dies und vor allem die Familie des Propheten (sws) von der Bani Haschim. Von ihnen hat mir keiner die Bay’a gegeben und wenn, dann schaffe ich es nur durch das Schwert oder du kommst persönlich her. "

Als dieser Brief bei Mu’awiya ankam und er davon Kenntnis nahm, was sich in Medina abspielt und dass Hussein (ع) der Fürst der Bani Haschim war, verfasste er einen Brief an ihn persönlich. Darin stand unter anderem:

"[...] Oh Hussein, ich habe von den Sachen Kenntnis genommen, die ich von dir nicht erwartet hätte. Gib deine Bay’a an Yazid und verwirre diese Gemeinde nicht auf zwei verschiedene Wege. Schaue dich, deine Religion und die Gemeinde deines Großvaters (sws) an! ..."

Als dieser Brief bei Hussein (ع) ankam, verfasste der Imam (ع) ein Antwortschreiben an Mu’awiya:

"[...] Oh Mu’awiya, ich habe deinen Brief erhalten und in ihm steht, dass du von den Sachen Kenntnis genommen hast, die du von mir nicht erwartet hättest. Derjenige, der dir diese Kenntnis verschaffen hat, ist ein Lügner und ein Heuchler! Denn ich will keinen Krieg und keine Uneinstimmigkeit in der Gemeinde meines Großvaters (sws). Ich fürchte mich vor Allah (swt). Deswegen verweigere ich die Bay’a an dir und deiner Partei der Heuchler, die Partei der Unterdrückung und die Helfer des verfluchten Teufels. Bist nicht du derjenige gewesen, der Hidjr ibn Uday und seine rechtgeleiteten gläubigen Freunde, die das Gute gewehrten und das schlechte verwehrten, unrechtmäßig tötete? [...] Und warst nicht du derjenige, der einmal sagte: Ich werde es noch vollbringen diese Gemeinde in eine Unstimmigkeit zu verwickeln! Und ich kenne bei Allah (swt) keine schlimmere Unstimmigkeit der Gemeinde als die, dass du unrechtmäßig Kalif wurdest. Und du warst es, der sagte: Schau dich, deine Religion und die Gemeinde deines Großvaters an. Und ich sage dir: Bei Allah (swt), es gibt nichts was besser bei Allah (swt) gewertet wird, als dich zu bekämpfen. Wenn ich dies machen würde, dann nur um Allahs (swt) Nähe zu erlangen und wenn ich es nicht tue, so bitte ich Allah (swt) mir zu vergeben.

Du hast mir gesagt: Wenn du (Hussein) mich bekämpfst, so werde ich dich bekämpfen!

Und ich sage dir: Bekämpfe mich oh Mu’awiya! Oder was ist mit dir? Es ist immer so gewesen, dass die Rechtgeleiteten bekämpft werden. Aber du wirst nur dir damit Schaden zufügen und nur deine Taten werden verloren gehen. Fürchte dich vor Allah (swt)! Oh Mu’awiya, Allah (swt) hat ein Buch, in dem keine kleine und keine große Tat verloren geht. Alles wird bei Ihm (swt) aufgelistet. Und Allah (swt) vergisst nicht dein Töten, deine Beschuldigungen und deine Entscheidung einen als Nachfolger zusetzen, der ein Säufer ist und mit Hunden spielt! Willst du diese Gemeinde in Zwei spalten? Die nach dir wird es erfreuen, aber du wirst im Jenseits dafür büßen. Das ist der große Verlust[...]“

Als dieser Brief bei Mu’awiya ankam war die Hölle los. Er und Yazid waren voller Zorn, Hass und Wut über Imam Hussein (ع). Dieser Hass und diese Wut bei Yazid auf Imam Hussein (ع) waren auch dann noch vorhanden, als er das unrechtmäßige Kalifat nach dem Tod seines Vaters Mu’awiya erhielt. Yazids Popularität wuchs im Scham (Syrien), Irak und in fast allen islamischen Ländern. Als dies eintrat, entlarvte er den Hass gegenüber dem Propheten (sws) und seiner Familie (ع).

Die Reise nach Mekka und das Schreiben aus Kufa an Imam Hussein (ع)

Mohammad bin Yaqub al-Kulaini berichtet in seinem Buch al-Kafi: Als Mu’awiya starb, war sein Nachfolger Yazid. Er bekam den Treueid von Al-Scham (Syrien). Im Irak und in al-Hijaz war man der Meinung, dass Hussein (ع) der rechtmäßige Kalif ist. Deshalb gaben sie Yazid keinen Treueid. Somit verfasste Yazid einen Brief an Walid (ein Angehöriger der Banu Umayya), seinem Befehlshaber in Medina. Darin stand: [...] Oh Walid, wenn du diesen Brief erhältst, so nehme mir dir Bay’a von allen Menschen in Medina. Aber vor allem von Hussein ibn Ali!! Und wenn er sich weigert die Bay’a zu geben und mir nicht seine Gehorsamkeit erweist, so köpfe ihn und schicke mir seinen Kopf mit einem Brief!!“

Er verfasste einen weiteren Brief an Walid, den er in der Öffentlichkeit laut vorlesen sollte: [...] Ich werde euch unter meinen Füßen zertreten, dass eure Vielzahl sich verringert, und dass ihr nur noch vergangene Märchen in den Mündern der anderen werdet [...].“

Als die Briefe Walid erreichten, befolgte er Yazids Befehle. Er ließ Imam Hussein (ع) nachts zu sich zu kommen. Imam Hussein (ع) wusste, warum er ihn zu sich lud. Somit rief Hussein alle seine Anhänger, um ihn zu Walid zu begleiten. Er befahl ihnen sich zu bewaffnen. Er sagte seinen Anhängern: „Ich werde zu diesem Mann eintreten. Er hat mich in dieser späten Zeit zu sich gerufen. Ich schenke ihm kein bisschen Vertrauen. Er will mir etwas aufzwingt, was ich ihm nicht erfüllen kann. Und auf ihm ist kein Verlass. Somit wartet vor seiner Haustür auf mich, wenn sich meine Stimme erheben sollte, dann tretet ein, und wenn nicht dann bewegt euch nicht von diesem Platz.“

Somit trat Imam Hussein (ع) zu Walid ein, bei dem Marwan ibn al-Hakam und einige von Bani Umayya schon auf ihn warteten. Er erwähnte den Tot Mu’awiyas und Yazid befahl Hussein (ع), die Bay’a an ihm zu leisten. Hussein (ع) antwortete ihm: „Wir gehören Allah (swt) und zu ihm kehren wir zurück. Dies ist eine erschreckende Nachricht, der ich nicht Folge leisten kann.“ Walid erwiderte: “Dies muss sein, Abu Abdillah!“ Hussein (ع) antwortete: “Oh Walid, wir sind die Familie des Propheten (sws) und wir sind die Quelle der Botschaft. Mit uns begann Allah (sws) und mit uns wird Er enden. Yazid ist ein Heuchler, ein Säufer und er tötet die Menschen im Unrecht! Ich werde so einem wie ihm niemals die Bay’a geben!

Daraufhin sagte Marwan: “Oh Hussein, ich bin dir ein guter Ratgeber, ich bin besorgt um dich. So höre auf mich, dann wirst du rechtgeleitet! Ich befehle dir Yazid, die Bay’a zu geben. Denn das ist besser für deine Religion und für dein Leben!“ Hussein erwiderte: “Wenn ihr die Gemeinde mit einem wie Yazid bestraft heißt es dann: Friede sei mit dem Islam! Ich habe meinen Großvater (sws) sagen hören: ‚Die Khalifah ist für Bani Umayya haram (verboten)!’.“

Daraufhin sagte Marwan zu Walid: “Schnapp dir seine Hand, bis er die Bay’a gibt. Wenn er es nicht tut, dann köpfe ihn!“ Hussein antwortete: “Oh Marwan, du befielst ihm, mich zu köpfen? Bei Allah (swt), dann hast du und dein Freund (Walid) einen langen Krieg entfacht!“ Walid war einer, der es bevorzugte, diplomatisch vorzugehen. Er mochte kein Blutvergießen, im Gegensatz zur Bani Umayya. Walid erwiderte: “Wehe dir, oh Marwan! Du hetzt mich, um gegen Hussein zu kämpfen? Bei Allah (swt), ich würde es nicht für den Besitz dieser ganzen Welt machen. Am Jüngsten Tag werde ich nach seinem Blut gefragt!“

Daraufhin machte sich Marwan über Walid lächerlich und sagte: “Dann bleib ein Streunender in den Gassen und werde kein Befehlshaber oder Kalif!“

So erlaubte Walid Hussein (ع) nach Hause zurück zukehren. Und am nächsten Tag, sollte er wie die anderen die Bay’a geben. Er kehrte mit seinen Anhängern wieder in sein Haus zurück. Und in dieser Nacht entschied sich Imam Hussein (ع), das Land Medina heimlich in Richtung Mekka zu verlassen. Er sah es als letzte Möglichkeit, sich von der Bay’a zu distanzieren, und mit der Hoffnung noch mehr Anhänger in Mekka oder Jemen zu finden. Er befahl seiner Familie mit nach Mekka zu fliehen. Und bevor sie loszogen, besuchte Imam Hussein (ع) ein letztes Mal das Grab des Heiligen Propheten (sws). Er grüßte ihn und sagte: [...] Oh Großvater, man hat mich ungern aus deiner Nachbarschaft verjagt, und man hat mich von dir ferngehalten. Ich werde gezwungen, die Bay’a an Yazid, dem Trinksüchtigen, zuleisten. Wenn ich es mache, so habe ich Unglauben geleistet. Und wenn ich es nicht vollbringe, töten sie mich! Deshalb werde ich von dir fern gehen, somit Friede mit dir!“ Nach diesem Gespräch mit seinem Großvater (sws) ist er an seinem Grab eingenickt. Als sich seine Augen schlossen, sah er seinen Großvater (sws) wieder, der ihm sagte: „Oh, mein Sohn, es folgte mir dein Vater, deine Mutter und dein Bruder. Und sie sind jetzt alle bei mir. Wir alle erwarten dein Kommen, somit beeile dich zu uns. Wir haben Sehnsucht nach dir. Dir ist ein Platz bei Allah (swt) reserviert worden, den du nur durch das Märtyrertum und deinen Kampf auf Gottes Weg erlangen wirst!“

Am frühen Morgen machten er und seine Familie sich bereit in Richtung Mekka und anschließend in Richtung Jemen aufzubrechen. Es ist bekannt, dass die Ideologie der Menschen in Jemen so ausgeprägt war, dass sie keinen anderen über die Ahlul Bayt (ع) hervorhoben. Die Regierenden, ihre Befehlshaber oder Kalifen müssen aus der Familie des Propheten (sws) (Banu Haschim) sein.

Yazid war ein diktatorischer Stierkopf. Seine Befehlshaber, die er aussuchte, waren zum Teil schlimmer als er selbst. So war der Befehlshaber in Basra, Ibn Ziad, auch ein Tyrann, der die Menschen, die nicht seinen Befehlen befolgten, bei lebendigem Leibe nackt an Palmen kreuzigte. Somit entschloss sich Imam Hussein (ع), erstmal nicht in den Irak zu fliehen.

Als schließlich Imam Hussein (ع) in Mekka ankam, sind die Menschen dort gleich zu ihm geeilt, um ihn willkommen zu heißen. Sie waren alle hoch erfreut, dass er bei ihnen Zuflucht suchte. Ein sehr angesehener Mann in Mekka war Abdullah ibn al-Zubair. Er stellte Imam Hussein (ع) gleich ein Haus in Mekka zur Verfügung, und alle waren sich einig:

„Du bist unser Kalif und du bist der Imam im Heiligen Haram (Mekka). Wir heben keinen über dich, denn du bist unser Oberhaupt!“

Er war unter ihnen wie ein Engel Gottes (swt). Er lehrte sie die Gesetze Allahs (swt) und die Sunnah des Heiligen Propheten (sws). Imam Hussein (ع) fühlte sich geborgen im Hause Allahs (swt). Dies war ein Grund warum Imam Hussein (ع) nach Mekka kam.

Doch es dauerte nicht lange bis Yazid einige seiner bewaffneten Männer nach Mekka sandte, um Imam Hussein (ع) sogar im Heiligen Haram zu töten. Keiner, der um ihn lebenden, bis auf einige seiner wahren Anhänger, konnten effizient etwas dagegen unternehmen. Somit beschloss Imam Hussein (ع) nicht weiter Imam des Harams zu bleiben. Aus Angst um die Heilige Stadt Mekka, beschloss er letztendlich aus ihr zu ziehen, denn er wusste mit wem er es zu tun hatte und wozu Yazid fähig war.

Hussein (ع) nahm sich vor mit seiner Familie in Richtung Jemen weiter zu ziehen. Sollte Yazid ihn nach Jemen verfolgen, so würde er in eine andere Stadt weiter ziehen.

Bevor er aber nach Jemen zog, hatte er darüber nachgedacht, wie er die Gemeinde seines Großvaters (swt) von dieser Tyrannei befreien könnte. Ihre Tyrannei hat sich soweit ausgebreitet, dass sogar das Haus Gottes (swt) nicht davon bewahrt geblieben ist! Würde er nach Jemen gehen, so würden die Regierenden weiterhin unschuldige Menschen töten und sie auf den falschen Pfad führen!

Imam Hussein (ع) fragte sich selber: „Wofür sind so viele Märtyrer gefallen? Wofür wurde der Prophet (sws) so schlecht behandelt? Wofür wurde er mit Steinen auf seine Stirn beworfen in der Schlacht von Uhud (und in anderen Schlachten)? Wofür ist mein Großonkel al-Hamza getötet und sein Leber gegessen worden? Wofür ist mein Onkel Jaafar at-Tayyar getötet worden? Wofür ist mein Vater Ali ibn Abi Taleb getötet worden und genau so meine Mutter Fatima die Tochter des Propheten (sws)? Wofür ist mein Bruder al-Hassan vergiftet worden? All diese heiligen Menschen haben sich nur dafür geopfert, um die Heilige Botschaft Allahs (swt) auf dem richtigen Weg zu überbringen. Oh nein, ich werde auch nicht mit meinem Blut geizen, um die Botschaft meines Großvaters (sws) zu überbringen.“ Er wollte seine Anhänger überall auf der ganzen Welt zu sich rufen, um Yazid herauszufordern, aber in Mekka konnte er trotzdem nicht bleiben, da er Angst um die Zerstörung hatte!

Hussein hatte zuvor von dem Propheten ihm mitteilen hören, dass er in einer Stadt namens Karbala ermordet werden würde. Wahrscheinlich wollte Hussein nach Mekka und dann nach Jemen um mehr Anhänger von ihm zu finden, um dann nach Karbala weiter zuziehen.

Als aber dann die Iraker davon gehört haben, dass Imam Hussein (ع) die Bay’a an Yazid verweigert hat, taten sie das gleiche. Die Iraker vereinten sich und beschlossen mehrere Brief an Hussein (ع) zu verfassen. Darin stand geschrieben: “Eile zu uns, damit wir dir die Baya geben und damit wir mit dir kämpfen.“

Im Moment als Imam Hussein (ع) sich für die Abreise nach Jemen fertig machen wollte, sah er einen Reiter namens Hani bin al-Suba’i, auf sich zu reiten. Hani bin al-Suba’i küsste die Hände des Imams (ع) und berichtete ihm von Kufa:

„Im Namen Allah des Barmherzigen des Gnädigen. An Hussein ibn Ali! Von den Gläubigen aus Kufa. Eile zu uns, oh Sohn von Fatima und Sohn des Fürsten der Gläubigen, so dass uns Allah (swt) auf das Richtige vereint. Du sollst wissen, dass dich hier ein Heer von Kriegern erwartet, die mit dir kämpfen wollen. Wenn du dich weigerst, so werden wir dich bei Allah und dem Propheten (sws) beklagen!“

Als der Imam dies gelesen hatte, veränderte dies seine ganze Lage. Somit wollte er gleich nach Kufa ziehen. Es gab viele Schreiben zwischen dem Imam und den Menschen in Kufa. Er fragte die Reiter, die aus Kufa kamen, wie sie die Lage einschätzten. Alle sagten immer das gleiche: „Ihre Herzen sind mit dir, oh Sohn des Propheten, du bist dort herzlich willkommen. Alle erwarten dein Kommen dort!“

Als er die Briefe gelesen hatte, antwortete er ihnen:

„Im Namen Allah des Barmherzigen des Gnädigen. Von Hussein ibn Ali ibn Abi Taleb, an die Gläubigen von Kufa! Ich habe verstanden, was ihr von mir verlangt. Ihr wollt mich als euren Imam und ihr wollt, dass ich zu euch komme. Ich werde euch meinen Cousin Muslim ibn Aqil schicken. Er wird mir von eurer Einheit schreiben und ich werde – so Allah will-, bald auch zu euch kommen.“

Imam Hussein (ع) schickte Muslim ibn Aqil nach Kufa, um ihm die Bay’a der Leute zu holen. Als er bei ihnen ankam, begrüßten sie ihn mit großer Freude. Er wurde bei dem Bürgermeister der Stadt untergebracht. Dort besuchten ihn Scharen von Menschen, um ihm die Bay’a für Imam Hussein (ع) zu geben. Muslim ibn Aqil traf sich auch mit dem Befehlshaber der Stadt (al-Noman), der von Mu’awiya erwählt worden war. Muslim las ihm die Briefe von Imam Hussein (ع) vor. Imam Hussein (ع) hatte ihm speziell einen Brief verfasst, in dem er ihn aufforderte, die Bay’a an ihm (Hussein) zuleisten. Er blieb zwar bei der Bay’a von Yazid, aber er war damit zufrieden, dass Imam Hussein (ع) kommen soll. Al-Noman hat die Menschen entscheiden lassen und tat nicht das, was ibn-Ziad gemacht hatte. Muslim war der Imam im Gemeinschaftsgebet und er war es, der die Ansprachen machte. Mit seinen Reden spornte er die Menschen darauf auf, die Bay’a Hussein (ع) zu geben. Als schließlich die Bay’a von fast allen vollbracht wurde, schrieben sie einen Brief an den Imam (ع): „Eile nun zu uns oh Hussein(ع), es haben dir 100.000 die Bay’a gegeben. Beeile dich bitte!

Es gab jedoch in Kufa einige, die die Ahlul Bayt (ع) hassten. Sie wollten Hussein (ع) nicht die Bay’a geben. Sie gehörten der Banu Umayya an. Dazu zählen u.a.: Omar ibn Sa'd, Abdullah bin Schuba al-Hazirmi und einige andere noch. Sie vereinten sich und verfassten einen Brief an Yazid: [...] Muslim ibn Aqil ist in Kufa eingetreten und seine Anhänger gaben ihm die Baya für Hussein (ع). Sie haben sich dazu entschlossen dich zu bekämpfen. Wenn du es verhindern willst, dann schicke einen anderen Befehlshaber, der stark genug ist, hier zu regieren. Denn al-Noman ist schwach und wir glauben sogar, dass auch er die Bay’a an Hussein gegeben hat!“

Als dieses Schreiben bei Yazid ankam, verfasste er sofort einen Brief an ibn Ziad: [...] Oh, du Fürst, ich möchte, dass du der Regierende über ganz Irak wirst, denn ich kenne keinen anderen, der mich vor meinen Feinden beschützt als dich. Du musst wissen, dass Muslim ibn Aqil in Kufa ist, um die Bay’a für Hussein zu nehmen, somit mache dich auf nach Kufa, und töte Muslim ibn Aqil, egal wo du ihn auffindest. Schicke mir dann seinen Kopf mit einem Schreiben von dir! Und töte jeden bei dem er sich aufhält! Und befiel al-Noman, die Menschen auf deine Seite zu bekehren. Wenn er sich weigert, köpfe ihn! Lass mich wissen, ob du Männer oder Waffen brauchst!“

Als ibn Ziad dieses Schreiben empfing, wusste er was zu tun war.

