Die Geschichte von Noah (teil 1 von 3): Wer war Noah?

Die Berichte von der Flut in den jüdischen und christlichen Erzählungen geben zu erkennen, dass Noah ein rechtschaffener Mann gewesen war, in einer Welt, die unter dem Gewicht der Sünde und des Unglaubens nahezu zusammenbrach. Der Qur´an und die Aussagen des Propheten Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, lehren uns, dass der Prophet Noah ein Funken der Hoffnung unter den Nachkommen Adams war, in einer Zeit, in der Sünde und Gesetzlosigkeit die Menschen übermannt hatte.

Die Menschheit war eine Gemeinschaft gewesen, die an die Einheit Gottes glaubte, aber Verwirrung und Abweichungen hatten sich eingeschlichen. Noah war ein ruhiger, geduldiger Mann gewesen, der sein Volk aufrief, zur Anbetung des Einen Wahren Gottes zurückzukehren. Er war ein außergewöhnlicher Redner gewesen, der die Menschen, die um ihn herum waren, aufforderte, die Anbetung der Götzen aufzugeben und auf seine Warnung vor einer furchtbaren Bestrafung derjenigen, die Götzen und Statuen verehren, zu hören.

Und Wir sandten wahrlich Noah zu seinem Volk, und er sagte: "O mein Volk, dient Gott. Ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm. Wollt ihr also nicht gottesfürchtig sein?” (Quran 23:23)

Noah erzählte Geschichten von den Mysterien des Lebens und über die Wunder des Universums. Er beschrieb, wie der Tag, der Sonnenlicht und Aktivität gibt, der Nacht folgt, die Kühle und Erholung bietet. Er sprach von Gott, dem Göttlichen Schöpfer, Dem Himmel und Erde gehören und er wies auf die Weite und die Schönheit der Erde. Noah erklärte, dass die Schöpfung der Welt zum Wohle der Menschheit geschehen war; aber der Mensch besäße auch eine Verpflichtung, dies zu verstehen und seine Anbetung auf Gott auszurichten, nicht auf falsche Gottheiten. Als Noah anfing, von der Strafe zu sprechen, die die Götzendiener erwartete, wurde sein Volk missgünstig und ärgerlich.[1]

Wie der Götzendienst begann

Der Prophet Muhammad unterrichtete uns darüber, dass zwischen den Propheten Adam und Noah zehn Generationen lagen.[2] Wir wissen, dass dies eine lange Zeitspanne war, denn Noah selbst hat über ein Jahrhundert lang gelebt und die Menschen vor ihm sogar noch länger.

In den Jahren zwischen Adam und Noah gab es Menschen, die sich an die Gesetze, die Adam sie gelehrt hatte, erinnerten und die Gott richtig anbeteten. Die Jahre vergingen und die Menschen vergaßen; die rechtschaffenen Männer unter ihnen erinnerten die Menschen an ihre Pflichten gegenüber Gott. Als noch mehr Zeit verstrich, begannen die rechtschaffenen Männer zu sterben und Satan kam und flüsterte den Menschen ein, die zu ihnen aufgeschaut hatten, und rief Gedanken in seiner listigen, verschlagenen Art in ihnen wach.

Satan brachte die guten Menschen dazu, Statuen von den rechtschaffenen Männern anzufertigen. Auf diese Weise, so sagte Satan, würden sie sich an die rechtschaffenen Männer erinnern und damit auch daran, Gott anzubeten. Die guten Menschen bauten Statuen an ihren Versammlungsplätzen und in ihren Häusern und Satan ließ sie, bis jeder den Grund vergessen hatte, aus dem die Statuen existierten. Viele Jahre später erschien der verschlagene Satan wieder bei den Menschen, dieses Mal schlug er ihnen vor, die Statuen direkt anzubeten.

Eine authentische Überlieferung des Propheten Muhammad fasst den Beginn des Götzendienstes folgendermaßen zusammen. Ibn Abbas, ein enger Gefährte des Propheten Muhammad sagte:.

“Die Namen (der Götzen) hatten früher einigen frommen Männern aus Noahs Volk gehört und als sie verstarben, schlug Satan ihrem Volk vor, Götzen zu machen und an die Orte zu stellen, wo sie zu sitzen gepflegt hatten und diesen Götzen ihre Namen zu geben. Das taten die Menschen, aber die Götzen wurden erst angebetet, als die Menschen gestorben waren (, die sie gemacht hatten) und der Ursprung der Götzen verschwamm, woraufhin die Leute begannen, sie anzubeten.” (Sahieh Al-Bukhari)

Noah Ruf

Das Wort Prophet (Nabi auf arabisch) ist von dem Wort Naba, abgeleitet, das Neuigkeiten bedeutet. Die Offenbarung wird von Gott gegeben, und der Prophet verbreitet die Neuigkeiten bei seinem Volk. Ein Gesandter andererseits wurde mit einer besonderen Botschaft gesandt, normalerweise um eine neue Anweisung Gottes zu übermitteln. Jeder Gesandte ist auch ein Prophet gewesen, aber nicht jeder Prophet ein Gesandter.[3] Da dies die erste Abweichung der Menschheit von der korrekten Anbetung Gottes war, wie sie der Prophet Adam gelehrt hatte, erfüllte Gott in Seiner unendlichen Liebe und Barmherzigkeit das Versprechen, das Er Adam gegeben hatte. Gott schickte Noah, den ersten Seiner Gesandten.[4] Abu Hurairah berichtete, dass der Prophet Muhammad sagte:

“Am Tag des Gerichts werden die Leute zu Noah kommen und sagen: ´O Noah, du bist der erste der Gesandten auf der Erde und Gott nannten dich einen dankbaren Diener.´” (Sahieh Al-Bukhari)

Etwas anders als Gott anzubeten hat schwerwiegende Folgen, zumindest einen Verlust an Freiheit; denn Satan versklavt den Menschen, zerstört seinen Verstand und nimmt ihm die Fähigkeit, zwischen richtig und falsch zu unterscheiden. Als Noah sein Volk vor der Bestrafung warnte, die sie erwartete, wenn sie die Götzendienerei nicht aufgeben sollten, stieß seine Warnung größtenteils auf taube Ohren. Noah klärte sie über Satans Betrug auf, aber die Leute wandten sich ab und wollten nicht hören. Noah warnte sie Tag und Nacht; er verkündete seine Botschaft in der Öffentlichkeit und er sprach leise im geheimen mit den Leuten; nicht alle, aber viele lehnten seine Worte ab. Noah rief aus zu Gott:

Er sagte: "Mein Herr, ich habe mein Volk bei Nacht und Tag (zum Glauben) aufgerufen. Doch mein Ruf hat nur bewirkt, daß sie mehr und mehr davonliefen und sooft ich sie rief, daß Du ihnen vergeben mögest, steckten sie ihre Finger in die Ohren und hüllten sich in ihre Gewänder und verharrten (in ihrem Zustand) und wurden allzu hochmütig.” (Quran 71:5-7)

Diejenigen, die Noahs Ruf annahmen, waren die schwächsten und ärmsten des Volkes; die Führer und die Mächtigen reagierten stolz und wiesen seinen Aufruf zurück. Sie sagten:

Es sagten die Vornehmen seines Volkes: "Wahrlich, wir sehen dich in einem offenkundigen Irrtum."” (Quran 7:60)

Noah fuhr damit fort, sein Volk aufzurufen, Tag für Tag und Jahr für Jahr. 950 Jahre ertrug er ihre Verhöhnung und ihren Spott.

 

Die Geschichte von Noah (teil 2 von 3): Noah baut die Arche

Noah fuhr fort, sein Volk aaufzurufen, und sie teilten sich in zwei Gruppen. Seine Worte sprachen die Herzen der Schwachen, Armen und Unterdrückten an, aber die wohlhabenen, einflussreichen Menschen misstrauten seinen Worten und konnten nur an die Möglichkeit denken, dass sie ihre Macht und ihren Status einbüßen könnten. Ein Wortgefecht begann zwischen Noah und den Ungläubigen. Sie beschuldigten Noah, nichts anderes als alle anderen menschlichen Wesen zu sein, nichts Besonderes. Noah stimmte dem zu und sagte, dass er in der Tat nur ein Mensch sei, aber einer, der eine deutliche Warnung brachte. Und Gott, der Allmächtige, teilt uns mit:

Wir entsandten ja Noah zu seinem Volke (und er sagte): "Wahrlich, ich bin für euch ein deutlicher Warner, daß ihr keinen anderen außer Allah dient. Ich fürchte für euch die Strafe eines schmerzlichen Tages. Die Vornehmen seines Volkes, die nicht glaubten, sagten: "Wir sehen in dir nur einen Menschen unseresgleichen und wir sehen, daß dir keine als jene gefolgt sind, die aller äußeren Erscheinung nach die Niedrigsten unter uns sind, noch sehen wir in euch irgendeinen Vorzug vor uns; nein, wir erachten euch für Lügner." (Quran 11:25-27)

Noah erklärte seinem rebellischen Volk die Vorteile, die sie erhielten, wenn sie sich Gott zuwenden würden und Ihn um Vergebung bäten. Er (Gott) würde ihnen einen Regen gewähren, ebenso wie Kinder und Reichtum, Er würde ihnen üppige Gärten und fließende Bäche geben. Die Ungläubigen aber wiesen seine Worte zurück; sie fühlten sich in ihrem Hochmut und Stolz sicher.

Der Konflikt spitzt sich zu

Die gegen Noah und seinen Ruf waren, begannen, mit ihm zu verhandeln. Sie sagten ihm, dass diese beiden unterschiedlichen Gruppen, die Schwachen und Armen und die Reichen und Mächtigen, nicht zusammen in demselben Glauben existieren könnten. Obwohl er von den Ungläubigen verhöhnt und verspottet wurde, reagierte Noah auf freundliche, sanfte Art und Weise. Er erklärte, dass er sich von den demütigen und schwachen Gläubigen nicht abwenden würde, die seinem Ruf gefolgt waren. Diese Menschen, so teilte er ihnen mit, waren die Gäste Gottes. Noah appellierte an sein Volk. Er versuchte, sie zu überzeugen und die Wirklichkeit ihrer Lage zu erkennen. Ohne persönlichen Gewinn und mit einem demütigen, aber schweren Herzen wies Noah ihre Argumente zurück.

O mein Volk, ich verlange von euch kein Entgelt dafür. Mein Lohn ist allein bei Allah. Und ich werde gewiß nicht jene, die glauben, verstoßen. Sie werden ihrem Herrn begegnen. Allein, ich erachte euch für ein Volk, das unwissend ist. O mein Volk, wer würde mir gegen Allah helfen, wenn ich sie verstieße? Wollt ihr (das) denn nicht einsehen? Und ich sage nicht zu euch: "Ich besitze die Schätze Allahs", noch kenne ich das Verborgene, noch erkläre ich: "Ich bin ein Engel." Noch sage ich von denen, die eure Augen verachten: "Allah wird ihnen niemals (etwas) Gutes gewähren." Allah kennt am besten, was in ihrem Inneren vorgeht; wahrlich, ich gehörte sonst zu denen, die ungerecht sind.” (Quran 11:29-31)

Die Uneinigkeit ging weiter, bis den Ungläubigen die Argumente ausgingen. Sie machten sich über Noah und die Gläubigen lustig, aber Noah übermittelte weiter seine Botschaft. Schließlich konnte er es nicht mehr ertragen und wandte sich mit einem herzergreifenden Bittgebet zu Gott. Noah verlor dennoch seine Geduld nicht, er blieb ein geduldiger, freundlicher und sanftmütiger Mensch. Aber es wurde ihm klar, dass die Ungläubigen nichts als Verderben und Unglauben im Lande verbreiten würden. Sie würden die Gläubigen irreführen und verderben und das Erbe des Unglaubens an ihre Kinder weiter geben. Noah betete zu Gott. Er sagte:

Mein Herr, laß auf der Erdoberfläche keinen einzigen von den Ungläubigen (übrig), denn wenn Du sie läßt, so werden sie nur Deine Diener verführen und werden nur eine unverschämte Nachkommenschaft von Ungläubigen zeugen.“ (Quran 71:27)

Da nahm Gott Noahs Gebet an.

Die Arche

Gott wies Noah an, die Arche zu bauen und fällte das Urteil in Form einer Flut über die Ungläubigen.

Und baue das Schiff unter Unserer Aufsicht und nach Unserer Anweisung, und lege bei Mir keine Fürsprache für diejenigen ein, die gefrevelt haben; denn diese werden ertrinken." (Quran11:37)

Noah wählte einen Platz außerhalb der Stadt und weit entfernt vom Meer, um seine Arche zu bauen. Die Ungläubigen machten sich lustig und lachten, machten Kommentare über die Lage des Schiffs, so weit von jeder Wasserquelle entfernt. Die Ungläubigen hatten keinerlei Verständnis von der Macht und der Großartigkeit Gottes, daher konnten sie nicht verstehen, warum Noah ein Schiff baute, auf dem Gipfel eines Berges, in weiter Entfernung vom Meer. Sie hielten ihn für verrückt und lachten laut. Das Schiff begann, Form anzunehmen und als es fertig war, wartete Noah geduldig auf den Befehl Gottes.

Alsdann erging Unser Befehl und die Fluten (der Erde) brachen hervor. Da sprachen Wir: "Bringe in das Schiff je zwei von allen (Arten) hinein, Pärchen, und deine Familie mit Ausnahme derer, gegen die das Wort bereits ergangen ist, und die Gläubigen." Und keiner glaubte ihm, außer einer kleinen Schar.” (Quran 11:40)

Als das Wasser der Erde zu rauschen begann und vom Himmel regnete, wies Gott Noah an, mit seiner Familie und den Gläubigen die Arche zu besteigen. Gott befahl Noah auch, ein Paar (männlich und weiblich) von jedem Tier, Vogel und Insekt mit sich zu nehmen. Die Leute beobachteten ihn ungläubig, fragten ihn, was er mit all den Tieren zu tun gedenke.

Noahs Frau begleitete sie nicht, denn sie hatte nie an die Botschaft geglaubt, die Noah predigte, und auch sein ältester Sohn nicht, der es vorzog, auf einem hohen Berg Schutz zu suchen. Die Gelehrten des Islam vertraten unterschiedliche Ansichten über die Menschen in der Arche, aber die höchste Schätzung geht von 80 aus. Als die Gläubigen und die Tiere die Arche bestiegen, strömte Wasser aus jedem Riss in der Erde und Regen fiel in Massen vom Himmel, wie nie zuvor. Stunde für Stunde stiegen die Wasserpegel an und die Meere und Flüsse überfluteten das Land.

Die Geschichte von Noah (teil 3 von 3): Die Flut

Die Gläubigen betraten die Arche im Namen Gottes, genau wie die Muslime heutzutage alles im Namen Gottes tun.

“Und er sprach: "Steigt hinein! Im Namen Allahs erfolgt die Ausfahrt und die Landung. Mein Herr ist wahrlich Allverzeihend, Barmherzig." Und es (das Schiff) fuhr mit ihnen über Wogen gleich Bergen einher...” (Quran 11:41)

Noah hat die Arche so gebaut, wie Gott ihn angewiesen hatte aus Planken und Nägeln und sie hielt die Gläubigen sicher vor der Sintflut aus Regen und vor dem Wasser der Erde. Das Innere der Erde bewegte sich auf ungewöhnliche Weise und der Meeresboden der Ozeane erhob sich schlagartig, was Flutwellen auf der Erde verursachte. Diese Wellen, die so groß wie Berge waren, überschwemmten alles; sie hoben die Arche an, ließen sie so zerbrechlich erscheinen, wie ein Matchbox, das in den Ozean geworfen wurde. Diese Konstruktion aus Holz wurde zu einem Schiff der Sicherheit und Geborgenheit, denn ihre Insassen besaßen wahren Glauben und Vertrauen auf Gott.

Von seinem sicheren Platz in der Arche aus, könnte Noah einen seiner Söhne sehen, der vom Wasser überwältigt wurde. Noah rief nach seinem Sohn, bat ihn, er solle auch an Bord kommen und die Ungläubigen ihrem Schicksal überlassen. Der Sohn allerdings dachte weltlich und hatte nicht dieses Gottvertrauen in der Tiefe seines Herzens. Er antwortete, dass er auf einen Berg steigen würde, er konnte sich nicht vorstellen, dass die Wellen einen Berg überfluten könnten. Noah flehte seinen Sohn an, indem er sagte: „Nichts kann dich an diesem Tag retten, außer die Gnade Gottes”. Der Sohn aber lehnte ab und ertrank.

“Und Noah rief zu seinem Sohn, der sich abseits hielt: "O mein Sohn, steig mit uns ein und bleibe nicht bei den Ungläubigen!" Er sagte: "Ich will mich sogleich auf einen Berg begeben, der mich vor dem Wasser retten wird." Er sagte: "Es gibt heute keinen Retter vor Allahs Befehl - (Rettung) gibt es nur für jene, derer Er Sich erbarmt." Und die Woge brach zwischen den beiden herein, (und) so war er unter denen, die ertranken” (Quran 11:42-43)

Die Flut endet

“ Und es wurde befohlen: "O Erde, verschlinge dein Wasser, o Himmel, höre auf (zu regnen)!" Und das Wasser begann zu sinken, und die Angelegenheit war entschieden. Und das Schiff kam auf dem Güdyy zur Rast. Und es wurde befohlen: "Fort mit dem Volk der Frevler!” (Quran 11:44)

Der Islam erwähnt nicht wie die christlichen und jüdischen Traditionen, dass Noah einen Vogel (entweder eine Taube oder einen Raben) gesandt habe, um nach trockenem Land Ausschau zu halten. Auf Befehl Gottes hörte der Regen auf und das Wasser hörte auf aus allen Rissen in der Erde zu fluten. Ruhe kehrte ein und die Sonne begann zu scheinen. Die Flut hatte die Erde von Götzendienst und Ungläubigen gereinigt. Kein einziger Mensch, der nicht an Gott geglaubt hatte, war auf der Erde zurückgeblieben. Die Erde verschlang das Wasser und die Arche kam auf dem Berg Mt. Judi (von dem angenommen wird, dass er sich in der heutigen Türkei befindet) zum Stehen.

Noah war ein Prophet und Führer der Menschen, aber er war auch ein Vater. ER wandte sich traurig zu Gott und weinte:

“Und Noah rief zu seinem Herrn und sagte: "Mein Herr, mein Sohn gehört doch zu meiner Familie, und Dein Versprechen ist doch wahr, und Du bist der beste Richter."” (Quran 11:45)

Noah erinnerte sich daran, dass Gott versprochen hatte, seine Familie zu retten. Noah zweifelte nicht an Gottes Wort oder Versprechen, aber er wollte verstehen. Also erteilte Gott Noah eine Lektion.

Als menschliche Wesen benutzen wir Worte, um bestimmter Dinge zu sagen, aber Gott kann ihnen oft eine neue, besser verständliche Bedeutung erteilen. Beispielsweise bedeutete das Wort Gebet ursprünglich Bittgebete zu Gott zu richten, aber der Islam gab ihm eine neue Bedeutung – es wurde das rituelle Gebet, das fümfmal täglich verrichtet wird. Wenn wir das Wort Familie verwenden, denken wir an Blutsverwandtschaft und Beziehungen und Noah flehte zu Gott, weil sein Sohn von seiner Familie war. Gott teilte ihm aber mit, dass sein Sohn definitiv nicht zu seiner Familie gehörte, denn er war nicht rechtschaffen. Seine wahre Familie sind die rechtschaffen gläubigen Diener Gottes.

“Er sprach: "O Noah, er gehört nicht zu deiner Familie; siehe, dies ist kein rechtschaffenes Benehmen. So frage Mich nicht nach dem, von dem du keine Kenntnis hast. Ich ermahne dich, damit du nicht einer der Toren wirst." (Quran 11:46)

Noah verstand dies, er sagte:

“Er sagte: "Mein Herr, ich nehme meine Zuflucht bei Dir davor daß ich Dich nach dem frage, wovon ich keine Kenntnis habe. Und wenn Du mir nicht verzeihst und Dich meiner nicht erbarmst, so werde ich unter den Verlierenden sein.” (Quran 11:47)

Noah ließ die Tiere, Vögel und Insekten frei, und sie verstreuten sich auf der Erde. Noah und seine Familie (die Gläubigen) verließen das Schiff, woraufhin Noah sich auf der Erde niederwarf und mit seinem Kopf den Erdboden berührte. An dieser Stelle endet die Erzählunng im Qur´an und in den Überlieferungen des Propheten Muhammad über die Geschichte von Noah. Wir wissen weder, wie die Dinge mit seinem Volk weiter verliefen, noch was seiner Familie geschah. Alles, worüber wir sicher sein können, ist, dass er angesichts seines Todes seine Söhne um sich sammelte und sie aufforderte, dem Einen Gott zu dienen: dem Schöpfer und Erhalter des Universums.

Der Prophet Muhammad sagte:

“Als der Tod des Gesandten Gottes Noah nahte, ermahnte er seine Söhne: ´Ich werde euch weitreichenden Rat erteilen, ich befehle euch, zwei Dinge zu tun und warne euch auch vor zwei Dingen. Ich erlege euch auf zu glauben, dass es keinen Gott gibt außer Gott, und dass wenn die sieben Himmel und die sieben Erden auf die eine Seite der Waagschale gelegt würden und die Worte “es gibt keinen Gott außer Gott” auf die andere Seite, so würden diese letzten mehr wiegen als das erste. Ich warne euch davor, Gott etwas zur Seite zu stellen, und ich warne euch vor dem Stolz.” (Sahih al Bukhari)

Die meisten vom Volke Noahs haben seine Botschaft abgelehnt, aber die Botschaft überlebt in den Herzen und in den Köpfen der Muslime von heute. Die tröstenden Worte und die Hoffnungen auf Errettung, die Noah seinen Söhnen auf seinem Totenbett übermittelte, bilden einen Teil des Glaubens eines Muslims und festigen seine Gesinnung Gott gegenüber. Denn der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien mit ihm, sagte uns, dass Gott einen Bund mit den Gläubigen schließt: Wenn sie keine anderen Gottheiten außer Gott anbeten, dann wird Er ihnen nicht das Paradies verweigern.