Er und seine Männer machten sich sofort auf und zogen von Basra nach Kufa. Sein Eintritt in Kufa erfolgte aus Richtung Mekka. Er trug weiße Kleidung und einen Umhang wie Imam Hussein seiner, so dass man ihn für den Imam halten solle, damit keiner ihn bekämpft. Dies geschah an einem Freitag. Alle Menschen waren zum Freitagsgebet hinter Muslim gegangen und alle erwarteten das Kommen Husseins (ع). Jeder, an dem ibn Ziad vorbei geritten ist, dachte er wäre Hussein ibn Ali (ع). Als er bemerkte, wie sich die Menschen über das Kommen von Hussein freuten, fürchtete er um sein Leben. Alle versammelten sich um ihn, um ihn zu sehen. Omru al-Bahijwi einer der ibn Ziad kannte, sagte: „Entfernt euch von ihm, dies ist nicht Hussein (ع), dies ist der Fürst ibn Ziad“. Die Menschen erschreckten und waren beängstigt, dass solch ein Tyrann al-Kufa betritt.

Ibn Ziad eilte in das Regierungsgebäude, wo auch al-Noman seinen Sitz hatte.

Ibn Ziad sagte zu al-Noman: „Du hast dein Gebäude vergrößert und hast die Befehle vernachlässigt.“ Dann las er ihm das Schreiben von Yazid vor und befahl ihm die Menschen zum Gemeinschaftsgebet zu rufen! Es wurden alle Menschen dort zusammen gerufen. Sie vereinten sich in der Moschee. Dann bestieg ibn Ziad das Podest und hielt eine Ansprache: „Oh Volk, wer mich kennt, der kennt mich. Und wer nicht, ich bin Obaidullah ibn Ziad. Yazid hat mich zum Befehlshaber des ganzen Iraks gemacht. Er befahl mir, zwischen den Menschen im Recht zu urteilen, den Armen zu Helfen und kein Unheil zu richten. Und Ich werde seine Befehle befolgen. Oh Volk, ich sehe, ihr erwartet das Kommen von Hussein. Ihr habt ihm geschrieben, dass er kommen soll! Worauf er euch, schon seinen Cousin Muslim gesandt hat und ihr habt ihm schon die Bay’a gegeben, auf dass ihr mit ihm gegen seine Feinde, die Bani Umayya und Yazid bin Mu’awiya kämpft. Ihr habt die Bay’a an Yazid verleugnet und Ahl Abi Sufian missachtet. Wisst ihr denn nicht, dass Yazid die Kalifschaft von seinem Vater Mu’awiya bekommen hat und dass Ahl Abi Sufian die Richter der Länder Allahs und der Gebiete der Moslems sind? Jeder Anwesende sollte die Nichtanwesenden darüber aufklären, dass die Bay’a ab jetzt an Yazid abzugeben ist! Befolgt dies, bevor Yazid euch ein Heer von Kriegen aus Syrien herbei schickt, um eure Männer zu töten, eure Kinder zu schlachten, eure Frauen als Kriegsgefangene mitzunehmen und um eure Häuser zu zerstören. Und dies ist das Schreiben von Yazid. Auch befielt er mir Muslim ibn Aqil zu töten, und jeden der ihn bei sich versteckt.“

Nach seiner Rede, befahl er den Menschen dies in den Straßen und Gassen von Kufa weiterzusagen!

Mit dieser Rede, hat er die Menschen dort eingeschüchtert, sodass sie sich fürchteten Muslim zu helfen. Die Menschen fingen an sich Vorwürfe zu machen: „Hätten wir es lieber bei der Bay’a von Yazid belassen und hätten Hussein nicht zur Hilfe gerufen!“ Schließlich befolgten sie ibn Ziads Rede und gaben die Bay’a an Yazid.

Als die Zeit zum Gebet eingetreten war, machte sich der ahnungslose Muslim ibn Aqil mit zehn weiteren, auf den Weg zur Moschee, Als er dort ankam, war die Moschee leer. Sie hatten sich alle von ihm abgesackt, so wie es ibn Ziad wollte. Somit betete er alleine. Nach dem Gebet verließ er die Moschee. Auf der Straße fand er einen jungen Mann. Er fragte Ihn: „Kannst du mir vielleicht sagen, was mit den Menschen los ist?“ Er antwortete ihm: „Mein Herr, sie haben die Bay’a an Hussein missachtet und haben stattdessen ihre Bay’a Yazid gegeben!“ Er erzählte ihm von dem Vorfall, der sich heute in der Moschee ereignete. Als Muslim dies hörte, war er zutiefst enttäuscht.

Er suchte nach jemandem, der ihm helfen könnte, jedoch ohne Erfolg. Er wusste nicht wohin. In Kufa gab es einen Mann namens Hani ibna Urwa, der 4000 Krieger besaß. Er gehörte zu den Bani Mazbah und hatte ein großes Ansehen in der Stadt. Er war für seine Liebe zur Bani Haschem und vor allem zur Ahlul Bayt (ع) bekannt. Muslim fragte den jungen Mann nach dem Weg zu Hani ibna Urwa. Muslim besuchte ihn. Hani war zu dieser Zeit krank. Als Muslim ihm sagte, dass er von den Banu Haschem ist, begrüßte Hani ihn mit großer Freude. Muslim schilderte ihm seine Lage. Hani sprach ihm Hoffnung zu, er sagte: „Solange du bei mir bist, werde ich es verhindern, dass dir etwas schlechtes zustößt.“ Muslim fragte ihn, wie er das bewerkstelligen möchte, da die ganze Stadt auf Yazids Seite stand. Da sagte ihm Hani:

„Ich werde ibn Ziad von meiner Krankheit benachrichtigen, worauf er mich besuchen kommen wird. Du Muslim versteckst dich hinter dieser Leinwand. Wenn es dann soweit ist, gebe ich dir ein Zeichen und du springst heraus und köpfst ihn!“ Muslim war mit dieser Falle vorerst einverstanden.

Und es geschah so, wie es Hani ihm zuvor geschildert hatte. Ibn Ziad war bei ihm zu besuch. Hani wartete auf den richtigen Augenblick und gab Muslim das Zeichen, worauf sie sich vorher geeinigt hatten. Muslim blieb aber da wo er war. Hani gab ihm noch ein Zeichen, doch Muslim unternahm wieder nichts, bis Ibn Ziad sich verabschiedete und wieder ging. Hani fragte Muslim, weshalb er nicht reagiert hatte. Muslim antwortete: „Wir die Ahlul Bayt töten niemals jemanden aus dem Hinterhalt!“

Ibn Ziad beauftragte einen jungen Mann namens Mukel, um Muslim in Kufa aufzufinden. Er gab ihm Geld und sagte ihm: „Zeige meinem Feind, dass du einer von ihnen bist. Biete ihnen dieses Geld als Zeichen deiner Ergiebigkeit an und lüfte mir sein Versteck!“

Daraufhin ist dieser in die Märkte und Straßen von al-Kufa gegangen, um Muslim zu suchen. Man gab ihm den Tipp, er solle sich an einen Mann namens Muslim bin Ausaja, wenden, der ihm weiter helfen könnte! Er fand ihn in der Moschee auf, wo er gerade sein Gebet verrichtete. Als Muslim ibn Ausaja sein Gebet beendete umarmte ihn Mukel und zeigte ihm seine Liebe zu den Ahlul Bayt. Mukel sagte: „Ich bin nur zu dir gekommen, damit du mir den Weg zu Muslim bin Aqil zeigst, weil ich ihm meine Bay’a geben und dieses Geld schenken möchte! Und ich werde keinem von seinem Versteck erzählen! Muslim ibna Ausaja versuchte sich nicht anmerken zu lassen, dass er Muslim ibn Aqil kennt und bat ihn zu gehen. Aber Mukel hat sich nicht verscheuchen lassen. Er blieb hartnäckig, bis er ihm einwilligte. Somit nahm er ihn mit zu Muslim und übergab ihm seine Bay’a und das Geld. Er (Mukel) überbrachte Ibn Ziad alles was er wollte. Ibn Ziad wusste, dass Hani über starke Streitmacht verfügte und er Muslim nicht mit Gewalt aus seinem Haus nehmen konnte. Somit beschloss er, einige seiner Männer zu Hani zu schicken um ihn erstmal friedlich aus seinem Haus zu locken. Und so geschah es. Sie sagten zu Hani, dass ibn Ziad ihn gerne wieder sehen möchte. Er habe schon lange nichts mehr von ihm gehört. Hani folgte ihnen zu Ibn Ziad. Als er dort ankam, wandte sich Ibn Ziad von ihm ab und hieß ihn nicht willkommen. Hani grüßte ihn, Ibn Ziad erwiderte seinen Gruß nicht. Er bat ihn nicht einmal Platz zu nehmen. Ibn Ziad sagte: „Was sind das für Probleme, die du bei dir im Haus versteckst? Du versteckst Muslim und sammelst für ihn Geld, Waffen und Männer! Dachtest du etwa, dass ich davon nichts weiß?“ Hani sagte darauf: „Das stimmt nicht!“ Ibn Ziad sagte: „Es ist jemand zu mir gekommen der wahrhaftiger ist als du! Mukel zeige dich!“ Mukel kam heraus und sagte: „Willkommen Hani. Kennst du mich?“ Hani sagte: „Klar kenne ich dich! Ein ungläubiger Heuchler bist du!“

Hani wusste, dass dies ein Spitzel im Auftrag von Ibn Ziad war. Er sagte: „Ich habe Muslim ibn Aqil nicht zu mir geholt, sondern er ist zu mir gekommen. Er hat meine Hilfe gebraucht. Ich schämte mich ihn rauszuschmeißen. Lasst mich jetzt zurückgehen und ich werde ihn persönlich bitten zu gehen!“ Ibn Ziad sagte: „Ich werde dich nicht eher gehen lassen, bis du ihn mir ausgeliefert hast!“ Hani sagte: „Bei Allah, das werde ich nicht machen. Ich wäre ein Heuchler, wenn ich euch Muslim übergäbe". Ibn Ziad sagte: „Oh Hani, ich lasse dich nicht eher gehen, bis du ihn uns überlassen hast oder ich trenne deinen Kopf von deinem Körper!“ Hani dachte, dass seine Anhänger schon davon Kenntnis genommen hatten, was sich hier abspielt. Aber er wusste nicht, dass sie sich auch schon von ihm abgesackt hatten, aus Angst vor ibn Ziad. Ibn Ziad begann Hani mit einem dünnen Stock (einer Art Bambusstock) auf seinem Gesicht zu schlagen. Er zerfleischte ihm damit das ganze Gesicht. Hani zog das Schwert eines Wächters um sich damit zu wehren. Die Krieger von Ibn Ziad waren zu viele. Er konnte nicht lange mithalten und fiel schließlich blutend zu Boden. Sie zogen ihn mit seinen Füßen in eine Abstellkammer und bewachten sie. Hani war der erste Shahid auf Wege Allahs (swt), der sein Leben für Imam Hussein (ع) opferte.

Als dann Muslim davon mit bekam, was Hani zugestoßen war und das Weinen Hanis Familie stärker wurde, verließ er das Haus. Nun war er auf sich alleine gestellt. Er lief durch die Straßen und Gassen von Kufa bis er einer alten Frau namens Tauá begegnete, die vor ihrem Haus stand. Sie grüßten sich und er hat sie um ein Schluck Wasser gebeten. Sie gab ihm das Wasser und ging wieder hinein. Muslim aber setzte sich vor ihrer Haustür nieder und wartete. Sie kam später wieder heraus und fand ihn immer noch da sitzen. Sie sagte: „Hast du nicht das Wasser getrunken?“ Er antwortete mit einem Ja. Sie sagte: „Gehe zu deiner Familie, es ist keine gute Sitte sich vor der Tür einer Dame zu setzen.“ Er erwiderte: „Oh, ich habe keine Familie und keinen, den ich hier kenne in dieser Stadt. Ich bin ein Fremder, der unterdrückt wurde und ich suche nach jemandem, der mich nur für den Rest des Tages bei sich versteckt. Wenn die Nacht eingetroffen ist, werde ich wieder gehen.“ Sie fragte warum? Und er antwortete: „Ich bin Muslim ibn Aqil. Mein Onkel ist Ali ibn Abi Taleb.“ Sie sagte: „Aus Liebe, komm herein. Ich werde dir helfen.“

Sie stellte ihm einer ihrer Zimmer zur Verfügung. Der Sohn der Dame war ein Anhänger Ibn Ziads. Und somit blieb es nicht länger geheim, wo Muslim sich aufhält. Am nächsten Morgen schickte ibn Ziad, Mohammad ibn Al-Asch’as und einige seiner Reiter zu dem Haus, indem sich Muslim befand. Sie riefen ihn heraus und forderten ihn auf, sich zu ergeben. Aber Muslim würde sich niemals ergeben und so griffen sie ihn an. Er kämpfte um sein Leben, bis er eine große Zahl von ihnen mit seinem Schwert tötete. Ibn Al-Asch’as schickte einen seiner Männer, um bei Yazid noch mehr Kämpfer anzuheuern, die ihm im Kampf gegen Muslim helfen sollten. Ibn Ziad sagte: „Oh Ibn Al-Asch’as, deine Mutter soll dich verlieren und dein Volk soll dich erhängen! Ein Mann tötet so viele von euch? Wie ist es dann, wenn ich dich zu einem schicke der mehr Kraft und Mut hat als dieser?“ (er meinte damit Imam Hussein). Er erfüllte den Wunsch von ibn Al-Asch’as.

Nachdem sie ihn von jeder Seite umzingelten, hatte er kaum keine Chance mehr gegen sie. Bakr ibn Humran schlug ihm schließlich mit seinem Schwert mitten auf seinem Kopf. Muslim wurde schwach, er konnte nicht mehr. Diesen Moment hatte ibn Al-Asch’as erwartet. Nur so konnten sie ihm zu nahe kommen. Sie ketteten seine Hände und seine Füße zusammen. Sie zogen Muslim weinend durch die Stadt. Obaidullah ibn Abbas al-Silmi (ein Krieger Ibn Ziads) sagte zu Muslim: „Einer wie du, weint nicht in solch einer Situation. Du hast es so weit gebracht!“ Er antwortete: „Bei Allah (swt) ich weine nicht um mich und darum dass ich gleich sterben werde. Ich weine um meine Familie, die auf dem Weg hierher ist. Ich weine um Imam Hussein (ع) und seine Familie.“ Sie zogen Muslim zum Regierungsgebäude, wo er warten sollte. Er war durstig und genau vor dem Gebäude befand sich ein Brunnen. Er bat sie, ihm Wasser zu geben. Einige der Wächter draußen sagten zu ihm: „Bei Allah, du wirst dieses kalte Wasser nicht trinken, sondern wirst gleich in der Hölle was zu trinken bekommen!“ Muslim erwiderte: „Deine Mutter soll dich verlieren. Was für ein Herz du hast! Du verdienst es mehr als ich, in der Hölle zu schmoren.“ Nach einer Weile kamen die Männer zurück zu Muslim und brachten ihn zu Ibn Ziad. Muslim grüßte mit folgenden Worten: „Friede mit demjenigen, der rechtgeleitet ist.“ Er wurde gefragt, warum er den Fürsten Ibn Ziad nicht grüßte. Und er antwortete: „Wehe dir! Er ist nicht mein Fürst! Mein Fürst ist Hussein (ع)!“

Ibn Ziad erwiderte: „Du brauchst nicht grüßen. Du wirst jetzt sterben. Gott soll mich töten, wenn ich es jetzt nicht mache!“ Ibn Ziad verfluchte Imam Hassan und Imam Hussein und die Familie des Propheten (sws). Muslim antwortete ihm: „Du und dein Vater Ziad seid es mehr wert verflucht zu werden, du Feind Allahs (swt) und dessen Propheten (sws)! Mach was du vorhast.“ Als ibn Ziad dies hörte, wuchs sein Zorn, und er rief Bakr ibn Humran, damit er Muslim hinrichtet.

Sie zogen Muslim auf das Dach des Gebäudes, wo er zuvor immer Allah (swt) gepriesen hatte. Er fing wieder an, um Hussein (ع) zu weinen, bis er schließlich sagte: „Oh Allah, richte am jüngsten Tag zwischen uns und zwischen diesem Volk, die uns leere Versprechungen gab. Sie wollten uns helfen. Aber dann übergaben sie uns unseren Feinden, die unser Blut vergießen.“

So richtete Bakr ibn Humran Muslim auf brutalste Art und Weise mit seinem Schwert hin. Er hielt seinen abgetrennten Kopf in die Höhe und rief: „Dies ist die Strafe für diejenigen, die das Kalifat von Banu Umayya verweigern.“

Schahadat Ali al-Akbar, Abbas, Qasim und Sukaina (ع)
von Um Hussain

Am 7. Muharram wurde das Wasser knapp, dennoch teilte Sukaina (ع) ihre noch so kleine Menge mit den anderen Kindern. Doch bald war gar kein Wasser mehr da, und die durstigen Kinder schauten mit Hoffnung auf Sukaina.

Sukaina (ع) weinte, weil sie ihnen nichts geben konnte. Selbst ihre Lippen waren schon vor Durst vertrocknet.

Ali al-Akbar (ع) hatte eine laute Stimme. Er war es, der immer den Adhan rezitierte. Am Morgen des Tage Ashura (dem 10. Muharram) rezitierte er auch den Adhan und jeder wusste, dass sie ihn zum letzten Mal hören würden. Imam Hussain (ع) begann zu weinen, als er seinen Sohn hörte. Auch die Frauen konnte man weinen hören. Nach dem Zuhr Gebet bat Ali al-Akbar seinen Vater, auf das Schlachtfeld gehen zu dürfen. Imam Hussain (ع) stimmte zu, doch bat er ihn, sich die Erlaubnis Hazrat Zaynabs zu holen. Doch auch diese gab ihm, jedoch schweren Herzens, die Erlaubnis. Jedes Mal wenn er aus dem Zelt der Frauen rausgehen wollte, legten seine Mutter, Tanten und Schwestern die Abaya über und sagten: "Oh Ali al-Akbar, wie können wir ohne dich leben!" Doch endlich kam Imam Hussain (ع) und setzte sich für seinen Sohn ein, ihn gehen zu lassen.

Er half seinem Sohn aufs Pferd auf und als dieser zum Schlachtfeld abzog, erhob Imam Hussain (ع) zum Himmel und sprach: "Oh Allah, sei Zeuge dafür, dass ich meinen Sohn, der an deinen Propheten Mohammed (s.a.a.s.) erinnert, geschickt habe; und wenn immer ich wünschte eine Wallfahrt zu meinem Großvater zu machen, habe ich auf Ali al-Akbar geblickt."

Ali al-Akbar hörte Schritte hinter sich und als er sich umdrehte, erblickte er seinen Vater. Er sagte: "Vater, wir haben uns verabschiedet. Warum läufst du hinter mir?" Der Imam antwortete: "Mein Sohn, wenn du auch einen achtzehnjährigen Sohn hättest, wüsstest du, was ich fühle."

Ali al-Akbar (ع) kämpfte sehr tapfer. Er tötete viele wohlbekannte Krieger. Umar Sa'ad befahl seinen Soldaten den jungen Mann zu erledigen und sprach: "Wenn er stirbt, wird Imam Hussain (ع) nicht leben wollen! Ali al-Akbar ist das Leben Hussains (ع)". Die Soldaten kreisten Ali al-Akbar ein. Steine, Speere und Pfeile wurden auf ihn abgefeuert. Einer der Pfeile traf seine Brust. Er fiel vom Pferd und rief: Mein Vater! Meine letzten Grüße zu dir". Der Imam ging der Stimme nach und fand seinen Sohn, mit seiner rechter Hand auf seiner Brust. Er nahm seinen Sohn in seine Arme. Doch Ali legte nur seinen linken Arm um des Imams Schulter. Dieser fragte ihn: "al-Akbar, warum umarmst du mich nur mit einem Arm?" Er bewegte sanft die rechte Hand Alis und sah die Spitze des Speers. Er zog sie mit beiden Händen raus und rief in Richtung Najaf: "Vater, auch ich bin zu meiner Khaiber gekommen". Dann machte Ali al-Akbar seinen letzten Atemzug. Imam Hussain (ع) sagte: "Bunayya, Bunayya, a'lad dunya ba'daka ala'thaa! (zu deutsch: Mein Sohn, mein Sohn! Nach dir ist die Welt so wertlos wie Staub!)" Er trug seinen Sohn zu den Zelten.

Auch Qasim (ع), der jüngste Sohn Imam Hassans (ع) bat Imam Hussain (ع) auf das Schlachtfeld gehen zu dürfen. Der Imam jedoch, ließ ihn nicht gehen und begründete dies damit, dass Qasim (ع) für ihn eine Erinnerung an seinen Bruder Hassan (ع) sei und er ihn nicht vor sich sterben sehen will. Qasim (ع) war sehr enttäuscht und ging zum Zelt seiner Mutter Umm e Farwa. Diese bemerkte, warum ihr Sohn so traurig war und erinnerte sich, dass ihr Imam Hassan (ع) kurz bevor seinem Tod einen Brief gab mit den Worten: "Wenn du Qasim jemals in Schwierigkeiten siehst, gib ihm diesen Brief". In dem Brief war geschrieben: "Mein Sohn Qasim, ein Tag wird kommen, an dem mein Bruder Hussain (ع) einem Feind von Zehntausend gegenüberstehen wird. Das wird der Tag sein, an dem der Islam durch Opfer geschützt werden muss. Du musst mich an diesem Tag vertreten".

Qasim (ع) rannte mit diesem Brief zu Imam Hussain (ع). Dieser las den Brief und sagte: "Oh meines Bruders Sohn, wie kann ich dich aufhalten etwas zu tun, was dein Vater von dir wollte, dass du es tust. Bismillah, geh. Allah sei mit dir".

Mit dem Turban seines Vaters auf dem Kopf, ritt Qasim (ع) los. Imam Hussain (ع) sagte: "Inna Lilla-hi wa inna ilai-hi raji'oon". Qasim (ع) erwiderte: "Oh mein Onkel, sei nicht bestürzt. Ich fürchte den Tod nicht. Der Tod für den Islam wird für mich süßer als Honig sein".

Auf dem Schlachtfeld stellte er sich laut vor und tötete mehre Soldaten. Er sah Umar Sa'ad, wie er seinen Pferden Wasser zu trinken gab. Er rief ihm zu: "Du sollst dich vor dir selbst schämen; die Kinder Hussains weinen vor Durst".

Umar Sa'ad fragte, wer das sei und man sagte ihm, dass es der Sohn Hassans (ع) sei. Er befahl Arsak Shaami (einer seiner tapfersten Soldaten) gegen Qasim (ع) zu kämpfen. Dieser jedoch fühlte sich gedemütigt, gegen ein Kind kämpfen zu müssen. Er schickte seine vier Söhne gegen Qasim, welche Qasim doch alle tötete. Arsak wurde sehr wütend und begab sich nun selbst gegen Qasim (ع). Auf Befehl Umars Sa'ads attacktierten seine Soldaten Qasim (ع) und bewarfen ihn mit Steinen, Speeren und Pfeilen.

Mit den Worten: "Oh mein Onkel! Hilf mir!" fiel Qasim. Noch bevor Imam Hussain (ع) zu ihm gelangen konnte, hatten die Soldaten Qasim mit ihren Pferden überrannt und trampelten auf dem toten Körper rum.

Shimr kam zu Abbas (ع) ins Zeltlager, um ihm einen Befehl für seine Sicherheit zu erteilen. Abbas (ع) wurde wütend und entgegnete: "Du hast mir einen Befehl zu meiner Sicherheit gegeben und nicht meinem Herrn Hussain! Wenn Hussain, mein Herr es mir erlaubte, würde ich Dir deinen Kopf abhauen. Der Fluch von Allah ist auf dir und deinem Befehl zu meiner Sicherheit.. Verlasse diesen Raum!"

Man hörte die Kinder "Al Tash" (zu deutsch: Durst) schreien und Sukaina bat Abbas (ع) Wasser für sie zu holen. Die Kinder warteten schon, denn sie waren sich gewiss, dass Sukaina ihnen zuerst Wasser geben würde, als selbst zuerst zu trinken.

Abbas (ع) drang mit Mühe kämpfend durch die Soldaten, den Banner in der einen und das Schwert in der anderen Hand und den Wasserbeutel über der Schulter, zum Fluss Furat vor. Er füllte Wasser ein und sprang sofort wieder auf sein Pferd um den Durst der Kinder zu stillen. Die Kinder sahen ihn schon vom weiten auf seinen Pferd zureiten. Doch auch der Feind erblickte ihn mit dem Wasser Richtung Lager reiten. Ein Soldat Yazids schlug ihm von hinten den rechten Arm ab, sodass er den Behälter mit der linken Hand halten musste. Als ihm dann jedoch auch noch der linke Arm mit dem Schwert abgeschlagen wurde, blieb ihm nur noch übrig den Wasserbeutel mit dem Mund zu halten, denn er wollte ja den Kindern das Trinken bringen. Doch dann traf ein Pfeil den Behälter des Wassers, welches sofort auslief. Dann umzingelten ihn seine Feinde und schossen ihm einen Pfeil ins Auge. Sofort fiel Abbas (ع) von seinem Pferd. Er rief aus: "Oh, mein Herr, meine Grüße an dich!" Imam Hussain (ع) hörte den Ruf und lief sofort in dessen Richtung. Seine Augen waren blind vor Tränen. Er erreichte Abbas (ع), hob seinen Kopf hoch und legte diesen in seinen Schoß. Abbas (ع) entgegnete ihm: "Mein Herr, als ich geboren wurde, warst du die erste Person, die ich sah. Mein letzter Wunsch ist, dass ich dein Gesicht sehe, bevor ich sterbe, doch mein Auge ist mit einem Pfeil durchbohrt. Reinige bitte mein Auge vom Blut, so darf ich dich das letzte Mal sehen. Und bitte, Herr, bring meinen Körper nicht zum Lager, denn ich bin so beschämt, dass ich Sukaina und den anderen Kindern Aug' in Aug' gegenübertrete, mit leeren Händen, ohne Wasser zu ihnen zurückgekehrt zu sein."

Imam Hussain (ع) sagte im Weinen: "Abbas! Ich werde deine Wünsche erfüllen, aber ich habe auch einen Wunsch. Seit der Kindheit nanntest du mich immer deinen Herrn. Nenne mich wenigstens einmal Bruder!"

Abbas (ع) schaute ihm in die Augen und sagte: "Mein Bruder, mein Bruder!"

Imam Hussain (ع) kam mit der blutgetränkten Fahne zurück, und so wusste Sukaina, dass ihr Onkel umgebracht wurde.

Abbas (ع) liebte Sukaina mehr als seine eigenen Kinder. Hatte sie einen Wunsch, so war er erst beruhigt, wenn er ihr diesen erfüllt hatte. Ab diesem Tag wollte sie sich nie wieder über Durst beklagen. Sukaina war ein Kind voller Liebe. Auch an dem Tag, als sie Waise wurde, kümmert sie sich erst um die anderen und tröstete sie.

Sukaina (ع) fragte nie wieder nach Wasser. Sayeda Zainab (ع) sprach ihr zu etwas zu trinken, aber Sukaina (ع) fragte nie wieder danach.

Als alle zu den Gefängnissen gebrachten wurden, hatte Ruqaiya (ع) (die jüngere Schwester Sukainas (ع)) einen Traum, in welchem ihr Vater zu ihr kam und ihr versprach, zu kommen und sie mit ihm mitzunehmen, weg von den Folterungen, die sie ertrug. Als sie erwachte und ihren Traum erzählte, erreichte es Yazid. Dieser befahl den Kopf ihres Vaters zu ihr zubringen. Sobald sie den Kopf ihres Vaters sah, legte sie ihre Wange auf die seine und fing an zu weinen, ihn fest umarmend. Plötzlich hörte ihr Weinen auf, und mit dem Weinen stoppte auch ihr Herz, denn ihr Vater hatte sein Versprechen zu ihr erfüllt.

Später in Damaskus, im Gefängnis, wachte Sukaina (ع) eines morgens nicht mehr auf. Sie lag einfach da, auf dem kalten Gefängnisboden, mit weit geöffneten Augen.

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Imam Zayn-ul-Abedin (ع)
von Hessam K. und Ahmad Khalil

 

Aufzählung

Von Karbala bis zu seinem Tod

Aufzählung

Überlieferungen von und über Imam Zain-ul-Abidin (ع)

Von Karbala bis zu seinem Tod

 

Imam Ali bin al-Hussein (ع) bin Ali ibn abi Taleb (auch Imam Zain-ul-Abidin oder Imam Sajjad genannt) war der älteste Sohn von Imam Husayn (ع). Seine Mutter war die persische Prinzessin Bibi Shahr Banu, die Tochter von König Yazdegard II. Er kam am 5. Shaban 38 Jahre nach der Hijra in Medina zur Welt. Als Imam Husayn (ع) 60 Jahre nach der Hijra von Medina nach Irak zog, war Imam Zain-ul-Abidin (ع) dabei, doch er kämpfte nicht mit. Er lag schwer krank in seinem Bett. Bei Karbala wurden seine Familienangehörigen massakriert und er konnte nichts dagegen unternehmen. Sein Vater gab ihm die Aufgabe, bei den Frauen der Prophetenfamilie zu bleiben und sie überall hinzubegleiten. Nach dem Tod von Imam Husayn (ع) wurde sein Sohn Zain-ul-Abidin (ع) im Alter von 20 Jahren von Allah zum neuen Imam bestimmt. Seine größte Aufgabe bestand darin, die Nachwelt über das Ereignis von Karbala aufzuklären. Das Aufzeigen der Verbrechen von Yazid und der Bani Umayyah war einer seiner Lebensaufgaben. In seinen Reden und Ansprachen klärte er die Öffentlichkeit über die gottgegebene Aufgabe und Mission jener aus dem Hause des Gesandten Gottes - Ahl-ul-Bayt (ع) - auf und ebenfalls über ihren rechtmäßigen Anspruch auf Führung und Rechtleitung der Muslime.

Nach der Tragödie von Karbala, nahm man ihn und die anderen Überlebenden als Gefangene. Die Armee von Yazid kettete sie aneinander und ließ sie hunderte Kilometer durch die brennende Wüste marschieren. Imam Zain-ul-Abidin (ع) musste über 750 Kilometer hinter sich legen. Dabei saß er entweder auf ein Kamel oder musste zu Fuß durch den brennenden Sand der Wüste wandern. Auch die anderen Kriegsgefangenen, die aus Frauen und Kindern bestanden, wurden gequält. Die Soldaten von Yazid nahmen den Töchtern von Imam Ali (ع) ihren Hijab weg und behandelten sie wie Vieh. Jemand aus der Armee rief ständig: „Das sind jene, die dem muslimischen Herrscher Yazid ungehorsam waren.“

Die Gefangenen mussten zuerst nach Kufa marschieren zu Ibn Ziyad und später nach Sham (Damaskus) zu Yazid. Yazids Governeur von Kufa war Ibn Ziyad. Er war bekannt für seinen Hass gegenüber Imam Ali (ع) und seinen Nachkommen. Ibn Ziyad wollte Imam Zain-ul-Abidin (ع) töten, doch Sayyida Zainab (ع) umarmte den Imam und sagte: „Ihr müsst zuerst mich töten.“ Imam Zain-ul-Abidin (ع) sagte: „Drohst du mir mit dem Tod Ibn Ziyad? Weißt du nicht, dass das Getötetwerden eine Tradition bei uns ist und das Martyrium eine Gnade von Allah?“ Ibn Ziyad hätte zu gerne alle Gefangenen geköpft, doch Yazid befahl ihm die Gefangenen nach Damaskus zu schicken. In Damaskus wurden sie von einem Bazar zum nächsten geschickt und anschließend in Gefängnisse eingesperrt. Regelmäßig ließ Yazid Imam Zain-ul-Abidin (ع) zu sich rufen, um ihn öffentlich zu demütigen. Eines Tages ließ Yazid einen seiner Angestellten von der Minbar (Kanzel) aus Imam Ali (ع) und seine Nachkommen beschimpfen. Als der Vortragende fertig war, wendete sich Imam Zain-ul-Abidin (ع) zu ihm und sprach: „Schäm dich du übler Sprecher! Mit deinen Worten hast du Allah verärgert.“ Danach wollte der Imam auf die Kanzel, doch Yazid lehnte seine Anfrage ab. Die versammelten Menschen von Syrien, forderten den Imam. Yazid gab schließlich nach und ließ den Imam eine Rede halten. Imam Zain-ul-Abidin (ع) sprach: „[…] Oh ihr Zuhörer! Allah hat uns (Ahl-ul-Bayt (ع)) sechs Dinge gegeben, die niemand außer uns hat. Er hat uns besondere Weisheit, Geduld, Würde, Ansprachekraft, Tapferkeit und Respekt verliehen. Er gab uns diese speziellen Vorzüge, weil wir zu der Prophetenfamilie gehören. Zu uns gehören Hamza und Jaafar. Zu uns gehört Asadullah (Der Löwe Allahs, Imam Ali). Zu uns gehören die Führer der Jugend im Paradies (Imam Hassan und Imam Husayn). Diejenigen, die mich provozieren, kennen mich. Die die mich nicht kennen, wissen, dass ich der Sohn von Mekka und Mina bin. Ich bin der Sohn von Zamzam und Safa. Ich bin der Sohn von demjenigen, der den Armen Zakat gab. Ich bin der Sohn von denen, die Hajj vollzogen. Ich bin der Sohn von demjenigen der auf seiner Nachtreise vom Hause Allahs zur Al-Aqsa Moschee getragen wurde und dann die Himmelfahrt (Miraj) unternahm. […].“

Aufgrund des öffentlichen Drucks musste Yazid den Imam und die restlichen Gefangenen freilassen. Nach seiner Gefangenschaft kehrte er nach Medina zurück, wo er - genötigterweise - in aller Stille lebte..., mit Gottesanbetung und der Unterweisung aufrichtiger Muslime beschäftigt. Man gab ihm verschiedene Namen, wie Zain-ul-Abidin (ع) (Bester Gottesdiener), al-Sajjad (der sich niederwerfende), Thu al-Safanat (Safanat = Abdruck an der Stirn von der Niederwerfung), Al-Baka’a (der Weinende) oder al-Abed (der Gottesdiener). Es wird über Imam Sajjad (ع) berichtet: Immer als er sich für das Gebet waschen wollte, wurde sein Gesicht blas. Man fragte ihn diesbezüglich und er antwortete: "Wisst ihr denn nicht vor wem ich gleich stehen werde?" Eines Tages war er außerhalb seines Hauses und ein Mann kam zu ihn. Er begann den Imam zu beschimpfen. Imam Sajjads Anhänger standen sofort auf und wollten den Mann in Stücke reißen. Aber der Imam sagte: „Wartet, bleibt stehen!“ Er ging zu diesem Mann und sagte: „Was hast du über uns so gehört? Hast du einen Wunsch, den wir dir erfüllen können?“ Der Mann schämte sich vor Imam Zain-ul-Abidin (ع). Er bat um Vergebung und man hörte ihn fortan bis an sein Lebensende immer wieder sagen: „Ich bin Zeuge, dass du der Sohn des Propheten bist!“

Imam Sajjad ging nachts durch die Straßen und verteilte Brot an die Armen. Erst nach seinem Tod begriffen die Menschen, da es Imam Zain-ul-Abidin (ع) war der ihnen das Brot brachte. Während der 35 Jahre, die er nun in Medina verbrachte, vermochte er einer großen Schülerzahl das Wissen, das der Islam vermittelt, nahe zu bringen. Allerdings erfolgte sein Unterricht aufgrund der politischen Zwangslage, in der er sich befand, mehr oder weniger im Geheimen oder auf indirektem Wege. Die Regierung hatte Imam Sajjad verboten öffentliche Ansprachen zu halten. Er umging diese Einschränkung, indem er durch Gebete die Leute aufklärte und recht leitete. Er machte das unbeschreibliche Unrecht, das die Bani Umayyah seinem Vater angetan hatten, deutlich und rief mit seinen zu Herzen gehenden Worten in der Bevölkerung einen Sturm an Bedauern, Reue und Sympathie für Ahl-ul-Bayt (ع) hervor. Seine wunderschönen, inhaltsreichen Duas (Gebete), die er mit seiner wohlklingenden Stimme vortrug, beinhalten eine vollständige Aufklärung über den Islam und dessen Lehre. In dem Buch „Sahifa-e-Kamila“ sind viele seiner Gebete aufgezeichnet. Imam Sajjad wurde am 25. Muharram im Jahre 95 nach der Hijra von dem Kalifen Walid ibn Abdul Malik vergiftet. Er wurde in Medina neben Imam Hassan auf dem Friedhof Janatul Baqi begraben.

Überlieferungen von und über Imam Zain-ul-Abidin (ع)

 

- Imam Sajjad: „Das Recht des Lehrers Dir gegenüber ist es, dass Du ihn wertschätzt, seine Versammlung Respekt zollst, seine Worte gut zu hörst, ihn beachtest, Deine Stimme ihn gegenüber nicht erhebst und wenn jemand ihn etwas fragt nicht Du es beantwortest, sondern ihn antworten lässt, in seiner Gegenwart keine Rede für ihn hältst, (sondern die Leute profitieren lässt, indem sie ihn hören und nicht Dich), in seinem Gegenwart niemanden nachredest, wenn man hinter ihm bei Dir nachredet, ihn verteidigst, seine Fehler vertuschst, seine Vorzüge offenkundig machst, Dich mit seiner Feinde nicht anfreundest, mit seiner Freunde keine Feindschaft beginnst. Wenn Du so verfährst, so werden die Engel bezeugen, dass Du für Gott ihn geachtet hast und Wissen gesammelt hast und nicht für die Aufmerksamkeit der Leute.

Und das Recht des Schülers Dir gegenüber ist es zu wissen, dass Gott Dich zum Vormund derer machte, in dem ER Dir Wissen gab und die Tore des Wissens öffnete. Deshalb, wenn Du es denen gut beigebracht hast, denen gegenüber nicht arrogant wurdest und sie nicht beleidigt hast, so wird Gott mit seiner Gnade Dein Wissen erweitern. Aber wenn Du den Leuten Dein Wissen vorenthalten hast und arrogant wurdest, als sie nach Deinem Wissen verlangten, so ist es würdig, dass Gott das Licht des Wissens von Dir nimmt und Deine Berühmtheit und Bedeutung in den Herzen der Leute beseitigt“

- Imam Sajjad: „Über die Macht Gottes über dich mache Gedanken; über Seine dir gegenüber, sei beschämt“.

- Imam Sajjad: „Wer Gott direkt anspricht, hat einen sehr viel kürzeren Weg.“

- Abu Muammar überlieferte von ´Abd al-´Aziz ibn Abi Hazim, welcher sagte: Ich hörte meinen Vater sagen: „Ich sah keinen besseren Haschimiten als Ali ibn al-Hussain.“

- `Amr ibn Schimr überlieferte von Dschabir al-Dschu´fi, von Abu Dscha´far, welcher berichtete: „Ali ibn al-Hussain pflegte am Tag und in der Nacht tausend Rak´at zu beten, und der Wind bog ihn (seinen Körper) wie eine Kornähre.“

- Es wird von dem Dichter al-Farazdaq über Imam Zain-ul-Abidin (ع) berichtet: Er war der Schönste. Er hatte unter den Menschen das schönste Gesicht und den schönsten Geruch und in der Mitte seiner Stirn hatte er durch die Niederwerfung einen Abdruck erhalten.