Die Geschichte von Abraham (teil 1 von 7)

 

Einer der Propheten, denen die größte Aufmerksamkeit im Qur´an geschenkt wird, ist der Prophet Abraham. Der Qur´an erzählt von ihm und seinem unerschütterlichen Glauben an Gott, der ihn zuerst aufforderte, sein Volk und deren Götzen zu meiden, und später durch zahlreiche Prüfungen, die Gott ihn in den Weg stellte, um seinen wahren Glauben zu beweisen.

 

Der Islam sieht in Abraham einen strikten Monotheisten, der sein Volk dazu aufrief, Gott allein anzubeten. Für diesen Glauben ertrug er große Schwierigkeiten, sogar sich durch seine Auswanderung in verschiedene Länder von seiner Familie und seinem Volk zu trennen. Er war einer, der unterschiedliche Befehle Gottes, mit denen er auf die Probe gestellt wurde, erfüllt hat und damit seine Wahrhaftigkeit bewies.

Aufgrund dieser Stärke des Glaubens, nennt der Qur´an die eine und einzige wahre Religion den "Weg Abrahams", obgleich auch Propheten vor ihm schon wie Noah zu demselben Glauben aufgerufen hatten. Wegen seines unermüdlichen Gehorsams Gott gegenüber, gab Er ihm den besonderen Titel "Khaliel" oder geliebter Diener, den zuvor noch nie ein Prophet erhalten hatte. Weil Abraham so hervorragend war, erwählte Gott Propheten von seinen Nachkommen, darunter Ismael, Isaak, Jakob (Israel) und Moses, um die Völker zur Wahrheit zu führen.

Den hohen Rang besitzt Abraham im Judentum, Christentum und im Islam gleichermaßen. Die Juden sehen ihn als das Vorbild für sittliche Werte, denn er erfüllte alle die Gebote noch bevor sie offenbart wurden, und er war der erste, der zu der Einsicht gelangte, dass es nur Einen Wahren Gott gibt. Er wird als der Vater des auserwählten Volkes angesehen, als den Vater der Propheten, mit denen Gott Seine Reihe von Offenbarungen begann. Im Christentum wird er als der Vater aller Gläubigen betrachtet (Römer 4:11) und sein Vertrauen in Gott und sein Opfer werden als Beispiel für spätere Heilige genommen (Hebräer 11).

Da Abraham eine so hohe Wichtigkeit zuerkannt wird, ist es wert, dass man sein Leben studiert und die Aspekte untersucht, durch die er zu dem hohen Rang kam, den Gott ihm gewährt.

Obwohl der Qur´an und die Sunnah nicht alle Einzelheiten von seinem gesamten Leben erwähnen, erwähnen sie doch bestimmte Tatsachen, die der Erwähnung wert sind. Wie bei anderen Personen die im Qur´an und in der Bibel Erwähnung finden, geben Qur´an und Sunnah Einzelheiten von deren Leben wieder, um einige irreführende Ansichten früherer offenbarter Religionen klarzustellen, oder solche Aspekte, die bestimmte Mottos und Sitten wiederspiegeln, die es Wert sind, erwähnt und betont zu werden.

Sein Name

Im Qur´an ist der einzige Name für Abraham "Ibrahiem" und "Ibrahaam", beide teilen die Grundwurzel: b-r-h-m. Obwohl Abraham in der Bibel zuerst als Abram bekannt ist, und dann wird gesagt, dass Gott ihn angewiesen hat, seinen Namen zu Abraham zu verändern, bleibt der Qur´an zu diesem Thema still, weder bestätigt er es noch widerruft er es. Moderne jüdisch-christliche Gelehrten zweifeln allerdings an der Geschichte von der Änderung des Namens und nennen sie "ein beliebtes Weltspiel". Assyriologen geben zu Bedenken, dass der hebräische Buchstabe ´haa´ (h) im Minneanischen Dialekt anstelle eines langen ´aa´ geschrieben wurde, und dass der Unterschied zwischen Abraham und Abram nur dialektischer Natur ist.[1] Dasselbe kann für die Namen Sarai und Sara gesagt werden, denn ihre Bedeutung ist ebenfalls identisch.[2]

Seine Heimat

Es wird geschätzt, dass Abraham 2.116 Jahre vor Jesus in oder in der Umgebung der mesopotanischen[3] Stadt Ur[4] geboren wurde, 200 Meilen südöstlich des heutigen Baghdad[5]. Sein Vater war ‘Aazar’, ‘Tharah’ oder ‘Terakh’ in der Bibel, ein Götzenanbeter, der von den Nachkommen Sems, Noahs Sohnes, abstammte. Einige Gelehrten der Exegese vermuten, dass er nach einem der Götzen, die er anbetete, ´Azar´ genannt worden war.[6] Er war höchst wahrscheinlich Akkadier, von einem semitischen Volk von der Arabischen Halbinsel, das seit etwa dem dritten Jahrtausend vor Chr. in Mesopotanien siedelte. Es scheint, als wäre Azar mit einigen seiner Verwandten in der frühen Kindheit Abrahams vor der Konfrontation mit seinem Volk in die Stadt Haran ausgewandert, obgleich einige jüdisch-christliche Traditionen[7] sagen, es sei später in seinem Leben gewesen, nachdem er in "seiner Heimat Ur" abgewiesen worden war. In der Bibel wird erzählt, Haran, einer von Abrahams Brüdern, sei in "seinem Vaterland zu Ur" (1 Mose 11:28) gestorben, aber er war viel älter als Abraham, denn sein Bruder Nahor nahm Harans Tochter Milka zur Frau (1 Mose 11:29). Die Bibel erwähnt ebenfalls nicht Abrahams Auswanderung nach Haran, die erste Aufforderung auszuwandern ist die von Haran weg, als wenn er dort zuvor angesiedelt gewesen wäre (1 Mose 12:1-5). Wenn wir die erste Aufforderung nehmen für die Auswanderung von Ur nach Kanaan, dann scheint es keinen Grund gegeben zu haben, dass Abraham mit seiner Familie in Haran verweilt haben sollte, seinen Vater dort ließ und danach nach Kanaan zu ziehen, von der geographischen Unmöglichkeit einmal abgesehen. [Siehe Karte.]

Der Qur´an erwähnt die Auswanderung Abrahams, aber er tut dies, nachdem Abraham sich von seinem Vater und seinen Stammesgenossen wegen ihres Unglaubens abgewandt hatte. Wenn er zu jener Zeit in Ur gewesen wäre, erscheint es ziemlich unwahrscheinlich, dass sein Vater mit ihm nach Haran gegangen wäre, nachdem er ungläubig war und ihn zusammen mit den anderen Götzendienern der Stadt solchen Qualen ausgesetzt hatte. Was den Grund dafür betrifft, warum sie auswanderten, so legen archäologische Beweise nahe, dass Ur eine große Stadt war, die während Abrahams[8] Lebenszeit aufstieg und fiel, daher könnten sie gezwungen gewesen sein, sie wegen äußeren Schwierigkeiten zu verlassen. Sie könnten Haran gewählt haben, weil dieselbe Religion hatten wie Ur.[9]

Die Religion von Mesopotamien

Archäologische Entdeckungen aus Abrahams Zeit zeichnen ein lebeniges Bild von dem religiösen Leben in Mesopotamien. Seine Einwohner waren Polytheisten, die an eine Göttergemeinschaft glaubten, in der jeder Gott einen Einflußbereich besaß. Der große Tempel, der dem akkadischen[10] Mondgott Sin gewidmet war, war das Hauptzentrum von Ur. In Haran war ebenfalls der Mond die zentrale Gottheit. Dieser Tempel, so glaubten sie, wäre das physikalische Heim Gottes. Der Hauptgott dieses Tempels war ein hölzerne Götze mit zusätzlichen Götzen oder ´Göttern´, die ihm dienten.

Der große Ziggurat von Ur, der Tempel des Mondgottes Nanna, auch als Sin bekannt. Aufgenommen 2004, das Foto ist im Besitz von Lasse Jensen.

Kenntnis von Gott

Obwohl die jüdisch-christlichen Gelehrten unterschiedlicher Meinung sind, wann Abraham Gott Kenntnis von Gott erhalten hat: im Alter von drei, zehn oder achtundvierzig[11]; der Qur´an schweigt über das genaue Alter, in dem Abraham seine erste Offenbarung erhielt. Es scheint aber so, als wäre er noch jung gewesen, denn der Qur´an nennt ihn einen jungen Mann, als sein Volk versuchte, ihn hinzurichten, weil er ihre Götzen abgelehnt hat, und Abraham selbst sagte, er verfüge über Wissen, das seinem Vater nicht bekannt wäre, als er ihn dazu aufforderte, Gott allein anzubeten, noch bevor seine Mission zu seinem Volk begann (19:43). Der Qur´an sagt deutlich, dass er einer von den Propheten war, denen eine Schrift offenbart worden war.

“Dies stand wahrlich in den ersten Schriften, den Schriften Abrahams und Moses´.” (Quran 87:18-19)

 

Die Geschichte von Abraham (teil 2 von 7): Ein Aufruf für Sein Volk

Abraham und sein Vater

Wie alle anderen seines Volkes war Abrahams Vater Aazar (Tharah oder Terakh in der Bibel) ein Götzenanbeter. Biblische Überlieferungen[1] sagen von ihm, dass er tatsächlich ein Bildhauer dieser Götzen gewesen sei,[2] daher richtete sich Abrahams erster Aufruf an ihn. Er sprach ihn mit logischen und vernünftigen Worten an, auf eine Art und Weise, die sowohl von einem jungen Mann, wie er selbst es war, als auch von einem Weisen verstanden werden konnte:

“Und erwähne in diesem Buch (dem Qur´an) Abraham. Er war ein Wahrhaftiger, ein Prophet, als er zu seinem Vater sagte: "O mein Vater, warum verehrst du das, was nicht hört und sieht und dir nichts nützen kann? O mein Vater, zu mir ist Wissen gekommen, das nicht zu dir kam; so folge mir, ich will dich auf den ebenen Weg leiten.” (Quran 19:41-43)

Die Antwort seines Vaters war aber eine Zurückweisung, die deutliche Zurückweisung einer jeden Person, die von einer deutlich jüngeren herausgefordert wurde, eine Herausforderung gegen Jahre der Tradition und der Norm.

“Er (der Vater) sagte: "Wendest du dich von meinen Göttern ab, o Abraham? Wenn du (damit) nicht aufhörst, so werde ich dich wahrlich steinigen. Verlass mich für lange Zeit.” (Quran 19:46)

Abraham und sein Volk

Nach beständigen Versuchen, seinen Vater dazu aufzurufen, den Dienst für die falschen Götzen aufzugeben, wandte sich Abraham seinem Volk zu, um zu versuchen, die anderen zu warnen, indem er auch sie mit derselben einfachen Logik ansprach:

“Und verlies ihnen die Geschichte Abrahams, als er zu seinem Volke sagte: "Was betet ihr an?" Sie sagten: "Wir beten Götzen an, und wir sind ihnen anhaltend zugetan." Er sagte: "Hören sie euch, wenn ihr (sie) anruft? Oder nützen sie oder schaden sie euch?" Sie sagten: "Nein, aber wir fanden unsere Väter das gleiche tun." Er sagte: "Seht ihr denn nicht, was ihr da angebetet habt, ihr eure Vorväter? Sie sind mir feindlich (gesonnen); nicht aber der Herr der Welten, Der mich erschaffen hat; und Er ist es, Der mich richtig führt und Der mir Speise und Trank gibt. Und wenn ich krank bin, ist Er es, Der mich heilt, und (Er ist es,) Der mich sterben lassen wird und mich dann wieder zum Leben zurückbringt.” (Quran 26:69-81)

Im folgenden führte er weitere Beispiele dafür an, um sie davon zu überzeugen, dass die einzige Gottheit, der Anbetung gebührt, Gott ist, der Allmächtige. Die jüdisch-christliche Tradition erzählt eine ähnliche Geschichte, rückt aber Abraham selbst in die Position, dass er sich darüber klar wurde, dass Gott keines dieser Wesen sein konnte[3] und nicht als Beispiele für sein Volk. Nach dem Qur´an hat keiner der Propheten jemals andere als Gott angebetet, auch als sie über den richtigen Weg noch nicht informiert gewesen waren, bevor sie als Propheten entsandt waren. Der Qur´an sagt über Abraham:

“Und als ihn nun die Nacht überschattete, da erblickte er einen Stern. Er sagte: "Das ist mein Herr." Doch da er unterging, sagte er: "Ich liebe nicht die Untergehenden.” (Quran 6:76)

Abraham erzählte ihnen das Beispiel von den Sternen, einer Schöpfung, die für die Menschen jener Zeit wirklich unverständlich war und in der etwas größeres als die Menschheit gesehen wurde, und häufig wurden ihnen verschiedene Kräfte zugesprochen. Aber in dem Untergang der Sterne sah Abraham ihre Unfähigkeit, zu erscheinen, wie sie es wünschen und nicht nur des Nachts.

Dann gab er ihnen noch ein Beispiel von etwas noch Großartigerem, einem noch schöneren, größeren Himmelskörper, der auch am Tage erscheinen konnte!

“Als er er den Mond sah, wie er sein Licht ausbreitete, da sagte er: "Das ist mein Herr." Doch da er unterging, sagte er: "Wenn mein Herr mich nicht rechtleitet, werde ich gewiss unter den Verirrten sein.” (Quran 6:77)

Und dann als letzte Steigerung in seinen Beispielen, nannte er ihnen als Beispiel etwas noch Mächtigeres, Größeres, eine der kraftvollsten Schöpfungen, ohne die das Leben selbst unmöglich wäre:

“Als er die Sonne sah, wie sie ihr Licht ausbreitete, da sagte er: "Das ist mein Herr, das ist noch größer." Da sie aber unterging sagte er: "O mein Volk, ich habe nichts mit dem zu tun, was ihr (Gott) zur Seite stellt. Seht, ich habe mein Angesicht in Aufrichtigkeit zu Dem gewandt, Der die Himmel und die Erde schuf, und ich gehöre nicht zu den Götzendienern.” (Quran 6:78-79)

Abraham bewies ihnen, dass der Herr der Welten nicht in den Schöpfungen zu finden ist, die ihre Götzen repräsentierten, sondern Er ist Der, Der sie alle und alles, was sie sehen und wahrnehmen können, geschaffen hat; dass der Herr nicht notwendigerweise zu sehen sein muss, damit man Ihn anbeten kann. Er ist ein Allmächtiger Herr, nicht an irgendwelche Einschränkungen gebunden, die in der Welt, in der wir sind, zu finden sind. Seine Botschaft war einfach:

“Dient Gott und fürchtet Ihn. Das ist besser für euch, wenn ihr es wüßtet. Ihr dient nur Götzen statt Gott, und ihr ersinnt eine Lüge. Jene, denen ihr statt Gott dient, vermögen euch nicht zu versorgen. Sucht darum bei Gott die Versorgung und dient Ihm und seid Ihm dankbar. Zu Ihm werdet ihr zurückgebracht werden.” (Quran 29:16-19)

Er stellte ihr Festhalten an den Traditionen ihrer Vorväter offen in Frage:

“Er sagte: "Wahrlich, ihr und eure Vorväter seid dem Irrtum verfallen.”

Abrahams Weg war erfüllt von Schmerzen, Härte, Versuchungen, Widerstand und Kummer. Sein Vater und sein Volk wiesen seine Botschaft zurück. Sein Ruf stieß auf taube Ohren, sie kamen nicht zur Vernunft. Anstatt dessen wurde er herausgefordert und sie machten sich über ihn lustig:

“Sie sagten: "Bring uns die Wahrheit oder machst du Scherze?”

In diesem Lebensabschnitt widersetzte sich Abraham, ein junger Mann mit guten Zukunftsaussichten, seiner eigenen Familie und seinem eigenen Volk, um die Botschaft des wahren Monotheismus zu verbreiten: den Glauben an den Einen Wahren Gott und die Ablehnung aller anderen falschen Gottheiten, seien es Sterne oder andere himmlische oder irdische Schöpfungen oder Bildnisse von Gottheiten in Form von Götzen. Er wurde für seinen Glauben zurückgewiesen, ausgestoßen und bestraft, aber er blieb standhaft gegenüber allem Bösen, bereit, noch mehr davon in Kauf zu nehmen.

“Und als Abraham von seinem Herrn durch Worte geprüft wurde und er diese vollbrachte… ” (Quran 2:124)

 

Die Geschichte von Abraham (teil 3 von 7): Die Zerstörung der Götzen

`Dann war es an der Zeit, dem Predigen Taten folgen zu lassen. Abraham plante einen tapferen und entscheidenden Schlag gegen den Götzendienst. Der Bericht des Qur´an unterscheidet sich nur wenig von den jüdisch-christlichen Überlieferungen, die sagen, Abraham zerstörte die persönlichen Götzen seines Vaters.[1] Der Qur´an berichtet uns, dass er die Götzen seines Volkes zerstört hat, die an einem religösen Altar aufbewahrt worden waren. Abraham hatte sich einen Plan ausgedacht, in dem die Götzen beteiligt waren:

“Und, bei Gott, ich will gewiß gegen eure Götzen verfahren, nachdem ihr kehrt gemacht habt und weggegangen seid.” (Quran 21:57)

Es war Zeit für eine religiöse Festlichkeit, vielleicht der Sünde geweiht, wozu sie die Stadt verließen. Abraham war dazu eingeladen, an des Festlichkeiten teilzunehmen, aber er entschuldigte sich:

“Dann warf er einen Blick zu den Sternen und sagte: "Mir ist übel.” (Quran 37:89)

Als dann seine Angehörigen ohne ihn loszogen, war für ihn die Gelegenheit gekommen. Als der Tempel verlassen war, begab sich Abraham dorthin und näherte sich den gold-überzogenen hölzernen Götzen, vor die die Priester sorgfältig ihre Mahlzeiten hingestellt hatten. Abraham machte sich in seinem Unglauben über sie lustig:

“Nun wandte er sich heimlich an ihre Götter und sagte: "Wollt ihr nicht essen? Was ist mit euch, dass ihr nicht redet?"

Was kann den Menschen nach alledem dazu verleitet haben, Götzen anzubeten, die er selbst gefertigt hatte?

“Dann begann er, sie plötzlich mit der Rechten zu schlagen."

Der Qur´an erzählt uns:

“Alsdann schlug er sie in Stücke – mit Ausnahme des größten von ihnen – damit sie ich an ihn wenden könnten.” (Quran 21:58)

Als die Priester des Tempels zurückkehrten, waren sie schockiert, als sie ihre die Zerstörung ihrer Heiligtümer im Tempel sahen. Sie fragten sich, wer ihren Götzen dies angetan haben könnte, da erinnerte sich einer an Abraham und sagte, dass er schlecht von ihnen gesprochen habe. Als sie ihn zu sich riefen, zeigte ihnen Abraham ihre eigene Dummheit:

“Er sagte: "Verehrt ihr das, was ihr gemeißelt habt, obwohl Gott euch und das, was ihr gemacht habt, erschaffen hat?” (Quran 37:95)

Ihre Wut steigerte sich immer mehr; sie waren ganz und gar nicht in der Laune, ihn predigen zu hören, sondern fragten ihn ganz direkt:

“Bist du es gewesen, der unseren Göttern dies angetan hat, o Abraham?”(Quran 21:62)

Aber Abraham hatte den größten Götzen nicht ohne Grund unberührt gelassen:

“Er sagte: "Nein, dieser da, der größte von ihnen, hat es getan. Fragt sie doch, wenn sie reden können!’”

Als Abraham sie so herausforderte, gerieten sie in Verwirrung. Sie beschuldigten sich gegenseitig, die Götzen nicht beschützt zu haben und, ohne ihm in die Augen zu sehen, sagten sie:

“Du weißt recht wohl, dass diese nicht reden können!”

Da hatte Abraham sie, wo er sie befragen konnte:

“Er sagte: "Verehrt ihr denn statt Gott das, was euch weder den geringsten Nutzen bringen, noch euch schaden kann? Pfui über euch und über das, was ihr statt Gott anbetet. Wollt ihr denn nicht begreifen?’” (Quran 21:66-67)

Die Ankläger wurden zu den Angeklagten. Sie wurden der logischen Begriffstutzigkeit angeklagt und blieben Abraham die Antwort schuldig. Weil Abrahams Beweisführung nicht zu beantworten war, war ihre Antwort wütend und ungehalten, und sie verurteilten Abraham dazu, bei lebendigem Leib verbrannt zu werden.

“Sie sagten: Baut einen Bau für ihn und werft ihn in die rote, heiße Glut des Feuer.” (Quran 37:97)

Die Stadtbewohner halfen alle dabei, Holz für das Feuer zu sammeln, bis das größte Feuer brannte, das sie je gesehen hatten. Der junge Abraham gab sich völlig seinem Glauben hin, den der Herr der Welten für ihn ausgewählt hatte. Er verlor nicht sein Gottvertrauen, diese Prüfung machte ihn nur noch stärker. Abraham schreckte angesichts des Feuertodes nicht zurück, obwohl er noch so jung war, seine letzten Worte, bevor er verbrannt werden sollte, waren:

“Gott genügt mir und Er ist der Beste, der die Dinge erledigt.” (Saheeh Al-Bukhari)

Hier haben wir wieder ein Beispiel dafür, wie Abraham angesichts der harten Prüfung seine Wahrhaftigkeit unter Beweis stellte. Sein Glaube an den Wahren Gott wurde hier geprüft und er bewies, dass er sogar darauf vorbereitet war, seine Existenz für die Botschaft Gottes zu opfern. Seinen Glauben hat er durch seine Taten bewiesen.

Gott hat aber dieses Schicksal für Abraham nicht gewollt, denn er hatte noch eine größere Botschaft zu verkünden. Er sollte der Stammvater einiger der größten Propheten werden, die der Menschheit bekannt sind. Gott bewahrte Abraham als Zeichen für ihn und auch als Zeichen für sein Volk.