Imam Muhammad al-Baqir (ع)
übersetzt von Um Hussain

Der fünfte Imam Mohammed al-Baqir (ع) wurde am 1. des Monats Rajab, 57. Hijrah, in der Stadt Medina geboren. Wegen der Ähnlichkeit, die er mit seinem Großvater hatte, wurde er Mohammed genannt. Gemäß Ibn Khalikan, hat der Imam den Titel "Baqir" (Spalter des Wissens) aufgrund seines reichlichen Wissens von Deen und seiner Begeisterung, andere Leute zu lehren, erhalten. Viele Historiker wie z. B. Yakubi behaupten, dass der Imam offenes Wissen spaltet, so das es geprüft ist und des Tiefen untersucht sind, so dass es zu all den Leuten wahrheitsgemäß und richtig ausgebreitet werden kann.

Sein Vater war Imam Sajjad (ع) und seine Mutter Fatimah, welche eine der Töchter Imam Hassans (ع) war. Er war der erste Imam, dessen Abstammung aufstieg und den Propheten (ص), väterlichseits und mütterlichseits erreichte. Seine Lebensgeschichte kann in zwei Teile geteilt werden.

1. Die Periode vor seinem Imamat, welche fast 35 Jahre beträgt und der friedliche Teil seines Lebens war, geführt in Medina.

2. Die Periode des Imamats, welche sich bis zu zwanzig Jahren ausdehnte und als die Dauer der Verbreitung und Veröffentlichung des Islamischen Wissen und Weisheit zählt.

Die hervortretenden Eigenschaften des Charakters des Imams


 

Imam Mohammed al-Baqir (ع) zog immer neue und saubere Kleider an. Er parfümierte sich und lief sehr gemütlich und langsam. Eines Tages kritisierte ihn ein beschränkt Denkender und sagte ihm, dass sein Großvater Ali (ع) alte und billige Kleidung verwendete, warum er denn saubere und neue trägt? Der Imam antwortete, da in diesen Tagen alle Leute arm waren, musste Imam Ali (ع) alte Kleidung und einfaches Essen verwenden. Aber heute führen die Leute ein angenehmes und luxuriöses Leben, daher sollte ich nicht diese Kleidung benutzen. Die Tat meines Großvaters in diesen Tagen, entsprach Gerechtigkeit und Führung und meine Handlung und mein Lebensweg heute sind auch in der Zustimmung der (Normen der) Gerechtigkeit und Führung.

Über sein Verhalten, wird geschrieben, dass er niemals laut lachte und immer in einer stillen und anständigen Weise gesprochen hat. Er wurde nie wütend und aufgebracht und jeder der ihn treffen würde, würde ihm Respekt erweisen und mit ihm Hände schütteln und sagen, "diese Tat (Händeschütteln) führt die Herzen nah zueinander und beendet die Verfeindungen und Feindschaften".

Auch wenn der Imam (ع) sehr geweint hatte während seiner vertraulichen Unterhaltung mit Gott, aber er weinte nicht laut. Wann auch immer er sprach, würde er sein Gespräch mit dem Namen Gottes beginnen und beenden.

Er hatte Gärten und Felder in Fülle und großer Zahl, aber er selber besuchte sie wie ein Farmer und teilte die Arbeit mit den Landwirten und Arbeitern, nahm Essen mit ihnen ein, und sprach zu ihnen. Er war ein Herr, der nahe Arbeitsverhältnisse mit seinen Dienern hatte.

Was immer er für landwirtschaftliche Erzeugnisse von seinen Gärten und Feldern erhielt, würde er im Namen Gottes geben. Er kam allen Bedürfnissen und Erfordernissen seiner Arbeiter zu solchem Umfang nach, dass er einer der großzügigsten Menschen seiner Zeit in Hijaz war.

Schekh Mufid schreibt über den Imam (ع): "Er hatte Zugriff auf und Vertrautheit mit all den Zweigen des Wissens und intuitivem Lernen. Er führte sein Leben ausgelastet in Folgsamkeit Gottes. Er war stark und ausgeglichen an der Station der Frömmigkeit, und ehrte strikt seine Worte, Versprechen und Verpflichtungen. Seine Frömmigkeit, offene Herzigkeit, seelische Reinheit, und menschliches Verhalten ließ alle und jedermann ihn lieben. Und er bildete sie in der Islamischen Ethik aus".

Ibn-e-Hajar, welcher ein voreingenommener Sunni-Gelehrter ist, schreibt über den Charakter des Imams (ع): "Imam Mohammed Baqir (ع) hatte ein sauberes, reines Herz. Seine Rede und Worte waren Harmonien und gemäß seiner Gewohnheit. Sein Verhalten und sein Handeln mit den Leuten war menschlich und islamisch. Er war ein großer gnostisch und unvergleichbarer Anbeter. Er war so sehr verziert und geschmückt mit menschlichen Qualitäten, dass ich nicht die Mittel und Fassungsvermögen habe, ihn zu loben".

Einer seiner Sklaven sagte über ihn: "Einmal habe ich seine Gnädigkeit nach Mekka begleitet. Als der Imam (ع) das Haus Gottes (Kaabah) gesichtet hat. Er weinte so sehr, dass er schwach wurde und gelassener sagte ich zu ihm, 'Warum weinen Sie so sehr'? Er sagte, 'Vielleicht kann Gott gütig zu mir werden wegen diesen Tränen und morgen (am Tag der Gerechtigkeit) kann er mich mit seiner Erlösung segnen.'
Dann stand der Imam für seine Gebete und verlängerte die Niederwerfung. Als er seinen Kopf hoch hob, war die Stelle der Niederwerfung nass mit Tränen seiner Augen."

Mohammed Ibn Munkadir, ein Theologieschüler aus sunnitischem Hause, gottesfürchtig und tugendhaft, sagte zu seinen Freunden:

"Ich habe Ali - Ibn - Hussain (ع) als klügsten und gebildesten Mann kennengelernt, doch glaubte ich nicht, dass er einen Sohn haben könnte, der die Vorzüglichkeiten seines Vaters besitzt.
Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Eines Tages ging ich zu Imam Baqir (ع).
Da ich glaubte, dass sein Verhalten zu wünschen übrig ließe, wollte ich ihn belehren. Er aber belehrte mich, und ich stand beschämt da...."
Seine Freunde fragten ihn: "Erzählt, was geschah? Warum warst du beschämt?? Was hat er zu dir gesagt?"

Er: "Nun, so hört! Es war an einem heißen Sommertag. Ich hatte in der Umgebung von Medina zu tun. Unterwegs begegnete ich Mohammed Ibn Ali (ع) (Imam Baqir). Er war von kräftiger Gestalt, ein wenig schwerleibig. Zwei seiner Freunde begleiteten ihn. Der Schweiß stand ihm auf der Stirn. Er sah müde und erschöpft aus, und es schien, als stützten ihn seine Begleiter hin und wieder. Ich hatte zwar schon davon gehört, dass der Imam tagsüber an der Seite seiner Arbeiter auf dem Felde arbeiten würde, doch nie hatte ich es gesehen....

Als ich ihn nun dort sah, sagte ich mir: Da kannst du 'mal sehen! Einer der Großen aus dem Hause des Propheten begibt sich trotz seiner körperlichen Schwäche und dazu noch bei sommerlicher Hitze hinaus vor die Stadt, um auf seinem Felde zu arbeiten. Alles nur, um der irdischen Reichtümer teilhaftig zu werden! Ich will ihn darauf aufmerksam machen und ihn belehren!

So ging ich auf ihn zu, begrüßte ihn und sagte: "Gott möge dir begreiflich werden lassen, wie du dich zu verhalten hast! Ein angesehener Mann mit gutem Ruf und darüber hinaus noch ein Nachkomme des Gesandten Gottes..., wie kannst du irdischer Güter wegen bei dieser Sommerhitze hinaus aufs Feld gehen und arbeiten?! Das ziemt sich nicht für dich! Wenn dich der Tod in diesem Zustand, in dem du dich befindest, holt, wie willst du dann vor Gott stehen? Was willst du Ihm sagen?!"

Imam Baqir (ع) richtete sich zu voller Größe auf und erwiderte: "Mein Freund! Wenn der Tod mich in diesem Zustand ereilen und ich so vor Gott treten sollte, als jemand, der seine Gebote befolgte, der seinen Lebensunterhalt sowie den seiner Familie durch seiner eigenen Hände Arbeit und im Schweiße seines Angesichtes verdiente und dadurch vermied, seine Hand nach der Hilfe anderer auszustrecken, so brauche ich mich wahrhaftig nicht zu schämen! Dann müsste ich es, wenn ich Gott ungehorsam wäre, sündigte, wenn ich der Gesellschaft zur Last fiele und nicht arbeitete, um mein täglich Brot selbst zu erwerben und darüber hinaus auch andere unterstützen zu können!"

"Gott segne dich", antwortete ich, "ich glaubte, dich belehren zu müssen, doch du belehrtest mich! Dass ich glaubte, mehr zu wissen als du, beschämt mich zutiefst, und ich hoffe, dass du mir verzeihst!" -

Imam Baqir (ع) lächelte und sagte freundlich: "Sei unbesorgt, ich habe dir verziehen! Der große Verzeihende aber ist Gott, Er möge dir Seine Huld schenken!"

(entnommen aus "Gute Geschichten" von Mehdi Adaryazdi)

Der Wissensstatus des Imams

 

 

Schekh Tusi schreibt, ein Mann unter den Syrern besuchte Imam Mohammed Baqir (ع) und sagte, "Da Sie ein Mann des Wissens sind und das Lernen Ihrer Versammlung fruchtbar, wertvoll und mir wert ist, so besuchte ich Ihre Lehrsitzung, aber ich habe Feindschaft mit Ihnen und Ihrer Abstammung." Der Imam antwortete ihm nicht.

Nach einigen Tagen wurde dieser Mann krank. Der Imam (ع) besuchte ihn zusammen mit seinen Freunden und saß an seinem Bett, und erkundigte sich nach seiner Gesundheit. Als der Syrer die Gnade und Großherzigkeit des Imams sah, bereute er in höchstem Maße, was er gesagt hatte, und war beschämt. Er wusste nicht, was er dem Imam (ع) antworten sollte.

Der Imam gab Anordnungen über seine Speise, Behandlung seiner Familienmitglieder, betete für ihn und ist aufgestanden. Es dauerte nicht lange, dass er geheilt wurde und das Leidenbett verließ. Den nächsten Tag, erreichte er die Versammlung des Imams (ع) und drückte seine Reue aus, über das, was er gesagte hatte und bat um Entschuldigung und wurde einer der dauerhaften und immerwährenden Freunde des Imams (ع).

Jabir stand dem Imam (ع) gegenüber

 

 

Auf dem Beweis des authentischsten Hadith, erzählt von Sunniten und Shi'iten, war einer der Gefährten des Heiligen Propheten (ص) Jabir Ibn Abdullah Ansari in Anwesenheit des Heiligen Propheten. Er fragte den Propheten über die Namen der Nachkommen seiner Tochter Hazrat Fatima und Imam Ali (ع). Der Prophet hat ihm erzählt:

"O Jabir, du wirst ein langes Leben haben, und obwohl du blind gehen wirst, wirst du aber den 5. in der Reihe meiner Nachkommen treffen, dessen Name mein Name sein wird, der wie ich laufen wird und welcher der 5. Imam der Zeit sein wird. Wenn du ihn triffst, überbringe ihm mein Salam."

Wie vom Heiligen Propheten (ص) vorausgesagt, lebte Jabir Ibn Abdullah Ansari ein langes Leben und wurde im hohen Alter blind. Aber er hat fromm auf die Zeit gewartet, in welcher er den 5. Imam treffen würde. Jeden Morgen würde er von seinem Haus herauskommen, an der Straßenseite sitzen und auf den Klang der Schritte warten, um den 5. Imam zu erkennen. Einen solchen Tag, während er in den Staßen Medinas wartete, hörte er jemanden auf sich zu laufen, der Klang der Schritte erinnerte ihn an die Art, wie der Heilige Prophet lief. Jabir stand auf, hielt den Mann an und fragte nach seinem Namen. Er antwortete, "Mohammed", Jabir fragte, wessen Sohn?, er antwortete, "Ali Ibne Hussain". Jabir erkannte sofort, dass der Mann zu dem er sprach, der 5. Imam war. Er küsste ihn und erzählte ihm von der Nachricht des Heiligen Propheten und das der Prophet ihm sein Salam überbringt. Der Imam hat ihn mit zu sich nach Hause genommen, bat seine Freunde so viele Leute wie möglich zu versammeln. Als sich alle versammelt hatten, bat der Imam Jabir die ganze Geschichte noch einmal zu erzählen. Jabir erzählte die Geschichte; alle weinten sie und beglaubigten im Einklang mit dem Imamat des fünften Imam und ebenso die Namen der anderen sieben Imame in seiner Reihe bis zum zwölften Imam.

Der Ausbildungsmodus des Imam (ع)

 

Da das Wissen und die Weisheit des Imam (ع), wie bei den anderen Imamen, von der Offenbarung hervorgebracht wurde, versagte er nie eine Antwort zu geben. Seine Persönlichkeit des Wissens und der Weisheit hatte eine solche Gnade, Größe, Herrlichkeit und Pracht, dass die Gelehrten in seiner Versammlung wie die Kinder vor einem Lehrer waren.

Wann immer der Imam (ع) in der Sitzung der Lehren saß, verschüttete der Tropfen des Wissens und der Weisheit auf die Herzen seiner Studenten wie gesättigte Wolke. Jeder profitierte davon gemäß seiner eigenen Kapazität und Leistungsvermögen.

Im Jahre 105 Hijrah ging Hasham (der wohlbekannte Poet) nach Mekka und eine Gruppe Syrer begleiteten ihn. Nachdem die Hajjrituale vorbei waren, saß er in einer Ecke der Masjid al Haram um zu entspannen. Plötzlich, sichtete er Imam Mohammed al-Baqir (ع), in einer Ecke sitzend, von Leuten umgebend, welche ihm Fragen über ihre Problem und Schwierigkeiten stellten und seiner Antwort zuhörten.

Hasham wurde wütend und entflammt und schickte Nafeh, einen seiner weisen Männer, um dem Imam (ع) Fragen zu stellen und entsprechend seiner Idee, ihn zu entkräften und zu schwächen, und ihn in den Augen der Leute abzuwerten.

Nafeh tritt hervor, grüßte und bat um seine Erlaubnis Fragen zu stellen und ihn zu vernehmen. Der Imam (ع) entgegnete, "Frag, was immer du möchtest"!

Er fragte den Imam (ع), "Was ist die Länge der Zeitdauer der Periode zwischen Prophet 'Issa (ع) (Jesus) und Mohammed (s.a.a.s)"? Der Imam sagte, "Unserer Meinung nach fünf Hundert Jahre". Nafeh fragte, "Der Vers des Heiligen Qurans, welcher sagt 'wa-as-al' 'frag du'. Wer war der Prophet, der fragte"? Der Imam (ع) erwiderte, "Von Gottes ewigen Tisch, worin alle Dinge da waren".

Nafeh fragte, "Seit wann und wie lange war Gott da"?

Der Imam (ع) sagte, "Wehe dir, Gott ist der Schöpfer des Alters. Er ist kein Körper und wurde nicht von irgendetwas geboren, damit er Alter und Zeit brauchen könnte".

Nafeh war beschämt und sagte, "Bei Gott, Sie sind der weiseste Mensch der Leute Ihres Alters".

 

Das Martyrium des Imam (ع)

 

 

Schließlich, ist Imam Mohammed al-Baqir (ع) am 7. Zul Hijja 114 Hijrah, nach vielen Jahren von Schwierigkeiten, Kummer und Arbeit für die Islamische Kultur, im Alter von 57 Jahren, durch den Befehl Heshams vergiftet und gemartert worden. Sein reiner und erhabener Körper wurde neben den Gräbern der anderen Imame auf dem Friedhof Baqi's begraben.

Imam Jaafar as-Sadiq (ع)
von Um Abdel Kareem

 

Aufzählung

Das Leben von Imam Jaafar as-Sadiq (ع)

Aufzählung

Der Konflikt des Imams (ع) mit dem Kalifen Mansoor

Aufzählung

Die Frömmigkeit Imam Sadiqs (ع)

Aufzählung

Die Vorwürfe eines Blinden

Aufzählung

Gott verlangt von niemanden etwas, das er nicht vermag!

Aufzählung

Falsche Frömmigkeit

Aufzählung

Der unbekannte Spender

Aufzählung

Einige Aussprüche des Imams (ع)

Das Leben von Imam Jaafar as-Sadiq (ع)

 

Imam Jaafar as-Sadiq (ع) wurde am 17. Rabi-ul-Awal, 83 Jahre nach der Hijrah (702 n.Chr.), in Medina geboren. Sein Vater war Imam Muhammad al-Baqir (ع). Seine Mutter (Umma Farwa (ع)) war die Enkeltochter von Mohammad Ibn e Abu Bakr, der ein Freund von Imam Ali (ع) war. Imam Jaafar as-Sadiq (ع) war 34 Jahre alt, als sein Vater Muhammad al-Baqir (ع) getötet wurde und er aufgrund Allahs Befehl neuer Imam wurde. Sein Imamat sollte 34 Jahre dauern (114 – 148 n.H.). Während seines Imamats musste er sich mit fünf Kalifen auseinandersetzen, die nacheinander herrschten: Hisham ibn Abdalmalik, Walid ibn Walid, Marwan Himar (alle von der Umayyaden-Dynastie), Saffah und letztlich Mansoor Dawaniqi (diese zwei gehören zur Abbasiden-Dynasty).

Er lebte in der Zeit der Herrschaft der Bani Umayyah, welche zu seiner Zeit stark ins Schwanken gekommen waren und einen Machtverlust befürchteten. Die Bani Umayyah konzentrierten sich damals hauptsächlich auf den Aufstand der Muswaddah und versuchten diese Revolte mit aller Kraft blutig niederschlagen. Imam Jaafar as-Sadiq (ع) konnte deshalb in aller Ruhe seine Schüler unterrichten, ohne verfolgt oder eingesperrt zu werden. Die Ummayadan waren stark geschwächt worden, durch den Aufstand der Muswaddah. Imam Jaafar as-Sadiq (ع) nutze die günstige Gelegenheit, um den wahren Glauben zu verbreiten und mit Leuten aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten zu diskutieren. Es wurden hunderte von Büchern über seine Vorlesungen, wissenschaftlichen Abhandlungen, seine Worte und Weisheiten geschrieben. Über Imam Jaafar as-Sadiq (ع) und seinem Vater (ع) gibt es deshalb die meisten Überlieferungen in den schiitischen Quellen. Die Zahl der Wissenschaftler und Gelehrten, die durch ihn ausgebildet wurden, beläuft sich auf mehr als viertausend. Sie kamen von allen Ländern, um bei ihm zu studieren. Er unterrichtete verschiedene Gebiete wie z.B.:

  1. Zurara und Mohammad Bin Muslim in Rechtssprechung

  2. Hisham und Momin ut Taq in Glauben und Diskurs

  3. Muffazil und Safwan in Gnostik und Islam

  4. Jabir Bin Hayyan in Mathematik und Wissenschaften.

Aber auch einer der Begründer der fünf Rechtsschulen, Imam Abu Hanife, war ein Schüler von ihm. Er lernte bei ihm zwei Jahre. Eines seiner bekanntesten Aussprüche über Imam Sadiq (ع) war: „Wären die zwei Jahre bei Imam Sadiq nicht gewesen, wäre ich verloren gegangen.“ Ebenso gehörte Imam Schafii zu seinen Schülern. Er verfasste sogar ein Gedicht aus Liebe zur Ahl-ul-Bayt (ع) über sie. Imam Jaafar as-Sadiq (ع) wies seine Schüler immer daraufhin seine Vorlesungen und Vorträge aufzuzeichnen, da er wusste, dass es eine Zeit geben würde, in der Unruhen und Verwirrungen herrschen würde. Deshalb wird die Shiitische Glaubenslehre auch als die „dschafaritische“ bezeichnet.

Der Konflikt des Imams (ع) mit dem Kalifen Mansoor

 

Gegen Ende des Lebens vom Imam (ع), nahmen die Verfolgungen wieder stark zu. Die Schiiten wurden gruppenweise in Kerkern geworfen und ausgepeitscht. Andere wurden lebendig begraben oder zwischen Gebäudewänden eingemauert. Nachdem der Kalif Mansoor einige Familienmitglieder der Bani Hashim ermordet hatte, sandte er einen Mann namens „Sheba“ als Herrscher nach Madina, um den Imam zu überwachen. Der Kalif hatte den Einfluss des Imams zu lange unterschätzt. Sheba kam zum Freitagsgebet und beschmutzte mit seinen Reden den Propheten (ص) und seine Familie (Ahlul Bayt) (ع). Imam Sadiq (ع) hörte sich die üblen Reden nicht lange an und entgegnete ihm: „Weißt du, wer der größte Verlierer am Tage des Gerichts sein wird? Derjenige, der das Hab und Gut anderer am Tag des Jüngsten Gerichts verkauft und dieser ist ein korrupter Herrscher!“ Natürlich gefiel Mansoor die Aufrichtigkeit des Imams nicht und so beschloss er, da er ihn sich nicht zum Freund machen konnte, ihn zu vergiften. Er ließ ihn nach Samarrah bringen, um seine Aktivitäten besser kontrollieren zu können. Im hohen Alter durfte Imam Jaafar as-Sadiq (ع) wieder nach Medina zurückkehren, wo er auf Mansoors Befehl schließlich im Alter von 65 Jahren vergiftet wurde. Dies geschah am 25. Shawwal, 148 Hijrah (765 n.Chr.). Als Mansoor die Botschaft vom Tode des Imam hörte, befahl er den Gouverneur von Medina, das Testament von Imam Jaafar as-Sadiq (ع) zu studieren, um seinen Nachfolger sofort zu töten. Mansoor wollte das Imamat ein für alle mal auslöschen. Doch sein Plan scheiterte, weil Imam Sadiq vor seinem Tod von diesen Plänen wusste und so bestimmte er in seinem Testament gleich vier Personen zum Nachfolger: Den Kalifen Mansoor, den Governeur von Medina, seinen ältesten Sohn und seinen jüngsten Sohn (Imam Musa Kazim) (ع). Imam Jaafar as-Sadiq (ع) hatte auch nach seinem Tod, den Kalifen Mansoor nochmals eine Niederlage beschert und seine machtbesessenen Pläne ruiniert. Sein heiliger Körper wurde in Medina begraben.

Die Frömmigkeit Imam Sadiqs (ع)

 

Malik bin Ans sagte: „Imam as-Sadiq war immer mit dem Gebet zu Allah beschäftigt und sah es als die größte Hingabe an.“

Abdul Ala sagte: „Ich sah Imam Sadiq an einem heißen Sommertag auf einer Straße in Medina, während er auf dem Weg zu einer Arbeit war. Ich sagte: „Ich würde mein Leben für dich geben, warum hast du dich, der zum Propheten gehört und Allah so nahe steht, während eines so heißen Wetters, in eine solche Unannehmlichkeit gebracht?" Er aber sagte: „Ich kam her um meinen Lebensunterhalt zu erwirtschaften, damit ich nicht auf andere angewiesen bin.“

Die Vorwürfe eines Blinden

 

Eines Tages hielt ein fromm aussehender Fremder, dessen Name Sufian war, den Imam Sadiq (ع) an und sagte: „Du stammst von dem Propheten ab, wie kann es dann sein, dass du so prachtvolle Kleidung trägst?“ Imam Sadiq (ع) sagte: „Oh Sufian, sieh unter dieser Kleidung trage ich ein zerrissenes Hemd, aber ich habe dieses Kleid darüber angezogen, damit jene die mich sehen nicht glauben, dass ich bedürftig bin.“

Am nächsten Tag, sah Sufian den Imam auf einem Feld hart arbeiten und bemerkte, wie stark er schwitzte. Er ging zu ihm und sagte: „Ich staune über dich. Warum bist du so gierig bezüglich dieser Welt und arbeitest und schwitzt in deinem Alter?“ Imam Sadiq (ع) sagte: „Wie glücklich wäre ich doch, wenn ich meinen Herrn treffe, während ich hart arbeite und meinen Unterhalt selbst erwirtschafte ohne auf andere angewiesen zu sein.“

Gott verlangt von niemanden etwas, das er nicht vermag!

 

Imam Sadiq (ع) besuchte einen seiner Freunde und fragte ihn, wie es ihm ginge und was er täte. Der Mann erwiderte: „Mir sind die Hände gebunden. Ich sehe, wie sich die Leute plagen und mühen und habe nichts, was ich ihnen geben könnte, um ihnen zu helfen! Eine Möglichkeit, sie aus ihren Schwierigkeiten herauszuholen, kenn ich nicht. Das, was mir bleibt, ist mit ihnen zu reden und sie zu trösten mit dem, was Gott den Gutestuenden verheißen hat. Ich erzähle ihnen von dem einfachen bescheidenen Leben der Propheten (ص) und Imame (ع) und von den Problemen und Härten, mit denen diese zu kämpfen hatten. Wenn ich sie daran erinnere, fühlen sie sich getröstet, und ich kann sie aufrufen zu Gutem und Richtigem, zu dem, das du uns lehrst! Anderes kann ich nicht für sie tun, mehr ist mir nicht gegeben!“ Der Imam (ع) antwortete: „Das ist doch sehr gut, was du tust! Gott verlangt von niemanden etwas, das er nicht vermag! Glaubst du denn, zu den Menschen zu reden, sei wertlos und nichtig, wenngleich doch das Kapital der Propheten, Weisen und Gottesfreunde in ihren Reden und Predigten bestand?! Niemand Seiner Gesandten schickte Gott mit einem Sack voller Gold und Silber zu den Menschen, um diese rechtzuleiten. Ihr wertvolles Gut, das sie dazu einsetzen, war ihre zu Herzen gehenden Reden, waren ihre guten, wahren Worte. Und besser noch als diese: Gott selbst hat Sich durch Sein Wort den Menschen vorgestellt, - durch Begründungen, Beweise und Weisungen, die Er zur Sprache brachte! – Eine gute Rede, ein wahres Wort ist kostbar! Wisse ihren Wert und danke Gott dafür. Das ist richtiger als über das, was du nicht hast, zu klagen!“

Falsche Frömmigkeit

 

Imam as-Sadiq (ع) erkundigte sich bei seinen Freunden nach Befinden eines Mannes. Sie sagten: „Er ist bedürftig und braucht Unterstützung!“ Der Imam fragte: „Was macht er?“

Sie: „Er sitzt zu Hause und betet zu Gott!“ Darauf Imam Sadiq: „Wer sorgt für seinen Unterhalt?“ „Einer seiner Brüder kümmert sich um ihn!“ „Bei Gott“, sagte der Imam (ع), „der, der arbeitet und ihn ernährt ist besser als der, der nur zu Hause sitzt und betet!“

Der unbekannter Spender

 

Abu Gafar Hatami berichtete: „Eines Tages reichte mir Imam Sadiq (ع) ein Beutelchen mit Geld und sagte: „Bring dieses Geld „Soundso“. Sag aber nicht, von wem es ist!“ Ich tat, wie er mir aufgetragen hatte. Als ich das Geld jenem Mann gab, meinte dieser: „Gott möge den, der mir dieses Geld schickt belohnen! Regelmäßig lässt er mir Geld zukommen, so dass ich davon leben kann. Doch weißt du, Hazrate Jaafar as-Sadiq hat mir noch niemals auch nur einen Drachmen gegeben, obwohl er es könnte!“

Einige Aussprüche des Imams

 


Imam Jaafar as-Sadiq (ع) gab eine negative Beschreibung eines Freundes:
„Meidet den Umgang mit fünf Arten von Menschen:

  • Jemand der falsch ist und dich täuscht wie eine Fata Morgana,
  • Einen Dummkopf, der zu nichts taugt,
  • Einen Geizhals, der, wenn du seine Hilfe am meisten brauchst, sich von dir entfernt,
  • Einen Feigling, der dich bei Gefahr im Stich lässt,
  • Einen üblen Sünder, der dich für ein Stück Brot verkauft.“

„Sei mit deinen Eltern wohlwollend. Damit deine Kinder auch so mit dir sein werden.“

„Bete zu deinem Herrn, dass dein Lebensunterhalt nicht in der Hand von Menschen liegt“

„Verhindere falsche Witze, denn es ist der Grund für Feindseligkeit und Groll“

„Drei Dinge sind Zeichen eines Heuchlers:

  1. Während des Sprechens, Lügen zu verbreiten

  2. Versprechen und Verpflichtungen nicht zu erfüllen

  3. Anlagen von anderen zu unterschlagen.“

„Nimm Abstand von Eifersucht auf andere, da es dich von Allah fern hält“

„Ein Muslim der sich darum bemüht die Bedürfnisse eines Bruders zu erfüllen, ist wie jemand, der sich im heiligen Krieg für Allah befindet“

Imam Musa al-Kazim (ع)

 

Aufzählung

Allgemeines

Aufzählung

Über seine Moral

Aufzählung

Sein edles Verhalten

Aufzählung

Seine Art der Führung und Weisung

Aufzählung

Seine Frömmigkeit und Gebete

Aufzählung

Seine erste Auswanderung nach Bagdad

Allgemeines

 

Imam Musa al-Kazim (ع) wurde am Sonntag den 7. Safar im Jahre 128 nach der Hijra geboren. Seine Mutter war Hameda und berichtete über seine Geburt: „Als mein Sohn zur Welt kam senkte er direkt seinen Kopf zu Boden und pries Allah; dies ist ein Zeichen der Imame“

Das Leben des Imams (ع) kann in zwei Abschnitte gegliedert werden:

1. Die Zeit (20 Jahre) während sein Vater Imam war

2. Die Zeit des Kampfes bzw. Gefangenschaft

Über seine Moral

 

Er hatte einen schwachen und dünnen Körper, aber eine sehr starke Seele. Er trug unter seinen Gewändern alte, kaputte Kleidung. Er ging zu Fuß und grüßte die Menschen und liebte und respektierte seine Familie. Er kümmerte sich um die Armen und Kranken und verteilte in der Nacht Essen an die Bedürftigen ohne jedoch, dass sie ihn erkannten.

Einer seiner Freunde sagte über ihn: „Die Feinde schämten sich aufgrund seiner hohen Moral und seinem edlen Verhalten.“

Es lebte ein Mann in Medina, welcher wann immer er den Imam sah, ihn anhielt und sich über ihn lustig machte. Die Freunde des Imams sagte: „Erlaube uns, ihn zu zurechtzuweisen.“ Jedoch sagte der Imam: „Lasst ihn alleine und schadet ihm nicht.“ Einige Tage verstrichen und es gab keine Neuigkeiten über ihn. Der Imam erkundigte sich nach seinem Befinden. Man sagte ihm, dass er außerhalb von Medina zu seinen Feldern gegangen sei. Der Imam (ع) ritt mit dem Pferd zu seinen Feldern. Als der Mann den Imam sah, schrie er von weitem: „Betrete nicht mein Feld; Ich bin ein Feind von dir und deinen Vorvätern.“ Der Imam (ع) kam näher und begrüßte ihn und befragte ihn nach seiner Gesundheit und seinem Wohlergehen und sprach freundlich zu ihm: „Wieviel hast du für die Felder bezahlt?“ Der Mann antwortete: „100 Dinars“. Weiter fragte der Imam (ع): „Wie viel Gewinn erwartest du von dem Feld?“ Der Mann sagte: „200 Dinars.“ Der Imam (ع) zog einen Beutel aus der Tasche, der 300 Dinars enthielt und gab ihm das und sagte: „Nimm das, und die Früchte der Felder sollen auch deine sein.“ Der unhöfliche und freche Mann schämte sich zutiefst. Als der Imam (ع) nach Medina zurückkehren wollte, sagte er: „Vertreibe den Teufel von dir auf diese Weise“. Dies ist der wirkliche Grund warum der Imam als „Kazim“ bekannt wurde. Kazim, jemand der den Teufel mit guten Taten vertreibt.

Sein edles Verhalten

 

Imam Musa al-Kazim (ع) war bekannt und beliebt unter den Menschen für seine Großzügigkeit und Hilfsbereitschaft wie z.B. dass er eintausend Sklaven die Freiheit zurückgab. Er half denen, die in Schwierigkeiten kamen und löste ihre Probleme und zahlte ihre Schulden. Ibn e Sheher Ashoob überlieferte, dass eines Tages „Mansoor“ den Imam in seinen Palast am Nowruztag (Feiertag) her kommen ließ und ihm die aufbewahrten Geschenke bringen lies. Die Fürsten, Prokuristen, Reichen welche zur offiziellen Begrüßung kamen, brachten ihm Geschenke und stellten sie vor dem Imam auf Befehl von Mansoor. Ein Mann wurde Mansoor zur Seite gestellt, der alle Geschenke aufschrieb. Zum Schluss kam ein alter Mann und sagte: „Oh Sohn des Propheten. Ich habe nichts auf dieser Welt, was ich dir schenken kann, außer ein Paar Zeilen, die ich zu Ehren deines Großvaters gedichtet habe. Diese Zeilen möchte ich dir schenken.“

Der Mann rezitierte sein Gedicht und der Imam (ع) war sichtlich überwältigt von seinen Worten. Er befahl den Diener von Mansoor zu fragen, was alles mit den Geschenken gemacht werden soll. Der Diener kam zurück und sagte: „Der König sagt, dass dir all die Geschenke gehören.“ Daraufhin sah der Imam (ع) den alten Mann an uns sagte: „Als Andenken an deine Verse, welche du über meinen Großvater und sein Leiden gedichtet hast, möchte ich dir all diese Geschenke geben, damit du von Armut und Schwerstarbeit befreit wirst.“

Seine Art der Führung und Weisung

 

Einmal überquerte er eine Straße. Musik und Gesang drang aus einem Haus. Der Besitzer des Hauses war bekannt als Prokurist und hat sein Haus als ein Freudenzentrum für sich gemacht und war mit seinen „Freuden“ beschäftigt. Plötzlich kam eine Magd aus dem Haus und sah den Imam (ع). Sie stand still und grüßte ihn. Der Imam (ع) fragte sie: „Ist der Besitzer des Hauses ein Sklave oder ein freier Mann?“ Sie antwortete: „Ein freier Mann.“ Der Imam (ع) sagte: „Ja es ist klar und bekannt, dass er ein freier Mann ist. Wäre er ein Sklave, so hätte er Angst vor Gott und würde nicht solche Sachen machen.“ Die Magd ging zurück ins Haus und der Herr des Hauses fragte sie, warum sie so spät sei und sie überbrachte ihm die Worte des Imams. Der Mann schwieg einen Moment und sprang dann von seinem Platz auf und rannte barfuß hinter dem Imam her, um ihn einzuholen. Als er ihn erreichte, grüßte er ihn und entschuldigte sich bei ihm. Von diesem Moment an, verwandelte er sein Freudenhaus in ein Haus der Gottesanbetung. Als Erinnerung an diesen Tag, ging er nur noch barfuß und wurde daher „Busher Hafi“ genannt, was soviel bedeutet, wie Bushar, der barfuß wurde.

Seine Frömmigkeit und Gebete

 

Imam Musa (ع) war wohlbekannt für seine Frömmigkeit und Gebete, so dass immer wenn Menschen über ihn sprachen zu pflegen sagten: „Er ist ein Liebhaber der Gebete und Andachten“. Shablanji, ein Sunnitischer Gelehrter schrieb über ihn: „Imam Musa al-Kazim war der frömmste Mann in seiner Zeit. Er war der Weiseste, Gnädigste und Barmherzigste von allen. Er half und hörte den Geplagten zu und er war die meiste Zeit mit Gebeten und Andacht beschäftigt. Er pflegte immer zu sagen: „Oh Gott, mach meinen Tod einfach für mich und vergib mir am Tag des Gerichts.“ Er war so gottesfürchtig, dass er sogar Fazal den Wärter des Gefängnisses weinen ließ und auch die Hure, die man ihm schickte um ihn zu betören, damit Haroon einen Grund hatte ihn zu töten, war so überwältigt von seiner Gottesfurcht, dass sie weinend zurück kam und um seine Entlassung bat.

Seine erste Auswanderung nach Bagdad

 

Mansoor wurde im Jahre 158 nach der Hijra getötet und sein Sohn „Mehdi“ wurde der nächste Kalif. Er stellte sich nach Außen als einen religiösen Menschen dar, doch verbarg sein wahres Gesicht. Er ließ viele Shiiten frei, bezahlte jedoch die Dichter, welche über die Anhänger der Ahlul Bayt (ع) Lügen und Beschimpfungen schrieben. Er verschwendete die Steuern der Muslime für seinen privaten Luxus. Als Beispiel dafür gab er 50 Millionen Dirhams für die Hochzeit seines Sohnes aus. Als seine Spione ihn über die Bekanntheit und Beliebtheit des Imams informierten, wurde er besorgt und ließ den Imam von Medinah nach Bagdad bringen und dort ins Gefängnis werfen. Einmal nahmen die Beamte von Mahdi den Imam (ع) fest und brachten ihn ins Gefängnis von Bagdad. Dies geschah im Hause von Abu Kahlid, der sagte: „Der Imam sagte zu mir, sei nicht traurig, ich komme an diesem und jenem Tag zurück und warte an diesem bestimmte Platz auf mich. Und so geschah es, dass er genau an diesem Tage auch zurück kam. Ich war so glücklich und weinte vor Freude und küsste das Gesicht des Imams. Er sagte zu mir: „Oh Abu Khalil, sie werden mich wieder nach Bagdad bringen und ich werde von dieser Reise nicht zurück kommen.“ Als ich den Grund suchte, warum der Imam (ع) das erste Mal frei gelassen wurde, erfuhr ich, dass Imam Ali (ع) dem Kalifen Mahdi in jener Nacht erschienen ist und ihn sehr wütend angeschaut hat und mit ihm sehr harsch gesprochen hatte, so dass er Imam Musa (ع) frei ließ.

Der Imam (ع) war nach seiner ersten Freilassung sehr mit der Unterweisung in islamischen Angelegenheiten beschäftigt und kurze Zeit später verstarb der Kalif und sein Sohn Hadi kam an die Macht. Dieser verheimlichte nicht seinen Hass gegen die Shia und begann kurzer Hand gegen die Söhne Imam Alis (ع) vorzugehen. Das meist grausamste und schändlichste was er tat, war das Ereignis von „Fakh“ welches direkt nach den Ereignissen von Karbela kommt. Fakh ist ein Ort, an dem eine Schlacht von dreihundert Anhängern von Hussein Ibn Ali (ع) gegen den Kalifen erhoben. Die Soldaten von Hadi besiegten die Aufständischen auf eine solch grausame und brutale Weise durch Massakrieren und Kopfabschlagen. Die Gefangenen dieser Schlacht wurden ermordet. Und der Anführer der Anhänger der Ahlul Bayt (ع) wurde, ging als „Hussein der Märtyrer von Fakh“ in die traurige Geschichte ein.

Hadi starb in Jahre 170 nach der Hijra und Haroon wurde der nächste Kalif. Zu diesem Zeitpunkt war der Imam 42 Jahre alt. Auch dieser Kalif machte keinen Hehl aus seinem Hass gegenüber den Söhnen Imam Alis (ع). Die Beliebtheit des Imams machte auch ihm sehr zu schaffen. Haroon versuchte alles zu machen, um den Imam (ع) zu schädigen und zu schwächen. Eines Tages brachte er den Imam von Medina nach Bagdad und begann eine Diskussion mit ihm.