“Wir (Gott) sprach: "O Feuer, sei kühl und ein Frieden für Abraham." Und sie strebten, ihm Böses zu tun, allein Wir machten sie zu den größten Verlierern.” (Quran 21:69-70)

So entkam Abraham unbeschadet dem Feuer. Sie versuchten, für ihre Götter Rache zu üben, aber letzten Endes wurden sie und ihre Götzen gedemütig.

 

Die Geschichte von Abraham (teil 4 von 7): Seine Auswanderung nach Kanaan

Moderne archäologische Entdeckungen lassen vermuten, dass die höchste Priesterin die Tochter des Herrschers war. Natürlich wird sie darauf gedrungen haben, an dem Mann, der ihren Tempel entweiht hat, ein Exempel zu statuieren. Also fand sich Abraham, der noch ein junger Mann war[1], bald vor Gericht wieder, allein stand er vor einem König, höchstwahrscheinlich vor König Nimrod. Nicht einmal sein Vater war an seiner Seite. Aber Gott war es, wie immer schon.

Auseinandersetzung mit einem König

Während jüdisch-christliche Traditionen eindeutig versichern, dass Abraham von König Nimrod zum Tod durch das Feuer verurteilt wurde, geht der Qur´an nicht genauer auf diese Einzelheit ein. Er erwähnt allerdings die Auseinandersetzung, die zwischen einem König und Abraham stattgefunden hat, und einige muslimische Gelehrte vermuten, dass es derselbe Nimrod gewesen war, jedoch nach einem Versuch der Menge, Abraham zu töten.[2] Nachdem Gott Abraham aus dem Feuer gerettet hatte, wurde sein Fall dem König vorgetragen, der anmaßend mit Gott Selbst um sein Königreich wetteiferte. Er stritt sich mit dem jungen Mann, wie Gott uns berichtet:

“Hast du nicht über jenen nachgedacht, der über seinen Herrn mit Abraham ein Wortgefecht führte, weil Allah ihm die Herrschaft gegeben hatte?” (Quran 2:258)

Abrahams Logik war unbestreitbar.

“‘Mein Herr ist Derjenige, Der lebendig macht und sterben läßt", da sagte er (der König): "Ich bin es, der lebendig macht und sterben läßt.’” (Quran 2:258)

Der König ließ zwei Menschen bringen, die zum Tode verurteilt waren. Er ließ den einen frei und ließ den anderen hinrichten. Diese Antwort des Königs war derart aus dem Zusammenhang gerissen und unbedacht daher gesagt. Also sprach Abraham noch weiter, um ihn zum Schweigen zu bringen:

“Da sagte Abraham: "Doch es ist Gott, Der die Sonne im Osten aufgehen läßt; so laß du sie im Westen aufgehen." Da war der Ungläubige verwirrt. Und Gott leitet nicht die ungerechten Leute. ” (Quran 2:258)

Abrahams Auswanderung

Nach Jahren des unaufhörlichen Aufrufens und der Ablehnung durch sein Volk befahl Gott Abraham, sich von seiner Familie und seinem Volk zu trennen:

"Ihr habt bereits ein vortreffliches Beispiel an Abraham und denen mit ihm, als sie zu ihrem Volk sagten: ´Wir haben nichts mit euch noch mit dem zu schaffen, was ihr statt Gott anbetet. Wir verwerfen euch. Und zwischen uns und euch ist offenbar für immer Feindschaft und Haß entstanden, (solange) bis ihr an Gott glaubt und an Ihn Allein!” (Quran 60:4)

Wenigstens zwei Menschen von seiner Familie akzeptierten seine Ermahnung – Lot, sein Neffe, und Sarah, seine Frau. Da wanderte Abraham zusammen mit den anderen Gläubigen aus:

“Da glaubte Lot ihm; und (Abraham) sagte: ´Ich werde zu meinem Herrn auswandern; Er ist der Allmächtige, der Allweise.´” (Quran 29:26)

Sie wanderten zusammen zum gelobten Land aus, dem Land Kanaan oder Groß Syrien, wo Abraham und Lot nach den jüdisch-christlichen Überlieferungen ihre Gefolgschaft im Westen und Osten des Landes, in das sie ausgewandert waren, aufteilten.[3]

“Und Wir retteten ihn und Lot in das Land, das Wir für die Welten gesegnet hatten.” (Quran 21:71)

Es war hier, in diesem gesegneten Land, wo Gott sich entschloß, Abraham mit seiner Nachkommenschaft zu segnen:

“…Und Wir (Gott) schenkten ihm Isaak und dazu Jakob (einen Enkel), und Wir machten jeden von ihnen rechtschaffen.” (Quran 21:72)

“Das ist Unser Beweis, den Wir Abraham seinem Volk gegenüber gaben. Wir erheben im Rang, wen Wir wollen. Wahrlich, dein Herr ist Allweise, Allwissend. Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob; jeden leiteten Wir recht, wie Wir vordem Noah rechtgeleitet hatten und von seinen Nachkommen David, Salomo, Hiob, Joseph, Moses und Aaron. So belohnen Wir diejenigen, die Gutes tun. Und (Wir leiteten) Zacharias, Johannes, Jesus und Elias; sie alle gehörten zu den Rechtschaffenen. Und (Wir leiteten) Ismael, Eliesa, Jonas und Lot; und jeden (von ihnen) zeichneten Wir unter den Völkern aus; ebenso manche von ihren Vätern und ihren Nachkommen und ihren Brüdern. Wir erwählten sie und leiteten sie auf den geraden Weg. Das ist die Rechtleitung Gottes; damit leitet Er von Seinen Dienern, wen Er will. Hätten sie aber (etwas) anderes angebetet, wahrlich, all ihr Tun wäre für sie fruchtlos geblieben. Diese sind es, denen Wir die Schrift gaben und die Weisheit und das Prophetentum...” (Quran 6:83-87)

Propheten, auserwählt für die Führung seines Volkes:

“Und Wir machten sie zu Vorbildern, die auf unser Geheiß (die Menschen) rechtleiteten, und Wir gaben ihnen ein, Gutes zu tun, das Gebet zu verrichten und die Zakah zu entrichten. Und sie verehrten Uns allein. ” (Quran 21:73)

 

Die Geschichte von Abraham (teil 5 von 7): Das Geschenk Hagar und ihre Lage

Abraham in Kanaan & Ägypten

Abraham blieb mehrere Jahre in Kanaan, zog predigend von einer Stadt zur nächsten und lud die Menschen zu Gott ein, bis eine Hungersnot ihn und Sarah zwang, nach Ägypten auszuwandern. In Ägypten war ein tyrannischer Pharao, der die leidenschaftliche Begierde besaß, Besitz von verheirateten Frauen zu ergreifen.[1] Die islamische Erzählung unterscheidet sich auffallend von den jüdisch-christlichen Traditionen, die sagen, dass Abraham, um sich vor dem Pharao[2] zu schützen, behauptet habe, Sarah[3] sei seine Schwester. Der Pharao nahm Sarah in seinen Harem und belohnte Abraham dafür. Als aber sein Haus vom schweren Seuchen heimgesucht wurde, erkannte er, dass sie Abrahams Ehefrau war und bestrafte ihn, weil er es nicht gesagt hatte und verbannte ihn aus Ägypten.[4]

Abraham hatte gewußt, dass Sarah seine Aufmerksamkeit erregen würde, daher hatte er sie angewiesen, wenn sie vom Pharao danach gefragt würde, zu sagen, dass sie Abrahams Schwester sei. Als sie sein Königreich betreten hatten, hatte ihn der Pharao wie erwartet, nach seiner Beziehung zu Sarah befragt, und Abraham hatte geantwortet, sie sei seine Schwester. Obwohl die Antwort seine Leidenschaft minderte, nahm er sie dennoch als Gefangene. Aber der Schutz des Allmächtigen bewahrte sie vor seinem bösen Plan. Als Pharao Sarah kommen ließ, um seinen wirren Leidenschaften nachzukommen, wandte sich Sarah im Gebet zu Gott. In dem Moment, wo Pharao sich nach Sarah streckte, versteifte sich sein Oberkörper. Er jammerte in seiner Verzweiflung und versprach Sarah, sie gehen zu lassen, wenn sie für seine Heilung beten würde! Sie betete für ihn. Aber erst nach einem dritten Versuch nahm er schließlich Abstand von ihr. Als er ihre Besonderheit bemerkte, ließ er sie gehen und gab sie ihrem vermeintlichen Bruder zurück.

Sarah kam mit Geschenken des Pharao zurück, während Abraham ins Gebet vertieft war, darunter auch mit Hagar, der Tochter des Pharao, nach jüdisch-christlicher Tradition als Dienerin[5]. Sie hatte Pharao und den heidnischen Ägyptern eine kraftvolle Botschaft übermittelt.

Nachdem sie nach Palästina zurückgekehrt waren, blieben Sarah und Abraham trotz des göttlichen Versprechens, dass ihnen ein Kind gewährt würde, noch immer kinderlos. Da es in jenen Zeiten häufiger vorkam, dass unfruchtbare Frauen ihren Ehemännern ihre Dienerin gaben, damit sie Nachkommen bekämen[6], schlug Sarah Abraham vor, Hagar als Nebenfrau zu nehmen. Einige christliche Gelehrten sagen auch, dass er sie tatsächlich zur Ehefrau nahm[7]. Wie auch immer, in jüdischer und babylonischer Tradition wurde jeglicher Nachwuchs einer Konkubine ihrer früheren Herrin zugesprochen und genauso behandelt, wie ein Kind, das sie selbst geboren hatte[8], auch in Erbangelegenheiten. In Palästina gebar Hagar ihm einen Sohn, Ismael.

Abraham in Mekka

Als Ismael noch immer gestillt wurde, wollte Gott den Glauben Seines geliebten Dieners Abraham erneut prüfen und befahl ihm, Hagar und Ismael in das unfruchtbare Tal von Bakka 700 Meilen südöstlich von Hebron zu bringen. Später wurde es Mekka genannt. Es war wirklich eine große Prüfung, denn er und seine Familie hatten so lange auf Nachwuchs gewartet, und als ihre Augen von Freude über einen Erben erfüllt waren, wurde befohlen, ihn in ein fernes Land zu bringen, in eines, das für seine Unfruchtbarkeit und Härte bekannt war.

Während der Qur´an bestätigt, dass dies nur eine weitere Prüfung für Abraham war, als Ismael immer noch ein Baby war, versichern die jüdisch-christlichen Traditionen, dass es eine Folge der Eifersucht Sarahs gewesen sei, die Abraham aufgefordert habe, Hagar und ihren Sohn zu verbannen, als sie sah, wie Ismael sich über Isaak[9] "lustig"[10] machte, als er entwöhnt war. Da das übliche Alter für die Entwöhnung zumindest in der jüischen Tradition 3 Jahre[11] war, heißt das, Ismael war ungefähr 17 Jahre alt[12], als es zu diesem Ereignis kam. Es scheint, von der Logik her unmöglich zu sein, dass Hagar in der Lage gewesen sein soll, einen jungen Mann auf ihren Schultern zu tragen, über Hunderte von Meilen, bis sie Paran erreicht hatten und ihn dann erst, wie die Bibel sagt, unter einen Busch zu legen[13]. In diesen Versen wird von Ismael mit einem anderen Wort gesprochen als bei seiner Verbannung. Dieses Wort zeigt, dass er ein Junge war, möglicherweise ein Baby, eher als ein Jugendlicher.

Da ließ Abraham sie zurück, nachdem er sich kurz mit ihnen dort aufgehalten hatte, ließ ihnen einen Behälter mit Wasser dort und einen Ledersack voller Datteln. Als Abraham begann, fortzugehen und sie zurückzulassen, bekam Hagar Angst vor dem, was passierte. Abraham blickte nicht zurück. Hagar folgte ihm. ‘O Abraham, wohin gehst du, läßt du uns in diesem Tal zurück, wo es keinen Menschen gibt, der uns Gesellschaft leistet, noch sonst irgend etwas?’

Abraham beschleunigte seine Schritte. Schließlich fragte Hagar: ‘Hat Gott die befohlen, dies zu tun?’

Plötzlich stoppte Abraham, drehte sich um und sagte: ‘Ja!’

Ein wenig Trost in seiner Antwort fühlend, fragte Hagar: ‘O Abraham, wem überläßt du uns?’

‘Ich überlasse euch der Obhut Gottes,’ antwortete Abraham.

Hagar ergab sich ihrem Herrn. ‘Ich bin zufrieden mit Gott!’[14]

Während sie zu dem kleinen Ismael zurückkehrte, zog Abraham weiter, bis er einen engen Paß im Berg erreichte, wo sie ihn nicht sehen konnten. Er hielt an und bat Gott im Gebet:

“Unser Herr! Ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal nahe bei Deinem heiligen Haus angesiedelt, o unser Herr, auf dass sie das Gebet verrichten mögen. So mache ihnen die Herzen der Menschen zugeneigt und versorge sie mit Früchten, damit sie dankbar sein mögen.” (Quran 14:37)

Bald waren das Wasser und die Datteln verbraucht und Hagars Verzweiflung wuchs. Unfähig, ihren eigenen Durst und ihr kleines Baby zu stillen, fing Hagar an, nach Wasser zu suchen. Sie ließ Ismael unter einem Baum, kletterte auf die Anhöhe eines nahegelegenen Hügels. ‘Vielleicht kommt eine Karavane vorbei,’ dachte sie bei sich. Sie lief zwischen den beiden Hügeln Safa und Marwa siebenmal hin und her und hielt nach Zeichen für Wasser oder Hilfe Ausschau, versinnbildlicht von allen Muslimen bei der Pilgerreise. Erschöpft und müde hörte sie eine Stimme, aber sie konnte die Quelle nicht ausmachen. Dann, als sie in das Tal hinabblickte, sah sie einen Engel, den die islamischen Quellen als Gabriel identifizieren[15], der neben Ismael stand. Der Engel schlug mit seiner Ferse in den Boden, und es sprudelte Wasser hervor. Das war ein Wunder! Hagar versuchte, ein Becken zu machen, damit das Wasser nicht davonlief und füllte ihren Behälter.[16] ‘Hab´ keine Angst, dass du abgewiesen wirst,’ sagte der Engel, ‘denn dies ist das Haus Gottes, das von diesem Jungen und seinem Vater erbaut werden wird, und Gott weist sein Volk nie zurück.’[17] Diese Quelle, Zamzam genannt, fließt heute noch in Mekka, auf der arabischen Halbinsel.

Nicht lange später zog der Stamm Jurham aus Südarabien nördlich, stoppte im Tal von Mekka, nachdem sie das ungewöhnliche Zeichen von einem Vogel, der in diese Richtung flog, gesehen hatten, was nur bedeuten konnte, dass es dort Wasser gab. Sie siedelten in Mekka und Ismael wuchs unter ihnen auf.

Eine ähnliche Erzählung hierüber finden wir in der Bibel in 1 Mose 21. In dieser Erzählung war der Grund, sich von dem Baby wegzubewegen, eher um ihn nicht sterben zu sehen, als um Hilfe zu suchen. Dann, nachdem das Baby begonnen hatte, vor Durst zu jammern, bat sie Gott, denn sie wollte ihn nicht sterben sehen. Es wird gesagt, das Erscheinen der Quelle wäre die Antwort auf das Weinen von Ismael gewesen, nicht auf Hagars Gebet, und es wird hier auch kein Versuch Hagars beschrieben, um Hilfe zu finden. Die Bibel erwähnt ebenfalls, dass die Quelle in der Enöde von Paran gewesen sei, wo sie später weilten. Jüdisch-christliche Gelehrte meinen, Paran sei irgendwo nördlich der Sinai Halbinsel, wegen der Erwähnung des Berges Sinai in 5 Mose 33:2. Moderne biblische Archäologen sagen allerdings, Berg Sinai liegt tatsächlich im heutigen Saudi Arabien, dem entsprechend muss sich Paran auch dort befinden.[18]

 

Die Geschichte von Abraham (teil 6 von 7): Das größte Opfer

Abraham opfert seinen Sohn

Es war fast zehn Jahre her, dass Abraham seine Frau und sein Baby unter der Obhut Gottes in Mekka gelassen hatte. Nach einer zweimonatigen Reise wurde er damit überrascht, Mekka ganz anders vorzufinden, als er es verlassen hatte. Die Wiedersehensfreude wurde bald von einer Vision unterbrochen, die zur größten Prüfung seines unerschütterlichen Glaubens werden sollte. Gott befahl Abraham in einem Traum, seinen Sohn zu opfern, den Sohn, der ihm nach Jahren des Gebets geboren wurde und den er gerade erst nach zehnjähriger Trennung wiedergetroffen hatte.

Wir wissen aus dem Qur´an, dass das zu opfernde Kind Ismael war, denn Gott gab Abraham und Sarah die guten Nachrichten von der Geburt Isaaks und ebenfalls von einem Großsohn Jakob (Israel).

“…worauf Wir ihr die frohe Botschaft von (ihrem künftigen Sohn) Isaak und von (dessen künftigen Sohn) Jakob nach Isaak verkündeten.” (Quran 11:71)

Ähnlich wurde Abraham in den Bibelvers 1 Mose 17:19 versprochen:.

“Sara, deine Frau, wird dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, und mit ihm will ich meinen ewigen Bund aufrichten und mit seinem Geschlecht nach ihm.”

Weil Gott versprochen hat, Sarah ein Kind von Abraham zu geben und Großkinder von diesem Kind, ist es weder logisch noch praktisch vorstellbar, dass Gott Abraham befohlen hätte, Isaak zu opfern, denn Gott bricht Sein Versprechen nie, und Er stiftet keine Verwirrung.

Obwohl Isaaks Name in 1 Mose 22:2 eindeutig als derjenige, der geopfert werden sollte erwähnt wird, lernen wir aus anderen Bibelzusammenhängen, dass es sich hier ganz klar um eine Verfälschung handelt und der, der geschlachtet werden sollte, war Ismael.

“Deinen einzigen Sohn”

In den Versen von 1 Mose 22 befahl Gott Abraham, seinen einzigen Sohn zu opfern. Worin alle Gelehrten des Islam, des Judentums und des Christentums übereinstimmen, ist, dass Ismael vor Isaak geboren worden war. Demnach wäre es unpassend, Isaak als den einzigen Sohn Abrahams zu bezeichnen.

Es ist wahr, dass jüdisch-christliche Gelehrte oft argumentieren, dass Ismael von einer Konkubine geboren worden war, dadurch sei er kein legitimer Sohn. Aber wie bereits zuvor erwähnt, war es gemäß dem Judentum sogar eine alltägliche, gültige und annehmbare Erscheinung, wenn eine unfruchtbare Frau ihrem Ehemann eine Konkubine schenkte, damit er mit ihr Nachkommen zeugen konnte; und das Kind, das von der Konkubine geboren wurde, wurde der Frau seines Vaters[1] zugeschrieben, genoß dieselben Rechte, wie ihr eigenes Kind, einschließlich der Erbrechte. Außerdem erhielten sie den doppelten Anteil anderer Kinder, auch wenn sie "gehaßt" wurden.[2]

Außerdem läßt die Bibel darauf schließen, dass Sarah selbst ein von Hagar geborenes Kind als rechtmäßigen Erben betrachtete. Wohlwissend, dass Abraham versprochen worden war, dass seine Samen aus seinem Körper (1 Mose 15:4) das Land zwischen dem Nil und dem Euphrat (1 Mose:15:18) füllen würde, bot sie ihm Hagar als Mittel an, um die Prophezeihung zu erfüllen. Sie sagte:.

“Siehe, der Herr hat mich verschlossen, dass ich nicht gebären kann. Geh doch zu meiner Magd, ob ich vielleicht durch sie zu einem Sohn komme.” (1Mose 16:2)

Dies ähnelt auch Lea und Rahel, den Frauen von Jakob, dem Sohn Isaaks, die Jakob ihre Mägde gaben, um Nachkommen zu zeugen (1 Mose 30:3, 6. 7, 9-13). Ihre Kinder waren Dan, Napthali, Gad und Asser, die zu Jakobs zwölf Söhnen gehörten, die Väter der zwölf Stämme der Israeliten, und daher berechtigte Erben.[3]

Anhand dieser Aussagen verstehen wir, dass Sara glaubte, dass ein Kind, das Hagar geboren würde, eine Erfüllung der Prophezeihung, die Abraham bekommen hatte, und dass es so sei, als wäre es ihr selber geboren worden. Aufgrund dieser Tatsache ist Ismael nicht illegitim sondern ein berechtigter Erbe.

Gott Selbst betrachtet Ismael als berechtigten Erben, denn an zahlreichen Stellen erwähnt die Bibel Ismael als den "Samen" Abrahams. Zum Beispiel in 1Mose 21:13:

“Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen, denn er ist dein Sohn.

Es gibt viele andere Gründe, die beweisen, dass es Ismael und nicht Isaak war, der geopfert werden sollte, und wenn Gott will, wird noch ein gesonderter Artikel diesem Thema gewidmet sein.

Um die Erzählung fortzusetzen, Abraham befragte seinen Sohn, ob er verstehe, was ihm von Gott befohlen worden war.

“Dann gaben Wir ihm die frohe Botschaft von einem sanftmütigen Sohn. Als er alt genug war, um mit ihm zu arbeiten, sagte er: "O mein Sohn, ich sehe im Traum, dass ich dich schlachte. Nun schau, was meinst du dazu?" Er sagte: "O mein Vater, tu, wie dir befohlen wird; du sollst mich – so Gott will – unter den Geduldigen finden.” (Quran 37:101-102)

Wenn jemand von seinem Vater erfährt, dass er wegen eines Traumes getötet werden soll, würde er es bestimmt nicht mit den besten Benehmen aufnehmen. Man könnte sowohl an dem Traum als auch an der geistigen Gesundheit der Person zweifeln, aber Ismael kannte die Situation seines Vaters. Der fromme Sohn eines frommen Vaters war geneigt, sich Gott zu ergeben. Abraham nahm seinen Sohn mit zu dem Platz, wo er geopfert werden sollte und legte ihn hin. Aus diesem Grund hat Gott sie mit den schönsten Worten beschrieben, die ein Bild von der Essenz dieser wirklichen Hingabe zeichnen; eines, das einen zu Tränen rührt:

“Als sie sich beide (Gottes Willen) ergeben hatten und er (Abraham) ihn (Ismael) mit der Stirn auf den Boden hingelegt hatte (um geopfert zu werden)…” (Quran 37:103)

Gerade als Abrahams Messer herabfahren sollte, stoppte ihn eine Stimme:

“da riefen Wir ihm zu: O Abraham, du hast bereits das Traumgesicht erfüllt." So belohnen Wir die, die Gutes tun. Wahrlich das ist offenkundig eine schwere Prüfung.” (Quran 37:104-106)

Dies war in der Tat die größte Prüfung von allen – sein eigenes Kind zu opfern, das einem geboren worden war, nachdem man ein hohes Alter erreicht hatte und jahrelang auf Nachkommenschaft gewartet hatte. Hier zeigte Abraham seine willige Bereitschaft, seine ganze Habe für Gott zu opfern und aus diesem Grund wurde er zum Führer der Menschheit ernannt, einen, den Gott mit Nachkommen von Propheten gesegnet hat.

“Und als Abraham von seinem Herrn durch Worte geprüft wurde und er diese vollbrachte, (da) sprach Er: "Ich werde dich zu einem Führer für die Menschen machen." Da bat Abraham: "Auch von meiner Nachkommenschaft.” (Quran 2:124)

Immael wurde mit einem Widder gesühnt.

‘…und Wir lösten ihn durch ein großes Schlachttier aus.’ (Quran 37:107)

Diese einzigartige Hingabe und dieses Gottvertrauen ist es, das Millionen von Muslime jedes Jahr während der Tage des Hağğ versuchen nachzuempfinden, an einem Tag, der Jaum-un-Nahr – der Tag des Opferns, oder Eid-ul-Adhaa – oder das Opferfest genannt wird.

Abraham kehrte nach Palästina zurück und dort wurde er von zwei Engeln besucht, die ihm und Sarah die gute Nachricht von einem Sohn verkündeten - Isaak.

“Fürchte dich nicht! Wir bringen dir frohe Kunde von einem hochbegabten Knaben.” (Quran 15:53)

Bei dieser Begegnung wurde er auch von der Vernichtung des Volkes von Lot informiert.

 

Die Geschichte von Abraham (teil 7 von 7): Der Bau eines Heiligtums

Abraham und Ismael bauen die Kaaba

Nach einer mehrjährigen Trennung trafen sich Vater und Sohn wieder. Auf dieser Reise war es, wo die beiden die Kaaba als ein immerwährendes Heiligtum auf Gottes Befehl hin erbauten; ein Ort für die Anbetung Gottes. Hier war es, in derselben kargen Wüstengegend, in der Abraham Hagar und Ismael zuvor zurückgelassen hatte, als er Bittgebete zu Gott gesprochen hatte, sie zu einem Ort werden zu lassen, wo das Gebet gemacht würde, frei von jeglichem Götzendienst.

“Mein Herr, mache diese Stadt zu einer Stätte des Friedens und bewahre mich und meine Kinder davor, die Götzen anzubeten; mein Herr, sie haben viele Menschen irregeleitet. Wer mir nun folgt, der gehört sicher zu mir; und wer mir nicht gehorcht – siehe, Du bist Allverzeihend, Barmherzig. Unser Herr, ich habe einen Teil meiner Nachkommenschaft in einem unfruchtbaren Tal nahe bei Deinem heiligen Haus angesiedelt, o unser Herr, auf dass sie das Gebet verrichten mögen. So mache ihnen die Herzen der Menschen zugeneigt und versorge sie mit Früchten, damit sie dankbar sein mögen. Unser Herr, Du weißt, was wir verbergen und was wir kundtun. Und vor Gott ist nichts verborgen, ob auf Erden oder im Himmel. Alles Lob gebührt Gott, Der mir, ungeachtet meines Alters, Ismael und Isaak geschenkt hat. Wahrlich mein Herr ist der Erhörer des Gebets. Mein Herr, hilf mir, dass ich und meine Kinder das Gebet verrichten. Unser Herr! Und nimm mein Gebet an. Unser Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen an dem Tage, an dem die Abrechnung stattfinden wird.” (Quran 14:35-41)

Jetzt, Jahre später, sollte Abraham wieder vereint mit seinem Sohn Ismael das Haus Gottes, das Zentrum der Anbetung, erbauen, in dessen Richtung die Menschen ihre Gesichter wenden, wenn sie ihre Gebete verrichten und wohin sie pilgern. Es gibt zahlreiche wunderschöne Verse im Quran, welche das Heiligtum der Kaaba und den Grund ihrer Errichtung beschreiben.

“Und als Wir für Abraham die Stätte des Hauses bestimmten (, sprachen Wir): "Setze Mir nichts zur Seite und halte Mein Haus rein für die (es) Umkreisenden, Betenden und Sich-Niederwerfenden. Und rufe die Menschen zur Pilgerfahrt auf. Sie werden zu Fuß und auf jedem mageren Kamel aus allen fernen Gegenden zu dir kommen.” (Quran 22:26)

“Und als Wir das Haus (die Kaaba) zu einem Ort der Einkehr für die Menschen machten sowie zu einer Sicherheit (, sprachen Wir): "Nehmt euch die Stätte Abrahams zum Gebetsort." Und Wr haben Abraham und Ismael auferlegt: "Reinigt Mein Haus für die es Umkreisenden und (sich dorthin) Zurückziehenden, die Sich-Verneigenden und Sich-Niederwerfenden (beim Beten).” (Quran 2:125)

Die Kaaba ist der erste Ort der Anbetung, der für die gesamte Menschheit zum Zweck der Rechtleitung und des Segens benannt worden war.

“Wahrlich, das erste Haus, das für die Menschen gegründet wurde, ist das Bakka – ein gesegnetes und eine Leitung für die Welten. In ihm sind deutliche Zeichen – die Stätte Abrahams. Und wer es betritt, ist sicher. Und der Menschen Pflicht gegenüber Gott ist die Pilgerfahrt zum Hause, wer da den Weg zu ihm machen kann.” (Quran 3:95-96)

Der Prophet Muhammad, Gottes Segen und Frieden seien auf ihm, sagte:

“Wahrlich, diese Stelle wurde von Gott geheiligt, an dem Tag als Er die Himmel und die Erde erschuf, und so wird es bleiben bis zum Tag des Gerichts.” (Sahieh Al-Bukhari, Sahieh Muslim)

Abrahams Gebete

Die Errichtung eines Heiligtums, das von allen späteren Generationen eingehalten wird, war eine der besten Formen der Gottesanbetung, die ein Mensch vollbringen konnte. Bei ihrer Arbeit beteten sie:

“Unser Herr, nimm es von uns an, denn wahrlich, Du bist der Allhörende, der Allwissende. Und, unser Herr, mach uns Dir ergeben und aus unserer Nachkommenschaft eine Gemeinde, die Dir ergeben ist. Und zeige uns, wie wir Dich anbeten sollen und wende uns Deine Gnade wieder zu; denn wahrlich, Du bist der gnädig Sich-wieder-Zuwendende, der Barmherzige.” (Quran 2:127-128)

“Und (erinnert euch) als Abraham sagte: "Mein Herr, mach dies zu einem sicheren Ort und gib Früchte den dort Wohnenden, wer von ihnen an Gott und den Jüngsten Tag glaubt...” (Quran 2:126)

Abraham betete auch, dass ein Prophet von den Nachkommen Ismaels kommen würde, die die Bewohner dieses Landes sein würden, so wie die Nachkommen Isaaks das Land Kanaan bewohnen würden.

“Und, unser Herr, erwecke unter ihnen einen Gesandten aus ihrer Mitte, der ihnen Deine Worte verliest und sie das Buch und die Weisheit lehrt und sie läutert; denn wahrlich, Du bist der Allmächtige, der Allweise.” (Quran 2:127-129)

Die Kaaba, die von Abraham und Ismael erbaut wurde, und der Standort Abrahams, der die Fußspuren Abrahams beherbergt.

Abrahams Gebete um einen Gesandten wurden mehrere tausend Jahre später erhört, als Gott den Propheten Muhammad unter den Arabern berief und Mekka auserwählt wurde, das Heiligtum und Haus der Anbetung Gottes für die gesamte Menschheit zu werden, und auch der Prophet Mekkas war für die gesamte Menschheit gesandt.

Es war dieser Höhepunkt in Abrahams Lebens, die Vollendung: einen Ort der Anbetung für die gesamte Menschheit zu bauen, nicht nur für eine auserwählte Rasse oder Farbe, für die Anbetung des Einen Wahren Gottes. Mit der Errichtung dieses Hauses war garantiert, dass Gott, der Gott, Den Er gebeten und Dem er zahllose Opfer dargeboten hatte, für immer angebetet würde, ohne dass Ihm irgendein anderer Gott beseite gestellt würde. In der Tat war es einer der größten Gefallen, den er jedem Menschen tun konnte.

Abraham & die Hağğ Pilgerfahrt

Jährlich versammeln sich Muslime aus aller Welt, aller Berufe und Schichten, dies ist die Antwort auf das Gebet Abrahams und der Aufruf zur Pilgerschaft. Dieses Ritual wird Hağğ genannt und es erinnert an viele Ereignisse aus dem Leben von Gottes geliebten Diener Abraham und seiner Familie. Nachdem der Muslim die Kaaba umrundet hat, betet er hinter dem Standort Abrahams, dem Stein, auf dem Abraham gestanden hatte, als er die Kaaba baute. Nach den Gebeten trinkt der Muslim aus der Quelle Zamzam, die als Antwort auf Hagars Gebete zu fließen begann; als Versorgung für Ismael und Hagar, und sie war der Grund für die Besiedelung des Landes. Der Ritus zwischen Safa und Marwa hin und her zu laufen, erinnert an Hagars verzweifelte Suche nach Wasser, als sie und ihr Baby allein in Mekka waren. Das Opfern eines Tieres in Mina während des Hağğ und von den Muslimen auf der ganzen Welt in ihren Ländern folgt dem Beispiel von Abrahams Bereitwilligkeit, seinen Sohn auf Gottes Geheiß hin zu opfern. Und letztlich das Steinigen der Steinsäulen in Mina symbolisiert Abrahams Abwehr der Versuchungen durch den Satan, der ihn davon abbringen wollte, Ismael zu opfern.

Der "geliebte Diener Gottes" über den Gott sagte: "Ich werde dich zu einem Führer für die Menschen machen"[1], kehrte nach Palästina zurück und starb dort.

Geschichten einer gesegneten Familie (teil 1 von 2): Der Prophet Zacharias

 

Dies ist die Geschichte eines schwachen alten Mannes, der Gott liebte und fürchtete; eines älteren Mannes namens Zacharias (auch Zakaria), der sein ganzes Leben damit verbracht hatte, Wissen zu erlangen und es anderen zu lehren, nur um Gottes Zufriedenheit zu erreichen. Der Qur´an erzählt uns seine Geschichte in den Kapiteln 3 und 19 und sie ähnelt der Geschichte, die im christlichen Lukas-Evangelium berichtet wird.[1] Wir werden uns allerdings auf das konzentrieren, was uns der Qur´an über diesen gesegneten Mann zu sagen hat, denn Muslime glauben, dass der Qur´an seit seiner Offenbarung unverändert geblieben ist, während die anderen Offenbarungen verloren gegangen sind, verändert oder verdreht wurden.

“Erwähnt wird (hier) die Barmherzigkeit deines Herrn gegen Seinen Diener Zacharias. Als er Seinen Herrn mit leisem Ruf anrief, sagte er: "Mein Herr, mein Gebein ist schwach geworden, und die Haare meines Hauptes schimmern grau, doch niemals, mein Herr, bin ich mit meiner Bitte an Dich unglücklich gewesen.’” (Quran 19:4)

Der Prophet Zacharias war ein Mitglied der Familie von Imran, einer gesegneten Familie, zu der auch Jesus und seine Mutter Maria gehörten. Als die junge Maria zum Gebetstempel in Jerusalem kam, hat Gott in Seiner Weisheit und Seiner Gnade Zacharias zu ihrem Beschützer bestimmt. Jeden Tag besuchte er Maria, um sicher zu sein, dass sie versorgt ist. Marias Hingabe zu Gott beeindruckte Zacharias, und er war überrascht, welche Versorgung er in ihrem Zimmer vorfand. Es wird berichtet, dass sie die Früchte des Winters im Sommer und die Früchte des Sommers im Winter zu haben pflegte.[2] Als Zacharias sie befragte, woher Maria diese Früchte erhielt, antwortete sie, dass Gott, der Versorgende, wirklich Derjenige ist, der sie mit Nahrung versorge. Maria sagte:

“Es ist von Gott; siehe, Gott versorgt unbegrenzt, wen Er will.” (Quran 3:37)

Als Zacharias Marias völlige Hingabe zu Gott und ihren unerschütterlichen Glauben beobachtete, öffneten sich seine Augen für ein neues Konzept.[3] Egal, wie überwältigend oder wechselnd oder unbedeutend unsere Bedürfnisse sich für uns auch erscheinen mögen, Gott ist jederzeit da, um zu hören und zu antworten. Dies ist eine überaus wichtige Sache, über die wir nachdenken sollten. Gott gibt Seinen rechtschaffenen Dienern ohne Maß. Maria hat Früchte bekommen, die gar nicht Saison hatten; Zacharias sprach ein Bittgebet für etwas, das nach menschlichem Ermessen unmöglich war, denn er und seine Frau waren sehr alt und die Zeit, in der sie hätten Kinder bekommen können, war bereits verstrichen. Die Gaben Gottes unterliegen nicht den weltlichen Limitierungen, und alles ist möglich. Zacharias lernte diese wichtige Lektion von seinem Schützling Maria.

Also rief Zacharias insgeheim seinen Herrn an, sagte ihm, er sei alt, sein Haar sei grau und auch seine Frau sei alt und unfruchtbar; aber er wünsche sich einen Erben, der Gott zufrieden stelle. Zacharias bat um einen Sohn, der ihn beerben würde; er dachte nicht an Reichtum, denn er war ein armer Mann. Er wünschte sich einen Sohn, der das Prophetentum fortsetzte und das Wissen, das sich Zacharias während seines Lebens angeeignet hatte, verbreitete. Gott antwortete sofort und sagte:

“Und da riefen ihm die Engel zu, während er zum Gebet in dem Tempel stand: "Siehe, Gott verheißt dir Johannes (Jahya), den Bestätiger eines Wortes von Gott, einen Vornehmen, einen Asketen und Propheten, einen von den Rechtschaffenen.” (Quran 3:39)

In diesem Qur´anvers hat das "Wort Gottes" eine besondere Bedeutung: Jesus, denn er wurde durch ein Wort Gottes geschaffen – "sei" (und er war). Zacharias Sohn, Johannes, war einer von denen, die an Jesus glaubten und seiner Botschaft folgten.

Als Zacharias diese erstaunliche Neuigkeit erhielt, stand er im Gebet. Er antwortete, indem er fragte, wie dies geschehen könne, angesichts seines hohen Alters und der Unfruchtbarkeit seiner Frau. Da bestätigte ihm Gott die Lektion, die Maria verstanden hatte. “Gott tut ebenso, was Er will.” (Quran 3:40).

Zacharias bat um ein Zeichen, aus Verwunderung, wie er wissen könne, dass dieses Wunder ihm und seiner Frau wirklich geschehen sollte. Gott antwortete, dass er (Zacharias), die Kraft zu sprechen verlieren und unfähig werden sollte, zu kommunizieren, außer durch Zeichen. Zacharias wurde angewiesen, seine Zeit mit dem Gedenken und dem Lob Gottes zu verbringen, und er kam kam von seinem Gebetsplatz, ohne sprechen zu können.

Der Qur´an berichtet uns, dass der Prophet Zacharias und seine Frau gute Taten vollbrachten, Gott mit Furcht und Hoffnung anriefen und demütig waren, deshalb belohnte Gott sie in ihrem hohen Alter mit einem Sohn.

“Da erhörten Wir ihn und schenkten ihm Jahya und heilten seine Frau. Sie pflegten miteinander in guten Taten zu wetteifern, und sie riefen Uns in Hoffnung und Furcht an und waren demütig vor Uns.” (Quran 21:90)

Dies war kein gewöhnliches Kind. Johannes wurde Weisheit gewährt, als er noch ein Kind war und er wurde von Gott angewiesen, sich standhaft an die Thora zu halten. Er war sympathisch und er war in der Lage, den Menschen gegenüber Mitgefühl und Gnade zu zeigen. Gott erschuf Johannes rechtschaffen und frei von Sünde.

“‘O Johannes, halte das Buch krafvoll fest.’ Und Wir verliehen ihm Weisheit im Knabenalter und ein liebevolles Gemüt von Uns und Reiheit.” (Quran 19:12)

Das aufrichtige Bittgebet eines alten Mannes und seiner unfruchtbaren Frau wurde von Gott akzeptiert und der gesamten Menscheit wurde eine Lehre erteilt. Die Gaben Gottes sind grenzenlos. Er ist der Versorger, der Unterhalt Gebende, der Eine!

Maria, die Mutter von Jesus (teil 1 von 2): Wer ist Maria?

Es könnte manche Menschen erstaunen, zu erfahren, dass Maria eine der geschätztesten und respektiertesten Frauen im Islam ist und dass der Qur´an ihr große Wichtigkeit zuspricht. Maryam ist der Name des 19. Kapitels des Qur´an und das dritte Kapitel ist Aali Imran, benannt nach ihrer Familie. Der Islam sieht die ganze Familie Imran hoch an. Der Qur´an sagt uns, dass:

“Wahrlich, Gott erwählte Adam und Noah und das Haus Abraham und das Haus Imran vor allen Welten.” (Quran 3:33)

Gott hat Adam und Noah im einzelnen ausgewählt, aber er wählte die Familie von Abraham und die Familie von Imran aus.

“Ein Geschlecht, von dem einer aus dem anderen stammt.” (Quran 3:34)

Die Familie von Imran ist von den Nachkommen Abrahams, die Familie Abrahams ist von den Nachkommen Noahs und Noah ist von den Nachkommen Adams. Zur Familie von Imran gehören noch viele Menschen, die den Christen bekannt sind und von ihnen respektiert werden: die Propheten Zacharias und Johannes (als der Täufer bekannt), der Prophet und Gesandte Jesus und seine Mutter Maria.

Gott hat Maria von allen Frauen auf der Welt ausgewählt. Er sagt:

“Und damals sprachen die Engel: „O Maria, siehe, Gott hat dich auserwählt und gereinigt und erwählt vor den Frauen der Welten.“” (Quran 3:42)

Ali ibn Abu Talib sagte:

“Ich hörte den Propheten Gottes sagen, Maria, die Tochter von Imran, war die beste der Frauen.” (Sahieh Al-Bukhari)

Auf arabisch bedeutet der Name Maria ´Dienerin Gottes´, und wie wir sehen werden, war Maria, die Mutter von Jesus, Gott bereits vor ihrer Geburt gewidmet.

Die Geburt Marias

Die Bibel ist nicht in der Lage, uns Einzelheiten über Marias Geburt zu geben, aber der Qur´an klärt uns darüber auf, dass die Frau von Imran ihr ungeborenes Kind dem Dienste Gottes gewidmet hat. Marias Mutter, die Frau von Imran, war Hannah[1]. Sie war die Schwester der Frau des Propheten Zacharias. Hannah und ihr Ehemann Imran hatten geglaubt, sie würden nie Kinder bekommen, aber eines Tages sprach Hannah aufrichtige Bittgebete aus tiefstem Herzen zu Gott und bat um ein Kind, und sie schwor, dass ihr Nachwuchs im Hause Gottes in Jerusalem dienen werde. Gott erhörte Hannahs Bittgebete, und sie wurde schwanger. Als Hannah der guten Neuigkeiten gewahr wurde, wandte sie sich Gott zu und sagte:

“Mein Herr, siehe, ich gelobe Dir, was in meinem Leibe ist, zu weihen; so nimm es von mir an; siehe Du bist der Allhörende, der Allwissende.” (Quran 3:35)

Es gibt Lehren, die man aus Hannahs Gelöbnis an Gott ziehen kann, eine davon ist, dass wir für die religiöse Erziehung unserer Kinder sorgen müssen. Hannah dachte nicht an weltliche Dinge, sie versuchte, sicherzustellen, dass ihr Kind Gott nahe war und diente. Diese ausgewählten Freunde Gottes, wie die Familie von Imran, sind Eltern, die wir uns zum Vorbild nehmen sollten. Gott sagt an vielen Stellen im Qur´an, dass Er der Einzige ist, der uns versorgt und Er warnt uns, uns selbst und unsere Familien vor dem Feuer der Hölle zu bewahren.

In ihrem Gebet bat Hannah, dass ihr Kind von weltlichen Dingen befreit sei. Indem sie versprach, dass ihr Kind ein Diener Gottes werden solle, hat Hannah die Freiheit ihres Kindes beschützt. Freiheit ist eine Lebensqualität, die jeder Mensch anstrebt, Hannah aber hatte verstanden, dass wahre Freiheit nur durch vollständige Ergebenheit in den Willen Gottes kommt. Dies war es, was sie für ihr noch ungeborenes Kind anstrebte. Hannah wollte, dass ihr Kind ein freier Mensch sein würde, kein Sklave eines anderen Menschen und kein Sklave seiner Begierden, sondern nur ein Sklave Gottes. Als die Zeit kam, gebar Hannah ein Mädchen und wieder wandte sie sich im Gebet Gott zu und sagte:

“‘Mein Herr, ich habe es als Mädchen geboren´, und Gott wußte wohl, was sie geboren hatte; denn der Knabe ist nicht wie das Mädchen. ´Und ich habe sie Maria genannt, und siehe, ich möchte, dass sie und ihre Nachkommen bei Dir Zuflucht nehmen vor dem gesteinigten Satan.” (Quran 3:36)

Hannah nannte ihr Kind Maria. Was ihr Gelöbnis Gott gegenüber anging, stand Hannah vor einem Dilemma. Im Hause des Gebets zu dienen war für Frauen nicht denkbar. Marias Vater, Imran, war verstorben, noch bevor sie geboren war, also wandte sich Hannah an ihren Schwager Zacharias. Er tröstete Hannah und half ihr, zu verstehen, dass Gott wußte, dass sie ein Mädchen geboren hatte. Dieses Mädchen, Maria, war eine von den besten der Schöpfung. Der Prophet Muhammad erwähnte[2], dass immer wenn ein Kind geboren wird, Satan es sticht und darum schreit es laut. Dies ist ein Zeichen für die große Feindschaft zwischen der Menschheit und Satan; allerdings gab es zwei Ausnahmen. Satan stach weder Maria noch ihren Sohn Jesus[3] aufgrund des Bittgebets von Marias Mutter.