Haroon: „Ich möchte dir eine Frage stellen über ein Thema, welches unbeantwortet in meinem Kopf bleibt.“
Imam (ع): „Wenn ich die Freiheit habe mich auszudrücken, so werde ich dir antworten.“
Haroon: „Du bist frei und kannst sagen, was du willst“.
Haroon: „Warum glaubst du, dass du höher gestellt bist als wir, den Söhnen von Abbas? Wir kommen von der gleichen Linie und damit will ich sagen, dass wir beide Söhne vom Stamme Hashim sind.
Imam (ع): „Wir stehen näher zum Propheten als du.“
Haroon: „Wie?“
Imam (ع): „Weil unser Vater Abu Talib und der Vater des Propheten von dem gleichen Vater und der gleichen Mutter sind.“
Haroon: „Als der Prophet starb, war dein Vater Abu Talib gestorben, aber unser Vater Abbas war am Leben. Es ist klar, dass solange der Onkel lebt, die Cousins nicht erben können.“
Imam (ع): „Solange ein Kind lebt, erbt der Onkel nicht. Fatimah Zahra war am Leben und somit konnte dein Vater Abbas das Erbe nicht erhalten.“
Haroon: „Warum erlaubst du den Menschen, dich Sohn des Propheten zu nennen, wo du doch der Sohn des Ali bist. Denn jeder wird nach seinem Vater benannt und der Prophet ist dein Großvater mütterlicherseits.
Imam (ع): „Wenn der Prophet zum Leben zurückkehren würde und um die Hand deiner Tochter anhalten würde, würdest du sie ihm geben?“
Haroon: „Mit großer Freude würde ich das tun:“
Imam (ع): „Aber der Prophet würde mich niemals um die Hand meiner Tochter anhalten.“
Haroon: „Warum?“
Imam (ع): „Weil er auch mein Vater mütterlicherseits ist, er aber nicht dein Vater ist. Deshalb kann ich mich als den Sohn des Propheten bezeichnen.“

Haroon wurde still und war überrascht von der Antwort und erlaubte den Imam zu fragen was auch immer er wollte. Der Imam (ع) sagte: „Ich möchte nichts von dir, nur dass du mich gehen lässt und meine Arbeit machen lässt.“

Haroon lies ihn später nochmals in Medina festnehmen und in Basrah (Irak) ins Gefängnis werfen. Der dortige Bürgermeister der Stadt Basra, Yahya, schrieb nach einem Jahr einen Brief an Haroon und teilte ihm mit, dass nichts in diesem Jahr am Imam gesehen habe, außer Gutes und Frömmigkeit und er nicht gewillt ist, ihn länger inhaftiert zu halten. Entweder er nehme ihn zurück oder er lasse ihn frei. Haroon befahl, dass der Imam (ع) nach Bagdad verlegt werden solle. Der dortige Stadtvorsteher, Fazal, konnte auch nichts außer Bewunderung für den Imam (ع) empfinden und wollte ihn auch freilassen oder Haroon solle ihn zurücknehmen. Der Grund warum alle Imam Musa al-Kazim nicht mehr gefangen halten wollten war, dass Haroon jedem befahl den Imam (ع) im Gefängnis töten zu lassen, jedoch keiner von ihnen das tun wollte. Zum Schluss wurde er ins Gefängnis von „Sindi Bin Shahik“ verlegt, wo er von dem hartherzigen und schlechten Mann vergiftet wurde. Haroon versuchte den Tod des Imams als einen natürlichen Tod erscheinen zu lassen. Doch dies konnte einfach nicht gelingen.

Imam Musa Kazim (ع) wurde in Bagdad beigesetzt. Sein Schrein wird heute immer noch von Millionen von Pilgern besucht. Auch dieses Jahr (2005) pilgerten Millionen Menschen zu seinem Grab, wo eine grausame Tragödie hunderten von Pilgern das Leben kostete. Die friedlichen Pilger wurden vergiftet, mit Raketen beschossen und schließlich durch ein Gerücht in Panik versetzt. Bei dem Unglück starben mehr als 1000 Schiiten. Möge Allah diese Terroristen bestrafen und die Einheit zwischen Schiiten und Sunniten stärken.

Imam Ali ar-Ridha (ع)
von Um Abdel Kareem

Imam al-Ridha (ع) wurde im Jahre 148 nach der Hijra geboren und war der Sohn des Imam Musa al-Kazim (ع). Seine Mutter war die ehrenvolle Sklavin Najmiyya. Sie war eine Frau von außerordentlichem Charakter und Glauben.

Er hatte mehrere Spitznamen: Al Reza, Al Mamun, Imam Musa, Al-Sabin, Al-Sabir, Al-Zaki, Al-Wafi, Sirajj Allah, Al-Saddiq, etc.

Imam ar-Ridha (ع) lebte in der Zeit der Abbasiden Herrschaft unter dem Kalifen Mamun. Dieser war berühmt für seine Tyrannei und tötete sogar seinen Bruder Amin um an die Macht zu gelangen. Aber zunächst einmal zurück zum Leben des Imam Reza (ع). Shaikh Saduq überlieferte von Ibrahim bin Abbas der über Imam Reza (ع) sagte: „Ich sah ihn niemals, dass er jemanden beim Sprechen unterbrach und nie seine Beine ausstreckte, wenn Besuch anwesend war. Er aß mit den Dienern zusammen und verteilte Essen an die Armen und Kranken und verbrachte die Nächte mit Gottesdienst.“

Er führte ein sehr bescheidenes Leben, kleidete sich jedoch sehr gut, wenn er hinausging. Yasir, der Diener des Imams, sagte: „Imam al-Ridha sagte zu uns immer: ‚Wenn ihr am Essen seid und ich euch rufe, so kommt erst dann, wenn ihr fertig seid.’“ Ein anderer Freund berichtete über ihn: „Eines Tages kam ein Fremder zum Hause des Imams und sagte, dass er ein Freund von ihm sei und nicht arm wäre, jedoch sein Geld nun zu Ende sei und keins hätte, um zurückzukehren. Gebe mir bitte eine Summe und ich werde bei meiner Rückkehr in meine Stadt es als Almosen in deinem Namen geben. Der Imam stand auf und ging zu einem anderen Raum und reichte ihm eine Summe von zwei hundert Dirhams von der gegenüberliegenden Seite der Tür und sagte (ohne dass der Mann ihn sehen konnte): Nimm dies und geh und es ist nicht nötig, es mir zurückzugeben oder in Art von Almosen in meinen Namen.“ Sie fragten den Imam: „Warum hast du das in dieser Art getan? Damit er dich nicht sehen konnte?“ Er antwortete: „Damit er, wenn er das Geld nimmt, mich nicht ansieht und sich vielleicht schämt “.

Mamun, der damalige Kalif, war sehr besorgt über den Einfluss und die Sympathie, die Imam al-Ridha bei den Menschen hatte. Er beschloss einige Wissenschaftler und Gelehrte von verschiedenen Richtungen aus der ganzen Welt einzuladen, um mit Imam Reza zu diskutieren. Dabei hatte er das Ziel, ihn vielleicht bei Wissenslücken zu ertappen und ihn dann vorzuführen, so dass er seinen Einfluss verlieren würde. Hassan Naufali sagte darüber: „Als ich das Haus verlies um dieser Sitzung beizuwohnen, blickte ich in das Gesicht des Imams und dieser sagte: „Ich weiß um den Grund und das Ziel von Mamun. Aber ich weiß auch den Punkt, wo er scheitern wird. Und dieser ist, wenn du mich mit den Christen sprechen siehst und ich mit ihrem Buch argumentiere und ebenso mit den Juden und der Thora und ich mit den Feueranbetern auf Persisch sprechen werde. Es traf genau das ein, was der Imam voraus gesagt hatte.“ Der Imam (ع) erreichte die Versammlung und er setzte sich direkt neben Mamun. Der Kalif sprach „Jasaleeq“ den großen christlichen Gelehrten an und sagte: „Frag ihn, was auch immer du möchtest“. Jasaleeq fragte den Imam: „Was ist deine Meinung über Jesus Christus ?“ Imam Reza (ع) antwortete: „Wir glauben, dass er der Prophet Gottes war.“ Jasaleeq fragte ihn erneut: „Welchen Beweis hast du bezüglich euren eigenen Propheten?“ Der Imam (ع) sagte: „Habt ihr denn nicht die Bibel gelesen, wo Johannes folgenden Ausspruch von Jesus überlieferte: „Es wird ein Prophet nach mir kommen, und er wird das Siegel der Propheten sein.“ Jasaleeq antwortete: „Ja, aber Jesus hat ihn nicht beim Namen genannt.“ Imam Reza entgegnete: „Erlaubst du, dass ich aus eurer Bibel vorlese?“ Er sagte: „Lies daraus.“ Der Imam zitierte das drittel Kapitel bis er zu dem Vers kam, wo Jesus sagte: „Ich werde zu meine Herrn kehren und der „Paraklit“ (Muhammad) wird zu euch kommen und er wird den Unglauben beseitigen.“ Jasaleeq wurde leise und sprach kein Wort. Der Imam (ع) sah „Raasul Jalout“, den Obergelehrten der Juden, an und sagte: „Was ist dein Beweis über den Propheten Moses?“ Er antwortete: „Moses hatte Wunder wie z.B. das Spalten des Nils und das anschließende Durchqueren. Der Imam (ع) sagte: „Warum glaubt ihr nicht an den Propheten Jesus?“ Er antwortete: „Sie sagen, dass Jesus tote Menschen auferstehen lassen kann, aber wir haben das nicht gesehen, um daran zu glauben.“ Der Imam (ع) sagte: „Aber warum glaubt ihr dann an die Propheten vor ihm? Was ist mit Moses? Ihr habt ihn und seine Wunder doch auch nicht selber gesehen!“ Der Gelehrte antwortete: „Die Art wie es uns überliefert wurde!“ Der Imam (ع) sagte: „Aus welcher Quelle hast du diese Erkenntnis?“ Er sagte: „Durch die Geschichte und jene, die diese Worte von ihm gehört haben.“ Der Imam (ع) sagte: „Andere suchen auch Zuflucht in der Geschichte und wie wollt ihr sie zu eurem Glauben einladen?“ Der Gelehrte wurde ruhig und sprach kein Wort. Imam Reza (ع) drehte sich zu Imran, dem Oberhaupt der Sternesanbeter und sagte: „Frage mich auch, was immer du möchtest.“ Imran fragte ihn einiges über Gott, über die Philosophie der Entstehung, erhielt seine Antworten und trat zum Islam über. Mamun hatte somit sein Ziel nicht erreicht und bereute dieses Treffen.

Nun, da Mamun sah, dass er ihn nicht blamieren und schaden konnte, entschied er, dass er Imam Reza (ع) als seinen Thronfolger ausrufen lassen wollte. Gewiss würde sich die Shia, wenn der Imam erstmal Fuß in das korrupte Kalifat gesetzt hatte, enttäuscht von ihm abwenden. Noch ein anderes Plus erhoffte sich Mamun von diesem politischen Schachzug und zwar: Die Widerstandsbewegung der Bani Fatimah gegen das Kalifat fände damit sicherlich ein Ende. Denn wenn der Imam am Kalifat beteiligt wäre, würden sie nicht mehr motiviert sein, gegen ihn zu kämpfen. Dass Mamun dann, wenn das Ziel erreicht war, den Imam töten lassen würde, stand außer Zweifel. Imam Reza (ع) weigerte sich dies anzunehmen, jedoch willigte er später nach Drängen und Drohen Mamuns ein. Aber nur mit der Bedingung, dass er sich um die politischen Angelegenheiten nicht kümmern würde und nur um die religiösen und menschlichen Belange des Volkes, da er das Vorhaben des Kalifen durchschaute. Imam ar-Ridha diskutierte mit den großen Gelehrten. Mamun lies in vorerst gewähren. Nach und nach entpuppte sich sein Plan als Misserfolg. Der Imam genoss weiterhin großen Einfluss und Respekt vom Volk. Auch und besonders im Iran wo ihn die Menschen in Scharen begrüßten und sich um ihn sammelten während seiner Reise nach Marv. Für Mamun war dies nun eindeutig ein Zeichen, dass er sein Ziel niemals erreichen würde und lies den Imam letztlich vergiften.

Imam Muhammad al-Jawad (ع)
übersetzt von Um Abdel Kareem

 

Aufzählung

Seine Geburt

Aufzählung

Die Moral des Imams

Aufzählung

Der Brief Imam Rezas (ع) an seinen Sohn

Aufzählung

Imam Jawads (ع) Kontakt mit der Unsichtbaren Welt

Aufzählung

Die Heirat des Imams (ع)

Aufzählung

Sein Tod

Seine Geburt

 

Über vierzig Jahre gingen vorüber, ohne dass Imam Ali Reza (ع) einen Sohn bekam. Die Shiiten zeigten ihre Sorge und baten Allah dem Imam einen Sohn zu gewähren. Oft wenn die Menschen den Imam (ع) besuchten, befragten sie ihn nach seinem Nachfolge und er antwortete stets: „Allah wird mir einen Sohn geben. Er wird mein Nachfolger und der Imam nach mir sein.”

Doch endlich wurde der erwartete Imam von “Khaizran” geboren, von einer Frau, welche hohe Beliebtheit unter den Araber genoss. Der neunte Imam hat viele Namen u.a. Imam Taqi oder Imam Jawad. Die Schwester des Imam Reza (ع) berichtete über die Geburt des Imams, dass ihr Bruder sie anwies bei seiner Frau zu bleiben. Der Sohn wurde geboren und das erste was er tat, als er das Licht der Welt erblickte, war zum Himmel zu blicken und die Einheit Gottes und das Prophetentum des Propheten des Islams (ص) zu bestätigen.

Die Moral des Imams

 

Der Imam war noch ein Kind als sein Vater die Welt verließ. Als ein Jahr vorbei war, kam der Tyrann Mamun mit seiner Gefolgschaft durch die Stadt geritten und sah Kinder spielen, jedoch stand ein Kind etwas außerhalb. Als die Kinder Mamun sahen, rannten sie weg, jedoch blieb das Kind welches außerhalb stand ruhig an der Straße stehen. Mamun kam näher und sagte: „Oh Sohn, warum läufst du nicht weg wie die anderen Kinder?“ Der Imam (ع) antwortete: “Der Weg war frei für euch um ihn zu überqueren, so dass es für mich doch keinen Grund gibt wegzulaufen.” Mamun war überrascht über den Jungen, so dass er ihn fragte: „Wie heißt du?” Der Imam (ع) antwortete: „Mohammad”. Mamun sagte: Wessen Sohn bist du? Der Imam sagte (ع): „Ich bin der Sohn des Ali.” Mamun sagte: „Bist du der Sohn von Reza (ع) ?” Der Imam (ع): “Ja.” Mamun pries ihn und ritt fort.

Der Brief Imam Rezas (ع) an seinen Sohn

 

Baranti sagte: „Eines Tages schrieb Imam Reza (ع) einen Brief an seinen Sohn als er auf den Weg nach Medina war.” „Oh mein Sohn! Ich hörte, dass die Diener den Menschen nicht erlauben zu dir zu kommen und dich zu kontaktieren und um deinen Rat zu hören. Sei dir gewiss, dass die Diener deinen Vorzug nicht wollen und nun weise ich dich an, dass du alle Türen des Hauses öffnest damit alle Menschen zu dir kommen können und dich über all ihre Nöte befragen können. Immer wenn du nach draußen gehst, so nehme Geld mit dir damit du jemanden der in Not ist aushelfen kannst. Helfe und berate die Menschen, kümmere dich um die Verwandten und nehme dir Zeit für die kranken Menschen.“

Imam Jawads (ع) Kontakt mit der Unsichtbaren Welt

 

Nach dem Martyrium des Imam Reza (ع) reisten achtzig weise Männer zum Hajj. Auf dem Weg nach Mekka erreichten sie Medina und gingen zum Hause des Imams (ع). Der Imam war noch sehr jung zu dieser Zeit. Als er rein kam, begrüßten ihn alle und er setzte sich. Sie begannen ihm, ihre Problem zu berichten und hörten seinen Antworten zu. Einer von ihnen hieß Ishaq und sagte: „Ich hatte ein paar Probleme notiert und wollte den Imam befragen und wollte ihn bitten für mich zu beten, damit ich einen Sohn bekommen würde. Da das Haus bald überfüllt war, wollte ich aufstehen und gehen und morgen wieder kommen.“ Der Imam (ع) stand auf und sagte: “Oh Ishaq, Allah akzeptierte meine Gebete und wird dir einen Sohn geben. Nenne ihn ‚Ahmad’. Danach beantwortete der Imam (ع) meine Probleme und ich hörte ihn meine Fragen beantworten, ohne dass ich sie gestellt hatte und als ich nach einiger Zeit in meine Stadt zurückkehrte bekam ich einen Sohn und ich nannte ihn Ahmad.”

Ashari Qumi sagte: „Ich hatte die Ehre den Imam (ع) zu besuchen und sagte: „Eine Frau, welche zu deinem Freundeskreis zählt, bat mich von dir ein Kleidungsstück mitzubringen, welches sie als Leichentuch benutzen könne.” Der Imam (ع) sagte: „Sie braucht es nicht mehr.” Ich hatte nicht richtig verstanden, was er meinte und sagte kein Wort und ging. Danach erfuhr ich, dass die Frau verstorben war und er es mir so mitteilen wollte.

Die Heirat des Imams (ع)

 

Nachdem Mamun den Imam Reza (ع) vergiften ließ und es nicht schaffte, dass alle Welt ihm glaube, der Imam sei eines natürlichen Todes gestorben, beschloss er seine Tochter mit dem Imam zu verheiraten. Er hatte damit folgende Ziele:

1. Er wollte mit der Heirat zwischen seiner Tochter Umul Faizal eine Kontrolle über den Imam haben und über alle Geschehnisse des Imams (ع) in seinem Haus informiert sein.
2. Er wollte ihn mit dieser Verheiratung zum Luxus bewegen und versuchen, dass er Geschmack an dem ausschweifenden Lebensstil gewinnt.
3. Mamun hoffte, dass seine Tochter dem Imam (ع) einen Sohn gebären würde und somit sich selbst erhöhen wollte.
Jedoch schlugen all diese Absichten und Wünsche fehl, denn der Imam bekam zwar viele Söhne aber nicht von seiner Tochter, die kinderlos blieb.

Sein Tod

 

Aufgrund seines unermesslichen Hasses gegen den Imam überzeugte er dessen Frau Umul Faizal (die Tochter seines Bruders Mamun) den Imam zu vergiften. Sie vergiftete ihren Mann am 6. des Zil Hujjah im Jahre 220 nach der Hijrah. Er starb im jungen Alter von nur 25 Jahren. Imam Muhammad al-Jawad (ع) wurde neben seinem Vater in Bagdad begraben.

Imam Ali al-Hadi (ع)
übersetzt von Um Abdel Kareem

 

Aufzählung

Seine Geburt

Aufzählung

Über sein Wesen

Aufzählung

Die schwerste Zeit

Aufzählung

Der Imam und die unsichtbaren Helfer

Aufzählung

Über das Wissen des Imam Hadi (ع)

Seine Geburt

 

Imam Ali Naqi ist auch bekannt als Imam al-Hadi. Er wurde im Jahre 212 nach der Hijrah in Medina geboren. Sein Vater war Imam Jawad (ع) und seine Mutter war Samana, eine Frau von außerordenlicher Gottesfurcht. Er übernahm das Imamat im Jahre 220 nach der Hijrah, als sein Vater ermordet wurde. Somit war er gerade erst 8 Jahre alt. Nun rückte er in den Mittelpunkt der Schiiten und die Abbasidenkalifen fühlten sich durch ihn gefährdet. Sie legten hand daran, ihn ins Exil zu schicken und zu foltern Solche wie „Mutawakkil” ließen den Imam (ع) von Medina nach Samara bringen und er blieb dort bis zum Ende seines Lebens.