Als die Zeit kam, dass Maria zum Haus des Gebets gehen sollte, wollte jeder für diese fromme Tochter Imrans sorgen. Wie es der Brauch war, zogen die Männer Lose und Gott sorgte dafür, dass der Prophet Zacharias ihr Vormund wurde.

“Und so nahm sie Gott gnädig an und ließ sie in schöner Weise in der Obhut des Zacharias heranwachsen.” (Quran 3:37)

Der Prophet Zacharias diente im Hause Gottes und war ein weiser und wissender Mann, der den Lehren ergeben war. Er ließ Maria ein eigenes Zimmer bauen, so dass sie Gott anbeten und in Ruhe ihren täglichen Pflichten nachkommen könnte. Als ihr Vormund besuchte der Prophet Zacharias Maria täglich und eines Tages war er überrascht, dass er frische Früchte in ihrem Zimmer sah. Es wird gesagt, sie habe im Winter Früchte des Sommers gehabt und im Sommer Früchte des Winters.[4] Der Prophet Zacharias fragte sie, woher sie die Früchte habe, worauf Maria antwortete, dass es Gott sei, der sie versorge. Sie sprach:

“Es ist von Gott; siehe, Gott versorgt unbegrenzt.” (Quran 3:37)

Marias Gottergebenheit hatte keinesgleichen, aber ihr Glaube sollte auf die Probe gestellt werden.

 

Maria, die Mutter von Jesus (teil 2 von 2): Die Geburt von Jesus

Geschätzt und geliebt von allen Muslimen und als fromme und Gottergebene Frau bekannt – Maria, die Mutter von Jesus war auserwählt vor allen anderen Frauen. Der Islam weist die Ansicht der Christen zurück, dass Jesus Teil der Trinität, die Gott ist, sei und lehnt entschieden ab, dass Jesus oder seine Mutter anbetungswürdig seien. Der Qur´an stellt kategorisch fest, dass es keinen Gott außer Gott gibt:

 

“Er ist Gott, euer Herr. Es ist kein Gott außer Ihm, dem Schöpfer aller Dinge; so betet Ihn an...” (Quran 6:102)

Muslime sind aber verpflichtet, an alle Propheten zu glauben und sie zu lieben, den Propheten Jesus eingeschlossen, der einen besonderen Platz im islamischen Glauben einnimmt. Seine Mutter hat einen ehrenvollen Platz inne. Als junge Frau ging Maria zum Haus des Gebets nach Jerusalem, ihr gesamtes Leben widmete sie der Anbetung und dem Gottesdienst.

Maria bekommt die Nachricht von Jesus

Als sie sich von jedem Menschen zurückgezogen hatte, erschien ein Mann vor Maria. Gott sagte:

“Sie schirmte sich vor ihnen ab, da sandten Wir Unseren Engel Gabriel zu ihr, und er erschien ihr in Gestalt eines vollkommenen Menschen...” (Quran 19:17)

Maria bekam Angst und versuchte zu fliehen. Sie flehte zu Gott:

“´Ich nehme meine Zuflucht vor dir beim Allerbarmer, wenn du Gottesfurcht hast.´ Der Engel sprach: ´Ich bin der Bote deines Herrn. (Er hat mich zu dir geschickt,) auf dass ich dir einen reinen Sohn beschere.´” (Quran 19:18-19)

Maria war erstaunt und von diesen Worten verwirrt. Sie war nicht verheiratet, sondern eine Jungfrau, die sich anständig betrug. Sie fragte skeptisch:

“‘Mein Herr, soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo mich doch kein Mann berührte?´ Er sprach: ´Gott schafft ebenso, was Er will; wenn Er etwas beschlossen hat, spricht Er nur zu ihm: „Sei!“ und es ist.´” (Quran 3:47)

Gott erschuf Adam aus dem Staub der Erde, ohne Mutter oder Vater. Er erschuf Eva aus Adams Rippe; und Jesus, er wurde ohne Vater erschaffen, aber mit einer Mutter, der frommen Jungfrau Maria. Gott, der nur zu sagen braucht: ´Sei!´zu einer Sache, um sie zur Existenz zu bringen, blies die Seele von Jesus durch den Engel Gabriel in Maria.

“Dann hauchten Wir von Unserem Geist in diese ein; und sie glaubte an die Worte ihres Herrn…” (Quran 66:12)

Obwohl die Geschichten von Maria in der Bibel und im Qur´an einiges gemeinsam haben, wird die Ansicht, dass Maria verlobt oder verheiratet gewesen sei, im Islam völlig abgelehnt. Einige Zeit verging und Maria fürchtete, was die Leute um sie herum sagen würden. Sie fragte sich, wie sie ihr möglicherweise glauben könnten, dass kein Mann sie berührt habe. Die Mehrheit der islamischen Gelehrten stimmen darin überein, dass die Dauer von Marias Schwangerschaft normal gewesen ist.[1] Als dann die Zeit für die Geburt kam, beschloß Maria, Jerusalem zu verlassen und reiste zur Stadt Bethlehem. Obwohl sie sich an die Worte Gottes erinnert haben muss, denn ihr Glaube war stark und unerschütterlich, war diese junge Frau ängstlich und beunruhigt. Aber der Engel Gabriel versicherte ihr nochmals:

“O Maria, siehe, Gott verkündet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Gott) nahestehen.” (Quran 3:45)

Jesus wird geboren

Die Wehen der Geburt trieben sie an den Stamm einer Dattelpalme und sie schrie vor Angst:

“O wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!” (Quran 19:23)

Maria entband ihr Kind genau dort, am Fuße der Dattelpalme. Sie war nach der Geburt erschöpft und von Kummer und Furcht erfüllt, aber trotzdem hörte sie eine Stimme nach ihr rufen.

“Sei nicht traurig. Dein Herr hat dir ein Bächlein fließen lassen; und schüttele den Stamm der Palme in deine Richtung, und sie wird reife Datteln auf dich fallen lassen. So iss und trink und sei frohen Mutes....” (Quran 19:24-26)

Gott versorgte Maria mit Wasser, als eine Quelle plötzlich neben ihrem Platz, wo sie saß, entsprang. Er versorgte sie ebenfalls mit Essen; alles, was dazu tun mußte, war am Stamm der Dattelpalme zu rütteln. Maria war furchtsam und verängstigt. Sie fühlte sich so schwach gerade nach der Geburt, wie sollte sie da an diesem riesigen Stamm rütteln? Aber Gott versorgte sie weiterhin.

Das nächste Ereignis war in der Tat ein anders Wunder und als Menschen ziehen wir eine große Lehre daraus. Maria brauchte die Dattelpalme nicht zu rütteln, was unmöglich gewesen wäre, sie brauchte nur den Versuch zu unternehmen. Als sie versuchte, Gottes Befehl nachzukommen, fielen frische, reife Datteln von der Palme und Gott sagte zu Maria: “…So iss und trink und sei frohen Mutes....” (Quran 19:26)

Maria mußte nun ihr neugeborenes Kind nehmen und zu ihrer Familie zurückkehren. Sie hatte natürlich Angst und Gott wußte das wohl. Da wies er sie an, nicht zu sprechen. Es wäre Maria nicht möglich gewesen, zu erklären, wie sie plötzlich Mutter eines neugeborenen Kindes geworden sei. Da sie unverheiratet war, würde ihr Volk die Erklärungen nicht glauben. Gott sprach:

“Und wenn du einen Menschen siehst, dann sprich: ´Ich habe dem Allerbarmer (Gott) gelobt zu fasten, darum will ich heute mit keinem Menschen reden.´’” (Quran 19:26)

Maria kam mit dem Baby auf dem Arm zu ihrem Volk, und sie fingen sogleich an, sie zu beschuldigen; sie riefen aus: “Was hast du getan? Du bist aus einer guten Familie und deine Eltern waren Fromme.”

Wie Gott sie angewiesen hatte, sprach Maria nicht, sie zeigte bloß auf das Baby in ihren Armen. Da sprach Jesus, Marias Sohn. Als neugeborenes Baby, vollbrachte Jesus, der Prophet Gottes, sein erstes Wunder. Mit Gottes Erlaubnis sagte er:

“Ich bin ein Diener Gottes, Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er gab mir Seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Mildtätigkeit, solange ich lebe; und ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde.” (Quran 19:30-34)

Maria wird im Qur´an (5:75) eine siddqa (Wahrhaftige) genannt, aber das arabische Wort siddiqa beinhaltet noch mehr als nur die Wahrheit sprechen. Es bedeutet, dass jemand einen sehr hohen Grad an Rechtschaffenheit erreicht hat. Es bedeutet, dass jemand nicht nur mit sich selbst und den Menschen um ihn herum, sondern auch mit Gott ehrlich ist. Maria war eine Frau, die ihr Abkommen mit Gott erfüllte, Den sie voller Demut anbetete. Sie war fromm, keusch und demütig; die Frau die vor allen anderen Frauen dafür auserwählt war, die Mutter von Jesus zu werden: war Maria, die Tochter Imrans.

Maria im Islam (teil 1 von 3)

Maria, die Mutter Jesu, hat im Islam eine sehr außergewöhnliche Sonder-stellung und Gott erklärt sie zur besten Frau der gesamten Menschheit, die Er vor allen anderen Frauen wegen ihrer Frömmigkeit und Demut auserwählt hat.

“Und als die Engel sagten: ‘O Maria, Gott hat dich auserwählt und dich rein gemacht und dich auserwählt vor den Frauen der (anderen) Weltenbewohner! O Maria, sei deinem Herrn demütig ergeben, wirf dich nieder und verbeuge dich zusammen mit den sich Verbeugenden.’” (Quran 3:42-43)

Sie wurde von Gott zu einem Vorbild gemacht, denn Er sagte:

“Und (auch das Beispiel von) Maria, Imrans Tochter, die ihre Scham unter Schutz stellte, worauf Wir in sie von Unserem Geist einhauchten. Und sie hielt die Worte ihres Herrn und Seine Bücher für wahr und gehörte zu den (Gott) wahrhaft demütig Ergebenen.” (Quran 66:12)

In der Tat war sie eine Frau, die geeignet war, ein derartiges Wunder wie das von Jesus, der ohne Vater geboren wurde, zu vollbringen. Sie war für ihre Frömmigkeit und Keuschheit wohlbekannt, und wäre es anders gewesen, so hätte niemand ihrer Behauptung Glauben geschenkt, als Jungfrau ein Kind geboren zu haben, ein Glaube und eine Tatsache, welche auch der Islam für wahr hält. Ihre besondere Natur bewiesen schon viele Wunder aus ihrer frühen Kindheit. Laßt uns zusammentragen, was Gott von der wunderschönen Geschichte Marias offenbart hat:

Marias Kindheit

“Gewiß, Gott hat Adam und Noah und die Sippe Abrahams und die Sippe Imrans vor den (anderen) Weltenbewohnern auserwählt, eine der anderen Nachkommenschaft. Und Gott ist Allhörend und Allwissend. Als Imrans Frau (Hannah) sagte: “Mein Herr, ich gelobe Dir, was in meinem Mutterleib ist, für Deinen Dienst freigestellt. So nimm es von mir an! Du bist ja der Allhörende und Allwissende.” (Quran 3:33-35)

Maria wurde Imran und Hannah geboren, die zu den Nachkommen Davids gehören, und damit von der Familie der Propheten: von Abraham über Noah zu Adam, möge Gott sie alle segnen und ihnen Frieden schenken. Wie in dem Vers erwähnt, wurde sie der auserwählten Familie Imrans geboren, welcher der auserwählten Familie Davids geboren worden war, welcher wiederum einer auserwählten Familie geboren worden war. Hannah war eine unfruchtbare Frau, die sich nach einem Kind sehnte, und sie schwor Gott, wenn Er ihr ein Kind gewährte, würde sie es für Seinen Dienst im Tempel weihen. Gott beantwortete ihr Bittgebet, und sie empfing ein Kind. Als sie gebar, wurde sie traurig, denn es war ein Mädchen, und es war üblich, Jungen in den Dienst für das Bait-ul-Maqdis zu stellen.

“Als sie sie dann zur Welt gebracht hatte, sagte sie: ‘Mein Herr, ich habe ein Mädchen zur Welt gebracht.’ Und Gott wußte wohl, was sie zur Welt gebracht hatte, und der Knabe ist nicht wie das Mädchen.”

Als sie ihre Betrübnis darüber ausdrückte, tadelte Gott sie, als Er sagte:

“…und Gott wußte wohl, was sie zur Welt gebracht hatte …” (Quran 3:36)

…denn Gott erwählte ihre Tochter, Maria, als Mutter für eines der größten Wunder der Schöpfung: die jungfräuliche Geburt von Jesus, möge Gott ihn loben. Hannah nannte ihr Kind Maria (Maryam auf Arabisch) und bat Gott, sie und ihr Kind vor dem Satan zu beschützen:

“Ich habe sie Maria (Maryam) genannt, und ich stelle sie und ihre Nachkommenschaft unter Deinen Schutz vor dem gesteinigten Satan.” (Quran 3:36)

Gott nahm tatsächlich dieses Bittgebet von ihr an, und Er verlieh Maria und ihrem bald geborenen Kind, Jesus, eine besondere Eigentümlichkeit, die keinem vor oder nach ihnen verliehen wurde: keiner von ihnen wurde bei seiner Geburt von Satan berührt. Der Prophet Muhammad, möge Gott ihn loben, sagte:

“Keiner wird geboren, ohne daß Satan ihn bei seiner Geburt berührt, daher kommt das Schreien - durch seine Berührung -, außer Maria und ihr Sohn (Jesus).” (Ahmed)

Hier können wir gleich eine Ähnlichkeit zwischen dieser Überlieferung und der christlichen Theorie der “Unbefleckten Empfängnis” von Maria und Jesus sehen, obwohl zwischen beiden ein großer Unterschied besteht. Der Islam vertritt nicht die Theorie von der “Erbsünde”, und deshalb findet diese Interpretation, warum sie frei von der Berührung durch den Satan sind, keine Beachtung, sondern eher, daß es sich um Gottes Güte gegenüber Maria und ihrem Sohn Jesus handelt. Wie andere Propheten war Jesus davor geschützt, schwerwiegende Sünden zu begehen. Was Maria anbelangt, selbst wenn wir der Meinung sind, daß sie keine Prophetin war, erhielt sie doch Schutz und Leitung von Gott, welche Er den frommen Gläubigen gewährt.

“Da nahm ihr Herr sie auf die gütigste Art an und ließ sie auf schöne Weise heranwachsen und gab sie Zacharias zur Betreuung.” (Quran 3:37)

Von Marias Geburt an nahm ihre Mutter Hannah sie zum Bait-ul-Maqdis und gab sie den Frommen in der Moschee, damit sie unter ihrer Obhut aufwuchs. Da sie die Vornehmheit und Frömmigkeit ihrer Familie kannten, stritten sie darum, wer die Ehre erhalten sollte, sie aufzuziehen. Sie wurden darüber einig, Lose zu ziehen und kein geringerer als der Prophet Zacharias wurde ausgewählt. Unter seiner Sorge und Obhut wurde sie erzogen.

Wunder in ihrer Gegenwart und Besuche von Engeln

Als Maria älter wurde, bemerkte sogar der Prophet Zacharias besondere Kennzeichen an Maria aufgrund verschiedener Wunder, die in ihrer Anwesenheit passierten. Ihr wurde, als sie herangewachsen war, ein separater Raum in der Moschee zur Verfügung gestellt, wo sie sich ganz ungestört dem Gottesdienst widmen konnte. Immer, wenn Zacharias das Zimmer betrat, um nach ihren Bedürfnissen zu sehen, fand er reichlich Obst bei ihr, für das gar nicht die Saison war.

“Jedesmal wenn Zacharias zu ihr in die Zelle trat, fand er bei ihr Versorgung. Er sagte: ‘O Maria, woher hast du das?’ Sie sagte: ‘Es kommt von Gott; Gott versorgt, wen Er will, ohne zu berechnen.’” (Quran 3:37)

Sie wurde bei mehr als einer Gelegenheit von Engeln besucht. Gott erzählt uns, daß die Engel sie besuchten und ihr von ihrer gepriesenen Stellung unter der Menschheit berichteten:

“Und als die Engel sagten: ‘O Maria, Gott hat dich auserwählt und dich rein gemacht vor den Frauen der (anderen) Weltenbewohner! O Maria, sei Deinem Herrn demütig ergeben, wirf dich nieder und verbeuge dich zusammen mit den sich Verbeugenden.’” (Quran 3:42-43)

Aufgrund dieser Besuche durch die Engel und weil sie vor den anderen Frauen auserwählt war, haben manche Leute Maria für eine Prophetin gehalten. Selbst wenn sie das nicht ist, was noch zu diskutieren ist, spricht ihr der Islam aufgrund ihrer Frömmigkeit und Demut und weil sie für die wunderbare Geburt Jesu ausgewählt wurde, die höchste Stellung vor allen Frauen der Schöpfung zu.

 

Maria im Islam teil 2/3

Ihre Verkündigung

Gott unterrichtet uns von der Begebenheit, als die Engel Maria die frohe Botschaft von einem Kind, dessen Stellung auf der Erde und einiger der Wunder, die er vollbringen wird, überbrachte:

“Als die Engel sagten: ‘O Maria, Gott verkündet dir ein Wort von Ihm, dessen Name der Messias, Jesus der Sohn Marias ist, angesehen im Diesseits und Jenseits und einer der (Gott) Nahegestellten. Und er wird in der Wiege zu den Menschen sprechen und im Mannesalter und einer der Rechtschaffenen sein.’ Sie sagte: ‘Mein Herr, wie sollte ich ein Kind haben, wo mich (doch) kein menschliches Wesen berührt hat?’ Er (der Engel) sagte: ‘So (wird es sein); Gott erschafft, was Er will. Wenn Er eine Angelegenheit bestimmt, so sagt Er nur: ‘Sei!’ und so ist sie. Und Er wird ihn die Schrift, die Weis-heit, die Thora und das Evangelium lehren.” (Quran 3:45-48)

Dies klingt ganz so, wie die Worte der heutigen Bibel:

“Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, dessen Namen sollst du Jesus heißen.”

Voller Erstaunen antwortete sie:

“Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Manne weiß?” (Lukas 1:26-38)

Diese Begebenheit war eine große Prüfung für sie, denn ihre große Frömmig-keit und ihre Demut war jedermann bekannt. Sie sah voraus, daß die Leute sie beschuldigen würden, unkeusch zu sein.

In anderen Quranversen berichtet Gott mehr Einzelheiten von der Verkündigung durch Gabriel, daß sie einen Propheten gebären wird.

“Und gedenke im Buche Marias, als sie sich von ihren Angehörigen an einen östlichen Ort zurückzog. Sie nahm sich einen Vorhang vor ihnen. Da sandten Wir unseren Geist zu ihr. Er stellte sich ihr als wohlgestaltetes menschliches Wesen dar. Sie sagte: ‘Ich suche beim Allerbarmer Schutz vor dir, wenn du gottesfürchtig bist.’ Er sagte: ‘Ich bin nur der Gesandte deines Herrn, um dir einen lauteren Jungen zu schenken.” (Quran 19:17-19)

Als Maria einmal die Moschee verließ, um ihre Bedürfnisse zu erledigen, kam der Engel Gabriel in Gestalt eines Mannes zu ihr. Sie fürchtete sich wegen der Nähe des Mannes und suchte Zuflucht bei Gott. Gabriel erklärte ihr daraufhin, er sei kein normaler Mann, sondern ein Engel, den Gott ihr geschickt habe, um ihr anzukündigen, daß sie ein überaus reines Kind gebären werde. Voller Erstaunen rief sie aus:

“Wie soll mir ein Junge gegeben werden, wo mich doch kein menschliches Wesen berührt hat und ich keine Hure bin?” (Quran 19:20)

Der Engel erläuterte ihr, dies sei ein Göttlicher Beschluß, der bereits gefaßt worden ist, und es ist etwas Leichtes für Gott, den Allmächtigen. Gott sagte, die Geburt Jesu´ -möge Gott ihn preisen- werde ein Zeichen Seiner Allmacht sein und genau wie Er Adam ohne Vater oder Mutter erschaffen hat, schuf er Jesus ohne Vater.

“Er sagte: ‘So wird es sein. Dein Herr sagt: ´Das ist Mir ein leichtes, und damit Wir ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von Uns machen.´ Und es ist eine beschlossene Sache.’” (Quran 19:21)

Gott blies den Geist Jesu´ durch den Engel Gabriel in Maria und ihre Gebärmutter empfing Jesus, wie Gott in einem anderen Kapitel sagt:

“Und (auch von) Maria, Imrans Tochter, die ihre Scham unter Schutz stellte, worauf Wir in sie von Unserem Geist (Gabriel) einhauchten.” (Quran 66:12)

Als die Zeichen der Schwangerschaft immer sichtbarer wurden, sorgte sich Maria immer mehr darüber, was die Leute über sie sagen würden. Die Neuigkeiten über sie verbreiteten sich rasch, wie es unvermeidlich war und einige begannen, sie der Unkeuschhheit zu beschuldigen. Nicht wie die Christen, die glauben, Maria sei mit Joseph verheiratet gewesen, hält der Islam daran fest, daß Maria weder verlobt, noch verheiratet war, und dies war der Grund, der ihr solche Qualen bereitete. Sie wußte, daß es die Leute für die einzig mögliche Schluß-folgerung halten würden, daß sie unehelich schwanger geworden war. Daher hielt sich Maria abseits der Menschen und zog in ein anderes Land. Gott sagt:

“So empfing sie ihn und zog sich mit ihm zu einem fernen Ort zurück. Die Wehen ließen sie zum Palmenstamm gehen.” (Quran 19:22-23)

Maria im Islam (teil 3 von 3)

Die Geburt Jesu´

Als ihre Wehen einsetzten, litt sie unter extremen Schmerzen, sowohl geistig als auch körperlich. Wie konnte eine so fromme, edle Frau ein uneheliches Kind zur Welt bringen? Wir müssen hier erwähnen, daß Maria eine normale Schwan-gerschaft hatte, die sich kein bißchen von der anderer Frauen unterschied, und sie gebar ihr Kind so wie andere Frauen auch. Im christlichen Glauben litt Maria nicht unter den Schmerzen der Geburt, denn im Christentum und im Judentum werden die Menstruation und die Wehen als Fluch auf den Frauen für die Sünde Evas betrachtet[1]. Der Islam hält weder an diesen Ansichten noch an der Erbsünde fest, sondern er betont nachdrücklich, daß niemand die Sünde eines anderen ertragen soll:

“…Jede Seele erwirbt (Sünden) nur gegen sich selbst. Und keine lasttragende (Seele) nimmt die Last einer anderen auf sich...” (Quran 6:164)

Weder der Quran noch der Prophet Muhammad -möge Gott ihn loben- haben jemals erwähnt, daß es Eva war, die von dem Baum gegessen hat und Adam dazu verführt hat, das gleiche zu tun. Vielmehr beschuldigt der Quran Adam allein oder beide:

“Da flüsterte ihnen der Satan ein, um ihnen offen zu zeigen, was ihnen von ihrer Blöße verborgen war. Und er sagte: ‘Unser Herr hat euch diesen Baum nur verboten, damit ihr nicht Engel werdet oder zu den Ewiglebenden gehört.’ Und er schwor ihnen: ‘Ich gehöre wahrlich zu denjenigen, die euch guten Rat geben.’ So verführte er sie trügerisch. Als sie dann von dem Baum gekostet hatten, zeigte sich ihnen ihre Blöße offenkundig...” (Quran 7:20-22)

Wegen ihrer Qual und ihrer Schmerzen wünschte Maria, nie geschaffen worden zu sein und rief aus:

“O wäre ich doch zuvor gestorben und ganz und gar in Vergessenheit geraten!” (Quran 19:23)

Nachdem das Kind geboren war, und als ihre Erschöpfung nicht länger so stark war, rief das neugeborene Baby, Jesus -möge Gott ihn loben- auf wunderbare Weise neben ihr, um sie zu beschwichtigen und ihr wieder zuzusichern, daß Gott sie schützen wird:

“Da rief er ihr von unten her zu: ‘Sei nicht traurig; dein Herr hat ja unter dir ein Bächlein geschaffen. Und schüttele zu dir den Palmenstamm, so läßt er frische, reife Datteln auf dich herabfallen. So iß und trink und sei frohen Mutes. Und wenn du nun jemanden von den Menschen sehen solltest, dann sag: Ich habe dem Allerbarmer Fasten gelobt, so werde ich heute mit keinem Menschenwesen sprechen.” (Quran 19:24-26)

Maria fühlte sich beruhigt. Dies war das erste Wunder, das Jesus vollbrachte. Er sprach gleich nach seiner Geburt beruhigend auf seine Mutter ein und wieder als die Menschen sie mit ihrem neugeborenen Baby auf dem Arm sahen. Als jene sie sahen, beschuldigten sie sie, indem sie sagten:

“O Maria, du hast ja etwas Unerhörtes begangen!” (Quran 19:27)

Sie zeigte nur auf Jesus und er begann auf wundersame Weise zu sprechen, so wie Gott es ihr in der Aukündigung versprochen hat.

“Und er wird in der Wiege zu den Menschen sprechen und im Mannesalter und einer der Rechtschaffenen sein.” (Quran 3:46)

Jesus sagte den Menschen:

“Ich bin wahrlich Gottes Diener; Er hat mir die Schrift gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und gesegnet hat Er mich gemacht, wo immer ich bin, und angeordnet hat Er mir, das Gebet (zu verrichten) und die Abgabe (zu entrichten), solange ich lebe, und gütig zu meiner Mutter zu sein. Und Er hat mich weder gewalttätig noch unglücklich gemacht. Und der Friede sei auf mir am Tag, da ich geboren werde, und am Tag, da ich sterbe, und am Tag da ich wieder zum Leben auferweckt werde.” (Quran 19:30-33)

Hier beginnt die Geschichte von Jesus, seinem lebenslangen Bestreben, die Menschen zum Gottesdienst aufzurufen, seinem Meiden der Komplotte und Pläne der Juden, die versuchten, ihn zu töten.

Maria im Islam

Wir haben bereits über die außerordentliche Stellung gesprochen, die der Islam Maria einräumt. Der Islam gibt ihr die Stellung der vollkommensten erschaffenen Frau. Im Quran wird keiner Frau mehr Beachtung geschenkt als Maria, obwohl alle Propheten mit Ausnahme von Adam Mütter hatten. Sie ist eine von den acht Personen, nach denen eines der 114 Kapitel des Quran benannt ist; das neunzehnte Kapitel heißt ‘Maryam’, Maria auf arabisch. Das dritte Kapitel des Quran ist nach ihrem Vater benannt: Imran. Die Kapitel Maryam und Imran gehören zu den schönsten im ganzen Quran. Noch dazu ist Maria die einzige Frau, die im Quran mit ihrem Namen genannt wird. Der Prophet Muhammad sagte:

“Die besten Frauen der Welt sind vier: Maria, die Tochter Imrans, Aasija, die Frau Pharaos, Khadieğah bint Khuwaylid (die Frau des Propheten Muhammads) und Fatimah, die Tochter Muhammads, des Gesandten Gottes.” (Al-Tirmidhi)

Von diesen ganzen Vorzügen abgesehen, die wir erwähnt haben, waren Maria und ihr Sohn Jesus nur Menschen, und sie besaßen keine Eigenschaften, die übermenschlich gewesen wären. Sie waren beide geschaffene Wesen und sie wurden beide in diese Welt “geboren”. Obgleich sie unter der besonderen Obhut Gottes standen, Der sie davor bewahrte, große Sünden zu begehen, (im Falle Jesu´ absoluter Schutz, wie von allen Propheten, im Fall von Maria teilweiser Schutz, wie ihn auch andere rechtschaffene Menschen genossen, wenn wir davon ausgehen, daß sie keine Prophetin war) waren sie doch noch empfänglich für Fehler. Nicht wie im Christentum, wo Maria für fehlerlos[2] gehalten wird. Niemand ist vollkommen, außer Gott allein.

Der Islam befiehlt den Glauben und die Ausübung des strikten Monotheismus; niemand außer Gott besitzt übernatürliche Kräfte, und Ihm allein gebührt der Gottesdienst, die Anbetung und die Unterwerfung. Auch durch die Wunder, die manche Propheten und Rechtschaffenen in ihren Leben vollbringen durften, hatten diese keine Macht, sich selbst zu helfen, geschweige denn anderen nach ihrem Tod. Alle Menschen sind Diener Gottes und brauchen Seine Hilfe und Seine Gnade.

Dasselbe gilt für Maria. Obwohl in ihrer Anwesenheit viele Wunder passier-ten, hörte mit ihrem Tod alles auf. Die Menschen, die behaupten, ihnen sei die Jungfrau Maria erschienen oder daß die Menschen vor Schaden bewahrt wurden, nachdem sie sie angerufen hatten, wie jene, die in der apokalyptischen Literatur wie “Transitus Mariae” erwähnt werden, sind reine Erscheinungen, die der Satan hervorgerufen hat, um die Menschen vom Gottesdienst und der Unterwerfung unter den Einen Wahren Gott abzuhalten. Anrufungen wie “Heilige Maria” auf dem Rosenkranz und andere Handlungen der Verherrlichung, wie die Widmung von Kirchen und das Abhalten besonderer Feste für Maria, das alles führt die Menschen dazu, daß sie andere außer Gott verherrlichen und loben. Aus diesen Gründen hat der Islam Erneuerungen jeglicher Art verboten, ebenso auch Orte der Anbetung auf Gräbern einzurichten – all das, um die Essenz aller Religionen, die Gott geschickt hat, zu bewahren: die ursprüngliche Botschaft, Ihn Allein anzube-ten und die falsche Anbetung alles anderen neben Ihm zu unterlassen.

Maria war eine Dienerin Gottes und sie war die reinste aller Frauen, speziell für die wunderbare Geburt von Jesus auserwählt, einer der größten aller Prophe-ten. Sie war für ihre Frömmigkeit und ihre Schamhaftigkeit bekannt, und das wird sie all die Jahre hindurch bleiben, die noch kommen werden. Ihre Geschichte wird seit dem Erscheinen des Propheten Muhammad –Ehre und Heil auf ihm- im Heiligen Quran erzählt, und das wird in seiner ursprünglichen, unveränderten Form so bleiben bis zum Tag des Gerichts.

 

Die Geschichte von Jesus und Maria im Heiligen Qur´an (teil 1 von 3): Maria

Die Geburt Marias

Wahrlich, Gott erwählte Adam und Noah und das Haus Abraham und das Haus `Imran vor allen Welten ein Geschlecht, von dem einer aus dem anderen stammt, und Gott ist Allhörend, Allwissend. Damals sagte die Frau `lmrans: "Mein Herr, siehe, ich gelobe Dir, was in meinem Leibe ist, zu weihen; so nimm es von mir an; siehe, Du bist der Allhörende, der Allwissende." Und als sie es geboren hatte, sagte sie: "Mein Herr, siehe, ich habe es als Mädchen geboren." Und Gott wußte wohl, was sie geboren hatte; denn der Knabe ist nicht wie das Mädchen. "Und ich habe sie Maria genannt, und siehe, ich möchte, daß sie und ihre Nachkommen bei Dir Zuflucht nehmen vor dem gesteinigten Satan.” (Quran 3:33-36)

Die Kindheit Marias

Und so nahm sie gnädig an und ließ sie in schöner Weise in der Obhut des Zacharias heranwachsen. Sooft Zacharias zu ihr in den Tempel hineintrat, fand er Speise bei ihr. Da sagte er: "O Maria, woher kommt dir dies zu?" Sie sagte: "Es ist von Gott; siehe, Gott versorgt unbegrenzt, wen Er will.” (Quran 3:37)

Maria, die Ergebene

Und damals sprachen die Engel: "O Maria, siehe, Gott hat dich auserwählt und gereinigt und erwählt vor den Frauen der Welten. O Maria, sei vor deinem Herrn voller Andacht und wirf dich nieder und beuge dich mit den Sich- Beugenden." Dies ist eine der Verkündungen des Verborgenen, die Wir dir offenbaren. Denn du warst nicht bei ihnen, als sie ihre Losröhrchen warfen, wer von ihnen Maria pflegen sollte. Und du warst nicht bei ihnen, als sie miteinander stritten.” (Quran 3:42-44)

Die gute Nachricht von einem neugeborenen Kind.

Damals sprachen die Engel: "O Maria siehe, Gott verkündet dir ein Wort von Ihm; sein Name ist der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, angesehen im Diesseits und im Jenseits, und einer von denen, die (Gott) nahestehen. Und reden wird er in der Wiege zu den Menschen und auch als Erwachsener, und er wird einer der Rechtschaffenen sein." Sie sagte: "Mein Herr, soll mir ein Sohn (geboren) werden, wo mich doch kein Mann berührte?" Er sprach: "Gott schafft ebenso, was Er will; wenn Er etwas beschlossen hat, spricht Er nur zu ihm: "Sei!" und es ist." Und Er wird ihn das Buch lehren und die Weisheit und die Thora und das Evangelium und wird ihn entsenden zu den Kindern Israels. (Sprechen wird er:) "Seht, ich bin zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn gekommen. Seht, ich erschaffe für euch aus Ton die Gestalt eines Vogels und werde in sie hauchen, und sie soll mit Gottes Erlaubnis ein Vogel werden; und ich heile den Blindgeborenen und den Aussätzigen und mache die Toten mit Gottes Erlaubnis lebendig, und ich verkünde euch, was ihr esset und was ihr in eueren Häusern speichert. Wahrlich, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid. Und als ein Bestätiger der Thora, die vor mir da war, und um euch einen Teil von dem zu erlauben, was euch verboten war, bin ich zu euch gekommen mit einem Zeichen von eurem Herrn. So fürchtet Gott und gehorcht mir wahrlich, Gott ist mein Herr und euer Herr, darum dienet Ihm. Dies ist ein gerader Weg.” (Quran 3:45-51)

Und ermahne im Buch Maria. Als sie sich von ihrer Familie nach einem östlichen Ort zurückzog und sich vor ihr abschirmte, da sandten Wir Unseren Engel Gabriel zu ihr, und er erschien ihr in der Gestalt eines vollkommenen Menschen und sie sagte: "lch nehme meine Zuflucht vor dir bei dem Allerbarmer, (laß ab von mir,) wenn du Gottesfurcht hast." Er sprach: "lch bin der Bote deines Herrn. (Er hat mich zu dir geschickt,) auf daß ich dir einen reinen Sohn beschere." Sie sagte: "Wie soll mir ein Sohn (geschenkt) werden, wo mich doch kein Mann (je) berührt hat und ich auch keine Hure bin?" Er sprach: "So ist es; dein Herr aber spricht: "Es ist Mir ein leichtes, und Wir machen ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu Unserer Barmherzigkeit, und dies ist eine beschlossene Sache.[1] (Quran 19:16-21)

Die jungfräuliche Empfängnis

Und der die ihre Keuschheit wahrte, hauchten Wir von Unserem Geist ein und machten sie und ihren Sohn zu einem Zeichen für die Welten.”[2] (Quran 21:91)

Die Geburt Jesus´

Und so empfing sie ihn und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück. Und die Wehen der Geburt trieben sie zum Stamm einer Dattelpalme. Sie sagte: "O wäre ich doch zuvor gestorben und wäre ganz und gar vergessen!" Da rief er ihr von unten her zu: "Sei nicht traurig. Dein Herr hat dir ein Bächlein fließen lassen und schüttele den Stamm der Palme in deine Richtung, und sie wird frische reife Datteln auf dich fallen lassen. So iß und trink und sei frohen Mutes. Und wenn du einen Menschen siehst, dann sprich: "lch habe dem Allerbarmer zu fasten gelobt, darum will ich heute mit keinem Menschen reden." Dann brachte sie ihn auf dem Arm zu den Ihren. Sie sagten: "O Maria, du hast etwas Unerhörtes getan. O Schwester Aarons, dein Vater war kein Bösewicht, und deine Mutter war keine Hure." Da zeigte sie auf ihn. Sie sagten: "Wie sollen wir zu einem reden, der noch ein Kind in der Wiege ist?" Er (Jesus) sprach: "lch bin ein Diener Gottes: Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er gab mir Seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Zakah, solange ich lebe und ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde.” (Quran 19:22-33)

Wahrlich, Jesus ist vor Gott gleich Adam; Er erschuf ihn aus Erde, als dann sprach Er zu ihm: "Sei!" und da war er.”[3] (Quran 3:59)

Und Wir machten den Sohn der Maria und seine Mutter zu einem Zeichen und gewährten ihnen Zuflucht zu einem Hügel mit einer grünen Fläche und einem fließenden Quell.”[4] (Quran 23:50)

Die Vorzüglichkeit Marias

Und Gott legt denen, die glauben, das Beispiel von Pharaos Frau vor, als sie sagte: "Mein Herr! Baue mir ein Haus bei Dir im Paradies und befreie mich von Pharao und seinen Taten und befreie mich von dem Volk der Ungerechten!" Und (Gott legt das Beispiel) von Maria, der Tochter `lmrans, (vor,) die ihre Scham bewahrte - darum hauchten Wir von Unserem Geist in diese ein; und sie glaubte an die Worte ihres Herrn und an Seine Schrift und war eine der Gehorsamen.” (Quran 66:11-12)

 

Die Geschichte von Jesus und Maria im Heiligen Qur´an (teil 2 von 3): Jesus I

Jesus der Prophet

„Sprecht: Wir glauben an Gott und an das, was uns herabgesandt worden ist, und was Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen (Israels) herabgesandt wurde, und was Moses und Jesus gegeben wurde, und was den Propheten von ihrem Herrn gegeben worden ist. Wir machen zwischen ihnen keinen Unterschied und Ihm sind wir ergeben.“ (Quran 2:136)

„Wahrlich, Wir haben dir (Muhammad) offenbart, wie Wir Noah und den Propheten nach ihm offenbart haben. Und Wir offenbarten Abraham, Ismael, Isaak, Jakob, den Stämmen (Israels), Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomo; und Wir haben David ein Buch (den Zabur) gegeben.“ (Quran 4:163)

„Der Messias, der Sohn der Maria, war nur ein Gesandter (wie andere auch); gewiß, andere Gesandte sind vor ihm dahingegangen. Und seine Mutter war eine Wahrhaftige[1]; beide pflegten, Speise[2] zu sich zu nehmen. Siehe, wie Wir die Zeichen für sie erklären, und siehe, wie sie sich abwenden.“ (Quran 5:75)

„Er (Jesus) war nur ein Diener, dem Wir Gnade erwiesen hatten, und Wir machten ihn zu einem Beispiel für die Kinder Israels.“ (Quran 43:59)

Die Botschaft von Jesus

„Wir ließen ihnen (den Propheten) Jesus, den Sohn der Maria, folgen; zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war; und Wir gaben ihm das Evangelium, worin Rechtleitung und Licht war, zur Bestätigung dessen, was vor ihm in der Thora war und als Rechtleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen.“ (Quran 5:46)

„O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurem Glauben und sagt von Gott nichts als die Wahrheit. Wahrlich, der Messias, Jesus, Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und Sein Wort, das Er Maria entboten hat (Er sagt: „Sei!“ und es ist), und von Seinem Geist[3]. Darum glaubt an Gott und Seine Gesandten, und sagt nicht: "Drei." Lasset (davon) ab (das) ist besser für euch. Gott ist nur ein Einziger. Es liegt Seiner Herrlichkeit fern, Ihm ein Kind zuzuschreiben. Sein ist, was in den Himmeln und was auf Erden ist; und Gott genügt als Anwalt. Der Messias wird es niemals verschmähen, Diener Gottes zu sein; ebenso nicht die (Gott) nahestehenden Engel; und wer es verschmäht, Ihn anzubeten, und sich dazu zu erhaben fühlt so wird Er sie alle zu Sich versammeln. (Quran 4:171-172)

 

„Dies ist Jesus, Sohn der Maria (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind. Es geziemt Gott nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: "Sei!" und es ist. [4] (Jesus sagte:) "Wahrlich, Gott ist mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist ein gerader Weg." Doch die Parteien wurden uneinig untereinander (über den geraden Weg); wehe darum denen, die ungläubig sind; sie werden einen großen Tag erleben.“ (Quran 19:34-37)

„Und als Jesus mit klaren Beweisen kam, sagte er: "Wahrlich, ich bin mit der Weisheit zu euch gekommen, und um euch etwas von dem zu verdeutlichen, worüber ihr uneinig seid. So fürchtet Gott und gehorcht mir. Wahrlich, Gott allein ist mein Herr und euer Herr. Darum dient Ihm. Das ist ein gerader Weg." Doch die Parteien wurden dann untereinander uneinig (über die Botschaft von Jesus); wehe dann denen, die freveln, vor der Strafe eines schmerzlichen Tages!“ (Quran 43:63-65)

„Und da sagte Jesus, der Sohn der Maria: "O ihr Kinder Israels, ich bin Gottes Gesandter bei euch, der Bestätiger dessen, was von der Thora vor mir gewesen ist, und Bringer der frohen Botschaft eines Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird Ahmad sein " Und als er zu ihnen mit den Beweisen kam, sagten sie: "Das ist ein offenkundiger Zauber.“ (Quran 61:6)[5]

Die Wunder von Jesus

„Da zeigte sie auf ihn. Sie sagten: "Wie sollen wir zu einem reden, der noch ein Kind in der Wiege ist?"Er (Jesus) sprach: "lch bin ein Diener Gottes: Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht. Und Er gab mir Seinen Segen, wo ich auch sein möge, und Er befahl mir Gebet und Zakah, solange ich lebe und ehrerbietig gegen meine Mutter (zu sein); Er hat mich nicht gewalttätig und unselig gemacht. Und Friede war über mir an dem Tage, als ich geboren wurde, und (Friede wird über mir sein) an dem Tage, wenn ich sterben werde, und an dem Tage, wenn ich wieder zum Leben erweckt werde.“ (Quran 19:29-33)

(Mehr Wunder werden unter “Die guten Nachrichten von einem neugeborenen Kind” erwähnt.)