Über sein Wesen

 

Der Imam (ع) war vereint mit dem Gebet, den Bittgebeten. Als die Soldaten von Mutawakkil sein Haus angriffen fanden sie ihn betend, in einem kleinen bescheidenen Zimmer. Er hatte eine besondere Beziehung und Auffassung zum Quran. Jedes Mal wenn er Zeit hatte und nicht mit der Arbeit für die Menschen beschäftigt war, zitierte er den Quran. Man traf ihn mit lächelndem blumigen Gesicht und wenn er ging, so machte er langsame Schritte. Er half jedem und kümmerte sich um die Bedürftigen. Manchmal brachte er dreißigtausend Dinars auf, um Menschen aus der Not zu helfen.

Die schwerste Zeit

 

Die fortlaufende Verfolgung gegen die Imame durch die Tyrannen und den brutalen Herrscher ist eine der Leidensgeschichten, in der Geschichte des Islams und der Schiiten. Auch die Periode des Imams war von den Qualen der abbasidischen Kalifen gezeichnet. Die schlimmste Zeit war die unter dem Kalifen „Mutawakkil“. Er verwendete die Religion nur für seine eigenen listigen und schmutzigen Interessen. Im Jahre 226 nach der Hijra ordnete der Kalif Mutawakkil an, das man das Grab des Imam Husseins mit dem Flusswasser überschwemmen sollte, um so den Menschen den Besuch des Imams in Karbala unmöglich zu machen. Doch er wusste auch dass jedes Grab stark genug gegen Menschen wie er war und somit konnte er nichts machen. Mutawakkil konnte keine seiner grauenhaften Pläne umsetzen und wurde von den Türken getötet.

Der Imam und die unsichtbaren Helfer

 

Eines Tages gab ein sehr schlechter Mann dem Kalifen Mutawakkil den Rat, den Imam nicht mehr zu respektieren und ihm nicht die Türen öffnen, oder ihm den Mantel abnehmen zu lassen. Er meinte, damit den Wert des Imams in den Augen der Menschen sinken zu lassen. Der Kalif war sehr angetan von dieser Idee und befahl seinen Dienern, den Imam wie irgendeinen gewöhnlichen Besucher zu behandeln und ihm keinen Respekt mehr zu zollen. Jedoch, eines Tages kam einer seiner Diener ganz aufgeregt zu ihm und berichtete: „Du hast uns angewiesen ihm nicht mehr die Türen zu öffnen, jedoch jedes Mal wenn er sich einem Tor nähert, geht diese von alleine auf, ohne dass er sie berührt.“

Über das Wissen des Imam Hadi (ع)

 

Wie schon bekannt, hat auch Imam Hadi (ع) sein Wissen aus der Schule des Propheten (ص). Eines Tages schrieb der Herrscher über Rom an den Kalifen von Bani Abbas: „Wir lasen in der Bibel, dass es ein Kapitel über die himmlischen Kapitel gibt, welches wenn es von einer Person gelesen wird, Gott ihn nicht in die Hölle gehen lassen wird. Schreib mir um welchen Vers es sich handelt, da wir ihn nicht in der Bibel fanden.“ Der Abbasiden Kalif ließ alle Gelehrten kommen und befragte sie danach. Doch niemand konnte diese Frage beantworten. Er ließ somit Imam Hadi (ع) bringen und stellte ihm die Frage. Der Imam (ع) antwortete: „Es ist Suret Hamd, welche jeder Muslim mehrfach im Gebet liest, am Tag sowie in der Nacht.“ Danach gab der Imam einige Erklärungen, welche alle Anwesenden überraschte und erstaunen ließ. Die Antwort des Imams wurde an den Herrscher von Rom geschickt. Dieser war so überwältigt von dem Antwortschreiben, dass er den Islam annahm.

Mutawakkil war jemand, der sein Leben in Luxus verbrachte. Ständig erklungen im Palast die Musik der Tänzerinnen und es floss ständig jede Menge Alkohol. Jedoch quälte er den Imam mit extremer Kontrolle und ließ ihn und seine Familie in extremer Armut leben. Es ging sogar soweit, dass die Frauen nicht einmal einen Umhang besaßen, mit dem sie sich verhüllen konnten. Eine Gruppe von ihnen hatte alte Schleier, welche sie sich abwechselnd während des Gebets überwarfen.

Der Imam regierte geduldig auf die Folter und Schikanen des Mutawakkils. Als dieser starb, kamen noch Mutasir, Mustain und Mutazz an die Macht. Mutazz war es auch, der ihn dann nach langen Foltern und Quälereien vergiften ließ. Imam al-Hadi starb im Alter von 42 Jahren. Er wurde in Samarah (Irak) begraben.

Imam Hassan al-Askari (ع)
übersetzt von Mariam C.

 

Aufzählung

Titel

Aufzählung

Kindheit

Aufzählung

Leben und Werk

Aufzählung

Charaktereigenschaften

Aufzählung

Aussprüche und Ermahnungen

Aufzählung

Martyrium

Imam Hassan al-Askari (11. Imam) (ع) wurde am 10. Rabi-ul-Thani 232 (846 n.Chr) nach der Hijra/Auswanderung in Medina geboren. Er war der Sohn des 10. Imams, Abu Hassan Ali ibn Muhammad an-Naqi (ع) und seiner rechtschaffenen Frau Sulail.

Titel

 

Die Namensgebung dieses Imams war schon vom Propheten (ص) angeordnet, doch seinen Titel al-Askari bekam er, da er wie sein Vater al-Hadi (ع) in dem Ort al-Askari in Samarra im heutigen Irak lebte. Doch speziell bei diesem Imam wird eine Begebenheit mit dem damaligen Herrscher al-Mutawakil überliefert. Dieser wollte dem 11. Imam die Stärke seiner Armee, bestehend aus 90.000 Mann, vorführen. Hierzu ordnete er seine Leute an, Säcke mit Sand aufzustapeln. Unbeeindruckt von dem Berg dieser aufgestapelten Säcke, forderte der Imam al-Mutawakil auf, zwischen seine zwei gespreizten Finger zu schauen, wo er eine Armee (arabisch: Askar) von Engeln sah. Der Imam erzählte dem Kalifen, dass diese Heerscharen seiner Befehlsgewalt unterliegen, er sie jedoch nicht benutzen würde.

Kindheit

 

Seine Vernunft, Reife und Gottesfurcht schon in frühen Jahren, werden durch eine Begebenheit mit Bahlul deutlich. Dieser sah eines Tages den Imam (ع) weinend bei spielenden Kindern auf der Straße. Bahlul erkundigte sich bei dem Imam, ob er denn weint weil er kein Spielzeug hat. Doch der Imam verneinte dies und antwortete: „Wir wurden nicht zum Spielen geschaffen!“. Bahlul fragte ihn, wer ihm dies gelehrt hat. Daraufhin erwiderte der Imam: „Hast du denn nicht den Koran gelesen?“ dort steht: „Denkst du, Wir haben dich unnützlich geschaffen und, dass du nicht zu Uns zurückkehren wirst?“ Als Bahlul diese Antwort erhielt, bat er den Imam um Ratschläge. Imam al-Askari (ع) sprach über den Tod, Barzakh und die Auferstehung und weinte so stark, dass er ohnmächtig wurde. Bahlul fragte den Imam, warum er sich denn so fürchtet, da er ja noch nicht baligh1 ist. Imam Hassan al-Askari (ع) antwortete: „Ich habe meine Mutter beim Feuermachen beobachtet, sie verwendete die kleinen Zweige, um die großen Holzstücke anzuzünden. Ich fürchte, dass Allah am Tage der Auferstehung auch die Kleinen verwendet, um die Großen zu verbrennen.“

(1baligh: wenn man noch nicht baligh ist, werden die Sünden noch nicht aufgezeichnet, man ist also vom Alter her noch nicht reif genug)

Leben und Werk

 

Ahmad bin Ishaq erkundigte sich nach dem Tod des 10. Imam (ع) um dessen Nachfolger Hassan al-Askari (ع). Als er den 11. Imam aufsuchen wollte, informierte man ihn, dass dieser im Gefängnis sei. Ahmad besuchte also den Imam, er fand ihn in einem kleinen Tunnel, in dem es weder genug Platz zum Strecken der Beine gab, noch die Möglichkeit zum Stehen. Der Tunnel befand sich unter dem Palast des damaligen Kalifen. Täglich gab es nur ein Glas Wasser und ein Stück trockenes Brot. Als Ahmad den Imam in diesem Zustand auffand, begann er zu weinen. Da die damaligen Herrscher während des Imamats des Imam al-Askari (ع) wussten, dass sein Nachfolger der wahre Herrscher sein wird und mit Gottes Allmacht für Gerechtigkeit sorgen wird, wollten sie die Geburt des Mahdi (ajf) unter allen Umständen und mit allen Mitteln verhindern. Infolgedessen wendeten sie derartige Maßnahmen an. Imam al-Askari (ع) verbrachte somit mehr als die Hälfte seines Lebens im Gefängnis und in partieller Freiheit. Dennoch kam er seiner Aufgabe als Imam nach und ordnete während seiner Gefangennahme seine treuen Gefährten an, alle Kapitel und Aspekte des Fiqh zusammen zutragen. Er vervollständigte alle noch fehlenden Fragen und Themen und führte den Taqlid ein, da es für seine Anhänger schwierig war ihn aufzusuchen. Khums wurden eingesammelt und Fragen wurden beantwortet durch seinen Repräsentanten Abu Jaafar Uthman bin Saeed, welcher auch Repräsentant des 12. Imam (ajf) wurde.

Weiterhin erfüllte er seinen Auftrag als Bewahrer der göttlichen Offenbarung, die sein Großvater, der Prophet Muhammad (ص), verkündetete, u.a. durch folgende Begebenheit: Einmal sorgte ein christlicher Mönch für Aufruhr unter den Muslimen, da er jedes Mal wenn er seine Hand zum Himmel ausstreckte für Regen sorgte. Die Religion der Muslime schien geschwächt und der Herrscher Motazbillah fürchtete um sein Thron. Er informierte den Imam über diesen Mönch. Imam Hassan al-Askari (ع) forderte ein Treffen mit diesem Mönch, und überzeugte sich selbst von diesem ‚Wunder’. Doch der Imam forderte den Christ auf, was auch immer er in den Händen hielt zu beseitigen. Nun sah jeder, dass dieser Mönch einen Knochen in der Hand hielt. Schließlich forderte der Imam den Mönch nun nochmal um Regen zu beten, jedoch erfolglos. Hierzu erklärte der Imam, dass dies ein Knochen des Propheten (ص) sei, welcher den Regen verursachte. Schließlich bat der Imam um Regen und es regnete. Motazbillah konnte nach diesem Ereignis den Imam nicht wieder einsperren lassen, da nun viele Gläubige ihn besuchen wollten. Als die Menschen wissen wollten, wo sie den Imam aufsuchen konnten, zeigte dieser mit dem Finger zu dem Kalifen und forderte die Menschen auf, Motazbillah zu fragen. Dieser antwortete, dass der Imam in dem Haus zu finden sei, in dem auch sein Vater, der 10. Imam Ali al-Naqi (ع), zu weilen pflegte. Es war in diesem Jahr in dem seine Frau Nargis, den 12. Imam gebar. Nach 13 monatiger Freiheit wurde der Imam wieder ins Gefängnis gesteckt.

Charaktereigenschaften

 

Von den ausgezeichneten Eigenschaften des Imam Hassan al-Askari (ع) wird überliefert, dass er einzigartig im Wissen war; enthaltsam, großmütig, vergebend, fromm und immer opferbereit. Imam Hassan (ع) war immer ehrlich und strahlte eine Würde aus, die selbst den Kalifen beeindruckte. Hierzu berichtet Shaikh Mufid, dass der Kalif al-Mutawakil seinen Sohn Abu Ahmad ibn al-Mutawakil al-Abbasi erzählte: „Wenn das Imamat von unseren Kalifen, den Abbasiden genommen werden würde, dann würde niemand von den Banu Haschim dessen würdiger sein als Imam Hassan al Askari, aufgrund seiner Tugenden, seiner Sittsamkeit, Ruhe, Ehrenhaftigkeit, Enthaltsamkeit, Gottesdienst, guter Moral und Rechtschaffenheit.“ Ferner war des Imams stärkste Waffe sein Charakter und seine einzigartige Ausstrahlung, welche sogar die rauesten und unbarmherzigsten Gefängniswächter der Abbasiden schwächte. Hierzu berichtet Abul Qasim Jaafar ibn Muhammad in al-Irshad von Shaikh Mufid folgendes: Die Abbasiden gingen zu Salih ibn Wasif, als Abu Muhammad wieder verhaftet wurde und sagten zu ihm: „Sei hart zu ihm und gewähre ihm keine Erleichterung!“. Salih erwiderte: „Was soll ich mit ihm machen?. Ich habe die schlimmsten Männer für ihn beauftragt, die ich finden konnte. Nun sind sie zu solchen geworden, die Gottesdienst verrichten, beten und fasten, und das zu einem großen Ausmaß!“. Dann ließ er die beiden kommen und sagte zu ihnen: „Schande über euch! Was habt ihr mit diesem Mann zu tun?!“. Die beiden antworteten: „Was sollen wir über einen Mann sagen, der tagsüber fastet und die ganze Nacht betet, und der nicht spricht und sich mit nichts als mit Gottesdienst beschäftigt? Wenn er uns ansah zitterten unsere Glieder und uns überkam ein Gefühl, das wir nicht beherrschen konnten“. Weiterhin berichtet al-Mufid in Kitab ul-Irshad, dass der Imam sein halbes Leben im Gefängnis verbringen musste, nur selten Kontakt zu Menschen hatte und verschiedene Sprachen beherrschte, durch welche er sich mit seinen türkischen, byzantinischen und Saqalibischen (kaukasischen) Dienern verständigte. Abu Hamza Nassir al-Chadim, der den Imam in verschiedenen Sprachen reden hörte, wunderte sich. Doch Hassan al-Askari (ع) antwortete ihm mit folgender klugen und logischen Aussage: „Allah hat Seinen Beweis (hudscha) von Seinen übrigen Geschöpfen hervorgehoben, und Er gab ihm die Erkenntnis über alle Dinge. Er kennt die Sprachen, Ursprünge und Ereignisse. Wenn das nicht so wäre, dann bestünde kein Unterschied zwischen dem Beweis und denen, denen der Beweis gegeben wurde.“

Aussprüche und Ermahnungen

 

Eigenschaften eines Gläubigen nach Imam Hassan al-Askari (ع):

  1. Er ist einer von denen, die 51 Rakah (Gebetsabschnitte) täglich verrichten

  2. Er beugt sich auf Khake Shafa (Stein/Turba) nieder

  3. Er trägt Ringe an seiner rechten Hand

  4. Er wiederholt die Worte der Iqama und des Adhan

  5. Er spricht die Basmala laut während des Gebets

  6. Er verrichtet das Fajr-Gebet (Morgengebet), bevor die Sterne verschwinden und das Zuhr-Gebet (Mittagsgebet) bevor sich die Sonne neigt

  7. Er macht Qunut (Anflehung/Bitte) während des Gebets

  8. Er färbt sich die Haare und seinen Bart

  9. Er rezitiert fünf Takbir (Allahu Akbar) beim Totengebet

„Großmut hat eine Grenze, welches bei Übermaß Übertriebenheit wird; Vorsicht hat eine Grenze welches bei Übermaß Feigheit wird; Sparsamkeit hat eine Grenze, welches bei Übermaß Geiz wird; Mut hat eine Grenze, welches bei Übermaß unsinnige Beharrlichkeit wird.“

„Unterlasst Taten, die ihr wenn sie von anderen praktiziert würden, ablehnen würdet“

„Macht die Frömmigkeit zur eurer Vorsorge; Macht Geduld zu eurem Kleid; Kauft eure Mühen auf dem Wege Allahs; Seid ehrlich in euren Reden; Glaubwürdig/Aufrichtig in euren Taten; Verlängert eure Niederwerfungen; Mit dem besten Verhalten sollt ihr mit anderen umgehen; Behandelt eure Nachbarn freundschaftlich; Verrichtet euer Gebet auch mit denen, von denen ihr denkt sie seien eure Gegner; Nehmt an deren Beerdigungs- bzw. Trauerzeremonien teil, besucht ihre Kranken und gebt ihnen ihre Rechte!“.

„Wahrlich ich sage euch, wer auch immer ehrlich ist und sich gut verhält in den Augen der anderen, dieser ist von den frommen Schiiten, auf die ich stolz sein werde. Deswegen fürchtet Allah, und seid Schmuck in unserem Interesse und schämt euch nicht, dass unsere Namen verleumdet werden. Das ist der einzige Weg, der andere zu uns (Ahl-ul-Bayt), lenken wird“.

Martyrium

 

Imam Hassan al-Askari (ع) wurde von dem Kalifen al-Motamad im Gefängnis vergiftet und dann nach Hause geschickt. Abu Muhammad wurde am 1. Rabi ul Awwal im Jahre 260 (873 n.Chr.) nach der Hijra/Auswanderung krank. Er hatte starke Schmerzen und befand sich in einem sehr schlechten Zustand für 8 Tage. Er starb am Freitag, dem achten desselben Monats und er war am Tage seines Todes 28 Jahre alt. Als sich die Nachricht über sein Ableben verbreitete entstand in Samarra ein einziges Geschrei. Die Märkte waren leer und die Banu Haschim, die militärischen Führer und die übrigen Leute ritten zu seinem Begräbnis und Samarra glich an jenem Tage dem Jüngsten Tag. So wird sein Ableben von Shaikh-Mufid in Kitab ul-Irshad beschrieben. Weiterhin wird berichtet, dass das Totengebet von seinem Sohn und Nachfolger Muhammad al-Mahdi geleitet worden sei und erst bei dieser Zeremonie sahen ihn die Schiiten zum ersten Mal.

Imam al-Mahdi (ajf)
von Hessam K.

 

 

Aufzählung

Das Leben von Imam Mahdi (ع)

Aufzählung

Der Traum von der gerechten Gesellschaft

Aufzählung

Was wird geschehen, wenn Imam Mahdi (ع) kommt?

Aufzählung

Warnung vor Passivität!

Das Leben von Imam Mahdi (ع)


Imam Mahdi (ع) wurde in Samara 256/868 geboren. Man nannte ihn Imam-e-Asr (Imam der Zeit) oder Saheb al-Zaman (Herr der Zeitalter). Er lebte die ersten vier Jahre bei seinem Vater (Imam Askari). Niemand durfte ihn sehen, außer einige wenige Schiiten, die für ihr vorbildhaftes Benehmen bekannt waren. Nach dem Tod seines Vaters 260/872, trat Imam Mahdi (ع) in die Verborgenheit (Ghaybat-us-Sughra). Mittels seiner vier Stellvertreter (na'ib), die einer nach dem anderen mit dieser Aufgabe betraut wurden, stand er mit der Gemeinde in Kontakt, beantwortete ihnen viele Fragen und half ihnen bei ihren Problemen. Die vier Stellvertreter des Imams hießen: 1. Uthman ibn Sa'id 2. Muhammad ibn Uthman 3. Abu'l Qasim Husayn ibn Ruh Nawbakhti 4. Ali ibn Muhammad Simmari. Imam Mahdi kündigte den Menschen, den Tod seines letzten Stellvertreters an und verkündete den Beginn der großen Verborgenheit (Ghaybat-ul-Kubra). Die große Verborgenheit würde so lange andauern, bis Allah ihm wieder die Erlaubnis erteilt, den Menschen zu erscheinen. Die Verborgenheit Imam Mahdis (ع) ist somit geteilt in zwei Zeitabschnitte: Ghaybat Sugra von 260/872 bis 329/939 und Ghaybat Kubra von 329/939 bis Allah dem Imam die Erlaubnis erteilt wieder zu erscheinen.