Die Tafel (mit Speisen) vom Himmel mit Gottes Erlaubnis

„Als die Jünger sagten: "O Jesus Sohn der Maria, ist dein Herr imstande, uns einen Tisch (mit Speisen) vom Himmel herabzusenden?" sagte er: "Fürchtet Gott, wenn ihr Gläubige seid." Sie sagten: "Wir wollen davon essen, und unsere Herzen sollen beruhigt sein, und wir wollen wissen, daß du in Wahrheit zu uns gesprochen hast, und wollen selbst dafür Zeugnis ablegen." Da sagte Jesus, der Sohn der Maria: "O Gott, unser Herr, sende uns einen Tisch (mit Speise) vom Himmel herab, daß er ein Fest für uns sei, für den Ersten von uns und für den Letzten von uns, und ein Zeichen von Dir; und versorge uns; denn Du bist der beste Versorger." Gott sprach: "Siehe, Ich will ihn (den Tisch) zu euch niedersenden; wer von euch aber danach ungläubig wird, über den werde Ich eine Strafe verhängen, mit welcher Ich keinen anderen auf der Welt bestrafen werde.“ (Quran 5:112-115)

Jesus und Seine Jünger

„O ihr, die ihr glaubt, seid Gottes Helfer wie Jesus, der Sohn der Maria, (als er) zu den Jüngern sagte: "Wer sind meine Helfer für Gott?" Die Jünger sagten: "Wir sind Gottes Helfer." So glaubte ein Teil der Kinder Israels, während ein Teil ungläubig blieb. Da verliehen Wir denen, die glaubten, Stärke gegen ihren Feind, und sie wurden siegreich.“ (Quran 61:14)[6]

„Und als Ich den Jüngern eingab, an Mich und an Meinen Gesandten zu glauben, da sagten sie: "Wir glauben, und sei Zeuge, daß wir (Dir) ergeben sind." (Quran 5:111)

„Dann ließen Wir Unsere Gesandten ihren Spuren folgen; und Wir ließen (ihnen) Jesus, den Sohn der Maria, folgen, und Wir gaben ihm das Evangelium. Und in die Herzen derer, die ihm folgten, legten Wir Güte und Barmherzigkeit. Doch das Mönchtum, das sie im Trachten nach Gottes Wohlgefallen erfanden - das schrieben Wir ihnen nicht vor; und doch befolgten sie es nicht auf die richtige Art. Dennoch gaben Wir denen von ihnen, die gläubig waren, ihren Lohn, aber viele von ihnen waren Frevler. O ihr, die ihr glaubt, fürchtet Gott und glaubt an Seinen Gesandten! Er wird euch einen doppelten Anteil von Seiner Barmherzigkeit geben und wird euch ein Licht bereiten, worin ihr wandeln werdet, und wird euch vergeben - und Gott ist Allvergebend, Barmherzig damit die Leute der Schrift nicht meinen, daß sie (die Muslime) nicht imstande seien, die Huld Gottes zu erlangen, und (damit sie wissen), daß die Huld in Gottes Hand ist, auf daß Er sie verleihe, wem Er will. Und Gott verfügt über die große Huld.”[7] (Quran 57:27-29)

 

Die Geschichte von Jesus und Maria im Heiligen Qur´an (teil 3 von 3): Jesus II

Die Passion Christi

Und als Jesus ihren Unglauben wahrnahm, sagte er: "Wer ist mein Helfer (auf dem Weg) zu Gott?" Die Jünger sagten: "Wir sind Gottes Helfer; wir glauben an Gott, und (du sollst) bezeugen, daß wir (Ihm) ergeben sind.[1] Unser Herr, wir glauben an das, was Du herabgesandt hast, und folgen dem Gesandten. Darum führe uns unter den Bezeugenden auf." Und sie schmiedeten eine List, und Gott schmiedete eine List; und Gott ist der beste Listenschmied. Damals sprach Gott: "O Jesus, siehe, Ich will dich verscheiden lassen[2] und will dich zu Mir erhöhen und will dich von den Ungläubigen befreien und will deine Anhänger über die Ungläubigen setzen bis zum Tag der Auferstehung. Alsdann werdet ihr zu Mir wiederkehren, und Ich will zwischen euch richten über das, worüber ihr uneins waret.“ (Quran 3:52-55)

Und wegen ihrer Rede: "Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Gottes, getötet", während sie ihn doch weder erschlagen noch gekreuzigt hatten, sondern dies wurde ihnen nur vorgetäuscht; [3] und jene, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel darüber; sie haben keine Kenntnis davon, sondern folgen nur einer Vermutung; und sie haben ihn nicht mit Gewißheit getötet. Vielmehr hat Gott ihn zu Sich emporgehoben,[4] und Gott ist Allmächtig, Allweise.“ (Quran 4:157-158)

Die Anhänger von Jesus

„Und wenn sich jemand mit dir über ihn (Jesus) streitet, nachdem das Wissen zu dir kam, so sprich: "Kommt her, lasset uns rufen unsre Söhne und eure Söhne, unsre Frauen und eure Frauen und unsre Seelen und eure Seelen. Alsdann wollen wir zu Gott flehen und mit Gottes Fluch die Lügner bestrafen." Wahrlich, dies ist die Geschichte der Wahrheit, und es ist kein Gott außer Gott, und Gott Er ist wahrlich der Allmächtige, der Allweise. Und wenn sie sich abwenden, so kennt Gott die Missetäter. Sprich: "O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem gleichen Wort[5] zwischen uns und euch, daß wir nämlich Gott allein dienen und nichts neben Ihn stellen und daß nicht die einen von uns die anderen zu Herren nehmen außer Gott.[6]" Und wenn sie sich abwenden (von der Wahrheit), so sprecht: "Bezeugt, daß wir (Ihm) ergeben sind." (Quran 3:61-64)

„Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: "Gott ist der Messias, der Sohn der Maria." Sprich: "Wer vermöchte wohl etwas gegen Gott, wenn Er den Messias, den Sohn der Maria, seine Mutter und jene, die allesamt auf der Erde sind, vernichten will?" Gottes ist das Königreich der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen beiden ist. Er erschafft, was Er will; und Gott hat Macht über alle Dinge. Und es sagten die Juden und die Christen: "Wir sind die Söhne Allahs und seine Lieblinge." Sprich: "Warum bestraft Er euch dann für eure Sünden? Nein, ihr seid Menschen von denen, die Er schuf." Er vergibt, wem Er will, und Er bestraft, wen Er will. Und Allahs ist das Königreich der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen beiden ist, und zu Ihm ist die Heimkehr.“ (Quran 5:17-18)

„Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: "Gott ist der Messias, der Sohn der Maria", während der Messias doch selbst gesagt hat: "O ihr Kinder Israels, betet zu Gott, meinem Herrn und eurem Herrn." Wer Gott Götter zur Seite stellt, dem hat Gott das Paradies verwehrt, und das Feuer wird seine Herberge sein. Und die Frevler sollen keine Helfer finden. Wahrlich, ungläubig sind diejenigen, die sagen: "Gott ist der Dritte von dreien"[7]; und es ist kein Gott da außer einem Einzigen Gott. Und wenn sie nicht von dem, was sie sagen, Abstand nehmen, wahrlich, so wird diejenigen unter ihnen, die ungläubig bleiben, eine schmerzliche Strafe ereilen. Wollen sie sich denn nicht reumütig Gott wieder zuwenden und Ihn um Verzeihung bitten? Und Gott ist Allverzeihend, Barmherzig.” (Quran 5:72-74)

„Und die Juden sagen, Esra sei Gotts Sohn[8], und die Christen sagen, der Messias sei Gotts Sohn. Das ist das Wort aus ihrem Mund. Sie ahmen die Rede derer nach, die vordem ungläubig waren. Gottes Fluch über sie! Wie sind sie (doch) irregeleitet! Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen außer Gott; und den Messias, den Sohn der Maria. Und doch war ihnen geboten worden, allein den Einzigen Gott anzubeten. Es ist kein Gott außer Ihm. Gepriesen sei Er über das, was sie (Ihm) zur Seite stellen![9] (Quran 9:30-31)

„O ihr, die ihr glaubt, wahrlich, viele der Schriftgelehrten und Mönche verzehren das Gut der Menschen zu Unrecht und wenden sie von Allahs Weg ab. Und jenen, die Gold und Silber horten und es nicht für Gotts Weg verwenden ihnen verheiße schmerzliche Strafe.“ (Quran 9:34)

Das zweite Kommen

„Und es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht vor seinem Tod[10] daran glauben wird; und am Tage der Auferstehung wird er ein Zeuge gegen sie sein.“ [11] (Quran 4:159)

„Doch wahrlich, er (Jesus) ist ein Vorzeichen der Stunde. So bezweifelt sie nicht,[12] sondern folgt Mir. Das ist ein gerader Weg (der zu Gott und zum Paradies führt).” (Quran 43:61)

Jesus am Tag der Wiedererweckung

„Wenn Gott sagen wird: "O Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und gegen deine Mutter; wie Ich dich stärkte mit der heiligen Eingebung (durch Gabriel und) du sprachst zu den Menschen sowohl in der Wiege als auch im Mannesalter; und wie Ich dich die Schrift und die Weisheit lehrte und die Thora und das Evangelium; und wie du mit Meiner Erlaubnis aus Ton bildetest, was wie Vögel aussah, du hauchtest ihm dann (Atem) ein, und es wurde mit Meiner Erlaubnis zu (wirklichen) Vögeln; und wie du mit Meiner Erlaubnis die Blinden und die Aussätzigen heiltest; und wie du mit Meiner Erlaubnis die Toten erwecktest; und wie Ich die Kinder Israels von dir abhielt als du zu ihnen mit deutlichen Zeichen kamst und die Ungläubigen unter ihnen aber sagten: "Das ist nichts als offenkundige Zauberei." (Quran 5:110)

„Und wenn Gott (am Tag der Wiedererweckung) sprechen wird: "O Jesus, Sohn der Maria, hast du zu den Menschen gesagt: "Nehmt mich und meine Mutter als zwei Götter neben Gott­?" [13], wird er antworten: "Gepriesen seist Du. Nie könnte ich das sagen, wozu ich kein Recht hatte. Hätte ich es gesagt, würdest Du es sicherlich wissen. Du weißt, was in meiner Seele ist, aber ich weiß nicht, was Du in Dir hegst. Du allein bist der Allwissende des Verborgenen.[14]  Nichts anderes sagte ich zu ihnen, als das, was Du mich geheißen hattest: "Betet Gott an, meinen Herrn und euren Herrn." Und ich war ihr Zeuge, solange ich unter ihnen weilte, doch nachdem Du mich abberufen hattest, bist Du ihr Wächter gewesen; und Du bist der Zeuge aller Dinge. Wenn Du sie bestrafst, sind sie Deine Diener, und wenn Du ihnen verzeihst, bist Du wahrlich der Allmächtige, der Allweise."[15] Gott wird sprechen: "Das ist ein Tag, an dem den Wahrhaftigen ihre Wahrhaftigkeit nützen soll. Für sie gibt es Gärten, durch welche Bäche fließen; darin sollen sie verweilen auf ewig und immerdar. Gott hat an ihnen Wohlgefallen, und sie haben Wohlgefallen an Ihm; das ist die große Glückseligkeit."  Gottes ist das Königreich der Himmel und der Erde und dessen, was zwischen ihnen ist; und Er hat Macht über alle Dinge.“ (Quran 5:116-120)

 

Jesus im Islam (teil 1 von 3)

Die islamische Vorstellung von Jesus liegt zwischen zwei Extremen. Die Juden, die Jesus als Propheten ver-leugneten, bezeichneten ihn als Schwindler, während ihn die Christen auf der anderen Seite als Sohn Gottes betrachteten und ihn als solchen anbete-ten. Im Islam wird Jesus als einer der größten und am meisten vorhergesagten Propheten neben Noah, Abraham, Moses und Muhammad -möge Gott sie preisen- betrachtet. Jesus wird ebenfalls als der Messias angesehen. Dies steht im Einverständnis mit der islamischen Sichtweise von der Einzigkeit Gottes, der Einzigkeit der göttlichen Leitung und der ergänzenden Rolle der aufeinander folgenden Gesandten.

Die Botschaft Gottes für die Menschheit wurde zuerst Adam (Friede sei mit ihm) offenbart, der sie dann seinen Kindern weitergab; sie lautet damals wie heute: betet Gott an, und nur Gott allein, und lebt Seinen Anweisungen folgend. Alle die aufeinander folgenden Offenbarungen für Noah, Abraham, Moses, Jesus, und schließlich Muhammad stimmen mit dieser Botschaft überein. Daher sieht der Islam jegliche Widersprüche unter den Offenbarungsreligionen als Hinzu-fügungen von Menschenhand in diese Religionen an. Die Position Jesu´ in den drei Hauptglaubensrichtingen – Judentum, Christentum und Islam – ist keine Ausnahme.

Obgleich der Quran nicht die detailierte Lebensgeschichte von Jesus enthält, beleuchtet er doch die wichtigsten Punkte seines Lebens, wie seine Geburt, seine Berufung und sein Emporsteigen zum Himmel. Er fällt ebenfalls einen Richtspruch über die Juden und Christen bezüglich ihres Glaubens an ihn. Wir werden einige wahre Aussagen über Jesus betrachten, die Gott im Quran offenbart hat.

Geboren von einer jungfräulichen Mutter

Wie die Christen glauben auch die Muslime, daß Maria, auf englisch Mary oder auf arabisch Maryam, eine reine, jungfräuliche Frau war, die auf wundersame Weise Jesus gebar. Jesus´ Geburt selbst war ein Wunder, denn er hatte keinen Vater. Gott beschreibt seine Geburt folgendermaßen im Quran:

“Und gedenke im Buch Marias, als sie sich von ihren Angehörigen an einen östlichen Ort zurückzog. Sie nahm sich einen Vorhang vor ihnen. Da sandten Wir Unseren Geist zu ihr. Er stellte sich ihr als wohlgestaltetes menschliches Wesen dar. Sie sagte: ‘Ich suche beim Allerbarmer Schutz vor dir, wenn du gottesfürchtig bist.’ Er sagte: ‘Ich bin nur der Gesandte deines Herrn, um dir einen lauteren Jungen zu schenken.’ Sie sagte: ‘Wie soll mir ein Junge gegeben werden, wo mich doch kein menschliches Wesen berührt hat und ich keine Hure bin?’ Er sagte: ‘So wird es sein. Dein Herr sagt: ´Das ist Mir ein Leichtes und damit Wir ihn zu einem Zeichen für die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von Uns machen.´ Und es ist eine beschlossene Angelegen-heit.’” (Quran 19:16-21)

Diese Tatsache besagt allerdings weder, daß Jesus göttlicher Natur war, noch daß er würdig ist, angebetet zu werden, wo doch Adams Existenz noch wunder-barer war als die von Jesus. Wenn seine wunderbare Geburt ein Beweis dafür wäre, daß Jesus Gottes Wiedergeburt oder Sein Sohn sei, dann wäre Adam wohl eher berechtigt, göttlich zu sein als er. Es handelt sich bei beiden wohl eher um Propheten, die von der Offenbarung Gottes, des Allmächtigen, inspiriert wurden, und beide waren Seine Diener, die Seinen Anweisungen entsprechend lebten.

“Gewiß, das Gleichnis Jesu´ ist bei Gott wie das Gleichnis Adams. Er erschuf ihn aus Erde. Hierauf sagte Er zu ihm: ‘Sei!’ und da war er.” (Quran 3:59)

Wunder

Die Muslime glauben genau wie die Christen auch, daß Jesus (wie im übrigen alle Gesandten Allahs) Wunder vollbrachte. Diese Wunder wurden mit dem Willen und mit der Erlaubnis Gottes vollbracht, der die Kraft und die Macht über alle Dinge besitzt.

“Wenn Gott sagt: ‘O Jesus, Sohn Marias, gedenke Meiner Gunst an dir und an deiner Mutter, als Ich dich mit dem Heiligen Geist stärkte, so daß du in der Wiege zu den Menschen sprachst und im Mannesalter; und als Ich dich die Schrift, die Weisheit, die Thora und das Evangelium lehrte; und als du aus Lehm mit Meiner Erlaubnis (etwas) schufst, (was so aussah) wie die Gestalt eines Vogels, und ihr dann einhauchtest, und sie da ein (wirklicher) Vogel wurde mit Meiner Erlaubnis; und als du den Blindgeborenen und den Weißgefleckten mit Meiner Erlaubnis heiltest und Tote mit Meiner Erlaubnis (aus den Gräbern) herauskommen ließest; und als Ich die Kinder Israels von dir zurückhielt, als du mit den klaren Beweisen zu ihnen kamst, worauf diejenigen von ihnen, die ungläubig waren, sagten: ‘Das ist nichts als deutliche Zauberei.’” (Quran 5:110)

Gott schickte alle Propheten mit besonderen Wundern zu ihren Völkern, damit sie ihnen die Wahrhaftigkeit ihrer Botschaft beweisen konnten. Diese Wunder konnten sie nicht aus eigenem Antrieb vollbringen, sondern nur durch Gottes Willen. Das war mit den Wundern Jesu´ nichts anderes. Die Juden waren auf dem Gebiet der Medizin sehr fortschrittlich und die Wunder, mit denen Jesu kam, stammten aus diesem Bereich, damit sie die Wahrhaftigkeit seiner Botschaft beweisen und die Juden überzeugen sollten.

 

 

Jesus im Islam (teil 2 von 3)

 

Seine Göttlichkeit

Muslime glauben an die absolute Einzigkeit Gottes, Der als das Allerhöchste, ganz frei von jeglichen Unzulänglichkeiten, Bedürfnissen und Wünschen ist. Er besitzt keine Partner in Seiner Göttlichkeit. Er ist der Schöpfer aller Dinge und ist von Seiner Schöpfung vollkommen getrennt, und jegliche Anbetung gebührt Ihm allein.

Dies war die gleiche Botschaft, die alle Propheten Gottes einschließlich Jesus gebracht haben. Jesus erhob nie einen Anspruch auf Göttlichkeit, noch behauptete er, er sei anzubeten. Er sagte nicht, er sei der “Sohn” Gottes oder Teil der “Drei-einigkeit” sondern lediglich, daß er nur ein Diener Gottes sei, der zu den Juden geschickt worden ist, um sie zur wahren Religion zurückzubringen, die bedeutet, den Einen Gott anzubeten und seinen Anweisungen zu folgen. Die Mehrheit der Verse im Quran, die Jesus erwähnen, beschäftigen sich mit diesem Aspekt. Sie beweisen, daß er nur aufgrund von Lügen, die die Menschen über ihn erfunden haben, zum Objekt der Anbetung geworden ist. Der Quran bestätigt Berichte über sein Leben, nach denen er selbst immer klar verneint hat, daß ihm irgendwelche Anbetung zusteht; und er unterstützt die Vorstellung, daß die Parabeln und Beispiele, die ihm Gott eingegeben hat, seine sterbliche Natur zeigen und nicht etwa seine Göttlichkeit beweisen oder gar, daß er Gottes Sohn sein soll. Gott berichtet im Quran von Jesus:

“Fürwahr, ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‘Gewiß, Gott ist der Messias, der Sohn Marias‘, wo doch der Messias (selbst) gesagt hat: ‘O Kinder Israels, dient Gott, meinem Herrn und eurem Herrn!’” (Quran 5:72)

Gott sagt über den Glauben, der behauptet Jesus sei Teil der “Dreifaltigkeit”:

“Fürwahr, ungläubig sind diejenigen, die sagen: ‘Gewiß, Gott ist einer von dreien.‘ Es gibt keinen anderen Gott außer dem Einen, Einzigen. Wenn sie mit dem, was sie sagen, nicht aufhören, so wird denjenigen von ihnen, die ungläubig sind, ganz gewiß schmerzhafte Strafe widerfahren. Wenden sie sich denn nicht in Reue zu Gott und bitten Ihn um Vergebung? Gott ist Allvergebend und Barmherzig. Der Messias, der Sohn Marias, war doch nur ein Gesandter, vor dem bereits Gesandte vorübergegangen waren. Und seine Mutter war sehr wahrheitsliebend; sie (beide) pflegten Speise zu essen. Schau, wie Wir ihnen die Zeichen klar machen, und schau, wie sie sich abwegig machen lassen.” (Quran 5:73-75)

Und auch:

“O Leute der Schrift, übertreibt nicht in eurer Religion und sagt gegen Gott nur die Wahrheit aus! Der Messias, Jesus, der Sohn Marias, ist nur Gottes Gesandter und Sein Wort, das Er Maria entbot, und Geist von Ihm. Darum glaubt an Gott und Seine Gesandten und sagt nicht ‘Drei’. Hört auf (damit), das ist besser für euch! Gott ist nur ein Einziger Gott. Preis sei Ihm, (und Erhaben ist Er darüber), daß Er ein Kind haben sollte! Ihm gehört (alles), was in den Himmeln und was auf der Erde ist, und Gott genügt als Sachwalter.” (Quran 4:171)

Gott verdammt diesen Glauben als Ungeheuerlichkeit gegen Sein Wesen:

“Und sie sagen: ‘Der Allerbarmer hat Sich Kinder genommen.‘Ihr habt ja eine abscheuliche Sache begangen. Beinahe brechen davon die Himmel auseinander, und (beinahe) spaltet sich die Erde, und (beinahe) stürzen die Berge in Trümmern zusammen, daß sie dem Allerbarmer Kinder zuschreiben. Es ziemt dem Allerbarmer nicht, Sich Kinder zu nehmen. Niemand in den Himmeln und auf der Erde wird zum Allerbarmer anders denn als Diener kommen (können). (Quran 19:88-93)

Am Tag des Gerichts wird sich Jesus selbst von dieser falschen Behauptung befreien. Gott gibt uns einen Ausblick darauf, was er antworten wird, wenn er darüber befragt wird, warum ihn die Leute angebetet haben:

“Und wenn Gott sagt: ‘O Jesus, Sohn Marias, bist du es, der zu den Menschen gesagt hat: ´Nehmt mich und meine Mutter außer Gott zu Göttern?´ wird er sagen: ´Preis sei Dir! Es steht mir nicht zu, etwas zu sagen, wozu ich kein Recht habe. Wenn ich es (tatsächlich doch) gesagt hätte, dann wüßtest Du es bestimmt. Du weißt, was in mir vorgeht, aber ich weiß nicht, was in Dir vorgeht. Du bist ja der Allwisser der verborgenen Dinge. Ich habe ihnen nur gesagt, was du mir befohlen hast (nämlich): ‘Dient Gott, meinem und eurem Herrn!’” (Quran 5:116-117)

In diesen Versen erklärt Gott, daß es tatsächlich eine große Gotteslästerung (Blasphemie) ist, wenn jemand Jesus als “Gottes Sohn” oder “einen von dreien” bezeichnet. Der Grund hierfür liegt in der fundamentellen Bezeugung, daß Gott Einzig und nicht wie Seine Geschöpfe ist; ebenso wie in Seinem Wesen, ist Er Einzigartig in Seiner Göttlichkeit, Seinen Eigenschaften und Seiner Herrschaft. All dies macht den strikten Monotheismus aus, den Er in Seinen Schriften offenbart hat. So steht selbst in der heutigen “Bibel”:

“Und Gott redete alle diese Worte: Ich bin der Herr, dein Gott, der Ich dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt habe. Du sollst keine anderen Götter haben neben Mir.” (2. Mose 20:1-3)

Gott einen Sohn zur Seite zu stellen, bedeutet dem Prinzip, wofür Er den Menschen geschaffen und ihm Propheten geschickt hat, ganz deutlich zu widersprechen. Gott sagt im Quran:

“Und Ich habe die Ğinn und die Menschen nur (dazu) erschaffen, damit sie Mir dienen.” (Quran 51:56)

Er sagte ebenfalls:

“Und Wir haben ja bereits in jeder Gemeinschaft einen Gesandten erweckt: ‘Dient Gott und meidet die falschen Götter...’” (Quran 16:36)

Seine Botschaft

Wie schon zuvor besprochen, bestätigt der Quran deutlich, daß Jesus ein Prophet war und auch die Tatsache, daß er nicht mehr als das war. Die Propheten waren in der Tat die Besten der Schöpfung. Es waren jene, die Gott dafür auserwählte, Seine Offenbarung zu empfangen, aber zur gleichen Zeit waren sie bloße Boten Gottes und besitzen keinen Anspruch darauf, angebetet zu werden. Wie bereits im Quran erwähnt, ist Jesus in dieser Beziehung nicht anders als irgendein anderer von ihnen.

Durch den gesamten Quran hindurch wird Jesus grundsätzlich als Prophet Gottes bezeichnet, den Er den Juden gesandt hat, die mit der Zeit von den Lehren Moses und anderer Gesandter abgewichen waren.

“O Kinder Israels, gewiß, ich bin Gottes Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war” (Quran 61:6)

Jesus Christus, der Sohn Marias, war der letzte aus der Linie der jüdischen Propheten. Er lebte nach der Thora, dem Gesetz von Mose und lehrte seinen Anhängern, das gleiche zu tun. Entsprechend der heutigen Bibel stellt Jesus in Matthäus 5:17-18 fest:

“Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.”

In dieser Hinsicht unterschieden sich Jesus und seine Botschaft nicht von den vorherigen Propheten, die Gott auserwählt hat, die alle dazu aufriefen, Gott zu dienen und allein Gott, sowie Seinen Befehlen gehorsam zu folgen. Seine wunderbare Empfängnis, Geburt und Kindheit, seine zahlreichen Wunder, die er mit Gottes Hilfe vollbrachte – das alles waren Beweise dafür, daß er Gottes Gesandter war. Trotz allem leugnete die große Mehrheit der Juden sein Prophetentum.

Jesus bestätigte nicht nur die Schriften, die vor ihm offenbart worden waren, sondern er sagte auch einen anderen Propheten voraus, der nach ihm kommen sollte. Gott sagt:

“Und als Jesus, der Sohn Marias, sagte: “O Kinder Israels, gewiß, ich bin Gottes Gesandter an euch, das bestätigend, was von der Thora vor mir (offenbart) war, und einen Gesandten verkündend, der nach mir kommen wird: sein Name ist Ahmad (der Gepriesene).” (Quran 61:6)

Diese Tatsache wird im heutigen Neuen Testament ebenfalls erwähnt. Sorgfältige Nachforschungen belegen, daß Jesus, Friede sei mit ihm, sich in Johannes 14:16-17 auf denselben Propheten bezieht:

“Und ich will den Vater bitten, und er wird euch einen andern Tröster geben, daß er bei euch sei ewiglich: den Geist der Wahrheit.”

Jesus im Islam (teil 3 von 3)

Seine Kreuzigung

Gott erklärt im Quran, daß Jesus nicht gekreuzigt worden ist; es sollte eher für die Juden so aussehen. Gott aber erhob ihn in die Himmel. Der Quran erwähnt nicht, wer derjenige war, der an Jesus Stelle gekreuzigt wurde - möge Gott ihn loben.

“…Aber sie haben ihn weder getötet noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen so.” (Quran 4:157)

“Nein! Vielmehr hat Gott ihn zu Sich erhoben. Gott ist Allmächtig und Allweise.” (Quran 4:158)

Damit leugnet der Islam, daß Jesus auf die Erde kam, um die Sünden von Adam, Eva und dem Rest der Menschheit auf sich zu nehmen und um ihnen diese Last abzunehmen. Der Islam weist die Vorstellung, daß irgendjemand die Sünde eines anderen tragen könnte, strikt zurück. Gott sagt dazu:

“Und keine lasttragende (Seele) nimmt die Last einer anderen auf sich.” (Quran 39:7)

Ferner betont der Islam nachdrücklich die Ansicht, daß Gott in der Lage ist, alle Sünden zu vergeben, wenn eine Person wirklich bereut und sich davor zurückhält, sie zu wiederholen. Gott benötigt dazu keinerlei Blutopfer, geschweige denn kommt Er in Gestalt eines Menschen hinab und stirbt für die Sünden eines jeden Menschen. Wohl eher umfaßt Gottes Gnade alle Geschöpfe, Gläubige und Ungläubige gleichermaßen. Das Tor der Vergebung steht jedem offen, der sie sucht.

Das zweite Kommen des Christen

Wie die Christen glauben auch die Muslime an die Rückkehr von Jesus, dem Messias, auf die Erde, wenngleich sich seine Rolle und der Grund für seine Rückkehr von dem, was die Christen sagen, unterscheidet. Er wird in erster Linie auf die Erde zurückkommen, um seine Sterblichkeit unter Beweis zu stellen, und um die falschen Ansichten, die die Menschen über ihn verbreitet haben, zu widerlegen. Er wird ein normales Leben führen, heiraten und wie jeder andere Mensch auch sterben. Dann wird die Angelegenheit in Bezug auf ihn klar sein, und alle Menschen werden glauben, daß er wirklich sterblich ist.

“Es gibt keinen unter den Leuten der Schrift, der nicht noch vor dessen Tod ganz gewiß an ihn glauben wird. Und am Tag der Auferstehung wird er über sie Zeuge sein.” (Quran 4:159)

Jesus wird ebenfalls den falschen Christen bekämpfen, der die Leute glauben machen will, daß er Gott sei und der kurz bevor Jesus zurückkehrt, auftauchen wird. Er wird den Antichristen schlagen und alle Menschen werden die wahre Religion Gottes annehmen. Die Welt wird einen Zustand des Friedens und der Ernsthaftigkeit erleben, die sie in ihrer Geschichte nie gefühlt hat: alle dienen demselben Gott, unterwerfen sich Ihm allein und leben in Frieden miteinander.

Schlußfolgerung

Dies war nur eine kurze Vorstellung von der Wahrheit, die Gott über Jesus in Seinem letzten Buch, dem Quran, den Er Muhammad - Segen und Heil auf ihm - offenbart hat, berichtete. Es gibt nur Einen Gott, der die menschlichen Wesen allesamt geschaffen und ihnen eine Botschaft übermittelt hat: unterwürfig Gott anzubeten - und nur Gott allein - und Seine Anweisungen zu befolgen – dies wird auf Arabisch als Islam bezeichnet. Diese Botschaft erhielten bereits die ersten Menschen auf dieser Erde und dann wurde sie von allen Propheten durch die Jahrhunderte hindurch bestätigt.

Jesus Christus, geboren von der Jungfrau Maria, vollbrachte Wunder und lud die Israeliten zu derselben Botschaft der Unterwerfung (Islam) ein, wie es alle die Propheten vor ihm taten. Er war weder Gott, noch war er der “Sohn Gottes”, sondern er war der Messias, ein bedeutender Prophet Gottes. Jesus hat die Menschen nicht angewisen, ihn anzubeten; sondern er hat sie vielmehr dazu aufgerufen, Gott allein anzubeten, Den er selbst ebenfalls anbetete. Er bestätigte die Gesetze der Thorah, die der Prophet Moses gelehrt hat; er lebte nach ihnen und wies seine Jünger an, ihnen bis in die kleinste Einzelheit zu folgen, nachdem er die Dinge wieder erlaubte, welche die Juden sich selbst untersagt hatten. Vor seinem Fortgehen unterrichtete er seine Jünger von dem letzten Propheten, Muhammad aus Arabien, der nach ihm kommen wird und wies sie an, seinen Lehren zu folgen.

In den Generationen nach Jesus Fortgehen aus dieser Welt wurden seine Lehren verdreht und er wurde in Gottes Status erhoben. Sechs Jahrhunderte später wurde die Wahrheit über Jesus Christus mit dem Kommen des Propheten Muhammad endlich wieder richtiggestellt und für immer in dem letzten Buch der göttlichen Offenbarung, dem Quran, bewahrt. Desweiteren wurden viele der Gesetze von Moses, denen Jesus gefolgt war, in ihrer reinen und unverfälschten Form wiederbelebt und mit der göttlich vorgeschriebenen Lebensweise, die als Islam bekannt ist, vervollkommnet, während viele andere Sichtweisen und Anweisungen, die von früheren Propheten gebracht worden sind, erleichtert oder aufgehoben wurden.

Demzufolge findet man die Wirklichkeit der Propheten, ihre gleichbleibende Botschaft und die Lebensweise, der sie folgten, nur in der Religion des Islam bewahrt, der einzigen Religion, die Gott den Menschen vorgeschrieben hat. Desweiteren folgen nur die Muslime heutzutage Jesus und seinen wahren Lehren. Ihre Lebensweise entspricht der, die Jesus geführt hat, viel mehr als die der modernen “Christen”. Liebe und Respekt für Jesus gehören zu den Glaubensvorschriften im Islam, und Gott unterstreicht die Wichtigkeit, an Jesus zu glauben, an zahlreichen Stellen im Quran.

 

Diejenigen, die zugrunde gegangen sind (teil 1 von 2): Das Schicksal der Völker Noah, Saba, Iram und Salihs

“So erfaßten Wir einen jeden in seiner Sünde; es waren unter ihnen welche, gegen die Wir einen Sandsturm schickten, und welche, die der Schrei ereilte, und welche, unter denen Wir die Erde versinken ließen, und welche, die Wir ertränkten. Und nicht Allah wollte ihnen Unrecht tun, sondern sie taten sich selbst Unrecht” (Quran 29:40)

Noah und die Arche

Eine archäologische Studie fand eine mehr als 500 Fuß-lange schiffförmige Formation auf dem Berg Judi[1], einige 20 Meilen südlich des Berges Ararat (wo die Bibel Noahs Arche platzierte). Sie besitzt horizontal deckunterstützende Balken in gleichmäßigen Abständen und gleichgroße Einbuchtungen, die verrottenden Rippenbalken ähneln. Natürliche Ursachen können nicht so symmetrische Formen erzeugen!

“Und es wurde befohlen: "0 Erde, verschlinge dein Wasser, o Himmel, höre auf (zu regnen)!" Und das Wasser begann zu sinken, und die Angelegenheit war entschieden. Und das Schiff kam auf dem Judi zur Rast. Und es wurde befohlen: "Fort mit dem Volk der Frevler!"” (Quran 11:44)

 


 

Alle die schlechten Menschen auf der Erde wurden ertränkt, während Gläubige und Tiere mit Noah in seiner Arche getragen wurden. Das Schiff auf dem Judi blieb fast bist zur Dämmerung des Islam intakt. Was heute noch geblieben ist, ist immer noch sehenswert.

Der Tempel von Saba

Ein anders Volk, dessen Sünden mit einer zerstörerischen Flut beantwortet wurden, war das Volk von Saba´. Sie wandten sich von ihrem Schöpfer, Gott, ab, um andere anzubeten. Alles was nun von ihrer einst so reichen Zivilisation (in Marib, Jemen) übrig geblieben ist, sind die zerbrochenen Stücke ihres Dammes, ein paar sabäische Inschriften und die Ruinen ihres Tempels.[2] (unten).

“Es gab wahrlich ein Zeichen für Saba' in ihrem Heimatland: zwei Gärten zur Rechten und zur Linken: "Esset von den Gaben eures Herrn und seid Ihm dankbar. (Euer ist) eine Stadt, die gut ist, und ein Herr, Der Allverzeihend ist!" Jedoch sie kehrten sich ab; da sandten Wir eine reißende Flut gegen sie. Und Wir gaben ihnen an Stelle ihrer Gärten zwei Gärten mit bitterer Frucht und Tamarisken und wenigen Lotosbäumen. Solches gaben Wir ihnen zum Lohn für ihre Undankbarkeit; und so belohnen Wir keinen (anderen) als den Undankbaren.” (Quran 34:15-17)

Ad, Iram, und Ubar

„Hast du nicht gesehen, wie dein Herr mit den `Ad verfuhr mit Iram, der Säulenreichen dergleichen nicht erschaffen wurde in (anderen) Ländern?“ (Quran 89:6-9)

Die ‘Ad waren ein Volk von Giganten. ‘Wer ist mächtiger als wir in unserer Stärke?!’ (Quran 41:15), sie brüsteten sich und tyrannisierten Völker mit ihrer Größe, während ihr Prophet Hud sie aufforderte, Gott zu fürchten und rechtschaffen zu sein. Für die meisten Historiker ist die Geschichte von Iram[3] eine reine Fabel, ein Mythos, ein ´Atlantis des Sandes´.

Bis 1973, und zwar als die 4 300 Jahre alte Stadt von Ebla in Nordsyrien ausgegraben wurde. Einige 2 500 keilförmige Tontafeln (oben) aus Eblas Palastbibliothek wurden entdeckt, die Berichte von allen Nationen enthielten, mit denen Ebla Handel trieb, einschließlich einer, die ‘Iram’ genannt wurde![4]

“(Hud sagte zu ‘Ad:) ‘Baut ihr Mahnmale auf jeder Anhöhe, um euch zu vergnügen? Und errichtet ihr Burgen, als solltet ihr lange leben?” (Quran 26:128-129)

1992 wurden mit Hilfe von Satellitenaufnahmen die Überreste einer Stadt entdeckt, die mit der im Qur´an genannten Lage und Beschreibung von Iram übereinstimmt; tief in der Wüste am Rande von Oman. Den Reichtum der Stadt beweisen Weihrauchleuchter, Parthianische Töpferei (oben) und die 90 cm dicken Mauern, die sie schützten.

Ausgrabungen haben ebenfalls gezeigt, dass die Stadt ein katastrophales Ende fand, als sie halb in ein riesiges Loch versank, auf dem die Ruinen einer Festung und acht einst überragende Säulen noch immer standen (oben). Die ‘Ad wurden von einer Naturgewalt zerstört, die sogar noch grausamer war als sie selbst.[5]

“Darum sandten Wir gegen sie einen eiskalten Wind mehrere unheilvolle Tage hindurch, auf daß Wir sie die Strafe der Schmach in diesem Leben kosten ließen. Und die Strafe des Jenseits wird gewiß noch schmählicher sein, und es wird ihnen nicht geholfen werden.” (Quran 41:16)

Das Volk von Thamud

“(Salih sagte zu Thamud:) Werdet ihr etwa sicher zurückbleiben unter den Dingen, die hier sind unter Gärten und Quellen und Kornfeldern und Dattelpalmen mit Blütendolden, die fast brechen? Und aus den Bergen hauet ihr euch Wohnungen geschickt aus.” (Quran 26:146-149)

“Und zu den Tamud (entsandten Wir) ihren Bruder Salih; er sagte: "0 mein Volk, dient Allah; ihr habt keinen anderen Gott außer Ihm. Er hat euch aus der Erde hervorgebracht und ließ euch darauf ansiedeln. So erfleht Seine Vergebung, dann bekehrt euch zu Ihm. Wahrlich, mein Herr ist nahe (und) erhört die Gebete." Sie sagten: "0 Salih, du warst zuvor unter uns der Mittelpunkt der Hoffnung. Willst du uns verwehren, das anzubeten, was unsere Väter anbeteten? Und wir befinden uns wahrhaftig in beunruhigendem Zweifel über das, wozu du uns aufforderst."” (Quran 11:61-2)

Der Prophet Muhammad kam an der Geisterstadt von Madain Salih (oben und unten) vorbei, die von den Thamud in den Berg gehauen worden war und sagte:

“Geht nicht hinein außer wenn ihr weint, denn dies war ein Ort der (göttlichen) Strafe.”

Die Verwandten der Nabatäer von Petra einige 300 Meilen nördlicher, wiesen die Thamud ihren Propheten Salih gewaltsam zurück. Da schlug sie Gott mit einem Schall, der sie tötete, aber ihre Häuser verschonte: ein wahrhaftig schauriges Zeichen für spätere Generationen.

 

 

Diejenigen, die zugrunde gegangen sind (teil 2 von 2): Die Völker von Moses und Lot

 

“Und Pharao sagte: "O Haman, baue mir einen Turm, so daß ich die Zugänge erreiche; die Zugänge zu den Himmeln, damit ich ihn sehen kann, den Gott Moses', und ich halte ihn wahrlich für einen Lügner."...” (Quran 40:36-37)

Vor gut tausend Jahren war der einzige ‘Haman’, der außerhalb islamischer Texte erwähnte wurde, ein babylonischer Hofmann aus der Geschichte um den Turmbau zu Babel. Akademiker verspotteten seine Erwähnung im Qur´an, zitierten ihn als Beweis für Muhammads angeblich fehlerhaftes Leihen von der Bibel; indem er die babylonische Geschichte mit der viel früheren Geschichte aus dem Exodus vermischte.

Dann, im Jahr 1799, hat einer der Kapitäne Napoleons in Ägypten im Hafen der Stadt Rosetta einen grau-rosa Granitstein entdeckt (oben). Er zeigte ihn dem General Abdullah Jacques de Menou, einem zum Islam Konvertierten, der ihn nach Kairo schickte, damit er untersucht wird. Der Rosetta-Stein, der aus dem Jahr 196vChr stammt, war in drei Schriften beschrieben: Hieroglyphisch, Demotisch und Griechisch. Seine Entdeckung bedeutete, dass Gelehrte aus aller Welt letztendlich in der Lage waren, die ägyptischen Hieroglyphen zu entschlüsseln. Ein Ergebnis war die Dekodierung einer Inschrift auf einer pharaonischen Stela aus der Mosaikperiode im Wiener Hofmuseum. Interessanterweise war der Name ´Haman´ auf der Stela[1] eingraviert mit seinem Titel: ´Aufseher der Arbeiter vom Steinbruch´.[2] Genau der Mann, den ein Pharao beauftragt hatte, einen hohen Turm zu bauen!

“Und (Wir vernichteten) Korah und Pharao und Haman. Und Moses kam wahrlich mit deutlichen Beweisen zu ihnen, doch sie betrugen sich hochmütig auf Erden; (Uns) aber konnten sie nicht entrinnen.” (Quran 29:39)

 

“Nun wollen Wir dich heute dem Leibe nach (aus dem Meer) erretten, auf daß du (Pharao) ein Beweis für diejenigen seiest, die nach dir kommen. Und es gibt sicher viele Menschen, die Unseren Zeichen keine Beachtung schenken.” (Quran 10:92)[3]

“Und Wir kehrten das Oberste (der Städte Sodoms) zuunterst, und Wir ließen auf sie brennende Steine niederregnen. Wahrlich, hierin liegen Zeichen für die Einsichtigen. Und sie liegt an einem noch bestehenden Weg. (von Mekka nach Syrien, wo jetzt das Tote Meer ist) Wahrlich, hierin ist ein Zeichen für die Gläubigen.” (Quran 15:74-77)

Dem Propheten Lot wurde von seinem Volk Schaden zugefügt, als er sie vor ihrer Homosexuualität und ihrer Unterdrückung warnte. Bis Gott schließlich Wurfgeschosse aus gebranntem Ton auf die Sodomiten niederregnen ließ; ihr Land unter ihnen hoch heben und das Unterste zuoberst auf sie stürzen ließ. Das Wasser des Toten Meeres (oben) füllte die große Mulde aus, die unmittelbar nach der schrecklichen Zerstörung zurückblieb. Heute stehen nur noch ein paar Ruinen (unten) von den Völkern, die einst das Land bewohnt haben. Ein Land, das durch die Sünden der Sodomiten zum tiefsten Punkt der Erde wurde – in mehr als einem Sinne!

Also, lies im Qur´an und verstehe die Lektion von den vergangenen Völkern; von denen, die den Gipfel der Zivilisation erreicht haben, großen Reichtum, Macht und Ansehen angehäuft haben, nur um dann undankbar zu sein und sich selbst und ihren Herrn zu vergessen. Sie wurden dekadent und korrupt, arrogant und stolz, grausam und unterdrückend, wie sie sich der Falschheit und falschen Göttern zuwandten. Gott schickte Seine Propheten zu ihnen, unterstützt durch Wunder und Offenbarungen, um sie an Seine Gunst zu erinnern und daran, gehorsam zu sein, und gerecht und mildtätig unter einander und zur ganzen Schöpfung. Aber sie waren trotz Seiner deutlichen Zeichen ungläubig. Sie leugneten ihre Propheten, machten sich über sie lustig, verhöhnten und missachteten sie, und sie versuchten sogar, sie zu töten!

Schließlich, wenn es weder Hoffnung noch Entschuldigung für sie mehr gab; wenn sie ihre Vernichtung beschleunigten, indem sie den Einen Gott frech herausforderten, sie doch zu strafen; so tat Er dies und die Erde war gereinigt. Nicht nur, dass ihre Überreste uns heutzutage als Ermahnung dienen, sie beweisen auch den göttlichen Ursprung des Qur´ans selbst. Denn kein anderer als ein wahrer Prophet Gottes, wie Muhammad es tatsächlich war, hätte derartige Details nennen können und noch dazu mit solcher Sicherheit, es sei denn, er war von oben inspiriert.

“Ist denn der Bericht über die, die vor ihnen lebten, nicht zu ihnen gelangt, das Volk Noahs, die ´Aad und Thamud, das Volk Abrahams und die Gefährten von Madyan und die verschwundenen Städte (Sodoms)? Ihre Gesandten kamen zu ihnen mit den deutlichen Zeichen. Und es ist bestimmt nicht Gott, der ihnen Unrecht getan hat, sondern sie haben sich selbst Unrecht getan.” (Quran 9:70)

 

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