Der Traum von der gerechten Gesellschaft

 

In der menschlichen Geschichte gab es viele große Männer wie Buddha, Platon, Jesus (ع) und Mohammad (ص). Alle diese großen Männer versuchten eine gerechte und tugendhafte Gesellschaft aufzubauen. Einige unter ihnen erreichten ihr Ziel, doch die gerechte Gesellschaft war nicht von Dauer. Es war zumeist ein Phänomen, dass sich auf eine bestimmte Region begrenzte. Es war eine relative Entwicklung, aber keine absolute oder gar universelle. Seit jeher träumen die Menschen von der idealen Gesellschaft, wo überall Gerechtigkeit herrscht. Doch der Mensch ist immer noch hungrig, nackt und obdachlos. Armut gehört immer noch zu unseren größten Problemen. Alexis Carrel schreibt in seinem Buch ‘Human, the unknown being’: „Viele Krankheiten konnten geheilt werden, doch an ihrer Stelle traten neue Krankheiten.“ Das Leben ist daher immer noch schmerzvoll; die Tage sind grau; Freiheiten sind eingegrenzt; die Menschen sind depressiv; Diktatoren sind an der Macht, die Sklaverei existiert in einer veränderten Form weiter; …

Das ist das menschliche Leben. Wir suchen nach Lösungen und konzentrieren uns dabei nur auf ein Problem. In anderen Worten gesagt: Wir betrachten nur eine Dimension der multi-dimensionalen Probleme. Diese Art der Problemlösung ließ die Menschheit überleben, doch der einzelne Mensch wurde dabei vernachlässigt. Das ist die Geschichte von Gestern und die Not von Heute. Wird die Zukunft auch so sein? Werden die Verbrecher dieser Erde nie zur Rechenschaft gezogen? Sollten wir die Hoffnung auf Besserung aufgeben? Wird es niemals Gerechtigkeit geben?

Mit der Erscheinung Imam Mahdis (ع) wird die Unterdrückung aufhören. Die schwarzen Tage werden der Vergangenheit angehören. Die Menschheit wird von Armut, Rassismus, Sklaverei, Korruption und Kriege befreit werden. Der Mensch wird wieder über die Materie herrschen, nicht die Materie über den Menschen. Imam Mahdi (ع) wird eine gerechte Gesellschaft schaffen, die sich wieder an die Gesetze Allahs hält.

Was wird geschehen, wenn Imam Mahdi (ع) kommt?

 

Eine weltweite Regierung
Der Prophet (ص) sagte: „Die Erde wird mit Allahs Licht erhellt werden und die Regierung/Staatsgewalt des Mahdis wird sich über den Osten und Westen der Erde erstrecken.“

Zahl der Intellektuellen wird zunehmen
Imam Baqir (ع) sagte: „Unser Qaem wird die intellektuellen Kräfte bündeln und ihre Erkenntnis und Weisheit zum Gipfel der Perfektion führen.“

Alle werden Wissen erlangen
Imam Baqir (ع) sagte: „Zu Zeiten des Mahdis, wird Weisheit und Wissen soweit voranschreiten, dass Frauen in ihren Häusern nach dem Quran und den Aussprüchen des Propheten ihre Entscheidungen treffen werden.“

Stabile Wirtschaft
Imam Baqir (ع) sagte: „Seine Staatsgewalt wird den Osten und Westen der Erde abdecken. Allah wird seine Religion zum Sieg führen, obwohl es den Atheisten zuwider ist. Es wird kein Land geben, das nicht finanziell ausgeschöpft wird.“

Vereinigung statt Entfremdung
Imam Baqir (ع) sagte: „Zu Zeiten des Qaems werden alle Menschen vereinigt und gleichgestellt.“

Fruchtbarkeit und Sicherheit
Der Prophet (ص) sagte: „Zu Zeiten des Mahdis wird es viel Regen geben und die Erde wird nichts wachsendes mehr in sich halten.“

Imam Ali (ع) sagte: „Wenn der Qaem kommt, wird der Himmel regnen und alles Grüne wird wachsen. Auch die Tiere werden sich vertragen. In dieser Zeit wird es so sicher sein, dass eine schöne Frau ohne jegliche Angst eine große Distanz zurücklegen kann und überall grünes Land sieht.“

Gleichheit
Imam Baqir (ع) sagte: „Der Mahdi wird den Reichtum gerecht verteilen, sodass niemand bedürftig ist.“

Reichtum
Imam Sadiq (ع) sagte: „Es wird eine Zeit kommen, wo Geld keine Rolle mehr im menschlichen Leben spielt. Aufgrund Allahs Gnade soll jeder reich und unabhängig werden.“

Keine Kriege mehr
Imam Baqir (ع) sagte: „Der Reichtum der Welt wird beim Mahdi versammelt sein. Dann wird er sagen: ‚Kommt! Das sind die Dinge, wofür ihr euch gegenseitig bekämpft und gesündigt habt.’ Dann wird er jedem davon geben, wie niemand zuvor.“

Die Tage während der Herrschaft Imam Mahdis werden geprägt sein von Gerechtigkeit und Gleichheit. Eine Gesellschaft wird geschaffen werden, in der es keine Unterdrückung, Unmoral, Unglauben, Ignoranz und Diskriminierung geben wird. In der islamischen Gemeinschaft gibt es so viele falsche Vorstellungen. Imam Mahdi wird den Quran den Menschen erklären, so wie es Allah gemeint hat und viele Menschen werden sich weigern die wahre Interpretation anzunehmen. Es wird viele geben, die Imam Mahdi bekämpfen werden. Wir sollten uns auf diese Zeit vorbereiten. Wenn wir bereit sind, wird Imam Mahdi kommen. Die Gläubigen müssen sich so benehmen, als wären sie eine Armee deren Kommandeur für einige Tage verreist ist und ihnen gesagt hat: „Sobald ich wieder komme, werden wir vorstoßen.“ Doch unser Kommandeur sagte nicht, wann er wieder kommt.

Warnung vor Passivität!

 

In zahlreichen Überlieferungen wird gewarnt vor einer passiven Einstellung. Kein Muslim darf sich zurückziehen und nur auf das Wiedererscheinen des Mahdis warten. Imam Reza (ع) sagte: „Die Vorwegnahme der Erleichterung (Imam Mahdis Amtszeit) ist ein Teil der Erleichterung.“ Die Muslime müssen zu jeder Zeit aktiv sein und sich bemühen die Welt zu verbessern. Wir sollten vorbereitet sein, wenn dieser Vers real wird: „Wir haben im Zabûr-Buch nach der Ermahnung (durch die Thora) geschrieben, dass die Rechtschaffenen die Erde erben werden.“ Nicht jeder Mensch wird die Erde erben! Nur jene, die Gutes tun und rechtschaffen sind. Menschen die auf den großen „Reformer“ warten, müssen sich erst selber reformieren. Allah verspricht jenen Gläubigen, die sich bemühen Imam Mahdis Ziele bereits vor seinem Erscheinen zu verwirklichen, großen Lohn. Imam Sadiq (ع) sagte: „Jene die sterben, während sie Qaems Regierungsaufgaben vorwegnehmen, werden genauso eingestuft wie die Diener des Qaems. Wie jene die in Mahdis Armee kämpfen werden. Nein ich schwöre bei Allah, dass sie so eingestuft werden, wie die Märtyrer die dem Propheten halfen.“ In einer anderen Überlieferung sagt Imam Jafar as-Sadiq (ع), dass der Gottesdienst in dieser Zeit wertvoller sei, als jener zu Zeiten des Mahdis. Imam Sadiq (ع) sagte: „Jemand, der die Ziele (Imam Mahdis) vorwegnimmt (d.h. bereits jetzt schon versucht zu realisieren), ist wie eine Person, die in seinem eigenem Blut getränkt ist, nur wegen Allah.“

Wir müssen begreifen, dass unsere heutigen/aktuellen Anstrengungen wichtiger sind, als zu Zeiten Imam Mahdis. Stellen wir uns vor, dass unser Qaem morgen erscheint. Sind wir auf ihn vorbereitet? Die Bereitschaft bezieht sich nicht nur auf moralische Aspekte, sondern betrifft auch Mut, Tapferkeit, Nützlichkeit, Hygiene, körperliche Gesundheit und Fitness, militärische Fähigkeiten etc.. Imam Sajjad sagte: „Zweifellos! Die Menschen, die vor dem Erscheinen des Mahdis leben und an seinem Imamat glauben und sein Erscheinen (d.h. seine Ziele) vorwegnehmen, sind tugendhafter und besser als Menschen aus anderen Zeiten. Allah wird ihnen Weisheit, Erfahrung und Erkenntnis geben, sodass für sie die ‚Verborgenheit’ gleich dem ‚Erscheinen’ ist. Allah wird sie mit demselben Rank krönen, mit dem Er seine Märtyrer im Krieg zu Zeiten des Propheten gekrönt hatte. Sie werden unsere wahren Anhänger und wahren Shia sein.“ Gehören wir zu diesen Gläubigen, die Imam Sajjad in obiger Überlieferung beschreibt?

Die Rückkehr von Imam al-Mahdi (عجل)
übersetzt von Um Hussain

Das Kalifat hatte zu Zeiten Imam Hassan al-Askari (ع) beschlossen, unter allen Umständen und Einsatz seiner gesamten Möglichkeiten den Nachfolger Hazret Hassan al-Askaris (ع) aus dem Wege zu schaffen. Imamat und schiitische Glaubenslehre mussten ein Ende finden. Aus diesem Grunde hatte man Imam Hassan al-Askari (ع) unter besonders scharfer Bewachung gestellt, sogar hinsichtlich seiner Privatsphäre. Dies machte es notwendig, dass die Geburt seines Sohnes, Imam al-Mahdis (ع) geheim gehalten werden musste und dass ihn bis zu seinem sechsten Lebensjahr niemand zu Gesicht bekam - d.h. solange sein Vater lebte. Mit Ausnahme einiger weniger, besonders vertrauenswürdiger Männer der Schia. Nach dem Shahadat Hassan Askaris (ع) begann für den zwölften Imam die Zeit der "Ghaybat Sugra" - kurzfristige Verborgenheit. Mittels seiner vier Stellvertreter, die einer nach dem anderen mit dieser Aufgabe betraut wurden, stand er mit der Gemeinde in Kontakt, beantwortete ihnen viele Fragen und half ihnen bei ihren Problemen. Danach begann die Zeit der "Ghaybat Kubra", die Zeit des Inkognitos, denn er lebt im Verborgenen, unerkannt von den Menschen. Auf Geheiß Gottes wird er eines Tages erscheinen, bzw. sich zu erkennen geben und der Welt voller Unrecht und Gewalt zu Gerechtigkeit verhelfen. Viele Äußerungen und Erklärungen des Propheten (ص) als auch der Imame (ع) zu Imam Mahdi (ع), handeln über "Ghaybat" und Erscheinen, die uns durch viele sunnitischen als auch schiitischen Belege überliefert worden ist.

Anmerkungen über das Wiedererscheinen vom Imam (ع):

In Scheikh Tusi's 'Ghaybat', zitiert Abu Baseer Imam Jaafar as-Sadiq (ع) wie folgt: "Der Ruf im Namen von QA'IM (d.h. Imam al-Mahdi (ع) ) wird in der Nacht des 23. Ramadan gemacht werden und er wird sein Wiedererscheinen am Tage Aschura veranlassen, der Tag Imam al-Hussain's (ع) Märtyrium."

Scheikh Sudooq bezieht in seinem Buch Kamaaluddin von Zararah das Imam Jaafar as-Sadiq (ع) sagte: "Der Ansager wird den Namen von Qa'im (ع) rufen." Ich fragte ob dieser Ruf nur für eine bestimmte Gruppe sei oder ob er für jeden gemeint ist, Imam Jaafar (ع) sagte: "Shaitan wird die Leute nicht alleine lassen. Er wird spät in der Nacht rufen und wird die Leute in Zweifel tauchen."


In der 13. Ausgabe von Bihar-ul-Anwar, wird Imam al-Baqir (ع) wie folgt zitiert: "Der Qa'im (Imam al-Mahdi (ع) ) wird einen seiner Begleiter nach Mekka schicken und wird ihn bitten, sie zu informieren, dass ich durch so und so gesandt bin und das wir das barmherzige Ahl-ul-Bayt sind und die Fundgrube von 'Risalat' (religiöse Führung) und 'Khilafat' und wir sind die Nachkommenschaft von Muhammad (ص) und von der Zeit in der der Prophet des Islams (ص) diese Welt verlas bis jetzt, wurden wir unterdrückt und benachteiligt und unsere Rechte wurden widerrechtlich enteignet. Also rufen wir euch uns anzunehmen. Wenn dieser Mann diese Worte äußert wird, er gefangen und enthauptet werden zwischen 'Rukn' und 'Maqam' (in Masjid-ul-Haram) und dieser junge Mann ist der 'an-Nafs-uz-Zakiyya'.......... Und zwischen dem Tod von 'an-Nafs-uz-Zakiyya' und des Wiedererscheinens von Imam al-Mahdi (ع) wird nicht ein Abstand von 15 Nächten sein."

 

Andere Zeichen, die das Wiedererscheinen Imam al-Mahdis (ع) ankündigen:

Der Prophet Mohammed (ص) sagte: "Auch wenn die gesamte Dauer des Weltbestehens bereits erschöpft worden ist und es nur ein Tag bis zum Jüngsten Tag ist, wird Allah diesen Tag zu einer solchen Zeitspanne ausdehnen, um das Königreich einer Person meines Ahl-ul-Bayts, welcher bei meinem Namen genannt wird, unterzubringen. Er wird die Erde mit Frieden und Gerechtigkeit ausfüllen, so wie sie mit Ungerechtigkeit und Tyrannei ausgefüllt gewesen sein wird."

Es gibt viele Zeichen zum Wiedererscheinen des 12. Imams die von den Maasumin (ع) erwähnt. In Bihar-ul-Anwar wird berichtet, dass nach der letzten Pilgerfahrt, welche der Prophet machte, der heilige Prophet (ص) nahe der Kaaba stand und seine Leute rief um ihm zuzuhören. Der Prophet sagte: "Hört mir bedacht zu, so dass ihr meine Worte an diejenigen weitergebt, welche heute abwesend sind." Der Prophet fing an: "Meine Leute, eine Zeit wird kommen in der Könige und Herrscher tyrannisch sein werden."

Außerdem sagte der Prophet, dass die Zahlung von Zakat gestoppt wird. Gemäß der Maasumin (ع), werden muslimische Länder Hilfe (Unterstützung) von nicht muslimischen Ländern suchen. Das ist bereits offensichtlich in der Zahl der muslimischen Länder. Eine andere Vorhersage, welche wahr wird, ist, dass 60 Betrüger behaupten werden Propheten zu sein. Durch ihren Reiz, ihre Überzeugung und ihre Persönlichkeit, werden sie die Leute irreleiten. 58 falsche Propheten sind bereits aufgetaucht seit den Tagen des Propheten (ص). Wir haben nur noch zwei mehr zu bezeugen.

Es wird in Ghaybat-us-Sughra berichtet, zitierend "Oqdat-ud-Durr" das Hazrat Amir (ع) sagte, das der Mahdi nicht wiedererscheinen wird, bis ein Drittel der Weltbevölkerung durch Töten stirbt und ein Drittel resultierend aus Epidemien stirbt.

 

Die letzten Zeichen, die das Erscheinen Imam al-Mahdis (ع) ankündigen:

Es gibt ein Hadith von Imam Muhammad al-Baqir (ع), dass einer für drei oder sieben aufeinander folgende Tage ein rötlich gelbes Feuer im Osten toben sehen wird.

Sufiani wird in Palästina auftauchen, in dem er im Monat Rajab einen Aufruhr beginnen wird. Er wird ein nicht mitfühlender Rebell sein und seine Herrschaft wird acht aufeinander folgende Monate dauern. Er wird Ägypten erobern und vier aufeinander folgende Monate über es herrschen. Sufiani wird Tunesien, Algerien, Marokko, Jordanien und Syrien erobern. Sufiani wurde von den A'imma (ع) spezifisch als eine hässliche, mit Blasen bedeckte, grünäugige, schielende Person beschrieben, welche ein Feind der Freunde des Ahl-ul-Bayt sein wird. Imam Ali (ع) sagte, dass Sufiani's Hass gegen die begeisterten Anhänger der Ahl-ul-Bayt so sein wird, dass jeder der Ali, Fatima, Hassan, Hussain, Zainab oder Ruqayya heißt, festgehalten wird und gerade weg, ohne weitere Untersuchungen, enthauptet wird. Sufiani wird das Mimber (Predigerkanzel) des Heiligen Propheten (ص) zerreißen. Das heilige Haus des Propheten, welches sein Grab enthält, wird niedergerissen und als Stall verwendet werden. Pferde werden an diesem heiligen Platz fest gebunden.

Sufiani wird sich dann entscheiden, Mekka in Angriff zu nehmen. Seine Absicht würde sein, die Heilige Kaaba zu zerstören und die gesamte Bevölkerung Mekkas zu töten. Sufiani's Armee wird über Baghdad aufbrechen, (wie Allah es haben würde), wenn sie zwischen Medina und Mekka ankommen, in der Wüste von Baida, werden sie eines Nachts plötzlich eine Stimme vom Himmel hören, welche sagen wird, "Oh Baida verschling die gesamte Armee von Sufiani." Man sagt, dass die gesamte Armee, gezählt 100.000 Personen, von der Erde verschluckt wird, außer zwei. Die zwei, welche übrig bleiben werden, werden plötzlich einem Engel begegnen. Er wird beide schlagen, ihre Gesichter rechts rum drehen, so dass sie dann nach hinten schauen anstatt nach vorn. Und das wird die Zeit sein, wenn Imam al-Mahdi (ع) bereits in Mekka wiedererschienen ist. Der Imam wird seine Autorität in der Heiligen Moschee in Mekka, im Haram etablieren. Der Engel wird dann einen der beiden, welchen er Bashir nennt, anweisen.. "Oh Bashir, geh direkt nach Mekka, ins Haram und informiere den Imam das Sufiani's Armee vom Land verschluckt wurde. Der andere, genannt Nazir, wird angewiesen, zu Sufiani zu gehen und ihm zu erzählen, dass der Imam bereits erschienen ist. Er sollte sich direkt nach Mekka begeben und ihm seine Treue bekannt geben.


Sufiani wird sich vorbereiten, den Imam anzugreifen, doch wird er nicht genug Courage besitzen. Der Imam wird Sufiani in Jerusalem fangen und wird ihn töten.


Imam Ali (ع) sagte, dass neun klare Zeichen das Hervortreten Hazrat Mahdis (ع) vorausgehen werden. Diese Zeichen sind:

  • Dajjaal wird auftauchen.

  • Eine laute Stimme wird vom Himmel gehört werden.

  • Sufiani wird erscheinen und einen bedrohlichen Krieg führen.

  • Die Armee Sufianis wird durch eine plötzliche Öffnung des Landes zwischen Mekka und Medina, in der Wüste Baida, verschluckt werden.

  • Ein verehrter kluger Heiliger wird in Mekka ermordet werden. (Dieser Heilige soll ein Hashimite-Abkomme sein.)

  • Ein Sayyid Nachkomme von Imam Hassan (ع) wird mit seiner Armee auftauchen.

  • Die Armee von Sayyid al-Hassani und ein Bild eines Mannes wird im Himmel gegenüber der Sonne erscheinen.

  • Es wird zwei Eklipsen im heiligen Monat Ramadan geben im Gegensatz zur normalen Reihenfolge und Berechnung und zur Eklipse des Mondes.

  • Bei drei Gelegenheiten wird im heiligen Monat Ramadan eine laute Stimme vom Himmel gehört werden.


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